Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Das Recht auf Heimat! Von Evelyn Hecht-Galinski

 

Kommentar vom Hochblauen

Das Recht auf Heimat

Von Evelyn Hecht-Galinski 

Als Kanzlerin Merkel, ganz die Alte, auf dem heutigen CDU-Parteitag in Berlin die Weichen stellte für die „christliche Menschenwürde“, da war die Verlogenheit dieser Aussagen so eklatant, dass man sich nur noch angeekelt abwenden konnte. Dann warnte auch noch die Kulturstaatsministerin Monika Grütters vor einer „Entchristlichung“ der Gesellschaft, die sich nicht zu ihrer christlichen Identität bekennt. Als sie auch noch auf die vom „Christentum geprägte Geschichte“ verwies, zu deren Werten sich alle Christen, auch Politiker, öffentlich bekennen sollten, dann kann ich nur sagen, diese Kulturstaatsministerin sollte umgehend zurücktreten, weil sie nichts von Kultur versteht, denn die hat absolut nichts mit religiösen Werten zu tun. 

Schon der Beginn mit einem „ökumenischen Gottesdienst“ zeigt doch, dass diese Partei im Grunde für jeden Bürger, der sich nicht Gott, sondern den demokratischen „Werten“ verpflichtet fühlt, eigentlich nicht wählbar ist. Mir ist es schleierhaft, wie nicht-christliche Bürger eine Partei wählen können, die sich „Kreuz schlagend“ vor einem Parteitag auf die „christlichen Werte“ einschwört. Für mich als „atheistische Laizistin“ schon unerträglich, wie aber muss es erst Muslimen oder Juden ergehen?  

Auch wenn die CDU das „Christliche“ in ihrem Namen führt, ist es doch nicht die Aufgabe einer Partei, dieses Christentum in die Politik zu bringen. Mich erinnert diese Zeremonie sehr an US-Politiker, die diese Art religiöser Motive schon von Beginn an in die USA brachten.  

Obwohl der Vertreter der Bischofskonferenz in Berlin, Prälat Karl Jüsten, die richtigen Worte fand, indem er darum warb, die verschiedenen Interessen von Christen, Muslimen, Juden, Andersgläubigen, Agnostikern und Ungläubigen zusammenzubringen und als Ziel des Koalitionsvertrags die „unterschiedlichen, bisweilen widerstrebenden Anforderungen und Interessen auszugleichen“ pries, so meine ich trotzdem, dass ein Gottesdienst nicht das geeignete Instrument sein sollte, um Politik auf einem Parteitag zu beginnen. 

Wenn man also den Einsatz für Frieden und Gerechtigkeit auf seine Fahne schreibt, sollte man nicht Israel-Kritiker, BDS-Unterstützer und Palästina-Aktivisten als Antisemiten verunglimpfen und ihnen Veranstaltungsräume verweigern. Schließlich setzen gerade sie sich für Frieden und Gerechtigkeit ein.  

Würde der Palästinenser vergessen? 

Wenn die CDU-Vorsitzende und Kanzlerin Merkel die „christliche“ Menschenwürde als Fundament und Kompass für die Würde des Menschen in Freiheit und Sicherheit anspricht, dann vergisst sie dabei allerdings immer wieder – ganz nach ihrem „christlich-zionistischen “ Weltbild – die Freiheit Palästinas und die Würde der Palästinenser! 

Mit Phrasen wie „Integrationsverweigerung“, Leitplanken, Regelwerk, vertuscht sie doch eine völlig gescheiterte Integrationspolitik.  

Dann appellierte noch der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Martin Dutzmann, an die große Verantwortung als Parteimitglied und als „Christenmensch“. Er erinnerte daran, dass es für Juden und Christen geboten sei, Geflüchteten Schutz zu gewähren. Schöne Worte, aber so weltfremd! Er sollte sich darüber informieren, wie dieser „Schutz“ für Geflüchtete gerade momentan im „Jüdischen Staat“ abläuft, wo es massenhafte Ausweisungen von schwarzen Flüchtlingen geben soll, die nur die Wahl habe zwischen Ausweisung oder Gefängnis. 

Vermisst habe ich auf diesem „christlichen“ Parteitag die Verurteilung des „Jüdischen Staates“ für seinen neuen Gesetzentwurf, der die staatliche Enteignung von Grundstücken der Kirchen ermöglichen soll, sowie die Verhängung von städtischen Gebühren an die Kirchenverwaltungen, die damit gegen den „Status Quo“ verstoßen, und als eine systematische Kampagne gegen Kirchen und die christliche Gemeinde im „Heiligen Land“ anzusehen ist. 

Wie Kirchenvertreter in einem Schreiben darlegten, ist dieses Gesetz „diskriminierend und rassistisch“ und tritt die Beziehungen zwischen den christlichen Gemeinden und den israelischen Behörden mit Füßen. Aus Protest gegen diese Willkür wurde die Grabeskirche, die als wichtigste Stätte des Christentums gilt unbefristet geschlossen. Wo blieb die deutsche „christliche Solidarität“ mit den Kirchen im „Heiligen Besatzerland“ und warum wurde diese israelische Provokation auf dem Parteitag nicht thematisiert? 

Nach den rassistischen jüdischen Extremisten-Provokationen auf dem Haram al-Sharif gegen Muslime und deren Heiligtümer trifft es jetzt die Christen im „Jüdischen Staat“. Was muss eigentlich noch passieren, bis die deutschen Politiker und Werteheuchler reagieren und sich zu Sanktionen gegen dieses Besatzer-Regime aufraffen?  

Recht der Palästinenser auf Rückkehr in ihre Heimat 

Das führt mich nach Palästina, wo die Umsetzung der Resolution 194 der UNO- Generalversammlung immer noch auf ihre Umsetzung wartet, nämlich das legale Recht der Palästinenser auf Rückkehr in ihre Heimat Palästina durchzusetzen. Gerade in diesem Jahr 2018, wo christliche Politiker zusammen mit jüdischen Funktionären und Vertretern des „Jüdischen Staates“ die Gründung Israels vor 70 Jahren feiern werden, und die ausblenden, dass diese Staatsgründung am 15.Mai 1948 die Nakba, die Katastrophe, und die ethnische Säuberung Palästinas einleitete.  

Ist es das „christliche Weltbild“ und sind es „christliche Werte“, wenn sich diese „christlichen“ Politiker ihre Feierlaune nicht verderben lassen wollen wegen Flucht und Vertreibung von mehr als 900.000 Palästinensern aus ihrer Heimat und wegen der hunderten von der „israelischen Verteidigungsarmee“ dem Erdboden gleichgemachten Dörfern? 

Damals wurde ganz nach dem Wunsch der Gründerväter der Grundstein für die Judaisierung Palästinas geschaffen, einem jüdischen Land mit palästinensischer Minderheit. Die verbliebenen wurden bis 1966 einer zionistischen Militärregierung unterstellt, die seit 1967 zu einem in seiner Brutalität einmaliges Besatzungsregime wurde. 

Tatsächlich wurde der „Jüdische Staat“ nur unter der Voraussetzung in die UNO aufgenommen, dass die Resolution 194 vom 11.Dezember 1948 umgesetzt wird, und den palästinensischen Flüchtlingen die Rückkehr in ihre Heimat Palästina gestattet oder die nicht Rückkehrwilligen für den Verlust ihres Eigentums entschädigt werden. (1)http://www.freunde-palaestinas.de/al-nakba/172-das-rueckkehrrecht-der-palaestinensischen-fluechtlinge.html

Seitdem ist der 11. Dezember für Palästinenser ein Tag des Protests. Auf der ganzen Welt demonstrieren Palästinenser für die Umsetzung ihres Rechts auf Rückkehr in ihre Heimat und wir alle sollten sie dabei unterstützen. 

Wen wundert es da, dass den Palästinensern dieses Recht von den jüdischen Besatzer-Regimen verweigert wird, würde die Anerkennung doch die gesamte historische Aufarbeitung der Nakba-Verbrechen nach sich ziehen, die längst überfällig ist. 

Seit 70 Jahren wird ihnen dieses Recht auch mit Hilfe der „christlich-jüdischen Wertegemeinschaft“ verweigert. Aber mit dem Schlüssel als Symbol der Rückkehr in der Hand, geben sie nicht auf, und es ist mehr als selbstverständlich, dass dieses Rückkehrrecht auch für die Nachfahren der Vertriebenen gilt. Es geht nicht um den „Wunsch“ der Israel-Lobby, dass die arabischen Staaten die Flüchtlinge einbürgern sollten, sondern um die sofortige Umsetzung der UN-Resolution 194 und die Durchsetzung des verbrieften Rechts auf Rückkehr. 

Nicht zu vergessen in diesem Zusammenhang ist die wichtige Tatsache, dass diese Resolution nur einen Tag nach der „Erklärung der Menschenrechte“ einstimmig(!) verabschiedet worden war, die ganz eindeutig Artikel 13 bestätigt, dass „jeder das Recht hat, ein Land zu verlassen, einschließlich sein eigenes, und zu seinem Land zurückkehren darf“.  

Dieses Recht verhinderten jüdische Regime bis heute, indem sie 1950 in der Knesset zwei völlig völkerrechtswidrige Gesetze –“Law of Return“ und „Absentee Property Law“ – verabschiedeten, die allein die „jüdische Rückkehr“ aus aller Welt garantieren, während sie die „abwesenden“ Palästinenser enteigneten. 

Solange die heuchlerische Staatengemeinschaft nicht endlich dieses Unrecht löst, kann und wird es keinen Frieden geben.  

Tatsächlich sehen wir heute immer mehr, dass weder die USA noch der „Jüdische Staat“ an einem Frieden interessiert sind, der den palästinensischen Menschen die Freiheit bringt. 

Nachdem US-Präsident Trump Jerusalem als Hauptstadt des „Jüdischen Staates“ anerkannt hat und ankündigte, den Umzug der US-Botschaft von Tel-Aviv nach Jerusalem als „Geburtstagsgeschenk“ am 14. Mai 2018 vollziehen zu wollen, ist das Netanjahu-Regime vor Freude nicht mehr zu bändigen. Netanjahu nannte diese Nachricht „historisch“ für das „jüdische Volk“(!) und kündigte direkt neue – völkerrechtswidrige – Siedlungen an. So können beide „Staatsmänner“ perfekt von ihren Schwierigkeiten ablenken. 

Ekelhafte Scheinheiligkeit 

Wie können wir es hinnehmen, dass die westliche Allianz, besonders Deutschland, es hinnimmt, dass den Palästinensern ihre verbrieften Rechte verweigert werden, während dem „Jüdischen Staat“ als „Wiedergutmachung“ der deutschen Verbrechen im Holocaust jedes Recht, besser Unrecht zugestanden wird? Man kann sich nur mit Abscheu abwenden vor solcher ekelhaften Scheinheiligkeit. Wäre es nicht 73 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz endlich an der Zeit, den Palästinensern als letzte unschuldige Opfer von Hitler ihre Rechte zu gewähren? 

Vergessen wir nie, es gibt keine „jüdische Identität“, es gibt kein „jüdisches Volk“ sondern nur eine jüdische Religion sowie eine israelische Identität, die allerdings durch die Forderung nach Anerkennung als „Jüdischer Staat“ unbedingt durchgesetzt werden soll. Damit hat sich der „Jüdische Staat“ endgültig als „Demokratie“ disqualifiziert!  

Durch die fortgesetzte Unterdrückung und illegale Besatzung Palästinas haben sich die Nachfahren der Opfer zu Tätern gemacht, denen nur mit Recht auf Widerstand zu begegnen ist. 

Ohne die machtpolitischen Interessen der USA und der westlichen „Werteallianz“ wäre diese mörderische Vertreibungs- und Besatzungspolitik nicht möglich. Sie haben die jüdischen Regime zu Bollwerken gegen die angebliche „islamische Bedrohung“ gemacht, noch grausam verstärkt nach 9/11.  

Dieser Rassismus, der sich gegen Muslime und den Islam richtet, ist inzwischen zu einem „Anti-Terror-Krieg der Kulturen“ geworden, der kaum mehr zu stoppen ist, da sich inzwischen so viele Staaten und Bürger von diesem Virus haben infizieren lassen. Eine mehr als gefährliche Strategie, die uns noch viel Leid bringen wird. 

So steht uns noch einiges bevor, wenn der „bayerische Albtraum“ Horst Seehofer, als neuer Superminister für „Inneres, Heimat und Bauen“ übernimmt. Ganz in miefiger Tradition an das bis 1969 bestehende Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte. Ich erinnere mich noch mit Grauen, an den damaligen Bund der Heimatvertriebenen, der von Kanzler Adenauer an der Regierung beteiligt wurde. Es war ein revanchistischer Haufen von ewig Gestrigen, der die Politik massiv beeinflusste und die Ostverträge bekämpfte, dafür die Wiederbewaffnung unterstützte, und war schon damals alles ganz im Sinne der Bayerischen Staatsregierung, die diese Heimatvertrieben-Verbände immer besonders unterstützte. 

„Heimatrecht als ein Menschenrecht“ 

Ich erinnere mich noch sehr gut an ein Interview, das Edmund Stoiber als damaliger bayerischer Ministerpräsident der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) 2007 gab, indem er „Heimatrecht als ein Menschenrecht“ bezeichnete. Er bezog sich allerdings als Schirmherr des Sudetendeutschen Tags, auf das „widerfahrene Unrecht“, dass diesen Heimatvertriebenen in der Tschechischen Republik widerfahren war. Aus diesem Grund hatte die CSU im Europäischen Parlament der Aufnahme der Tschechen in die Europäische Union nicht zugestimmt. Wäre es nicht an der Zeit, dieselben Forderungen an den „Jüdischen Staat“ zu stellen, sich endlich vorbehaltlos und ideologiefrei mit der eigenen Vergangenheit zu beschäftigen, da das Recht auf Heimat zur fundamentalen Frage der europäischen Wertegemeinschaft zu den Menschenrechten gehört. Stoiber ging es damals darum, dass die Tschechische Republik offen und objektiv an die Vertreibung herangeht.(2)http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/edmund-stoiber-im-interview-heimatrecht-ist-ein-menschenrecht-1437053/stoiber-die-raketenfrage-ist-1451895.html 

Nichts anderes sind unsere Forderungen an den „Jüdischen Staat“, die endlich auch von deutschen Politikern gestellt werden sollten! 

Wenn jetzt also ein bayerischer CSU-Minister Seehofer in das neu, geschaffene „Super Ministerium“ ganz nach US-Vorbild „Heimatschutz“ einziehen wird, dann ist das ein mehr als bedenkliches Zeichen in Sachen Flüchtlings-und Integrationspolitik. Wird dann die bayerische „Un-Kultur“ der Bierzelte nach Berlin kommen, die zwischen Dirndl, Bier, Jodler und die neue „Leitkultur“ vermitteln soll? 

So sind wir wieder beim Recht auf Heimat, dem Recht auf Rückkehr, das die Vereinten Nationen für die vertriebenen Palästinenser beschlossen haben, aber auf das sie bis heute warten.

 

 

 

 

 

 

 

 

4 Kommentare zu Das Recht auf Heimat! Von Evelyn Hecht-Galinski

  1. Warum ich Atheist bin.
    Ich war einmal ein sehr gläubiger Mensch, insbesondere durch den Einfluß eines ehemaligen schweizer Pfarrers und durch meine Zeit in einer christlich-fundamentalistischen Familie in der Schweiz.

    Wenn ich mir jetzt aber die Größe des Universums vorstelle, in dem es unglaublich viele Sonnensysteme gibt, von denen manche nach derzeitigem Kenntnisstand 300 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt sind, kann ich nicht glauben, daß es einen allmächtigen Gott gibt, der sich um das Schicksal eines jeden Menschen auf dieser kleinen Erde kümmert. Ich nehme eher an, daß nicht ein Gott den Menschen nach seinem Bilde schuf, sondern sich Menschen einen Gott nach ihrem Bilde, das heißt nach ihrer Vorstellung, erdachten.

    Wenn man die Aussagen der jüdischen und christlichen Bibeln auf das reduzieren würde, was historisch belegt oder zumindest erklärbar wäre, würde nicht viel davon übrig bleiben.

    Fundamentalistische Christen in den USA leugnen die Evolution. Nach ihrer Vorstellung wurde alles von Gott geschaffen – demnach auch die Viren und Bakterien, von denen viele fast alle Lebewesen bedrohen und furchtbare Krankheiten verursachen können. Entsprechend der Darwinschen Evolutionstheorie, die inzwischen wissenschaftlich anerkannt ist, haben die Menschen und die Affen gemeinsame Vorfahren. Da stellt sich die Frage, wann in der Entwicklung der Menschen diese mit einer unsterblichen Seele ausgestattet wurden. Hatte der Neandertaler schon eine?
    In Israel haben sich ultraorthodoxe Juden gegen die Darstellung von Dinosauriern auf Milchverpackungen gewandt, weil Dinosaurier in der Bibel nicht erwähnt werden und es sie nach jüdischer Zeitrechnung überhaupt nicht gegeben haben kann.

    Die jüdisch-christliche Religion ist voller Widersprüche. Im Judentum wird behauptet, daß die Vertreibung der Juden unter Nebukadnezar nach Babylon eine Strafe für ihre Sünden war. Und wie konnte Gott es zulassen, das sein angeblich auserwähltes Volk unter Hitler in die Gaskammern geschickt wurde? Wenn dies auch wieder als Strafe für ihre Sünden war, wie manche orthodoxen Juden behaupten, dann waren die Nazis doch nur Werkzeuge Gottes und damit schuldlos. Absurd.
    Und wie ist es Jesus Kreuzestod, der einerseits den Juden angelastet wurde, aber andererseits aus christlicher Sicht erforderlich war, um die Menschen von der „Erbsünde“ zu erlösen? Dann wären die damaligen Juden und Römer, die für seinen furchtbaren Kreuzestod verantwortlich waren, auch nur Gottes Werkzeuge gewesen.
    Wir wissen nur wenig über Jesus. Wahrscheinlich war er ein jüdischer Rabbiner, der sich gegen das starre orthodoxe Judentum mit seinen 613 Geboten und Verboten wandte und absolute Friedfertigkeit und Nächstenliebe predigte. Erst Paulus hat daraus eine Religion gemacht. Ohne ihn wäre m. E. die Weltreligion Christentum nicht entstanden. Weitere Zutaten hat dann vor allem die katholische Kirche geliefert. Aber wem kann man noch z. B. die unbefleckte Empfängnis, die körperliche Auferstehung sowie seine und Marias Himmelfahrt vermitteln? Vieles wurde aus anderen Religionen übernommen oder sollte heidnische Feiertage und Riten ersetzen.
    Wozu ich aber stehe, das sind die christlichen humanitären Werte, auch wenn sie realpolitisch keine Rolle spielen, wie zum Beispiel das aus dem Judentum übernommen Gebot „Du sollst nicht töten“. Angeblich sind die 10 Gebote der jüdischen Bibel die Grundlagen der sogenannten Westlichen Werte. Aber wenn man die Geschichte der christlichen Staaten betrachtet, so hat man sich nur der Teile der Bibel bedient, die den machtpolitischen Interessen dienten. Das ist auch heute noch, z. B. bei den christlichen und jüdischen Zionisten, die sich auf den angeblichen Anspruch des „auserwählten Volkes“ auf ein Großisrael zwischen dem Nil und dem Euphrat berufen, aber die Gebote der Nächstenliebe außer acht lassen.

    Wenn man nicht religiös ist, sollte man aber die religiösen Vorstellungen anderer Menschen und Glaubensrichtungen respektieren, so lange sie nicht zu Intoleranz führen oder für politische Zwecke mißbraucht werden. Letzteres ist vor allem bei Anhängern des Islams und des Judentums der Fall.

    Es ist auch unbestreitbar, daß die Religion – nicht nur die christliche – vielen Menschen psychischen Halt gibt.

    In allen Kulturen haben die Religionen zu großen künstlerischen Leistungen inspiriert und dies in allen Bereichen, also in der Malerei einschließlich der Mosaikkunst, der Bildhauerei, der Musik und insbesondere der Architektur. Man denke nur an die ost- und mittelasiatischen Tempelanlagen, die ägyptischen Pyramiden und Kultstätten, die griechischen und römischen Tempel und die christlichen Kirchen mit den gotischen Domen.

    Karl-Heinz Hermann

    Siehe hierzu auch „Die Bibel“ von Martin Urban und „Religion ist, wenn man trotzdem stirbt“ von Jürgen Becker.

    • Lieber Karl-Heinz,

      Ich denke nicht, dass Sie ein „Atheist“ sind. Gott ist ein anderes Wort für das Gute, die Gerechtigkeit, die Liebe etc., kurzum für all das Positive, das wir, ohne etwas dafür getan zu haben, in uns tragen. Was glauben Sie, woher wir Zuneigung, Mitgefühl, Anteilnahme, Güte, Höflichkeit, Liebe etc. haben? Jetzt sagen Sie nicht, von unseren Eltern. Und woher hatten die das?

      Gott ist allerdings nicht die einzige Stimme, die jeder Mensch in seinem Kopf hat. Mit Gottes Erlaubnis und um uns zu testen, haben wir auch die Stimme von Gottes Gegner (hebr. satan) im Kopf, die unentwegt an uns nagt und uns zu all dem Abscheulichen überreden und verführen will, was unsere verlorene Welt leider so fürchterlich macht.

      Kennen Sie Gewissensentscheidungen? Wenn unser gutes Grundwissen, das wir von Gott beziehen, uns sagt, du solltest jetzt nicht lügen, du solltest diese günstige Gelegenheit zum Stehlen jetzt nicht ausnutzen, du solltest dieser einmalige Chance zum Fremdgehen nicht nachgeben, du solltest nicht solche schlimmen Bemerkungen über den anderen in die Welt setzen usw. … aber die andere Stimme, die uns sagt, na komm, das merkt doch keiner, das macht doch nichts, das wird schon gutgehen etc. uns dennoch zu etwas überredet, was wir dann später meistens bereuen und auszubaden haben, denn wir wussten es ja von Anfang an besser. Was wir als unser Gewissen bezeichnen, ist in Wirklichkeit die Entscheidung zwischen diesen beiden Stimmen in unserem Kopf. Wann immer wir nicht auf Gott hören, bringen wir Unheil, Probleme und Schwierigkeiten über uns und andere.

      Vielleicht spüren Sie, welchen überragenden Stellenwert die Gebote hatten und haben. Und jetzt stellen Sie sich nur noch vor, dass alle Menschen sich von diesen Geboten leiten ließen. Unser Planet wäre längst zum Himmel auf Erden geworden. Stattdessen ist die Erde mittlerweile eine lebendige Hölle, weil leider die meisten bereits am ersten und wichtigsten Gebot gescheitert sind und statt Gott menschliche Götzen in den Regierungen und in den Religionen Untertan gemacht haben. Aber das ist ein – allerdings extrem wichtiges – anderes Thema.

      Gebote sind übrigens Befehle und nicht bloße Verhaltensempfehlungen oder nette Lebensratschläge. Aber: Gott zwingt keinen Menschen, auf Ihn zu hören, das EINZIGE, wodurch Er sich freiwillig limitiert, ist der freie Wille, den er jedem von uns zum Geschenk gemacht. Der freie Wille ist eines der fünf von Gott gegebenen Rechte für Seine Gäste hier auf der Erde. Die anderen Rechte sind das Recht auf Nahrung, das Recht auf freien Zugang zu Wasser, das Recht auf eine Schutzbehausung und das Recht auf eine Waffe zur Selbstverteidigung gegen Gesetzesbrecher (Gottes Gesetz, das Alte Testament, hebr. Torah= das Gesetz), wie z.B. dem STAAT.

      Es ist paradox zu sagen, Gott gibt es gar nicht. Er ist Ihnen näher als Sie denken, Sie atmen ständig Seine Luft und sind von Seinen Wundern im Innern wie im Außen überall umgeben. Könnten Sie Gott eigentlich korrekt definieren? Ja, Er ist der absolute König und Herrscher über das gesamte Universum, der Schöpfer und der Eigentümer allen Lebens und aller Dinge. Haben wir säkulare Beweise für Seine Existenz? Ja, durch die exakte Erfüllung von Prophezeiungen, die sich zum Teil über Jahrtausende erstrecken. Zwei Drittel der Bibel sind Vorhersagen, von denen sich mittlerweile 99,9 Prozent exakt und minutiös erfüllt haben, wenn wir sie korrekt mit der uns bekannten Geschichtsschreibung abgleichen.

      Und was ist mit der Evolutionstheorie? Wie ist es bloß möglich, dass sich eine komplette Menschheit von diesem naturreligiösen Märchen buchstäblich „zum Affen“ machen lässt? Wie ist es bloß möglich, dass die komplette Menschheit sich ENTGEGEN ALLER GASGESETZE erzählen lässt, dass der auseinander driftende Staub des „Big-Bang“ sich zu Sternen „komprimiert“ hat? Wie ist es möglich, dass wir uns erzählen lassen, dass alle Materie aus dem NICHTS und dass alles Leben aus LEBLOSER Materie entstanden sind? Wie ist es möglich, dass alle Welt an die so genannte „geologische Zeitskala“ glaubt, die sich seltsamerweise an keinem Ort der Erde finden lässt? Versucht da etwa jemand, unser Gehirn zu waschen?

      Wer sich als „Christ“ versteht und dagegen angeht, dass die Hirne unserer Kinder mit diesem vollkommen unwissenschaftlichen Dreck kontaminiert werden, was muss der feststellen? Mit dem Biologielehrer ist nicht zu reden, denn der hat ja selber nichts anderes gelernt als diese Naturreligion. Auch mit dem Schuldirektor ist nicht zu reden, denn der ist „von oben“ dazu verdonnert, den Lehrplan umzusetzen. Auch mit den Schulbuchverlagen ist nicht zu reden, denn diese haben ja nicht über die Bildungsinhalte zu entscheiden. Und selbst von „christlichen“ Bildungspolitikern ist nur zu hören, dass für Gott die „Religionslehre“ zuständig ist, aber in den Naturwissenschaften der „Stand des Wissens“ gelehrt werden muss.

      Seit Darwins Lügen als Buch erschienen waren, kamen Kinder, die morgens noch an Gott glaubten, mittags aus der Schule und erklärten ihren Eltern, „Ich weiß jetzt, dass es Gott gar nicht gibt, die Evolution, die Natur und der Zufall haben alles erschaffen“. Kinder begreifen Gott sehr schnell als eine Erfindung der Erwachsenen und wissen ja schon seit Nikolaus, Christkind und Osterhase, dass sie von den Erwachsenen dolldreist angelogen werden. Sehen Sie nicht, dass unser gesamtes Bildungssystem eine einzige WEGFÜHRUNG von Gott und eine Erziehung zu satanischen Systemknechten ist? Dass niemand es wagt, die Evolutionstheorie anzurühren, hat nichts damit zu tun, dass sie bewiesen wäre – sie ist ganz und gar unbeweisbar, weil erfunden – es hat einzig und allein damit zu tun, dass niemand irgendwo auf der Welt ein Studium erfolgreich absolvieren und einen Job bekommen könnte, wenn er gegen den Druck „von oben“ ankämpfen wollte.

      Jesus aber sprach zu ihnen: Seht zu und hütet euch vor dem Sauerteig [den Lehren] der Pharisäer und Sadduzäer! Matthäus 16:6

      Seht zu, dass euch niemand einfange durch Philosophie und leeren Trug, gegründet auf die Lehre von Menschen und auf die Mächte der Welt und nicht auf Christus. Kolosser 2:8

      Kann irgendein Mensch eine Aussage der Bibel benennen, die sich nicht erfüllt hätte bzw. die nicht im Begriff wäre, erfüllt zu werden? Die Trefferquote der Bibel ist Ehrfurcht gebietend. Die Bibel hat einen Autor, der von Anfang an das Ende kennt, der sich außerhalb der uns bekannten Dimensionen befindet und jederzeit imstande ist einzugreifen. Die Bibel ist die literarische Grundlage all dessen, was auf der Erde geschieht. Im ersten Buch erfahren wir, wie alles entstanden ist und im letzten Buch (in dem wir seit langem angekommen sind) erfahren wir, wie alles zu Ende geht. Dazwischen spielt sich eine Geschichte von Blut, Schweiß und Tränen ab, die alle Mächte und Menschen miteinbezieht.

      Es wäre schön, wenn Sie Gott sagen, besser noch, wenn Sie Ihn als Ihren Vater erkennen könnten, was Er Ihnen durch das Vaterunser versucht beizubringen. Es nützt keinem Menschen etwas, wenn er „an Gott glaubt“. Gott möchte nicht, dass wir an Ihn glauben, sondern, dass wir Ihn persönlich kennenlernen (Johannes 17,3) im unmittelbaren, persönlichen Privatgespräch im stillen Kämmerlein, auf der Toilette, im Auto, auf der grünen Wiese oder wo immer wir ALLEINE sind. Lesen Sie mal mit diesen Augen das 6. Kapitel von Matthäus.

      Es ist länger geworden als ich beabsichtigt hatte. Ich hoffe, Sie lesen es trotzdem. Auch bezüglich Ihres übrigen Textes hoffe ich für Sie, dass Sie sich noch vor dem furiosen Finale (Weltkrieg III, satans Neue Weltordnung) korrigieren können, denn er wimmelt von Aussagen, die ebenfalls schlicht und ergreifend unzutreffend sind. Ein kleines kostenloses PDF-Buch wird Ihnen die entscheidende Hilfe sein. Es trägt den Titel The Way home or face The fire, Der Weg nach Hause oder ins Feuer (thewayhomeorfacethefire.net). Der Titel ist selbsterklärend. Es ist übrigens die letzte Nachricht von Gott an die Menschheit nach dem Alten Testament, dem Neuen Testament und dem Evangelium der Einheit (Koran) und steht mit den genannten Büchern auf einer Stufe.

      God bless!laus

  2. Liebe Evelyn,
    wieder einmal ein ganz hervorragender Beitrag.
    Du hast einen Absatz mit dem Titel, Zitat: „Würde der Palästinenser vergessen?“ betitelt.
    Erlaube mir bitte dazu folgendes zu schreiben: Nicht die Würde der PalästinenserInnen, sondern die PalästinenserInnen als solche werden vergessen, wenn nicht sogar bewusst ignoriert.
    Ich schäme mich nur noch für unsere ach so „christlichen“ PolitikerInnen, die immer wieder von Freiheit und Menschenwürde faseln, das aber gerade für die PalästinenserInnen außer acht lassen, diese stattdessen von einem faschistischen Regime weiterhin unterdrücken und aus ihrer Heimat vertreiben lassen.

  3. Heimat ist zu einem Begriff verkommen, den Politiker und Journalisten auf Weißwurst, Bier und Sauerkraut reduzieren. Das ist primitiv und populistisch und zeigt, dass der/diejenige keine Ahnung hat von dem Thema, sondern dass es ihm/ihr nur um die eigene fanatisch-ideologische Manipulation geht und nicht um echte Erkenntnis.

    Heimat ist meiner Meinung nach einer der am schwierigsten zu definierenden Begriffe. Ich denke, man kann ihn nicht pauschal vereinfachend als nur „Zuhause“ verwenden, man muss differenzieren, denn der Begriff ist äußerst vielschichtig zu sehen. Schon allein deswegen kann und darf man ihn nicht den Politikern überlassen, die alle aufgrund ihrer Persönlichkeitsstruktur nur mit einer eindimensionalen Denke ausgestattet sind. Die meisten sind unfähig, mangels vorhandener Intelligenz und Bildung klar zu denken. Wenn sich also Politiker und Journalisten eines so schwer zu fassenden Begriffs bemächtigen, ist allerhöchste Vorsicht geboten. Dann möchte man nur noch weinen oder wie Friedrich Schiller es in seinem „Ring des Polykrates“ formuliert hat: „Hier wendet sich der Gast mit Grausen“.

    Schiller, auch das ist Heimat, ebenso wie Goethe, Eichendorff, Hölderlin (und sein heilig nüchterner Ernst) um nur einige zu nennen. Heimat ist vor allem auch die eigene Sprache, die heutzutage immer mehr ruiniert wird. Was ich sagen will: Heimat umfasst verschiedene Ebenen, Heimat ist identitätsstiftend, wobei wie gesagt, Heimat nicht einfach nur eine eindimensionale Sache, sondern ungemein vielschichtig ist. Natürlich ist der Ort, die Landschaft, das Land und seine Geschichte, in dem man geboren wurde, Heimat. Und vor allem auch die Menschen und deren soziales Verhalten, das über Jahrhunderte entwickelt wurde: das friedvolle Miteinander, das vor allem auf Respekt und Rücksicht gegenüber alten Menschen Schwachen und Bedürftigen beruht. Diese zwischenmenschliche Kultur ist es, die auch Heimat ausmachen und die immer mehr verloren geht.

    Es gibt also eine ortsgebundene Heimat. Die kann man mögen oder nicht, Fakt ist, dass es diese Heimat gibt. Hinzu kommt aber auch unabweislich die eigene, identitätsstiftende Kultur – auch wieder so ein vielschichtiger Begriff. Heimat ist hier ein geistiger Begriff. Man spricht nicht von ungefähr von einer geistigen Heimat. So kann also z.B. eine Bruckner-Symphonie Heimat sein, oder eine Mozart-Oper, eine Bach-Passion oder ein Tschaikowski-Ballet oder Goethes Faust oder die Gemälde von Claude Monet. Das gilt für den Liebhaber ebenso wie für den Profi, der dann in seinem Beruf „zuhause“ ist, seine geistige Heimat gefunden hat.

    Natürlich hat das Christentum Europa und seine Kultur geprägt – überhaupt keine Frage, wer das leugnet, hat nichts verstanden. Und von daher ist das Christentum Bestandteil des Heimatbegriffs in Europa, ob man das will oder nicht. Denn wenn ich heute in Padua in der Scrovegni-Kapelle stehe und die unfassbar schönen Fresken von Giotto bestaune, dann ist das für mich auch (geistige) Heimat, obwohl ich nicht in Italien geboren bin.

    Landschaft, Sprache, Beruf, Religion, Kunst und die Menschen, die sich damit befassen, die den gleichen seelischen Grundton haben, wie man selbst – das alles gehört für mich zur Heimat. Hier wird der Mensch geerdet, findet er seine Mitte und Identität. Darum ist für mich der Heimat-Begriff so wichtig und es ärgert mich ungemein, wenn er von solchen Trotteln wie unseren Politikern für ihre strategischen, ja oftmals bösartigen Zwecke missbraucht wird. Ich sehe darin eine große Gefahr, denn wie sagte ein kluger Mann (ich weiß nicht genau, wer): „Willst Du ein Volk vernichten, zerstöre seine Kultur.“

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