Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Alltag im Ausnahmezustand Von Richard Chaim Schneider, DVA

Liebe Leser, normaler Weise veröffentlich nur Bücher die ich empfehlen möchte. Bei diesem Buch habe ich allerdings eine Ausnahme gemacht. Dieses Buch ist so voller Hass auf die deutsche Gesellschaft,  einem mehr als verzerrten Blick auf Israel, von einem ehemaligen BR Israel Korrespondenten, entlarvend und schwer erträglich, mit seinem „liebevollen“ Blick auf Israel. Besonders die  „Antisemitismus“Kapitel ab Seite 233 haben es mir „angetan“. Er wittert nur Hass auf Israel in seiner Umwelt, der nur selten mit Fakten und Realitäten umgeht, wie er meint. Tatsächlich  gibt mehr Fakten als über die israelische Besatzungspolitik? Schneider wirft Antizionismus und Antisemitismus in einen Topf  und schreckt auch nicht davor zurück, die Gaza Anti-Kriegsdemonstrationen 2014 in ganz Europa, wo „Linke und Islamisten“ gemeinsam protestierten mit polemischen Fake News auszuschmücken. Sein besonderes Feindziel allerdings, ist die BDS Bewegung, die er als zutiefst antisemitisch diffamiert. Er hat nichts von dieser zivilgesellschaftlichen Bewegung verstanden und weiß natürlich auch ,wie erfolgreich diese friedliche Waffe ist und daher aus seiner Sicht bekämpft werden muss. Natürlich versucht Schneider immer wieder auf das „antisemitische Element“ in der Sprache bei BDS und anderen linken Gruppierungen zu hinzuweisen. Er  versucht die richtigen Begriffe, wie Zionismus sei Rassismus (was sonst?), Israel=Apartheidstaat, der ethnische Säuberungen durchführe  und gar den „Genozid“ der Palästinenser vorantreibe, als historisch falsch darzustellen. Da frage ich mich natürlich, wie unaufrichtig kann dieser Autor sein, wenn er sich weigert die Realitäten anzuerkennen, die auch gerade wieder so aktuell  sind, betrachtet man das Massaker an der Grenze zu Gaza. An zweiter Stelle steht seine  Verunglimpfung des „Antisemitismus der Linken“, auch wenn er später schreibt das er nicht alle Linken meint. Wie großzügig von diesem ehemaligen BR Korrespondenten im „Jüdischen Staat“, der sich  dann allerdings seitenlang über den „linken Antisemitismus“ auslässt. Schneider schreckt auch nicht davor zurück, engagierte jüdische intellektuelle, die sich für die Freiheit Palästinas einsetzen, wie Noam Chomsky, Judith Butler oder Ilan Pappe, als „Garanten für die Wahrheit“, als „Alibijuden“, die antizionistischen Kampagnen oder Organisationen einen „Koscherstempel“ aufdrücken. Für den Autor sind alle jener Vorwürfe , die man Israel macht, zutiefst antisemitisch. In seinen Augen sind alle Unterstützer von Hamas und Hisbollah Antisemiten, wie  Jeremy Corbyn oder Judith Butler verachtenswert. Er lässt keine Argumentation der Hasbara aus, in seinem Buch. Fazit, sein Buch zeigt in erschreckender weise, dass Richard Chaim Schneider ein traumatisierter „Israel-Freund ist, der in Deutschland niemals wirklich ankam. Ich frage mich natürlich, warum gerade solche Korrespondenten in den „Jüdischen Staat“ geschickt werden, die dann so subjektive Reportagen abliefern. Ich erinnere mich noch mit Schrecken, während des Gaza Kriegs 2014, als Schneider als „gefährdeter Kriegsreporter“ seine mehr als fragwürdigen Berichte, mit kugelsicherer Weste  und Helm(?), über die Sender schickte. Dieses Buch ist insofern wichtig, als dass man hier ein Lehrstück für Israel-Lobbyismus vorgesetzt bekommt, dass genau in die heutige traurige Journalismus Zeit passt und sicherlich von Kollegen mit „wohlwollendem Blick rezensiert wird.

 

 

Alltag im Ausnahmezustand

Innerlich zerrissen und von außen bedroht: Wie sieht Israels Zukunft aus? – Einer der besten Kenner des Landes berichtet * „Alltag im Ausnahmezustand“ ist das Porträt eines Landes,…

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


%d Bloggern gefällt das: