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Angriff auf Antirassisten bei antirassistischer Demo Die Freiheitsliebe

Angriff auf Antirassisten bei antirassistischer Demo | Die Freiheitsliebe

Christoph Glanz, Lehrer und BDS-Aktivist, war am vergangenen Donnerstag, den 27. Februar, Teilnehmer der Demonstration „Gegen jeden Rassismus“ in Oldenburg. Dort wurde von einer Gruppe versucht, ihn von der Demonstration auszuschließen. Als dies nicht funktionierte, wurde er als „kranker Antisemit“ beleidigt, ihm wurde das Handy aus der Hand geschlagen und er wurde von einem Block von zwölf Personen physisch bedrängt.

 

Angriff auf Antirassisten bei antirassistischer Demo

9. März 2020 
Die Demonstration wurde von der linken kurdischen „Städtefreundschaft Oldenburg-Afrin“ organisiert, wohl auch unter Mitwirkung von „Seebrücke Oldenburg“. Das sind doch eigentlich antirassistische Organisationen?

Christoph Glanz, Lehrer und BDS-Aktivist, war am vergangenen Donnerstag, den 27. Februar, Teilnehmer der Demonstration „Gegen jeden Rassismus“ in Oldenburg. Dort wurde von einer Gruppe versucht, ihn von der Demonstration auszuschließen. Als dies nicht funktionierte, wurde er als „kranker Antisemit“ beleidigt, ihm wurde das Handy aus der Hand geschlagen und er wurde von einem Block von zwölf Personen physisch bedrängt.

Die Freiheitsliebe: Du wurdest letzte Woche auf einer antirassistischen Demonstration physisch angegriffen und als „kranker Antisemit“ beschimpft. Warum sind Sie auf dieser Demo geblieben?

Christoph: Meine Solidarität gilt nicht einer Demoleitung, sondern den Betroffenen von Rassismus. Das war auch meine Antwort gegenüber den Angreifern. Antifaschismus heißt unter anderem: sich nicht einschüchtern lassen, wenn es ungemütlich wird.

Die Freiheitsliebe: Es ist ja besonders widersprüchlich, dass gerade du als Palästina-solidarischer Aktivist, als linker Anti-Imperialist angefeindet wurdest. Warum haben diese Art von Angriffen auf Anti-Imperialisten so eine politische Brisanz?

Christoph: Diese Art von Ausgrenzung und Angriffen hat in Deutschland mittlerweile Regelmäßigkeit. Private Auswirkungen bleiben im Privaten. Die gesellschaftliche Relevanz entsteht dadurch, dass ich für diese Angreifer nur der Anlass bin und dass hier Rassismus auf einer vermeintlich antirassistischen Demonstration praktiziert wird. Das eigentliche Ziel dieser Angriffe sind die Palästinenserinnen und Palästinenser. Zur Zielscheibe werde ich dadurch, dass ich mich mit ihnen als Kolonisierte solidarisiere, denn Israel praktiziert in Palästina Rassismus, Apartheid und Besatzung. Das lässt sich an tausenden Beispielen hart belegen. Wer als Palästinenser nun in Deutschland äußert, dass er diese Zustände ablehnt und sie mit einer Kampagne, die sich den Boykott von Apartheid-Südafrika zum Modell genommen hat, bekämpfen will, der wird deswegen absurderweise pauschal als „Antisemit“ gebrandmarkt. Verleumdung als Ersatz für mangelnde politische Argumente. Wir als weiße Aktivisten sind nur der Auslöser. Unser Fokus aber bleibt auf dem eigentlichen Unrecht in Palästina.

Die Freiheitsliebe: Die Demonstration wurde von der linken kurdischen „Städtefreundschaft Oldenburg-Afrin“ organisiert, wohl auch unter Mitwirkung von „Seebrücke Oldenburg“. Das sind doch eigentlich antirassistische Organisationen?

Christoph: Auf jeden Fall! „Oldenburg-Afrin“ versucht, die Solidarität mit den kolonisierten und bombardierten Kurdinnen und Kurden praktisch werden zu lassen. Und auch Seebrücke macht gute Arbeit im Bereich Seenotrettung. Das Problem ist: Die Aktivistinnen und Aktivisten dieser Organisationen lassen zu, dass ihr ursprüngliches Engagement durch den Rassismus von kolonialistischen Anti-Deutschen sowie der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) in ihren Reihen entwertet wird. Diese haben ein knallhart zionistische Ideologie. Diese wird mit Verleumdung und Gewalt umgesetzt. Die Anzahl dieser Überzeugungstäter ist klein, aber sie haben es hier lokal und auch andernorts zu einer hegemonialen Machtposition gebracht, da ihre Position im Endeffekt die des imperialistischen deutschen Staates verteidigt. Besonders beschämend ist, dass ein Vorstand der DIG einen Redebeitrag auf der Demonstration halten durfte, während dieselbe DIG zeitgleich an der Universität Dan Shueftan als Gastredner präsentierte. Dieser ist ausgewiesenes Sprachrohr rassistischer und kriegstreiberischer Thesen in Israel. Solidarität mit den Kurdinnen und Kurden und den Palästinenserinnen und Palästinensern ins Gesicht spucken – für Antirassistinnen und Antirassisten ist das inakzeptabel. Hier gibt es keinen Raum für „Nebenwidersprüche”.

Die Freiheitsliebe: Also keine Hoffnung auf eine Änderung der Situation?

Christoph: Ich meine schon. Als die Aggression auf der Demo eskalierte, war sofort ein Haufen an solidarischen Menschen am Start, die die Angreifenden vertrieben. Ein geflüchteter Freund konfrontierte sie mit den Worten: „Das, was ihr hier macht – das ist Rassismus!“.

Auch wird zunehmend deutlich, dass die aktiven Menschen, die bisher das Thema Palästina ignoriert haben, merken, dass das nicht mehr funktioniert. Sie müssen entscheiden, ob sie zu Handlangern israelischer Kolonialpolitik werden wollen, oder nicht. Meine Hoffnung liegt auf der selbstbewussten und konfrontativen Selbstorganisation migrantischer Jugendlicher und junger Erwachsener sowie des klaren politischen Kampfes als weiße Deutsche gegen den Imperialismus überall.

Das Interview führte Eleonora Roldán Mendívil für Die Freiheitsliebe.

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1 Kommentar zu Angriff auf Antirassisten bei antirassistischer Demo Die Freiheitsliebe

  1. «Antifaschismus heißt unter anderem: sich nicht einschüchtern lassen, wenn es ungemütlich wird» (Christoph Glanz)

    Desorientierung und Desinformierung ist in allen Bereichen, bei allen Seiten gegenwärtig sehr ausgeprägt. Dies ist wohl eine ganz bewusste und gezielte Strategie.
    «Antirassisten» = Rassisten.

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