Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

1 Kommentar zu City of Fear von Jalal Abukhater

  1. Diese Angst der palästinensischen Bewohner Jerusalems kann ich gut nachvollziehen, da ich bereits vor zwanzig Jahren, als die Situation noch nicht so angespannt war wie jetzt, einen Eindruck davon bekam. Wenn man als deutscher Tourist nicht wie ein „typischer“ Deutscher aussieht, sondern eher wie ein Palästinenser und sich in Begleitung von Palästinensern bewegt, werden die jüdischen Israelis ihn für einen Palästinenser halten. Als ich durch die bekannte Khan-az-Zait-Straße in der Altstadt von Jerusalem ging, fasste mich ein israelischer Soldat, der von mir unbemerkt eilig hinter mir kam, plötzlich an der Schulter, um mich auf nicht einmal grobe, sondern nur entschiedene Weise, beiseite zu schieben und sich den Weg frei zu machen. Als ich mit meinem Jerusalemer Begleiter in Silwan, der sog. „Davidstadt“, in umgekehrter Richtung durch den berühmten antiken Wasserleitungstunnel gegangen war und wir auf der anderen, der oberen Seite, herauskamen, saß dort über uns thronend einer jener zionistischen Siedler mit schussbereiter Maschinenpistole, ebenso auf dem Rückweg außerhalb des Tunnels vor einem der von ihnen besetzten Häuser an der Straße. Da dachte ich mir: Wenn einer von uns einen verdächtigen Gegenstand mit sich führte und eine verdächtige Bewegung machte, dann könnte einer dieser Siedler sich vielleicht dazu veranlasst sehen, auf uns zu schießen. Dann würde es nichts nützen, dass ich deutscher Staatsbürger bin, und die deutsche Botschaft und die Bundesregierung würden sich in ihrer Unterwürfigkeit den Zionisten gegenüber mit jeder noch so lächerlichen Entschuldigung abspeisen lassen. Wie mag es jetzt erst dort sein!

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