Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Das Gift des Zionismus schwebte über dem Bundestag Von Evelyn Hecht-Galinski

Kommentar vom Hochblauen

 

 

Das Gift des Zionismus über dem Bundestag

Von Evelyn Hecht-Galinski

Die heutige  „Sonderveranstaltung“ des Bundestag hat uns eins bewiesen: die Idee, einen Staatspräsidenten des „Jüdischen Staats“ die Gedenkrede halten zu  lassen, der dieses Gedenken so schamlos missbrauchte, war ein nicht wiedergutzumachender Fehler. Es war die Sternstunde der Hasbara-Propaganda, die dort abgespult wurde, und bei der sich kein anderer deutscher Redner dagegen verwahrte.

Das Land, wo die Endlösung der Judenfrage beschlossen wurde, ist heute der „Wertepartner“ des „Jüdischen Staats“, der die Endlösung der Palästinenserfrage mit der Judaisierung beschlossen hat und tatkräftig verwirklicht.

Wenn Rivlin davon sprach, dass die Geister der Vergangenheit zurückkämen nach Europa, wie „Rassenreinheit, Nationalismus, Antisemitismus und Fremdenhass“, dann vergisst er anzusprechen, dass diese Begriffe mit dem Land, dass er vertritt, in Verbindung stehen. Tauscht man nur ein Wort aus, nämlich den Antisemitismus in Palästinenser-Hass und Vertreibung, dann passt, es. Dieses „zionistische Gift des Nationalismus“ mischt sich mit dem europäischen Gift des Nationalismus und geht nahtlos ineinander über. Kennt es doch nur den gemeinsamen Fremdenhass.

Tatsächlich ist die AfD ein Grundübel der deutschen Demokratie. Aber was ist mit dem ganzen Parteienspektrum im „Jüdischen Staat“? Ist es nicht nochmals „rechts“ von der AfD und so rassistisch, dass diese Parteien in Deutschland als Volksverhetzer unter Beobachtung stehen und keiner mit ihnen koalieren würde?

Wenn also Rivlin und Steinmeier die große Freundschaft zwischen den beiden großen „Wertedemokratien“ Deutschland und „Jüdischer Staat“ preist, dann ist das eine Schande für jeden deutschen aufrechten demokratischen Bürger.

Steinmeier erwähnte in seiner Rede und Aufzählung jüdischer Personen in Deutschland, die maßgeblich daran beteiligt waren, dass jüdisches Leben nach Auschwitz in Deutschland möglich war den Mann nicht, der seit 1949 diesen Aufbau erst ermöglichte.  Es war der Ehrenbürger der Stadt Berlin, Heinz Galinski, der mit seinem Ausspruch „Ich habe Auschwitz nicht überlebt, um zu neuem Unrecht zu schweigen“ eine Aufgabe erfüllte, die ihn sein ganzes Leben nicht losließ und mich bis heute prägt. Dass dieser Mann vom deutschen Bundespräsidenten verschwiegen wird, nur weil er durch das Eintreten der Tochter für Palästina zur Unperson wurde, in Sippenhaft genommen wurde, ist schändlich. Mich bestärkt es, dass ich mich auf dem richtigen Weg befinde!

Wie kann es Bundespräsident Steinmeier zulassen, dass der israelische Präsident Rivlin dieses Gedenken so umfunktionierte in eine politische Hasskampagne gegen den Iran und die Hisbollah?

Nein, nicht der Iran ist die Gefahr für den Weltfrieden, sondern es ist der „Jüdische Staat“, der seit Staatsgründung ohne Rücksicht den Holocaust instrumentalisiert. Nicht der Iran muss isoliert und ausgestoßen werden aus der Weltgemeinschaft, wie Rivlin fordert, sondern es ist der „Jüdische Staat“, bis die Besatzung ein Ende findet. Bei so einer „Sonderveranstaltung“ die Tagespolitik zu missbrauchen, zu fordern, dass die Hisbollah insgesamt als Terrororganisation verboten wird und Iran als „Vernichter des „Jüdischen Staats“ zu diffamieren, ist so perfide, dass der Bundestag sich dagegen hätte wehren müssen, ebenso wie Steinmeier und Bundestagspräsident Schäuble als Gastgeber und Hausherr des Bundestags.

Rivlin vergaß auch nicht, den „Friss oder Stirb“-Plan von Trump und Schwiegersohn Kushner als große Hoffnung mit Lösungen für Sicherheit und Stabilität darzustellen. Eine Ohrfeige für jeden Palästinenser. Die übrigens auch bei dieser Veranstaltung fehlten, ebenso wie im Weißen Haus. Wozu auch? Um sich so viel Lug und Trug anzuhören?

Als Rivlin auch noch zwei israelische Militärs erwähnte und Deutschland darum bat, auf die Hamas einzuwirken, deren Leichname herauszugeben, da war das Maß des erträglichen überschritten. Vergaß Rivlin eigentlich, dass in seinem Staat Leichname von „Attentätern“ (Widerständlern) willkürlich einbehalten und den Familien nicht übergeben werden?

Nein Präsident Rivlin, die jüdische „Verteidigungsarmee“ ist nicht die moralischste der Welt, eben so wenig, wie der „Jüdische Apartheidstaat“ die „einzige“ Demokratie im Nahen Osten ist!

Tatsächlich scheint es, als ob Deutschland und seine Politiker nichts aus der Geschichte gelernt haben!

 

 

 

 

 

 

2 Kommentare zu Das Gift des Zionismus schwebte über dem Bundestag Von Evelyn Hecht-Galinski

  1. Das war schon ein starkes Stück, welches der Präsident des jüdischen Staates, Reuven Rivlin, im Bundestag abgegeben hat.
    Da redet der israelische Präsident im deutschen Bundestag vom Kampf gegen Nationalismus und Kriegstreiberei, im gleichen Atemzug fordern israelische, rechtsextreme Politiker der Regierung (neben Benjamin Netanjahu u.a. Israels Verteidigungsminister Naftali Bennett) die sofortige Annektierung des Jordantals und der illegalen jüdischen Siedlungen, also knapp 30% der besetzten Westbank (Den Golan hat das zionistische Regime erst bereits kürzlich widerrechtlich annektiert).
    Hat der Präsident Israel die Aussagen seiner eigenen Regierungspolitiker Netanjahu und Bennett bewusst überhört, oder was soll diese Ignoranz?
    Im Kontext „Kampf gegen den Nationalismus“ müsste Herr Rivlin eigentlich vor Scham in den Boden versinken oder anders ausgedrückt: Ist es etwa kein Nationalismus, ein ganzes Volk (die Palästinenser) jahrzehntelang unter Besatzung zu halten, von ihren eigenen Länderein zu vertreiben und ist es kein Nationalismus, sämtiche UN- Resolutionen sowie das Völker- und die Menschenrechte, die, auch wenn Herr Rivlin und der Rest der israelischen Regierung es wahrscheinlich nur ungerne hören, auch für die Palästinenser gelten, zu ignorieren, bzw. mit Füssen zu treten? Rivlin hat eines bewiesen, nämlich das er ein Heuchler ist und wie viele andere Politiker/innen und Lobbyisten des jüdischen Staates lediglich den Holocaust instrumentalisiert. Kommt hinzu, dass die rechtsextremen jüdischen Siedler in den Westbank bereits seit Mittwoch (29.01.2020) mobil machen um einen Staat Palästina zu verhindern. Herr Rivlin sollte sich selbst vielleicht die Frage stellen, wo denn seine Worte gegen diese eigene, rechtsextreme Bevölkerung, zumindest im Kontext der jüdischen Siedler, bleiben? Und aus welchem Grunde maßt sich die Regierung des jüdischen Staates immer wieder an, den Palästinensern in Jerusalem die Teilnahme an diversen Wahlen zu verweigern?

  2. …“Das Gift des Zionismus schwebte über dem Bundestag“…und aus dieser Wolke tönt die ewige Schuld. Vergessen wird dabei dass wir uns schon wieder an anderen versündigen in dem wir wegsehen. Es gibt halt keine übertragbare Schuld. Auch der übertriebener Philosemitismus in unserem Land ändert daran nichts.Herr Steinmeier und Herr Maas sollten dies wissen. Dieses Übertreiben in beiden Richtungen ist völlig daneben. Normalität wäre angebracht. Offenbar ist der deutsche Michel dazu nicht in der Lage.

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