Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Die Gemeinsamkeit von Zionisten und Trump, beide können die Wahrheit nicht vertragen!

Einmalig in der Welt, dass dieser Staat, der sich selbst als „einzige Demokratie im Nahen Osten“ bezeichnet, und der seit 1967 den damals anderthalb Millionen Palästinensern die militärische Besatzung aufzwang und ein System der illegalen Siedlungspolitik und des Kolonialismus eingeführt hat, das bis heute seinesgleichen sucht, sich mit seinem ständig wachsenden Konfrontationskurs immer mehr Diktaturen wie Nordkorea angleicht. Allerdings bezeichnet sich Nordkorea wenigstens nicht als „einzige Demokratie“ in Asien!

Und wie der „Jüdische Staat“ gegen seine Kritiker, kritische Menschenrechts- und andere Organisationen weltweit vorgeht, wenn diese die Wahrheit über seine Menschenrechts- und Völkerrechtsverbrechen berichten, ist uns „Betroffenen“ schon seit langem bekannt. Aber wie jetzt der „Jüdischen Staat“ gegen in- und ausländische Menschenrechtsorganisationen vorgeht, sollte uns fragen lassen: Wie lange sollen wir es noch hinnehmen, dass mit unseren Steuergeldern dieses zionistische Besatzungs- und Unterdrückungssystem aufrechterhalten wird? Und wie lange soll für den „Jüdischen Staat“ der Doppelstandard noch gelten? Das „besondere“ Verhältnis muss endlich normalisiert werden!

Wie ist dem zu begegnen, dass deutsche Banken auf massiven Druck von außen Konten jüdischer Gruppen kündigen, nur weil diese die – völlig legale und gewaltfreie – BDS-Kampagne unterstützen? Jüdische Aktivisten werden von Vertretern des „Jüdischen Staates“ als Verräter und Kapos verunglimpft! Dass heute wieder jüdische Aktivisten durch Israel-Lobbyisten und deren politische und „christlich-jüdische“ Helfer als „schlechte Juden“ denunziert und ihnen „Redeverbot“ erteilt wird, weil israelische Kampagnenjournalisten dafür sorgen, dass deutsche Politiker und Banker gegen BDS-Unterstützer und Israel-Kritiker vorgehen, ist empörend und kaum auszuhalten. Andererseits machen sich jedoch all die Politiker und Unterstützer des „Jüdischen Staates“ wieder schuldig, die eine illegale, völkerrechtswidrige Besatzungspolitik verteidigen!

Währenddessen entfernt sich Trump immer weiter von demokratischen Spielregeln in den USA. Er versucht, Muslime nach seinem verlorenem Gerichtsurteil mit noch schärferem Einreisebann zu belegen (was seinen Juristen hoffentlich nicht gelingen wird!), und teilt seine gefährlich national-sozialistische Weltordnung auf in nicht genehme und genehme Muslime nach dem Motto: „Wer Moslem ist, bestimmen wir!“. Nach dem gleichen Muster verfährt der „Jüdische Staat“ und die Israel-Lobby; Kritiker werden mit Einreisestopp und Abschiebung belegt und Juden werden ebenso, wenn sie Israel-kritisch sind oder BDS unterstützen, in „gute“ und „schlechte“ Juden unterteilt.

Der Konfrontationskurs, den das Netanjahu Regime auch gegen US-Organisationen und -Bürger begonnen hat, wie aktuell gegen Human Rights Watch (HRW), belegt doch nur, wie sicher sich dieses Regime fühlt, bestärkt durch die Unterstützung der Trump-Administration.

Ein besonders krasser Fall ist der des Regionaldirektors von Human Rights Watch, des US-Bürgers und Muslims Omar Shakir, dem Israel ein Arbeitsvisum verweigert hat. Dieser Vorfall ist eine neue Dimension der Internationalisierung des jüdischen Besatzerregimes gegen eine US-Menschenrechtsorganisation.

In dem von HRW veröffentlichten Schreiben der israelischen Einwanderungsbehörde wird HRW bezichtigt „im Dienste der palästinensischen Propaganda“ zu stehen und „verlogen unter dem Banner der Menschenrechte“ zu arbeiten. (1)

Ein Sprecher des israelischen Außenministeriums nannte HRW gar eine „antiisraelische Organisation“, während HRW darauf verwies, dass sie nicht nur kritische Berichte zu den israelischen Menschenrechtsverletzungen, sondern auch zu Hamas und der Palästinenserbehörde von Abbas erstellt haben.

Hier reiht sich der „Jüdische Staat“ nahtlos ein in die Liste der Länder, von Nordkorea bis Sudan und Usbekistan, die ebenfalls internationalen Menschenrechtsorganisationen die Arbeitsmöglichkeit und ein Visum verweigern. Auch der „Jüdische Staat“ wirft alle demokratischen Regeln, hätte er denn jemals welche besessen, über Bord. Immerhin arbeitet HRW unbehelligt in mehr als neunzig Ländern weltweit. Wie doch die Zionisten die Wahrheit fürchten, die ihre Menschen- und Völkerrechtsverbrechen belegen.

Auch Kulturschaffende im „Jüdischen Staat“ werden seit längerem durch das Netanjahu-Regime und Kulturministerin Miri Regev verfolgt und man droht ihnen, die Zuschüsse zu streichen, wenn sie nicht parieren, oder wenn sie sich weigern, in illegalen Siedlungen aufzutreten, um die Siedler zu unterhalten.

Während Regev also einen Kulturkrieg gegen Künstler begann und bedeutende israelische Künstler wie David Tartakov den „Jüdischen Staat“ als faschistisches Land bezeichnen, macht das Netanjahu-Regime und seine rechtsradikalen Minister munter weiter mit faschistischen Gesetzen und Methoden. Bildungsminister Naftali Bennett setzte das sehr empfehlenswerte Buch, „Wir sehen ums am Meer“ (Borderlife) von Dorit Rabynian gar auf den Index und verbot es, im Schulunterricht zu behandeln. Dieses Buch schildert die Liebe einer jüdischen Frau zu einem Palästinenser, was von Bennett als verwerflich angesehen wird, weil „Assimilation fördernd“, also nicht sein darf! (2) (3)

Wenn die berüchtigte rechtsradikale zionistische, außerparlamentarische „Im Tirtzu“-Bewegung („if you will it“), frei nach Herzl, den Zionismus stärken will, indem Künstler, Schriftsteller und Intellektuelle verleumdet werden, so ist das mehr als bedenklich. Denn „Im Tirtzu“ unterhält fünfzehn Colleges und ist in Universitäten im „jüdischen Staat“ vertreten. Aufgebaut wie eine faschistische Organisation haben sie ihr zionistisches Spinnenetz gesponnen. Eines der Hauptziele von „Im Tirtzu“ ist es, die Nakba, die Katastrophe der Palästinenser, als Lüge darzustellen – und dafür sollten sie wie Holocaustleugner belangt werden! Wie sagt mein Freund Steve Amsel: Die Zionisten fürchten nichts mehr als die Wahrheit.

Auch die israelische Veteranen-Organisation „Breaking the Silence“ wird von Regev verfolgt. Was sich vor kurzem in einer kleinen Kunstgalerie im Jerusalemer Künstlerviertel Nachlaot abspielte, erinnert mich an das Vorgehen der Israel-Lobby hierzulande! Dort sollte ein Vertreter von „Breaking the Silence“ einen Vortrag über die anonymen Aussagen von ehemaligen Kameraden der „Jüdischen Verteidigungsarmee“ halten. Es ging um IDF-Soldaten, die nicht mehr klar kamen mit ihrem Gewissen und den Untaten, die sie im illegal besetzten Westjordanland und Gazastreifen begangen hatten. Sofort forderte Regev den Jerusalemer Bürgermeister Nir Barkat auf, diese Veranstaltung in der Barbur Galerie zu verbieten, weil der Referent Mitglied einer „antiisraelischen“ Propagandaorganisation wäre, die Lügen über den Staat Israel und die IDF verbreite“. Da Barkat, der Likud Kollege, dass nicht konnte, fand er danach einen anderen Dreh, indem er sich auf die Stadtverwaltung bezog, da diese Galerie-Räume für andere Zwecke gebraucht würden und daher die Schließung angeordnet wurde. (4)

Aber was kann man eigentlich noch von einem kolonialen Apartheidstaat erwarten, dessen führende Politiker, von Netanjahu, Bennett, Shaked bis Lieberman, einen mörderischen „jüdischen Verteidigungssoldaten“ verteidigten, der einen wehrlos am Boden liegenden Palästinenser aus nächster Nähe kaltblütig mit einem Kopfschuss ermordet hatte und deswegen von einem israelischen Militärgericht NUR wegen Totschlags zu lächerlichen 18 Monaten Haft verurteilt wurde, während palästinensische Kinder, die wegen Steinewerfens, als Akt verzweifelten Widerstands, weit härter bestraft werden als jüdische Mörder!

Netanjahu, Bennett und Lieberman forderten die Begnadigung des Mörders und es ist zu befürchten, dass Azaria schon nach kurzer Haftzeit begnadigt wird. Immerhin stehen mehr als 80% der jüdischen israelischen Bevölkerung hinter den IDF-Soldaten und fordern diese auf, Palästinenser sofort zu töten, weil ein „toter“ Palästinenser/Terrorist keine Juden mehr ermorden kann. Frei nach dem Mossad-Motto: „Töte zuerst“! Siedler aus dem illegal besetzten Westjordanland kamen scharenweise, um den „tapferen“ Soldaten zu befreien, und per Internet wurde für die Verteidigung des Helden gesammelt, damit sich die Eltern einen der berühmtesten Anwälte Israels, Yoram Shettel, leisten könnten, der auch schon den Ukrainer Demjanjuk, der als KZ-Aufseher verdächtigte „Ivan der Schreckliche“, sowie den spektakulären Fall des „Vergewaltiger- Präsidenten“ Moshe Katzav verteidigt hatte. Azaria wurde sogar zum Mann des Jahres 2016 gewählt. All das zeigt doch nur den tiefen moralischen Verfall dieses jüdischen Besatzerregimes.

Das war erst der Auftakt, denn als Belgiens Premierminister Michel auf Besuch in Israel war, „wagte“ er es doch tatsächlich, Vertreter der Zivilgesellschaft, also von B`Tslem sowie Breaking the Silence zu treffen. Allerdings war da für Netanjahu die rote Linie überschritten und er bestellte den belgischen Botschafter ein mit der Begründung, Belgien müsse sich entscheiden, ob es die „antiisraelische Linie“ beibehalten will. Völlig ausgeschlossen jedenfalls wäre solch ein Treffen Merkels mit NGO`s im „Jüdischen Staat“, und schon gar nicht von ihr gewollt! (5) (6)

Zumal das Netanjahu Regime doch gerade an einer Gesetzesverschärfung arbeitet, das israelischen Organisationen, die Spenden aus dem Ausland erhalten, verpflichtet, vierteljährlich ihren Haushalt zu veröffentlichen. Das betrifft in erster Linie linksliberale Menschenrechtsorganisationen, im Gegensatz zu rechten subventionierten Organisationen. Auch wurden europäische Regierungschefs aufgefordert, wie die britische Theresa May und der Belgier Charles Michel, alles in die Wege zu leiten um diese NGO’s auszutrocknen.

Wie wäre es denn, wenn jüdische Organisationen in Deutschland und Europa endlich dazu verpflichtet würden, ebenfalls ihren Haushalt vierteljährlich offen zu legen und ihre in- und ausländischen Spender publik zu machen?

Im letzten Spiegel hat mich das Interview mit Amos Oz alarmiert, der in deutschen Augen nach David Grossman zweite sogenannte Friedensaktivist, und das mich zweifeln lässt an einem normalen „jüdischen Denken“. Sowohl Oz als auch Grossman können sich nicht vorstellen, als „Minderheit“ in Palästina/Israel zu leben, und das erschreckt mich zutiefst. Und das freimütige Bekenntnis von Oz, dass er nach Trumps Wahlsieg an Kanzlerin Merkel einen Brief geschrieben hat, um ihr zu sagen, dass sie die „Führerin“ der freien Welt ist, macht mich einfach fassungslos. Dieser israelische Intellektuelle huldigt einer Kanzlerin, die die Sicherheit des“ Jüdischen Staates“ zur deutschen Staatsräson gemacht hat, die sich mit Netanjahu solidarisiert hat, als dieser den Völkermord in Gaza beging, deren Partei die BDS-Bewegung kriminalisieren will und die sich von der Israel-Lobby mit Preisen und Ehrendoktorwürden überhäufen lässt.

Oz hat recht, der Hitler-Stalin Pakt brachte 60 Jahre Abneigung gegen Aufrüstung und Gewalt. Tatsächlich erleben wir aber gerade im „Jüdischen Staat“ 69 Jahre Aufrüstung, Gewalt, Rassismus und Militarismus. Oz hat nur in einem Recht: die Israelis kamen nicht als Befreier, sondern als Besatzer. Wenn er noch an das Mantra der Zweistaatenlösung glaubt, weil er sich ein Zusammenleben in einem Staat als jüdische Minderheit nicht vorstellen kann, dann können wir uns ausmalen, wie die schöne neue Zukunft in Palästina gestaltet wird, über den Kopf der palästinensischen einheimischen Bevölkerung hinweg, unter der Maxime Zionismus .ist das Böse und gleichgültig gegen das Leid der Anderen! (7)

In Zeiten von Trump und Netanjahu und mit dem Vokabular totalitärer Regime, wo beide gleich geschaltete, ihnen genehme Medien für sich benutzen und „Feinde“ ihrer Politik mundtot machen wollen, Einreiseverbote per Gesetz einführen, Mauern bauen und Rassismus fördern, da wird es Zeit, wachsam zu sein. Ja, die „Leitmedien“ haben recht, Trump ist ein gefährlicher Spalter und Kriegstreiber. Trump plant die „historische Steigerung“ im neuerlichen Militärbudget um rund 51 Milliarden Euro, damit Amerika nicht nur great, sondern auch stärkste Atommacht wird, sollte allen seinen linken und rechten Unterstützern Angst machen. Geplant ist die Entwicklungshilfe, dass Außenministerium Budget, sowie das der Umweltbehörde EPA deutlich zu verringern, sowie soziale Hilfsprogramme! Auch wird Trump alle die enttäuschen, die ihn immer nur durch die Putin-Brille sehen wollen, denn nichts wird sich im Verhältnis zu Russland ändern. Auch für Palästina keimt keine Hoffnung auf, im Gegenteil, durch Trump fühlt sich Netanjahu geradezu beflügelt, endlich freie Hand zu haben für die Judaisierung Palästinas und für ein „Groß Israel“.

Auch Kanzlerin Merkel hat mit Verständnis auf die Forderung der Trump-Regierung nach höheren deutschen Verteidigungsausgaben reagiert. Deutschland müsse seine Verpflichtungen einhalten.

Welche Verpflichtungen Merkel wohl meint? Die Provokationen der Nato an vorderster Front zu „führen“, oder Kriegseinsätze in der ganzen Welt zu führen, um „unsere heuchlerischen Werte“, 70 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz in die Welt zu bomben?

Ich bin immer ein Kritiker von Medien, wenn sie einseitig tendenziös berichten, oder schlimmer noch, überhaupt nicht berichten, auch im Weglassen sind deutsche Medien Meister. In der Tat, US-Medien, von New York Times bis Washington Post haben uns Recherche und Aufklärung voraus. Fake-News Medien und Fake-Politiker sollten entlarvt werden, denn sie sind Feinde des Volkes. Was also sind die Gemeinsamkeiten von Trump und Netanjahu, sie sind gefährliche Rassisten und Militaristen, die die Wahrheit nicht vertragen können.

2 Kommentare zu Die Gemeinsamkeit von Zionisten und Trump, beide können die Wahrheit nicht vertragen!

  1. In dem arabischen Satellitensender „Al-Hadath“ erregt sich ein Kommentator darüber, daß Benjamin Netanyahu bei seinem Besuch Donald Trump bat, die Annektion der Golan-Höhen durch Israel für rechtmäßig zu erklären. Er fordert also, Trump solle sich über internationales Recht und die UNO-Beschlüsse stellen, nach denen die Golan-Höhen von Israel illegal besetzt, zu räumen und an Syrien zurückzugeben sind. Nach Meinung des Kommentators würde Trump sich damit nur selbst schaden, da er nicht dazu befugt ist, etwas von der Weltgemeinschaft für unrechmäßig Befundenes für rechtmäßig zu erklären.

  2. Es stimmt immer trauriger: Die sog. „Sich-selbst-hassenden-Juden“, die versuchen, dem wieder aufkeimenden Antisemitismus zu begegnen, werden selbst als Antisemiten verfolgt. Die Verfolger aber sorgen dafür, dass dass dieser Antisemitismus wieder wächst und sich ausbreitet.

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