Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Ein Hang zu gedankenlosen Formeln Von Heiko Flottau

Heiko Flottau war von 1985 bis 1992 und von 1996 bis 2004 Nahostkorrespondent der Süddeutschen Zeitung. Ihm ist hier eine hervorragende Analyse zu einem meiner „Lieblingsthemen“ gelungen. Diese Sprachverdrehungen, besonders wenn es um Palästina geht, sind unerträglich. Schon seit Jahren weise ich in meinen Kommentaren auf dieses Thema hin. Interessant  Besonders bemerkenswert für mich ist allerdings die Tatsache, dass der Satz der Publizistin Carolin Emcke , in einer ihrer Kolumnen (9.Juni), der Heiko Flottau auffiel und den er in seinem Artikel besonders erwähnt: Zitat-Auszug- „Es ist verwunderlich, wie fahrlässig manche TV-Redaktion sich selbst delegitimiert, indem sie so tut, als gäbe es gar keine redaktionelle Arbeit.“ Dazu frage ich, betrifft das nicht auch und gerade „Leit-Medien“ wie die SZ, die vor gar nicht langer Zeit bewies, wie die Redaktion mit Mitarbeitern umgeht. In einer Blitz-Aktion einen der besten deutschen Karikaturisten und seit 40 Jahren der SZ verbunden, in vorauseilendem Gehorsam dem Druck der Israel-Lobby nachgab und sich von  Dieter Hanitzsch , wegen einer äußerst  treffenden Netanjahu Karikatur trennte. Weder Hanitzsch noch die Karikatur sind antisemitisch, was der Deutsche Presserat kurz danach bestätigte. Ich berichtete auf der Hochblauen Seite über den unglaublichen Vorfall. Aber da war der Fall für die SZ schon erledigt. So schnell geht das, wenn die Israel-Lobby bei den Medien Organen interveniert. Ich hätte mir gewünscht das es Solidarität mit Dieter Hanitzsch gegeben hätte, aber die gab es weder von aktiven SZ Kollegen, wie von Carolin Emcke bis zu Heribert Prantl, sowie ehemaligen, wie eben auch Heiko Flottau. Schade, wenn die Nibelungentreue über die Solidarität geht.

 

 

Ein Hang zu gedankenlosen Formeln

„Vielleicht muss noch einmal erläutert werden, dass journalistisches Arbeiten tatsächlich aus Arbeit besteht. Dass es nicht nur um das Hinhalten eines Mikrofons oder einer Kamera geht, sondern um analytische, hermeneutische, kritische Arbeit, bei der es darauf ankommt, möglichst genau ein soziales, politisches, kulturelles Thema zu recherchieren, zu hinterfragen, zu erörtern.

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