Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Ellen Rohlfs wird heute 90! Herzlichen Glückwunsch !

Ich möchte meiner großen Freundin und Vertrauten, Ellen Rohlfs zu ihrem heutigen 90. Geburtstag   ganz herzlich gratulieren. Es gibt wenige starke Frauen, die sich trotz ihres Alters und vieler körperlicher Beschwerden so unaufhörlich für die Freiheit Palästinas einsetzen. Ich bewundere und verehre sie für ihre Unbeugsamkeit, ihren scharfen Kopf der wöchentlich schwierigste Artikel in Deutsch übersetzt, diese Frau geht an die Grenze des Möglichen, um ihre Solidarität mit Palästina zu beweisen. Ich kenne NIEMANDEN außer Ellen, der das so hingebungsvoll macht. Ich weiß selbst wie man durch das Thema Palästina und illegale Besatzung, Verbrechen der schlimmsten Art, durch diese Hilflosigkeit dieses Unrecht nicht stoppen zu können, die so wütend macht, den Ansporn zum weiter machen hat. Manchmal fragt man sich, auch Ellen, warum, wo es doch so wenig öffentlichen Nachhall findet, wenn die Medien und die Politik schweigen, während sie Bescheid wissen.  Ellen Rohlfs verbindet Wissen Herz und Poesie, wie sie in ihrem letzten Gedichtband, Gedichte für den Frieden bewies, den ich hiermit nochmals wärmstens empfehle. Liebe Ellen, bleibe uns noch viele Jahre erhalten, Du wirst gebraucht und wir alle brauchen Dich auch! Herzlichen Glückwunsch liebe Ellen, bis 120.

 

Poesie und weibliche Menschenrechtsarbeit: ein Interview mit Milena Rampoldi über Ellen Rohlfs

Ellen Rohlfs (geboren 1927 in Tübingen) ist, unter anderem, Übersetzerin, Autorin und engagierte Friedenskämpferin. Ihr Leben und das ihrer drei Kinder (darunter ein palästinensischer Adoptivsohn, der heute Arzt ist) ist vom Engagement für Gerechtigkeit und vom Einsatz für eine bessere Welt geprägt.

Sie ist die deutsche Vertreterin der israelischen Friedensgruppe Gush Shalom und autorisierte Übersetzerin ihres Gründers Uri Avnery; Ellen ist auch ein Gründungsmitglied von ICPPP (International Committee for the Protection of the Palestinian People, Sektion Deutschland).

Als Motivation für diese Arbeit sieht sie: „den israelisch-palästinensischen Konflikt, die palästinensische Tragödie als eine unglaublich traurige Fortsetzung unserer Geschichte. Europa, besonders Deutschland hat sich der „Judenfrage“ auf dem Rücken des palästinensischen Volkes entledigt.“

Sie sagt: „Das kann uns doch nicht unberührt lassen. Wir tragen hier eine große Verantwortung. Was könnten wir Besseres tun, als die Kräfte in Israel stärken, die sich wirklich um Frieden und Versöhnung einsetzen, für die Menschenrechte und für mehr Menschlichkeit. Ich versuche mit meinen Übersetzungen kritische und verantwortungsbewusste Israelis auf die wirkliche Situation in Israel und Palästina aufmerksam zu machen und kämpfe gleichzeitig hier gegen jeden Rassismus und Antisemitismus.“

1993 erschien ihr erstes eigenes Buch: „Sag, Mutter, wie sieht Frieden aus?“

2000 erschien ihr zweites Buch: „Die Kinder von Bethlehem“

2007 erschien ihr drittes Buch : „Nie wieder!“? – Was geschieht eigentlich hinter der Mauer in Palästina? “

2016 erschien ihr viertes Buch : “ Gedichte für den Frieden“

http://sicht-vom-hochblauen.de/poesie-und-weibliche-menschenrechtsarbeit-ein-interview-mit-milena-rampoldi-ueber-ellen-rohlfs/

In diesem Buch präsentiert die Menschenrechtlerin und Übersetzerin Milena Rampoldi des Presseportals für die Menschenrechte ProMosaik das Engagement der deutschen Menschenrechtlerin und Übersetzerin Ellen Rohlfs und eine Auswahl ihrer Gedichte zu wichtigen Themen rund um den Nahostkonflikt.

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Gedichte sind für die Autorin die Sprache der Seele; denn Poesie und Menschenrechtsarbeit, Kunst und Friedens-arbeit lassen sich nicht voneinander trennen. Poesie für die Menschenrechte ist in diesem Sinne eine dialogische Poesie. Über die kolonialistische Beschaffenheit des Nahostkonflikts schreibt Milena Rampoldi: „Für mich ist der israelisch-palästinensische Konflikt kein religiöser Konflikt und kein Kampf zwischen Religionen, sondern ein Kampf um Land, Ressourcen, Siedlungen, Wasser und Macht. Aber Religionen können den Konflikt wiederum auf mikro-sozialer Ebene ohne Zweifel lösen.“

Die Menschenrechtsarbeit ist eine Lebensaufgabe und pessimistisch ausgedrückt ist sie eine Sisyphusarbeit, der aber Ellen Rohlfs unermüdlich nachgeht.

Im Nachwort schreibt Evelyn Hecht-Galinski über Ellen Rohlfs:

„Tatsächlich verbindet mich mit Ellen ein politischer Einklang, da auch ich mich als bekennende Anti-Zionistin dagegen wehre, dass Deutschland dieses „besondere“ Verhältnis zu Israel pflegt, unter Ausblendung der international geächteten Völkerrechts- und Menschen-rechtsverbrechen. Keine deutsche Staatsräson für die ethnische Säuberung Palästinas! Demzufolge gibt der Holocaust dem „Jüdischen Staat“ nicht das Recht als koloniales Terror-Regime im illegal besetzten Palästina zu herrschen und ein anderes Volk, das palästinensische, zu vertreiben, zu enteignen und jeglicher Rechte zu berauben.“

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