Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Britannien hat Vorrang Von Gilad Atzmon Übersetzung von Andreas Ungerer wunderhaft,blogspot.com

Britain Comes First

When it seemed as if the British had lost their survival instinct as a society, the European Parliament election came along. Brits are performing a landslide exodus from their rotten leading parties. They are marching back to their true cultura

Britannien hat Vorrang

19. Mai 2019 Als es so schien, als hätten die Briten ihren gesellschaftlichen Überlebensinstinkt verloren, stand die Wahl des EU-Parlaments an. Die sich aus jeder Umfrage ergebende Botschaft läßt sich nicht bestreiten: anders als ihre verräterische politische Klasse, gehören die Briten selbst immer noch zu den anspruchsvollsten Völkern weit und breit, wenden sie sich doch geradezu erdrutschartig von ihren sein langem dahin faulenden führenden Parteien ab: der Konservativen- und der Arbeiterpartei.

 

Ich danke Andreas Ungerer von Wunderhaft.Blogspot. com für die Übersetzung und Erlaubnis der Übernahme.

Britannien hat Vorrang

Von Gilad Atzmon       Übersetzung Andreas Ungerer

19. Mai 2019
Als es so schien, als hätten die Briten ihren gesellschaftlichen Überlebensinstinkt verloren, stand die Wahl des EU-Parlaments an. Die sich aus jeder Umfrage ergebende Botschaft läßt sich nicht bestreiten: anders als ihre verräterische politische Klasse, gehören die Briten selbst immer noch zu den anspruchsvollsten Völkern weit und breit, wenden sie sich doch geradezu erdrutschartig von ihren sein langem dahin faulenden führenden Parteien ab: der Konservativen- und der Arbeiterpartei. Sie marschieren zurück zu ihren wahren kulturellen Wurzeln: dem Konservatismus einerseits (die Brexit Partei) sowie dem Wohl und der Offenheit andererseits (die Liberalen Demokraten).

Nur wenige Tage vor den EU-Wahlen ist klar, daß die Tories* am Ende sind. Die Partei, die sich selbst als konservativ bezeichnet, erleidet eine schmachvolle Niederlage von einem Mann, zu dem dieser Begriff tatsächlich paßt.

Ein große Anzahl von Briten, laut einem Referendum die Mehrheit, schätzen es, Briten zu sein, und pochen darauf ihr bisher gewohntes Königreich zu erhalten. Sie wollen, daß ihre Werte erhalten bleiben, sie sind stolz auf die Errungenschaften ihres Landes, und sie glauben, daß es für das Überleben Britanniens besser ist unabhängig von der EU und Brüssel zu sein. Diese Menschen sehen ihre Überzeugungen und Werte weder von den Tories noch von der Regierung und ihrer Premierministerin vertreten. Sie werden ihre Stimme Nigel Farrage und seiner erst kürzlich gegründeten Partei geben. Es scheint als werde die Brexit Partei mehr Stimmen erhalten als die Konservativen und Labour zusammen, was ein erstaunliches Ergebnis für ein gerade sechs Wochen altes politisches Organ ist. Aber in Wirklichkeit ist die Brexit Partei so alt wir Britannien selbst. Die konservativen Wähler wissen das, und Politiker der Tories bestreiten es nicht.

Aber daß ist nicht noch nicht alles. Unsere Oppositionspartei ist noch kompromittierter als unsere Regierung. Corbyns Labour ist eine kaum noch funktionsfähige Partei. Sie ist zu einer unverschämten politischen Karikatur verkommen. Seit Corbyn zum Parteiführer gewählt wurde, hat Labour, außer unablässiger Hinterhältigkeit, wenig Politik betrieben. Corbyn selbst, ein zweifelsohne netter und freundlicher Charakter, hat sich mit einzigartiger Unbeholfenheit in endlose Kämpfe mit der Israel-Lobby und jüdischen Interessenverbänden verwickeln lassen, die ihn unaufhörlich angeschmiert haben. Anstatt auf seinem Standpunkt zu beharren, ist der alternde Sozialist zu Unterwürfigkeit und Verbeugungen zurückgekehrt. Corbyn ließ zu, daß die zionistischen Kräfte in seiner Partei seine Verbündeten, darunter die heldenhaftesten der Partei, aus ihr eliminieren. Primitiv, wie er ist, gelang es ihm sich mit Beratern zu umgeben die noch ungebildeter sind als er selbst. Er suchte Bündnisse mit kontroversen identitären Gruppierungen und freundete sich mit exklusiven, ausschließlich jüdischen rassistischen Zellen an, nur weil sie ihn zu unterstützen schienen. Die Briten betrachteten all das mit Fassungslosigkeit. Corbyn, der für vielen Briten, einschließlich mir selbst, vielversprechend und eine Hoffnung war, hat sich in eine traurige Figur verwandelt, die nun auf ihr politisches Ende wartet. Seine Zustimmungsrate bei den Briten liegt mit etwa 27% so tief wie die der generell verachteten Theresa May.

An diesem Wochenende, nur wenige Tage vor der Wahl geraten die Schattenminister von Labour aus guten Gründen in Panik. Eine neue Umfrage des Osbserver deutet an, daß sich die Liberaldemokraten derzeit in London auf Platz eins befinden und Labour im gesamten Land schlagen könnten. Immer mehr Umfragen deuten darauf hin, daß die Liberaldemokraten den Favoritenplatz von Labour bei den verbliebenen Unterstützern übernommen haben. Wie ich schon eine Weile behaupte, ist die Linke tot.

Das Labour-Wähler zu den Liberaldemokraten abwandern sollte uns nicht überraschen. Für desillusionierte Corbyn-Fans und Labour-Unterstützer ist die Partei eine natürliche Zuflucht. Die Liberaldemokraten wurden im Jahr 1988 gegründet, jedoch reichen ihre Wurzeln zurück bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts. Damals ist die Liberale Partei eine der beiden großen Parteien gewesen. Sie war inspiriert von den liberalen und humanitären Idealen der Amerikanischen- und der Französischen Revolution. Liberale Regierungen haben die sozialen Reformen verabschiedet, auf denen der uns heute bekannte britische Sozialstaat gründet. Für Menschen die für den Erhalt des Sozialstaats sind und dennoch meinen, daß Britanniens Überleben von einem Verbleib in er EU abhinge, sind die Liberaldemokraten die einzig mögliche politische Heimat.

In meinem jüngsten Buch, Being in Time – A Post Political Manifesto, behaupte ich, daß für die Arbeiterschaft der Begriff Utopie tatsächlich Nostalgie bedeutet. Trump hat die Herzen und Köpfe vieler amerikanischer Arbeiter gewonnen, weil er versprochen hat „Amerika wieder groß zu machen.“ Im Gegensatz zu den Progressiven und Linken, die behaupten zu wissen, wie sich eine glänzende Zukunft gestalten läßt, hat er versprochen die Vergangenheit wiederzubeleben. Farrages Brexit Partei verkauft genau dasselbe Produkt. Die Vergangenheit Großbritanniens ist sicherlich reizvoller als seine Gegenwart. Der Grund, warum ältere Menschen dazu neigen den Brexit zu unterstützen ist nicht, daß sie sich um die Zukunft ihrer Söhne und Töchter sorgen. Sie erinnern sich vermutlich an Zeiten, als Britannien eine produktive Nation war und die Arbeiterklasse sich durch Arbeit ausgezeichnet hat, anstatt durch eine Partei, die sich selbst „Arbeit“ nennt. Die Briten, die in der EU verbleiben wollen (und laut einigen Umfragen ist das der Großteil der britischen Bevölkerung) betrachten Labour nicht als aufrechten Vertreter ihrer Ansichten, weil es der Partei in den vergangenen fünf Jahren nicht gelungen ist, egal zu welchem Thema, einen klaren Standpunkt zu beziehen, außer bei ihrer Verpflichtung zum „Kampf gegen Antisemitismus.“

Was wir in Britannien beobachten ist eine Heimkehr großen Stils. Der Massenexodus zur Brexit Partei und den Liberaldemokraten ist die Folge einer kollektiven Müdigkeit gegenüber kompromittierten Politikern und der Politik im Allgemeinen. Die Menschen, die in diesem Königreich leben sind verärgert darüber, daß achzig Prozent der Parlamentarier der Konservativen Partei Mitglieder der Conservative Friends of Israel sind. Sie sind im Grunde Freunde eines kriminellen, rassistischen Staates, wen wundert es da, daß so viele Tory-Parlamentarier nur noch vage Zuneigung zu Städten wie Grimsby* oder Wolverhampton* empfinden? Auch haben die Briten es satt ihren Oppositionsführer vor dem Gift des Antisemitismus in seiner Partei kriechen zu sehen.

Die Briten hatten von all dem genug. Die Mehrzahl der Menschen, die in diesem Land leben, begreifen, daß für ihr Überleben Britannien besser Vorrang haben sollte, ob nun innerhalb oder außerhalb der EU.



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Gilad Atzmon ist ein in Israel geborener britischer Jazz-Saxophonist, Romancier, politischer Aktivist und Schriftsteller.
Atzmons Album, Exile, wurde im Jahr 2003 von der BBC zum Jazz-Album des Jahres gekürt.  Mit jährlich über 100 Auftritten ist er als der „sicherlich am häufigsten auftretende Mann des britischen Jazz“ bezeichnet worden. In seinen bisher neun aufgenommenen Alben erkundet er die Musik des Nahen Ostens und politische Themen.  Er hat sich selbst als „hingebungsvollen politischen Künstler“ bezeichnet. Er unterstützt das Rückkehrrecht der Palästinenser und die Einstaatenlösung in dem israelisch-palästinensischen Konflikt.
 

Seine Kritik am Zionismus, der jüdischen Identität und dem Judaismus haben ebenso wie seine kontroversen Ansichten über den Holocaust und die jüdische Geschichte, zu Vorwürfen des Antisemitismus geführt. Ein Profil des Guardian aus dem Jahr 2009, das ihn als „einen der besten Saxophonisten Londons“ bezeichnet wird wird erklärt: „Es ist vielmehr Atzmons ungeschminkter Antisemitismus als seine Musik, der ihm, besonders in der arabischen Welt, wo seine Essays weit verbreitet sind, ein internationales Profil gegeben hat.

Quelle: https://www.gilad.co.uk/writings/2019/5/19/britain-comes-first

Alle mit einem * versehenen Links wurden zusätzlich eingefügt.

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Herzlichen Dank! Andreas Ungerer

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