Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Im Schatten der Ereignisse – vertuscht und vergessen Von Evelyn Hecht-Galinski

Kommentar vom Hochblauen

Im Schatten der Ereignisse – vertuscht und vergessen

Von Evelyn Hecht-Galinski

 

Während in Palästina die Massaker des jüdischen Besatzer-Regimes munter weiter laufen, kaum mehr beachtet von den Medien, die Anzahl der in Gaza Ermordeten sich inzwischen auf 138 erhöhte, allein im Juni, die Zahl der in ungesetzlicher Administrativhaft sitzenden Gefangenen sich auf 44 erhöhte, die hungerstreikenden Administrativhäftlinge nicht mehr erwähnt werden, die ermordeten Kinder und Jugendlichen keine Beachtung finden, ist das Elend der Besatzung im Konzentrationslager Gaza unbeschreiblich. Hierzu ein paar erschütternde links, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte: Tief bewegt, weit mehr als die offizielle Fußball-WM, hat mich das Fußballspiel der „einbeinigen“ Palästinenser; sie alle sind Opfer der mörderischen Scharfschützen der „moralischsten“ aller „Verteidigungsarmeen“. Mit ihrem Turnier sendeten diese geschundenen amputierten Männer eine Botschaft aus ihrem abgeriegelten Land an alle Fußballfans, um zu zeigen, dass es auch hier sportbegeisterte Menschen gibt. Ich hätte mir sehr gewünscht, dass wenigstens eine der Mannschaften der Fußball-WM in Russland an diese palästinensischen Fußballer gedacht hätte. (1)(2)(3)

 

Islamophobe Einstellungen unter Fußballfans

 

So läuft die Fußballweltmeisterschaft in Russland trotz Boykotts reibungslos und Putin hat es vorbildlich geschafft, diese WM zu einem Fest der Nationen und Gastfreundschaft werden zu lassen, das so gut organisiert und reibungslos ausgetragen wird, ohne Willkür und Gewalt. Die deutsche Mannschaft kam mit viel Glück weiter, Özil und Gündogan sind aus der Schusslinie genommen worden, werden aber weiter beschimpft. Kritisieren sollte man allerdings die Entgleisungen der deutschen DFB-Mitarbeiter nach dem Spiel gegen die schwedische Mannschaft. Das war der zweite Vorfall nach der geschmacklosen „Gaucho-Darbietung“ gegen Argentinien. Vorbildlich dagegen die Solidarität der schwedischen Kollegen mit ihrem Torwart, dem Schweden mit türkischen Wurzeln, Jimmy Durmaz, der rassistisch beleidigt wurde und sogar Morddrohungen erhielt. Vor allem unter vielen Fußballfans findet man islamophobe Einstellungen. (4)(5)(6)

 

Nicht aus der Schusslinie von Seehofer, Söder und der CSU ist Kanzlerin Merkel, die weiter angeschossen wird, nachdem sie so viele Eigentore schoss.

 

Es ist unglaublich, wie sich jetzt, da sich die weltpolitischen Ereignisse überschlagen, Deutschland so mit sich und seinen Provinzpolitikern beschäftigt ist, dass diese bayerische Provinzposse uns „kreuzweise“ sollte. Der bayerische Ministerpräsident Söder, der mit der Kanzlerin „Überkreuz“ liegt, möchte sich lieber mit dem smarten österreichischen Kanzler kurz fotografieren lassen, als mit Merkel. Sie meidet, wie der Teufel das Weihwasser, wird nicht ruhen bis sein Kreuzzug zum Erfolg führt.

 

Was wir brauchen: eine europäische Politik der Einigkeit

 

Tatsächlich brauchen wir eine europäische Politik der Einigkeit. Aber die wird es niemals geben. Das fängt an mit der Steuerpolitik, über die Transfers, bis zur Flüchtlingspolitik, das notwendige Ende des Russlandboykotts und endlich der Boykott des „Jüdischen Staats“. Alle diese Punkte hat Merkel nie angepackt, sondern, wie die anderen Kollegen auch, immer nur eigene Ziele verfolgt. Küsschen hier und Geldgeschenke da am Bürger vorbei, diese Art der Politik hat uns dahin gebracht, wo wir heute stehen. Schon ihr Vorgänger und Ziehvater Kanzler Kohl regierte nach diesem Prinzip.

 

Wenn sich jetzt CSU-Politiker mit Ankerzentren und europäische Politiker mit Vorschlägen wie „geschlossenen Einrichtungen“ überbieten, während Flüchtlingsschiffe auf dem Mittelmeer keinen sicheren Hafen finden, dann ist aus der „Willkommenskultur“ längst eine „Abschottungs(un)kultur“ geworden. Während Merkel letzte Woche in Jordanien und im Libanon u.a. syrische Flüchtlingslager besuchte und sich publicitywirksam mit syrischen Flüchtlingskindern ablichten ließ, wurden nur wenige Kilometer entfernt palästinensische Kinder und verzweifelte Menschen massakriert, ignoriert von der deutschen Kanzlerin.

 

Warum besuchte sie nicht auch die palästinensischen Flüchtlinge im Libanon, die zum Teil ihre zweite Flucht erleben mussten, da sie, nachdem sie von jüdischen Besatzern vertrieben worden waren, in Syrien Asyl fanden und nach Beginn des Syrien-Krieges auch von dort vertrieben wurden und im Libanon strandeten. (7)

 

Es ist unglaublich, die Großherzigkeit der Menschen in Ländern wie Jordanien , Libanon und der Türkei zu sehen, wie diese Länder diesen Flüchtlingsstrom bewältigen, während sich die europäischen Länder und die USA lieber als Rüstungslieferanten profilieren, als Flüchtlinge Asyl zu gewähren. Auch Saudi-Arabien nimmt keine Flüchtlinge auf, sondern erzeugt mit dem Völkermord in Jemen täglich neue Flüchtlinge und Tote.

 

Antisemitismus-Debatte: perfides Ablenkungsmanöver

 

Was für ein perfides Ablenkungsmanöver, wenn in Deutschland über einen zurückgehenden Antisemitismus debattiert wird und der Zentralratspräsident noch ein „starkes Team“ für den Antisemitismus-Beauftragten Felix klein fordert, als ob der nicht schon genug Unheil „allein“ anrichtet. Kaum war dieser Wunsch am letzten Montag ausgesprochen, spurte die Bundesregierung und Klein bekommt elf(!!) zusätzliche Mitarbeiter. Dieses Amt ist ein trauriger Witz und völlig unnötig! Wenn doch nur ebenso schnell in Pflege, Krankenhäuser, Schulen oder sonstige dringende Infrastruktur aufgestockt werden würde! (8)

 

Derweil weigern sich vor allen Dingen osteuropäische Staaten, Muslime aufzunehmen, die Regierung in Österreich zeigt ganz offen ihre Abneigung gegen Muslime und den Islam und auch in Deutschland wird die Stimmung immer aggressiver gegen Muslime, Migranten und auch türkische und türkisch-deutsche Bürger.

 

Besonders unpassend allerdings empfand ich den unpassenden Vergleich des grünen „Erdogan-Hassers“ Cem Özdemir, der sich als schlechter Verlierer erwies und seinen ganzen Frust an den türkischen Wählern in Deutschland abließ, die es gewagt hatten, für Erdogan zu stimmen und sie doch tatsächlich mit AfD-Anhängern verglich. (9)

 

Es ist schon merkwürdig, wenn es um die Türkei oder Russland geht, werden in den Medien sofort alle Kritiker aufgeboten, gehört, interviewt und zitiert, wenn es allerdings um den „Jüdischen Staat“ geht, ist es genau umgekehrt und Kritiker sind nicht erwünscht, sondern nur „Israel-Versteher“!

 

Da sollte man schon die Frage stellen dürfen, war der Aufstieg der AfD nicht die Reaktion auf die auch in der CDU/CSU vorherrschende Aversion gegen Muslime und immer wieder das Pochen auf „christlich-jüdische“ Werte und das „“christliche Menschenbild“ einer verfehlten Politik. Ein Staat, in dem es mehr Bürger ohne Zugehörigkeit zu einer Religion gibt, sollte eine Politik ohne Kreuz und Davidstern, betreiben.

 

Nein, deutsch-jüdische Bürger sind nicht gefährdet, sie werden als Spielball, um in der Fußballsprache zu reden, missbraucht, um von den Massakern und Völkerrechtsverbrechen im „Jüdischen Staat“ abzulenken.

 

Unheilvolle Politik: „nicht in unserem Namen“

 

Wenn also auf den aufkeimenden Antisemitismus hingewiesen wird, der allerdings heute nur Juden in Haftung nimmt – denn genau das ist das Ziel des „Jüdischen Staates“ – sollten jüdische Bürger nicht so dumm sein und darauf hereinfallen. Kritik an der Politik dieses Staates sollte allen jüdischen Bürgern zur Pflicht werden, anderenfalls machen sie sich wirklich schuldig, und sie dürfen sich eigentlich nicht wundern, dass sie angefeindet werden, wenn sie sich nicht endlich von dieser unheilvollen Politik abgrenzen und sagen „nicht in unserem Namen“. Viele, gerade auch junge jüdische US-Amerikaner, ebenso wie der ehemalige demokratische Präsidentschaftskandidat Bernie Sanders machen uns das vor. (10)

 

So wie der Rassismus das Grundübel des Zionismus und des Faschismus ist, so ist der wieder national auferstanden. Solange die deutsche Regierung immer wieder blind die Treue zum „Jüdischen Besatzer-Regime“ hält und nicht müde wird, die „einzige“ Demokratie zu unterstützen, solange wird es keinen Frieden geben. Jüdische Bürger sollten sich mehr fürchten vor diesem Staat, der sie als Religionsgemeinschaft zu einem Volk umfunktionieren will und dann für diese rassistische Politik missbrauchen will.

 

Das hat sich inzwischen in der ganzen Diaspora zu einer wissenschaftlich begleiteten Hasbara (Propaganda) entwickelt, die Formen angenommen hat, die zu einer gefährlichen Strömung geworden ist. Da werden zusammen mit dem Zentralrat der Juden, sowie diversen jüdischen deutschen, israelischen und internationalen Organisationen in Deutschland und Europa die Weichen dafür gestellt, dass jegliche Kritik als Antisemitismus dämonisiert und im Keime erstickt werden soll.

 

Forderung nach Rauswurf von Bettina Marx wegen treffender Analyse zur Lage in Palästina

 

Es reichen oft schon obskure aus dem Boden gestampfte „jüdisch-deutsche Werteinitiativen“, die als Israel-Lobbyisten versuchen, deutsche Politiker zu beeinflussen. Das gipfelte nun in einem Schmutzbrief dieses „Trio Infernal“ an die Heinrich-Böll- Stiftung, wo der Rauswurf der renommierten ehemaligen ARD-Korrespondentin in Israel und DW -Journalistin, Bettina Marx, jetzt Büroleiterin der Böll-Stiftung in Ramallah, gefordert wurde. Und das wegen eines hervorragenden Artikels in der DW mit einer treffenden Analyse zur Lage in Palästina. Sind wir am Tiefpunkt der Meinungsfreiheit angekommen? Hierzu möchte ich stellvertretend für viele andere, den Protestbrief von Claudia Karas, einer befreundeten Palästina- und Friedensaktivistin, gegen eine jüdisch-deutsche „Werte“-initiative veröffentlichen. (11)(12)

 

 

Gesendet: Freitag, 22. Juni 2018 um 10:04 Uhr

Von: „Claudia Karas“ <ClaudiaKaras@web.de>

An: info@boell.de, info@dw.com

Betreff: Schmierenkampagne der „Werte“-Initiative gegen Bettina Marx

 

info@boell.de mit der Bitte um Weiterleitung an

Ellen Ueberschär (Vorstand)

Barbara Unmüßig (Vorstand)

 

info@dw.com mit der Bitte um Weiterleitung an

Peter Limbourg (Intendant)

Gerda Meuer (Programmdirektorin)

Ines Pohl (Chefredakteurin)

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

 

nach dem dw-Gastkommentar war es nur eine Frage der Zeit, bis die Lobbyisten und Freunde der israelischen Besatzungsmacht aus ihren Löchern gekrochen kommen, um die renommierte Journalistin und Leiterin des HBS-Büros in Ramallah, Dr. Bettina Marx, in eine antisemitische und antiisraelische Ecke zu stellen und auch noch dreist ihren Rauswurf zu fordern.

 

Jemand des Antisemitismus zu bezichtigen ist das probate Mittel der Denunziation. Diese Lobby-Strategie hat sich in den letzten Jahren durch schmierige Antisemitismus-Kampagnen bewährt, und immer trifft es Kritiker der israelischen Besatzungsmacht, wobei man Veranstalter massiv unter Druck setzt, Räume für Vorträge zu kündigen wie in Frankfurt, München und vielen anderen Städten. Der Bannstrahl der Lobby trifft Juden wie Nichtjuden gleichermaßen, hier – ohne Anspruch auf Vollständigkeit! – dokumentiert: „Meinungsfreiheit bedroht? Die Gefährdung der Meinungsfreiheit in Deutschland durch die Kampagnen der so genannten „Freunde Israels“.

 

Nun ist aktuell die Bande von Freunden des Besatzer- und Massakerstaates Israel im Gewand einer so genannten „Werteinitiative“ darauf aus, die WAHRHEIT zu unterdrücken.

 

Diese Lobbyisten verteidigen mit Zähnen und Klauen ihren „Wert“ einer menschenverachtenden israelischen Besatzung, die ethnische Säuberung Palästinas, die systematische Zerstörung jeder Lebensgrundlage, die Zerstörung der auch von Deutschen mitaufgebauten Infrastruktur in Palästina, die täglichen Menschenrechtsverletzungen, die Kollektivstrafen, und das kaltblütige Abknallen friedlich Protestierender in Gaza, neben sonstigen Liquidierungen wie bei der Mafia. Das Schweigen zu der mörderischen israelischen Politik gegenüber dem palästinensischen Volk ist mittlerweile zur deutschen Staatsräson verkommen!

 

In Zeiten allgemeiner Täuschung ist es eine revolutionäre Tat, die Wahrheit zu sagen. (George Orwell)

 

Lassen Sie es nicht zu, dass man anständigen Journalisten, die ihrer Pflicht zur wahrheitsgemäßen Berichterstattung nachkommen, einen Maulkorb umhängt. Keinesfalls hat Frau Marx wie behauptet, „jegliche Grenze einer angemessenen „Meinungsäußerung““ überschritten, sondern sie berichtet empathisch und zugleich objektiv, was zu berichten war und ist! Lassen Sie sich auch nicht einwickeln von der erwähnten „3D-Antisemititsmus-Definition“, die wissenschaftlich gar nicht haltbar ist – und daher Blödsinn ist.

 

Ich fordere Sie deshalb auf, standhaft zu bleiben und nicht einzuknicken vor dem durchsichtigen Versuch dieser Lobbyisten, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen. Wo es wie hier in Deutschland so wenige mutige Stimmen gibt gegen das schreiende Unrecht, desto wichtiger ist die von Bettina Marx, die sich kompromisslos für das völkerrechtlich verbriefte Selbstbestimmungsrecht des palästinensischen Volkes einsetzt.

 

Im voraus besten Dank, und mit der dringenden Bitte um Ihre Unterstützung für die palästinensische Zivilgesellschaft und die gewaltlose BDS-Kampagne, für das Recht der Palästinenser auf Rückkehr und für die Rechte der palästinensischen Kinder auf eine sichere und geschützte Kindheit.

 

Mit freundlichen Grüßen

Claudia Karas, Frankfurt

 

 

Politik der GRÜNEN gefährlich und unwählbar

 

Gerade die Grünen, die sich absolut nicht mit Ruhm bekleckern, wenn es um Außenpolitik geht, siehe Russland-Bashing, Türkei-Bashing und grenzenloser Israel-Sympathie, vertreten eine mehr als verachtenswerte Politik. Gerade von Rebecca Harms, Cem Özdemir, Marieluise Beck und als „Creme-Schnittchen“ Volker Beck, war noch nicht einmal ein Hauch von Kritik an der Besatzungsmacht Israel zu vernehmen, weshalb man sie nur als gnadenlose Heuchler bezeichnen kann, die sie eine Politik verfolgen, die für mich gefährlich und unwählbar ist.

 

Was hier Schule macht, dass sich mehr als umstrittene Personen zusammentun oder Einzelpersonen der Israel-Lobby, wie Malca Goldstein-Wolf z.B. gegen Roger Waters, worauf die ARD-Sender in vorauseilendem Gehorsam Roger Waters zu einer Persona non grata erklärten und diesen großartigen Künstler nicht mehr senden. Das sollte uns alle tief besorgt machen, denn morgen kann es JEDEN treffen. Besonders wenn noch „Israel-Freunde“ wie Michael Hanefeld von der FAZ ihren Senf dazu geben. (13)

 

Vergessen wir nicht das Schauspiel der Ruhrtriennale, wo sich die Intendantin Stefanie Carp im letzten Moment doch noch besann und die wegen Unterstützung der gewaltlosen BDS-Kampagne ausgeladene Band „Young Fathers“ wieder einlud, was die Band aber dankend ablehnte; zu Recht so etwas haben sie gar nicht nötig. Jetzt trifft der ganze Israel-Lobby-Müll die Intendantin, deren Rücktritt auch schon gefordert wird. Besonders verwerflich an diesen Vorfällen ist, dass sofort die politischen Funktionsträger dabei sind und sich an den Schmutzkampagnen beteiligen. (14)

 

Beschämend: Menschen auszugrenzen, die noch ein Gewissen haben

 

Es ist beschämend, wie sich in Deutschland Künstler, Intellektuelle und Medien zusammen finden, um andere Menschen auszugrenzen, die noch ein Gewissen haben und die BDS-Bewegung unterstützen und sich damit in bester Gesellschaft befinden: wie beispielsweise Roger Waters, Ken Loach, Desmond Tutu, Stephen Hawking, sowie Judith Butler und weitere mehr als 1200 internationale Künstler und Intellektuelle. Die weltweite Unterstützung wird immer mehr und immer erfolgreicher, was auch der Grund dafür ist, dass der „Jüdische Staat“ zweistellige Millionensummen ausgibt, um diese Bewegung zu diskreditieren und zu zerstören. Roger Waters hat sich gewehrt und eine der besten deutschen Kanzleien beauftragt, gegen den Münchner OB Dieter Reiter vorzugehen, der die BDS-Bewegung, also auch die Unterstützer, als antisemitisch diffamiert. In das gleiche bayerische Horn hat die Süddeutsche Zeitung geblasen, ausgerechnet die Zeitung, die sich auf Druck der Israel-Lobby von seinem, einem der besten deutschen Cartoonisten getrennt hatte, weil sie sich wegen seiner Netanjahu-Karikatur beschwert und diese als antisemitisch angeprangert hatte. Glücklicherweise sah das der Deutsche Presserat ganz anders und bewertete die Zeichnung als „nicht antisemitisch“. Aber da hatte die SZ Hanitzsch schon gekreuzigt – aber entschuldigte sich noch nicht einmal öffentlich bei ihm. Wer solche Kollegen hat, braucht keine Feinde mehr! (15)

 

Ilan Pappe, Sohn deutscher Holocaustüberlebender und israelischer Staatsbürger, der heute in Exeter lehrt, hat am Freitag, dem 22.Juni, seinen aufsehenerregenden Vortrag zu „70 Jahre Nakba und die Vertreibung der einheimischen Bevölkerung im Zuge der Staatsgründung Israels“ in der Tübinger Universität gehalten. Dies wollte die Israel Lobby verhindern. Auch der Uni-Rektor war bestürzt angesichts der Versuche, den Vortag zu verhindern, was in diesem Fall nicht gelang. Ilan Pappe ist einer der prominentesten israelischen Intellektuellen, und ist mit seinem Buch „Die ethnische Säuberung Palästinas“ wegweisend; er unterstützt BDS und befürwortet die sog. Einstaatenlösung. Wenn alle Universitäten so standhaft gegenüber Angriffen auf die Meinungsfreiheit wären und wie in diesem Fall die israelische Generalkonsulin abprallen ließen, dann wäre viel erreicht in Deutschland. (16)

 

Im Schatten der Ereignisse darf nichts vertuscht und vergessen werden.

 

 

Fußnoten:

 

(1) http://samidoun.net/2018/06/hassan-shokeh-enters-third-week-of-hunger-strike-44-more-administrative-detention-orders-in-june/

(2) http://mondoweiss.net/2018/06/world-gaza-border/

(3) http://mondoweiss.net/2018/04/covering-becoming-photojournalist/

(4) http://www.spiegel.de/sport/fussball/wm-2018-dfb-entschuldigt-sich-fuer-jubel-nach-sieg-gegen-schweden-a-1214642.html

(5) https://www.welt.de/sport/fussball/wm-2018/article178130592/WM-2018-Schwedens-Ungluecksrabe-Durmaz-weint-nach-Anti-Rassismus-Demo.html

(6) https://www.huffingtonpost.de/tobias-fuelbeck/kritik-am-gaucho-tanz-wm-fussballer-abwegig_b_5590565.html

(7) http://www.fluchtgrund.de/2016/05/keine-zukunft-im-nahen-osten-palaestinensische-fluechtlinge-auf-dem-weg-nach-europa/

(8) https://www.tagesspiegel.de/politik/bundesregierung-lenkt-ein-antisemitismus-beauftragter-klein-bekommt-elf-mitarbeiter/22731834.html

(9) https://www.swr3.de/aktuell/nachrichten/Oezdemir-vergleicht-deutsche-Erdogan-Anhaenger-mit-AfD-Waehlern/-/id=47428/did=4782756/1evcwxs/

(10) https://s3.amazonaws.com/s3.jstreet.org/images/sanders-letter.pdf

(11) http://www.dw.com/de/gastkommentar-pal%C3%A4stinenser-sind-am-tiefpunkt-angekommen/a-44130983

(12) https://werteinitiative.de/hbs-vollbild-antisemitismus/

(13) http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/ard-uebertraegt-konzerte-von-roger-waters-nicht-15313407.html

(14) http://www.dw.com/de/ruhrtriennale-young-fathers-lehnen-wiedereinladung-ab/a-44355679

(15) http://www.sueddeutsche.de/muenchen/waters-reiter-muenchen-1.4018173

(16) https://www.tagblatt.de/Nachrichten/Konsulin-schrieb-an-Rektor-376918.html

 

 

In der Neuen Rheinischen Zeitung (NRhZ) veröffentlicht in Ausgabe 665 vom 27.06.2018 unter http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=24981

 

 

Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des ehemaligen Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, ist Publizistin und Autorin. Ihre Kommentare für die NRhZ schreibt sie regelmäßig vom „Hochblauen“, dem 1165 m hohen „Hausberg“ im Badischen, wo sie mit ihrem Ehemann Benjamin Hecht lebt. (http://sicht-vom-hochblauen.de/) 2012 kam ihr Buch „Das elfte Gebot: Israel darf alles“ heraus. Erschienen im tz-Verlag, ISBN 978-3940456-51-9 (print), Preis 17,89 Euro. Am 28. September 2014 wurde sie von der NRhZ mit dem vierten „Kölner Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik“ ausgezeichnet.

2 Kommentare zu Im Schatten der Ereignisse – vertuscht und vergessen Von Evelyn Hecht-Galinski

  1. solche Existenzvernichtungen zu ermöglichen, unterstützen und zu fördern gehört laut unserer Bundeskanuzlerin zu unserer Staatsräson. Vielen Dank dafür! Diese kaputten Existenzen werden es ihr sicherlich ihr Leben lang danken. So lange man davon selbst nicht betroffen ist, kann man Derartiges unterstützen, aber nur dann. Das Menschenrechtsgeschwafel unserer politischen Nomenklatura ist schwer erträglich.

  2. Was wäre, wenn ……

    – Deutschland den Juden die Rückgabe oder Entschädigung geraubten Eigentums verweigern würde, so wie Israel den Palästinensern die Rückgabe oder Entschädigung ihres geraubten Eigentums verweigert?

    – in Deutschland rd. 48 % der Bevölkerung die Ausweisung aller nichtchristlichen Einwohner öffentlich befürworten würden, so wie 48 % der Israelis die Ausweisung der moslemischen und christlichen palästinensischen Staatsbürger fordern?

    – in Deutschland ein Gesetz verabschiedet würde, welches es verbietet, hier lebenden Juden Grundbesitz zu verkaufen oder zu verpachten, auch wenn ihnen dieses Land vorher entschädigungslos enteignet wurde, so wie es in Israel mit den Palästinensern geschieht?

    – in Deutschland eine rechtsradikale nationalistisch-religiöse Partei, die die völkerrechtswidrige Annektierung eines fremden Landes und die Vertreibung dessen Bevölkerung fordert, zugelassen und deren Anführer ein Mitglied der Regierung würde, wie in Israel die Partei der russischen Einwanderer mit ihrem Anführer Avigdor Lieberman?

    – Spanien als Vergeltung für Anschläge der Basken baskische Ortschaften und Stadtteile abriegeln, zu feindlichen Gebieten erklären und mit der Luftwaffe und Bodentruppen angreifen würde, so wie Israel mit dem Gasastreifen verfährt?

    – wenn islamische Fanatiker unter Hinweis auf alte Rechte und die Vertreibung ihrer Vorfahren Andalusien infiltrieren, mit Hilfe islamischer Länder die spanische Bevölkerung vertreiben und dort einen eigenen Staat ausrufen würden, so ähnlich, wie 1947/48 durch eine andere Religionsgruppe in Palästina geschehen?

    – die britische Regierung die Republik Irland mit Bomben, Raketen und Panzern angegriffen hätte, als die IRA von Irland aus unterstützt wurde, anstatt eine politische Lösung herbeizuführen, so, wie Israel mehrfach einen Krieg gegen den Libanon führte und diesen teilweise verwüstete?

    – jemand die Juden als zweibeinige Tiere bezeichnen würde, so wie der frühere Terrorist und spätere israelische Ministerpräsident Menachem Begin die Palästinenser bezeichnete?

    – in Deutschland ein T-Shirt verkauft würde, auf dem eine schwangere Jüdin im Fadenkreuz eines Zielfernrohrs zu sehen ist, dessen Zentrum auf ihrem Bauch liegt und wo darunter zu lesen ist „Ein Schuß 2 Tote“ – so wie sich israelische Scharfschützen mit T-Shirts mit dem Bild einer schwangeren Palästinenserin im Fadenkreuz eines Gewehrs und dem vorgenannten Spruch fotografieren ließen?

    – zum Beispiel einem Bayern, der eine Sächsin geheiratet hätte, verboten würde, seine Frau mit nach Bayern zu nehmen, so wie einem arabischen Israeli, der eine Frau aus dem Westjordanland geheiratet hat, verweigert wird, mit ihr in Israel zusammenzuleben?

    Ich glaube, da kann sich jeder selbst die Frage beantworten, wie die Weltöffentlichkeit reagiert hätte, wenn außerhalb Israels tatsächlich so verfahren würde oder verfahren worden wäre. Aber weshalb geschieht nichts, wenn all dies in Israel geschieht oder geschehen ist? Weshalb gelten für Israel andere moralische und rechtliche Maßstäbe?

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