Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Junge Welt erteilt Ken Jebsen Hausverbot

Eine neue Schande der Presse und Meinungsfreiheit, geschehen in Berlin. Diesmal traf es Ken Jebsen, einen unabhängigen und unbestechlichen Journalisten, von denen es nur noch wenige gibt!

Agieren so  angeblich freiheitliche, linke Medien?

Erst traf es Max Blumenthal und David Sheen, jetzt Ken Jebsen. wer wird der Nächste sein, den der linke Bann trifft?

Die Junge Welt hat das Erbe von Rosa Luxemburg mit Füßen getreten. Ich erinnere an ein Zitat dieser großen Frau:

„Selbstkritik, rücksichtslose, grausame, bis auf den Grund der Dinge gehende Selbstkritik ist Lebensluft der proletarischen Bewegung!“

Was ist heute aus dieser Bewegung geworden?

Auch der Journalist Martin Lejeune hat sich hierzu geäußert:

Die Causa Junge Welt gegen Jebsen zeigt, mit welcher Härte der Kampf und die Deutungshoheit der Begriffe Links und Rechts inzwischen ausgetragen wird. Auch wirft der Fall die für die linke Szene wichtige Fragen auf:

Welches Verständnis von der Meinungs- und Pressefreiheit hat die Junge Welt, die gegen einen Journalisten, dem straf- und zivilrechtlich nichts vorzuwerfen ist, ein Hausverbot verhängt?

Was ist von einer “unabhängigen” (Eigenwerbung) Zeitung zu halten, die ihre seit 1996 jährlich anläßlich des Todestages von Rosa Luxemburg Mitte Januar stattfindende Konferenz nach der ermordeten Marxistin benennt und durch den Ausschluß eines unabhängigen Journalisten gegen ihren bekanntesten Ausspruch handelt:

“Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden.”

 


Rosa luxemburg photo
Photo by Martin Pulaski

http://www.martinlejeune.com/?p=1383

 


 

 

6 Kommentare zu Junge Welt erteilt Ken Jebsen Hausverbot

  1. Man hat den Eindruck, dass derzeit Wahnsinn epidemisch die Welt regiert! Eben habe ich den Wortlaut des Briefes gelesen, mit dem Jebsen für die Rosa-Luxemburg-Konferenz „Hausverbot“ erteilt wurde. Vergeblich sucht man nach einer irgendwie inhaltlich vorgebrachten Begründung:
    “Sehr geehrter Herr Jebsen,Ihre Anmeldung für die XX. Internationale Rosa-Luxemburg-Konferenz ist hier eingegangen. Leider können wir sie aber nicht bestätigen.Nach internen Beratungen haben wir uns entschlossen, Ihnen für die Veranstaltung Hausverbot zu erteilen. Wir mißbilligen die Art und Weise, mit der Sie Veranstaltungen der Tageszeitung junge Welt nutzen, um Referenten, Autoren und andere Gäste des Verlages für Ihre Zwecke zu kontaktieren.Mit freundlichen Grüßen”
    Einem Journalisten vorzuwerfen, solche Gelegenheiten zur Kontaktaufnahme zu nutzen, erscheint wahrhaft idiotisch! Ich bin fassungslos, ohne deswegen der Jungen Welt, die inhaltlich in Vielem sehr zu schätzen ist, deswegen meinerseits „Hausverbot“ zu erteilen.
    Andreas Schlüter
    Soziologe
    Berlin

  2. Sehr geehrte Frau Hecht-Galinski,

    Frage : Worum geht es bei dieser Auseinandersetzung JW vers. Ken Jebsen eigentlich?

    „wer wird der Nächste sein, den der linke Bann trifft?“

    Jeder der der NATO in die Quere kommt wird gebannt werden.
    Zu erst war Lafontaine dran, jetzt wird Gysi aufs Abstellgleis geschoben. Mal sehen, wie lange Frau Wagenknecht noch durchhält. Die Perversität des Systems mag man daran erkennen, dass die Auftraggeber der Mörder von Afghanen, Libyern, Syrern, Palestinensern, Ukrainern etc. Hand in Hand in Paris Betroffenheit heucheln. (http://hinter-der-fichte.blogspot.de/). Wo war Frau Merkel als Gaza bombardiert wurde? Wo war sie als das Massaker in Kiew geschah? Warum hat sie die Beförderung des damaligen Oberst Klein, der Benzindiebe bombardieren liess (darunter sehr viele Kinder), nicht verhindert?
    Wo waren da die Betroffenheitsarien der Medien?
    Danke an Sie für Ihre Beiträge, Dank an Ken Jebsen!

  3. Es ist haarsträubend, wie sich solche Blätter zu Marionetten der Macht hernehmen lassen. Mich verwundert es bei diesem Blatt aber nicht zu sehr, da ich dieses Blatt zu Zeiten der DDR ertragen mußte, womit die Machthörigkeit erklärt sein dürfte. Freier Journalismus war den Redakteuren noch nie bekannt, deshalb ist die Mitläuferschaft strickt erhalten worden. Mit Merkel und Gauck haben die jede Deckung erhalten, die sie brauchen, um kritische und offene Journalisten zu diffamieren. Es zeugt aber auch davon, daß nicht nur die Politik die stattfindende Entwicklung im Lande zu fürchten scheint, sondern auch diese „Qualitätsjournaille“ beginnt zu zittern. Mit Recht, ist meine Meinung, denn es kann nicht ewig gut gehen, mit der Verdummung eines Volkes.

  4. Frau HECHT ist im RECHT. KenFM ist einer der Wenigen, welche die wichtigen Fragen stellen, z.B. danach „wem etwas nützt“. Revolutionär ist (nach einem Zitat), zu sagen was ist. Voraussetzung dafür ist aber, zu verstehen, was ist. Das heist: wer es nicht vermag, zu fragen um zu verstehen, ist nicht in der Lage sein Umfeld zu erkennen bzw. vernünftig zu handeln.
    Früher war ORIENTIERUNG eine Grundkompetenz, heute ist sie kaum mehr möglich, und wer sie verlangt macht sich zunehmend verdächtig – früher in SPD-Portalen und heute auch bei der JW. Rosa verstand offensichtlich weit mehr als den Meisten lieb ist und die Junge Welt verstand Rosa offenbar nicht ansatzweise („Keine Demokratie ohne Sozialismus, kein Sozialismus ohne Demokratie“). JW sollte ihren Namen nicht besudeln.
    Die Kapitalsammelbecken lechzen nach dem großen Krieg, Kriegsflüchtlinge treffen längst ein, wir können die Kanonen hören, kämpfen programmgemäss gegeneinander und Schein-Linke baden (historisch betrachtet) immer wieder in ähnlichen Befindlichkeiten.

  5. Hebt doch ein solches Ereignes die Jebsens aus der drögen Masse heraus.

    Besonderheiten wie Jebsen kristallisieren halt auch die Widerlichkeit der Mitläufer heraus.
    Ein Anlaß sich selbst zu hinterfragen.

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