Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

KenFM-Telefoninterview mit Evelyn Hecht-Galinski: Auschwitz-Gedenkfeier ohne Russland

Am 27. Januar 1945, also vor genau 70 Jahren, wurde das weltweit wohl bekannteste Konzentrations- und Vernichtungslager der Nazis befreit. Die Befreier kamen in Uniform, es handelte sich um die Rote Armee.

Das Grauen, dass die russischen Soldaten bisher selbst erlebt hatten, wurde durch die Eindrücke in Auschwitz um Längen übertroffen. Leichenberge, Gaskammern und entstellte menschliche Kreaturen. Um der Nachwelt authentische Eindrücke vermitteln zu können, filmten russische Kameramänner damals das Elend Eins zu Eins ab. Ein beispielloses Dokument der Zeitgeschichte.

Jedes Jahr wird der Befreiung Auschwitz’ weltweit gedacht, und jedes Jahr bedankt die Welt sich dabei auch bei den Befreiern. 2015 ist das anders. Die Unstimmigkeiten des Westens gegenüber Russlands werden instrumentalisiert und überschatten den Jahrestag. Es wird kein kollektives Gedenken aller großer Staatsmänner geben. Auf den Bildern, die unter anderem Angela Merkel, Barack Obama und Benjamin Netanyahu zeigen, wird dieses Jahr Wladimir Putin fehlen. Die geopolitische Großwetterlage wird auf die Befreiung von Auschwitz übertragen. Anders als 1945, als man den Russen für ihren „Besuch“ dankbar war, ist das russische Erscheinen 2015 unerwünscht.

Evelyn Hecht-Galinski, deren Vater Heinz Galinski Auschwitz eben nur aufgrund dieser Befreiung überlebte, ist über dieses Verhalten mehr als empört. Wir sprechen mit ihr über die Instrumentalisierung des Vernichtungslagers, die schwer in Mode gekommen ist. Leider.

Außerdem geht es in dem Gespräch um den von den Palästinensern anerkannten Internationalen Gerichtshof in Den Haag, was ihnen gegenüber in erster Konsequenz zu Sanktionen der Besatzungsmacht Israel führte.

Weiteres Thema ist das Pariser Massaker, was nach offizieller Darstellung von radikalen Extremisten mit islamischem Hintergrund ausgeübt worden sein soll. Mit welchen politischen Konsequenzen müssen wir nicht nur in Frankreich, sondern auch in Deutschland rechnen? Evelyn Hecht-Galinski geht davon aus, dass vor allem die Pegida-Bewegung den Anschlag von Paris auf ganzer Linie nutzen wird, um weiter pauschal Stimmung gegen den Islam zu machen.

 

 

 

 

 

1 Kommentar zu KenFM-Telefoninterview mit Evelyn Hecht-Galinski: Auschwitz-Gedenkfeier ohne Russland

  1. Sehr geehrte Frau Hecht-Galinski,

    zum Thema Paris Fals Flag Anschlag 2015 ein kleiner Hinweis. Laut einer Zeugin hatte einer der Attentäter blaue Augen.

    Schöne Grüsse aus Frankfurt

    Limon

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