Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

„Le Printemps des Sayanim“ – “Frühling der Sayanim“

von Christiane Reynaud

… mit diesem Titel will der Schriftsteller, Jacob Cohen, die Neugier wecken. Wer sind diese Sayanim?

sayanimDer Autor will sie aus dem Schatten herausholen. Die Erklärung liefert er quasi als Vorwort, mit Hilfe Zitate aus Büchern von Victor Ostrovsky und Gordon Thomas über den Mossad. Sayanim sind Juden aus der Diaspora, die sich aus Liebe zu Israel bereit erklärt haben, als Informanten mit zionistischen Geheimdiensten oder anderen Einrichtungen zusammen zu arbeiten. Sie werden nach Bedarf in Bereichen wie Spionage aber besonders Propaganda und Desinformation eingesetzt.
Dieses Buch gibt uns eine Vorstellung, wie diese Informanten, oft durch patriotische Erpressung rekrutiert werden und wie mit ihrer Hilfe antizionistische Aktivitäten sofort erkannt, verhindert oder gekämpft werden.

Zur Erzählung: Diese Geschichte vermischt Realität und Fiktion. Die meisten beschriebenen Ereignisse haben tatsächlich stattgefunden, einige Personen gibt es auch, mehr oder weniger stark verfremdet und mit Fantasienamen versehen. Die Dialoge sind natürlich erfunden. Er versucht, die Kulissen von echten Ereignissen zu rekonstruieren, um die Durchdringung von Sayanim in viele Bereiche des gesellschaftlichen Lebens in Frankreich zu demonstrieren.

Die Geschichte erzählt vom Versuch des Sohnes marokkanischer Einwanderer in Frankreich, Youssef El Kouhen, ein Geschichtslehrer, sich vollkommen in die republikanische Gesellschaft zu integrieren. Er meint es besser zu können, wenn er Freimaurer wird, als Mitglied des Grand Orient de France, eines eigentlich säkularen Freimaurer-Ordens bzw. Obedienz. Sein Engagement für Palästina wird aber die Repressalien der Sayanim auslösen, die die höheren Schichten der Obedienz unterwandert haben.
Seine Partnerin Florence Meyer, ebenfalls Freimaurerin, ist einem kleinen pro-palästinensischen Verein beigetreten. Sie wird entdecken, welche Mittel und Intrigen angewandt werden, um diesen kleinen Verein, der den für Zionisten „anstößigen“ Namen „SOS Palestine“ trug, auszuschalten.
Andere Episoden zeigen die Verwicklungen französischer Sayanim in den psychologischen Krieg, den der Mossad führt, um die Heiligkeit Israels zu verteidigen und um die Medien zu manipulieren.

In diesem Buch zeigt der Autor, wie groß der Druck zionistischer Gemeinschaften auf jüdische Bürger ist. Es wird an ihren Patriotismus und ihre Solidarität gegenüber Israel appelliert. Er zeigt auch, dass Sayanim sogar in die Freimaurerei Einfluss nehmen, obwohl diese Institution säkular ist und jedem offen steht, egal aus welcher Ethnie, Religion oder politischer Richtung. Jüdisch-zionistische Juden haben aber im Jahre 2002 eine speziell zionistische Loge gegründet, um Israel zu verteidigen. Und die Loge organisierte jedes Jahr eine „Informationsreise“ nach Israel, begleitet von Beamten des israelischen Außenministeriums.

Jacob Cohen ist in Marokko geboren und hat Jura und Politische Wissenschaften in Casablanca und in Paris studiert. Er lebt in Paris und ist Autor mehrerer Erzählungen und zahlreicher Artikel. In all seinen Veröffentlichungen prangert dieser jüdische anti-zionistische Schriftsteller die Machenschaften der zionistischen Einrichtungen an und engagiert sich für die Rechte des palästinensischen Volkes sowie gegen die in Europa grassierende Islamophobie.

Da jede Kritik an die Politik Israels als Antisemitismus deklariert wird, wird das Erwähnen der Sayanim der alten antisemitischen Verschwörungstheorie gleichgesetzt. Es gab natürlich bereits Versuche, Jacob Cohen zu diskreditieren, z.B. bei öffentlichen Debatten. Manche seiner geplanten Konferenzen werden kurzfristig abgesagt, weil man ihm plötzlich den Saal nicht mehr zur Verfügung stellt. Er wurde auch zweimal auf der Strasse von einer jüdischen extremistischen Organisation, die LDJ (= Ligue de Défense juive oder JDL in Englisch) mit öliger Farbe übergossen, ohne dass die Täter in irgendeiner Weise verfolgt wurden, obwohl sie bekannt waren.
Aber er schreibt weiter und mit jedem Buch versucht er, über diese mächtige und hinterhältige Kraft aufzuklären, die der Herrschaftsideologie dient. Er hofft, dass das Buch eine genauere Entschlüsselung der Ereignisse ermöglicht und letztendlich dem Entstehen von Gegenkräften Vorschub leistet.

Nachdem ich das Buch verschlungen hatte, war mein Wunsch, es auch hier in Deutschland Interessenten, die nicht oder nicht genug Französisch können, zugänglich zu machen. Also fing ich an, es zu übersetzen. Dabei motivierten mich Freunde und Frau Hecht-Galinski, die denselben Kampf wie der Autor mit einer zu bewundernden Kraft und Ausdauer führt, managt dann die Erscheinung des Buches in deutscher Sprache. Ich freue mich, dass nun auch Jacob Cohens Botschaft in deutscher Sprache gelesen werden kann.

Christiane Reynaud


 

1 Kommentar zu „Le Printemps des Sayanim“ – “Frühling der Sayanim“

  1. Wie ich in der kleinräumigen Schweiz feststelle, sind diese „Sayanim“ nicht nur in den Medien und politischen Parteien vertreten, sie sind es weitgehend auch in allen Friedens- und Menschenrechtsorganisationen, Dachorganisationen, Gewerkschaften ebenso wie in Palästinaorganisationen.

    Da diese Organisationen resp. deren Repräsentanten um den Verlust ihres Ansehens, Einflusses, Macht fürchten, haben die Sayanims ein leichtes Spiel mit ihnen. Man beachte, wie sie weiterhin, und noch dazu vollumfänglich unbegründet, gegen die „Montagsmahnwachen für den Frieden“ vorgehen (ignorieren, mundtot machen, diffamieren, …..). Dies koordiniert im ganzen deutschsprachigen Raum.

    Ginge es diesen Organisationen um die Sache (Frieden, Menschenrechte, Gleichwertigkeit), Palästina wäre schon längst frei und wir hätten weiterhin Grossdemonstrationen wie jene vor dem 3. Irakkrieg. Dies wurde jedoch „erfolgreich“ verhindert (cui bono?).

    Frappant, und wie könnte es auch anders sein, ist die einheitlich antirussische Propaganda der Sayanims resp. der Medien, politischen Parteien, Institutionen, Organisationen, Gewerkschaften, usw.

    Dass Jacob Cohen diffamiert und gar tätlich angegriffen wird erstaunt mich keineswegs. Zu viele sind daran interessiert, dass das Wirken der Israel-Lobby weiterhin im Dunkeln bleibt. Das Engagement von Jacob Cohen und Christiane Reynaud ermutigt sicher viele weiterzumachen in ihrem Engagement gegen eine in unseren Institutionen festverankerte Übermacht.

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