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Nicht Zuschauer, sondern verantwortlicher Teil der Geschichte Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

 

Aktuelles
6. Kölner Karlspreis geht an Sabiene Jahn und Julian Assange
Nicht Zuschauer, sondern verantwortlicher Teil der Geschichte
Von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann

Der sechste Kölner Karlspreis für Engagierte Literatur und Publizistik geht 2019 an Sabiene Jahn, die Veranstalterin von „Koblenz: Im Dialog“ und – aus aktuellem Anlass – gleichzeitig an den in London inhaftierten Journalisten und Wikileaks-Gründer Julian Assange. Der Preis wird nicht geteilt, er wird verdoppelt. Evelyn Hecht-Galinski zur Auszeichnung von Sabiene Jahn: „Wir brauchen Menschen, die zu ihren Überzeugungen stehen, die kein Unrecht geschehen lassen wollen, erst recht, wenn’s schwierig wird. Mutige Menschen wie Sabiene Jahn sind heute und in der Geschichte selten anzutreffen.“ Wikileaks-Gründer Julian Assange befindet sich zum Zeitpunkt der Preisverleihung am 16. Dezember 2019 seit acht Monaten in einem Hochsicherheitsgefängnis mitten in Europa, in Belmarsh Prison / London. Wofür? Für eine Art Vergehen, also ein minderschweres Delikt. Er wird behandelt wie ein Schwerstverbrecher.


Preisübergabe – Sabiene Jahn (Mitte – mit Karl-Marx-Gedenkmünze) erhält von Anneliese Fikentscher (links) und Andreas Neumann (rechts – mit Vergrößerung der Karl-Marx-Gedenkmünze) den „Kölner Karlspreis für Engagierte Literatur und Publizistik“ der NRhZ – Foto: Volker Bruns

Seit März 2018 betreibt Sabiene Jahn in Koblenz den Bürgerdialog „Vernunftbasiert. Parteifrei. Bürgernah.“ Der parteifreie Bürgerdialog ist eingerichtet als „Demokratischer Dialog, um friedliche Lösungen zu finden.“ Monatliche Veranstaltungen mit Vortragenden aus unterschiedlichen Fachbereichen wie Politikwissenschaft, Journalismus, Sozialwissenschaft, Wirtschaftswissenschaft, von Buch- und Fernsehautoren, Rechercheuren und Regisseuren, zudem von Aktivisten aus Bereichen der Friedensbewegung und Völkerfreundschaft. Nach den Vorträgen ist Zeit für ausgiebige Diskussion anberaumt, damit möglichst alle Fragen beantwortet werden können. Die Veranstaltungen werden auf Video dokumentiert und über den Raum Koblenz hinaus einer größeren interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt. Das ist doch eigentlich nichts besonderes möchte mensch meinen. Solche Veranstaltungen finden landauf, landab doch täglich statt. Aber das besondere sind – hin und wieder – Themen, die, so scheint es, in der Öffentlichkeit und in den Leitmedien ein Tabu darstellen, die aber in der Bevölkerung einen um so größeren Klärungsbedarf haben. Nur zum Beispiel seien die Recherchen von Markus Fiedler und Dirk Pohlmann in Bezug auf manipulative Darstellungen in Wikipedia genannt. Diese Möglichkeit zur demokratischen Auseinandersetzung zwecks Informations- und Meinungsaustausch – Stichwort Dialog statt Monolog – rief von Beginn an Kritiker aus einem vorgeblich linken Spektrum auf den Plan, die vor Gewaltakten und Denunziation der Veranstalterin nicht zurückschreckten. Mehrere Gerichtsverfahren gegen die Verleumder waren und sind anhängig. Es wurden Anstrengungen unternommen, dem Koblenzer Dialog Räume zu verwehren. Zahlreiche Vorträge fanden unter Polizeischutz statt. Trotz dieser auf Zermürbung angelegten Aggression ließ Sabiene Jahn sich weder einschüchtern noch von ihrem Vorhaben abbringen. Sie begegnete allen Angriffen mit der Herausforderung zum Argumentationsaustausch ganz im Sinne ihres Dialog-Formats mit teils umfangreichen schriftlichen Ausführungen. Damit wandte sie sich auch an Organisationen, Presse, Parteien und Religionsverbände. Selten waren die Antworten vorwärtsweisend, konnten aber auch Vorwürfe nicht belegen oder bestätigen. Von den (pöbelnden) Gegnern kam nur Schmähung. Wenn es aber so ist, dass politische oder ideologische Gegner die Meinungen anderer nicht zulassen wollen und als eine Art Gesinnungspolizei auf den Plan treten, dann scheint Vorsicht oder besser genauere Analyse angebracht, was hinter solchen – undemokratischen – Vorhaben sich versteckt.


Karl-Marx-Gedenkmünze – Foto: arbeiterfotografie.com

Evelyn Hecht-Galinski, Karlspreisträgerin von 2014, gratuliert zur Entscheidung der Neuen Rheinischen Zeitung: „‚In einer Gesellschaft wo jeder einen gekrümmten Rücken hat, ist das Geradegehen als eine Straftat angesehen.‘ (Victor Hugo) Wir brauchen Menschen, die zu ihren Überzeugungen stehen, die kein Unrecht geschehen lassen wollen, erst recht, wenn’s schwierig wird. Mutige Menschen wie Sabiene Jahn sind heute und in der Geschichte selten anzutreffen. Im deutschen Faschismus gab es Widerstandskämpferinnen. Hätte es mehr gegeben, wäre uns allen viel erspart geblieben. Ich freue mich über die Wahl der neuen Karlspreis-Trägerin.“


Symbolische Preisübergabe an Wikileaks-Gründer Julian Assange – Anneliese Fikentscher (links), Sabiene Jahn (Mitte) und Andreas Neumann (rechts) – Foto: Volker Bruns

Wikileaks-Gründer Julian Assange befindet sich zum Zeitpunkt der Preisverleihung am 16. Dezember 2019 seit acht Monaten in einem Hochsicherheitsgefängnis mitten in Europa, in Belmarsh Prison / London. Wofür? Für eine Art Vergehen, also ein minderschweres Delikt. Er wird behandelt wie ein Schwerstverbrecher. Mit dem chilenischen Massenmörder Augusto Pinochet, einem der blutigsten Diktatoren des 20. Jahrhunderts, ging die britische Justiz freundlicher um. Es gibt großen Anlass zur Sorge, dass er unter den dortigen Bedingungen massive gesundheitliche Schäden erfährt, wie der UN-Sonderbeauftragte für Folter Nils Melzer berichtet, die seinen baldigen Tod herbeiführen können. Die deutsche Bundesregierung weigert sich bis zum gegebenen Zeitpunkt, die an sie gerichteten Alarmrufe von Nils Melzer zur Kenntnis zu nehmen. Die deutschen Journalistenvereinigungen DJV (Deutscher Journalistenverband) und DJU (Deutsche Journalisten Union) hüllen sich statt eines Aufschreis angesichts der dramatischen Situation in Schweigen. Und auch die weltweit operierende Organisation ROG (Reporter ohne Grenzen) wendet ihren Blick vorzugsweise in Richtung Türkei, China, Russland und Afrika. Dabei handelt es sich im Fall Assange um die Verletzung eines hochsensiblen Grundpfeilers der westlichen Demokratien, nämlich der Informations-, Meinungs- und Pressefreiheit. Julian Assange ist Gefangener des Systems westlicher Aggressions- und Kriegsoperationen, die nicht sichtbar werden sollen. Sie folgen der Logik, dass die Macht unsichtbar bleiben muss (Huntington/Mausfeld). Der durch Zuspielung von Chelsea Manning veröffentlichte Video-Spot „Collateral Murder“, eines dokumentierten US-Kriegsverbrechens im Irak, schockiert nicht nur durch die gezeigten Bilder, vielmehr auch durch die zugehörige empathiefreie Kommunikation zwischen Killer-Kommando und Ausführenden. Das Video bewirkt einen öffentlichen Aufschrei vergleichbar dem Bekanntwerden der Folterungen im irakischen Abu Graib. Gemeinsam mit vielen Menschen weltweit setzt die Neue Rheinische Zeitung mit der Verleihung des Kölner Karlspreises für Engagierte Literatur und Publizistik ein Zeichen: Bis hier hin und nicht weiter! Was Julian Assange widerfährt, betrifft unser aller Bürger- und Menschenrechte! Wir würdigen Julian Assange als einen weithin herausragenden Journalisten und Menschen, der unser persönliches und mutiges Handeln herausfordert. Wir sind nicht Zuschauer der Geschichte, wir sind ein Teil von ihr.


Installation für Julian Assange mit Kunstwerk „Politisch Verfolgte genießen Asyl“ von Hans-Jörg Tauchert – im Fenster der Galerie Arbeiterfotografie in Köln – Foto: arbeiterfotografie.com

Aus aktuellem Anlass wird der Kölner Karlspreis 2019 also doppelt vergeben. Es werden zwei Preisträger gewürdigt. Dotiert ist er jeweils mit einem Euro-Betrag in einer Höhe, die sich aus der Differenz des aktuellen Jahres (2019) und dem Geburtsjahr von Karl Marx (1818) ergibt – also mit 201 Euro. Zudem wird eine Karl-Marx-Gedenkmünze überreicht. Marx steht in seinem ganzen Wirken für die Bewusstmachung gesellschaftlicher Zustände und ihrer Veränderbarkeit. Im Frühjahr (März) 2020 wird die Preisverleihung in einer Festveranstaltung zelebriert. Dazu hoffen sowohl die Auslober als auch die Preisträgerin Sabiene Jahn und das Publikum vom 16. Dezember 2019 in Koblenz, Julian Assange in möglichst guter Verfassung und in Freiheit in ihrer Mitte empfangen zu können. Laudator für Sabiene Jahn wird Hermann Ploppa sein. Und für Julian Assange?

Video von Sabiene Jahn zum 48. Geburtstag von Julian Assange (aufgenommen am 3. Juli 2019 bei einer Mahnwache in Koblenz):

VideoGRUSS Julians Vater John Shipton „Asyl für Julian Assange in Deutschland!?!“ anläßlich der Veranstaltung „Keine Auslieferung von Julian Assange an die USA! Free the press, stop the war!“, Köln, 29.11.2019;

Video „Collateral Murder“ (Von Wikileaks veröffentlicht am 5.4.2010)

Siehe auch:

Respekt und Perspektive
Sechster Kölner Karlspreis der Neuen Rheinischen Zeitung an Sabiene Jahn
Sabiene Jahn – interviewt von Anneliese Fikentscher und Andreas Neumann
NRhZ 728 vom 04.12.2019
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=26417

Veranstaltung von „Koblenz: Im Dialog“ – Dialogpreis 2019 für Lulo Reinhardt
Lulo Reinhardts musikalische Friedensarbeit ist hochemotional
Von Sabiene Jahn
NRhZ 730 vom 18.12.2019
http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=26463

Online-Flyer Nr. 730  vom 18.12.2019

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