Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Offener Brief an den Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung Felix Klein von Wolfgang Behr

 

Felix Klein: Schulen sollen judenfeindliche Vorfälle melden

Der Antisemitismusbeauftragte der Bundesregierung, Felix Klein, fordert eine Meldepflicht für Schulen bei judenfeindlichen Vorfällen. Der Fall dreier Schüler, die nach einem Besuch der KZ-Gedenkstätte Buchenwald im Bus antisemitische Lieder abgespielt und den Text mitgesungen haben sollen, zeige, wie sich die Verrohung der Gesellschaft auf den Anstieg von Antisemitismus auswirken könne.

 

Eine treffende Satire von Wolfgang Behr zu den Vorschlägen des Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung Felix Klein

Offener Brief

Hochverehrter Herr Klein.

Eigentlich müssten Sie „Gross“ heissen. Denn Grosses haben Sie vor: Die endgültige Israelisierung Deutschlands. Das bedeutet, dass Darwins Lehre vom Recht des Stärkeren statt der veralteten Gutmenschen-Theorie von der Stärke des Rechts Einzug hält.
Ich möchte Ihnen dabei behilflich sein und mit Vorschlägen zu ihrer Verwirklichung beitragen.
11 Mitarbeiter sind viel zu wenig. Steuergelder wären sinnvoller eingesetzt, wenn diese magere Zahl mindestens verdoppelt würde.
Viele begeisterte Freunde Israels stehen doch schon in den Startlöchern. Da wären Politiker aller Parteien und Ebenen, Gewerkschaftler, Kirchenobere, Universitätsdekane, Antideutsche und diverse Bürgervereine gegen Antisemitismus und Israelhass. Nicht zu vergessen Mitglieder der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, des Zentralrats der Juden und der Jüdischen Kultusgemeinden.
Ehrenamtliche Helfer mit Armbinde in Form einer israelischen Fahne können die Einhaltung der unten gemachten Vorschläge kontrollieren und zu ihrer Verwirklichung beitragen.

Hier nun folgen meine ins Einzelne gehende Vorschläge:
Es versteht sich von selbst, dass alle Bildungsstätten vom Kindergarten bis zur Universität gehalten sind, das von der israelischen Regierung verfasste Narrativ zur Staatsgründung Israels und seiner vorbildlichen demokratischen Gesellschaft im Unterricht und den Schulbüchern als allein gültig zu übernehmen. Ermahnungen zur Israelliebe sollten auf allen Bildungsstufen erfolgen. Empfehlenswert ist dazu die Einführung eines entsprechenden Unterrichtsfachs. In diesem Zusammenhang ist der Nakhba-Ausstellung unbedingt die Existenzgrundlage zu entziehen.
Der Begriff „Israelkritik“ muss aus dem Sprachgebrauch völlig getilgt werden und durch „Israelhass“ bzw. „Antisemitismus“ ersetzt werden. Die BDS-Kampagne und ihre Befürworter, auch Personen, denen einmaliger Kontakt nachgewiesen werden kann, unterliegen der Strafverfolgung.
Es muss auch medial Normalität werden, dass es in Gross-Israel keine „besetzten Gebiete“ gibt sondern nur „befreite Gebiete“, ferner Araber statt Palästinenser.
Jeder erste Samstag eines Monats wird zum „Kippatag“ erklärt und verpflichtet die Bürger, in der Öffentlichkeit Kippa zu tragen.
Der Jahrestag der Gründung Israels, der 14.Mai, wird deutscher Staatsfeiertag mit der Pflicht, an öffentlichen Gebäuden und aus den Fenstern von Privatwohnungen die israelische Flagge zu hissen.
Die Stadt Bielefeld kann ein Beispiel geben: Wie dort schon geschehen, sollte über den Hauptzufahrtsstrassen in Orte über 50‘000 Einwohnern ein Spruchband mit der Aufschrift „Lang lebe Israel“ angebracht werden.
Buchhandlungen und Bibliotheken sind von israelkritischen Büchern zu säubern, auch wenn das weitgehend schon geschehen ist. Es sollte in diesem Zusammenhang auch über jährliche Bücherverbrennungen nachgedacht werden.
Eine Kontrolle privater Bücherbestände muss halbjährig und ohne Ankündigung erfolgen.
Alle israelkritischen und palästinenserfreundlichen Online-Portale, Zeitschriften sowie Berichte, Kommentare und Leserbriefe in den Leitmedien sind zu verbieten, in Zusammenhang mit einer dem Antisemitismusbeauftragten unterstellten und noch zu schaffenden Medien-Beobachtungsstelle.
In den Gemüseabteilungen von Supermärkten sollen Videokameras festhalten, wenn ein Kunde eine Ware israelischer Herkunft zurück ins Regal legt (BDS-Verdacht!).
Die Gesinnung von Hundehaltern ist zu überprüfen, wenn ihr Liebling in der Nähe oder gar an den Aussenmauern einer Synagoge seine Notdurft erledigt.
In Orten über 5000 Einwohnern werden sogenannte Antisemitismus-Meldestellen eingerichtet, die durch blau-weisse Fassadengestaltung und die israelische Fahne deutlich und einladend markiert sein müssen.
Die Meldestellen führen schwarze Listen der dort angezeigten Antisemiten und geben sie monatlich an den Antisemitismusbeauftragten des entsprechenden Bundeslandes weiter. Die schwarzen Listen werden öffentlich gemacht und auch dem Simon Wiesenthal-Center überstellt.
Informanten erhalten eine Meldeprämie, gestaffelt nach der Anzahl der Anzeigen. Für Schüler und Studenten ergeben sich hier zusätzliche Verdienstmöglichkeiten. Die Höchstprämie ist eine Audienz beim israelischen Staatspräsidenten mit Ordensverleihung.
Die Einrichtung eines Sondergerichtshofs gegen Antisemitismus ist dringend geboten. Als Ankläger bzw. Richter schlage ich verdiente Antisemitismusjäger*innen vor.
Sehr geehrter Herr Klein. In der Hoffnung, dass meine Vorschläge bei Ihnen auf fruchtbaren Boden fallen, verbleibe ich mit solidarischen Grüßen.
Wolfgang Behr 10.Nov.2019

1 Kommentar zu Offener Brief an den Antisemitismusbeauftragten der Bundesregierung Felix Klein von Wolfgang Behr

  1. Aus gegebenem Anlass (ZDF fing einen Protest gegen die Mauer in Israel/Palästina am 9. 11. in Berlin im Bild ein und muss sich dafür entschuldigen; dito wurden die Verantwortlichen der Feier schon zusammengestaucht und mussten zu Kreuze kriechen, also besser, sich vor dem Davidstern im Staube wälzen) : alle Nachrichten werden vom ZdJ und der DIG zensiert.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


%d Bloggern gefällt das: