Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Original und (Ver-) Fälschung

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Zum Leitartikel in der Badischen Zeitung schrieb ich einen Leserbrief, der auch veröffentlicht wurde. Hier zunächst der Anlass:

Juden und der Antisemitismus Ihre Sorgen sind unsere Sorgen

Erst Toulouse, dann Brüssel, Paris und Kopenhagen: Nicht nur Vorkämpfer für eine uneingeschränkte Meinungsfreiheit sind in den vergangenen Jahren Ziel islamistischer Attentäter geworden.

Bei sämtlichen Anschlägen starben auch Anhänger der jüdischen Glaubensgemeinschaft.

hier weiterlesen

 

In der Badischen Zeitung wurde dann auch mein Leserbrief veröffentlicht:

Ablenkung von den substantiellen Problemen

Zu: „Juden und der Antisemitismus – Ihre Sorgen sind unsere Sorgen“, Leitartikel von Annemarie Rösch (Politik, 18. Februar):

Mich schaudert es, wenn ich verfolge, wie im Augenblick eine Antisemitismusdebatte in Deutschland medial entfacht wird, die nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat. Tatsächlich klappt das Zusammenleben so gut, dass inzwischen über 20 000 Israelis allein nach Berlin kamen, um hier ganz normal zu leben, was ihnen auch gut gelingt.

Vielmehr verabscheuen die jüdischen Bürger in Deutschland, mit denen ich zusammentreffe, die Medien und bestimmte Lobbyisten, die diese Antisemitismuskampagne gezielt breittreten, um von anderen substantiellen Problemen abzulenken. Wir alle machen uns allerdings große Sorgen über die völkerrechtsverletzende Besatzungspolitik des „Jüdischen Staates“, die dadurch zur Nebensächlichkeit gerät.

Wir alle verabscheuen es auch, wie mit den abgeriegelten Menschen in Gaza umgegangen wird und dass sich dieses Drama fast vergessen abspielt. Frau Rösch irrt auch, wenn sie schreibt, dass den Palästinensern nur aus Sicht der „arabisch-stämmigen Einwanderer“ Unrecht geschieht.

Dieses Unrecht der israelischen Besatzungs- und Vertreibungspolitik sieht jeder nachdenkende Bürger, egal welcher Abstammung. Denn Verbrechen und Unrecht sind – egal, wer sie begeht – zu kritisieren! Es sind auch keine antisemitischen Klischees, wenn gegen diese Politik des „Jüdischen Staates“ protestiert wird. Radikale Judaisten werden in Deutschland und anderswo negiert, aber diese stellen ein großes Problem dar . Unser aller Sorgen sollten auf den gemeinsamen Werten des demokratischen Zusammenlebens basieren, egal welcher Religion oder Nichtreligion wir angehören. Link BZ

 

Das war aber nur eine verkürzt wiedergegebene Fassung. Hier das Original:

 

 

Mich schaudert es, wenn ich verfolge wie im Augenblick eine Antisemitismusdebatte in Deutschland medial entfacht wird, die nichts, aber auch nichts mit der Wirklichkeit zu tun hat.

Tatsächlich klappt das Zusammenleben so gut, dass inzwischen über 20.000 Israelis allein nach Berlin kamen, um hier ganz normal zu leben, was ihnen auch gut gelingt. Vielmehr verabscheuen  die jüdischen Bürger in Deutschland, mit denen ich zusammen treffe, viel mehr die Medien und  bestimmte Lobbyisten, die  diese Antisemitismus Kampagne so gezielt, breittreten, umso konsequent von anderen substantiellen Problemen abzulenken.

Wir alle, machen uns allerdings große Sorgen über die Völkerrechtsverletzende Besatzungspolitik des „Jüdischen Staates“, die dadurch zur Nebensächlichkeit gerät. Wir alle verabscheuen es auch, wie mit den abgeriegelten Menschen in Gaza umgegangen wird und das sich dieses Drama fast vergessen abspielt.

Frau Rösch irrt auch, wenn sie schreibt, dass den Palästinensern nur aus Sicht der „arabisch stämmigen Einwanderer“ Unrecht geschieht. Dieses Unrecht der israelischen Besatzungs und Vertreibungspolitk sieht jeder nachdenkende und anständige Bürger, egal welcher Abstammung.

Denn Verbrechen und Unrecht sind egal wer sie begeht, zu kritisieren! Es sind auch keine antisemitischen Klischees, wenn gegen diese Politik des „Jüdischen Staates“ protestiert wird. Radikale Judaisten werden in Deutschland und anderswo negiert, aber diese stellen ein großes Problem dar, nicht umsonst basiert die rassistisch-zionistische Vertreibungs und Besatzungspolitk des „jüdischen Staates“ auf den jüdischen Gesetzen, nachdem in Israel alle Gesetze aufgebaut sind.

Unser aller Sorgen sollten auf den gemeinsamen Werten des demokratischen Zusammenlebens basieren, egal welcher Religion oder Nichtreligion wir angehören. Aber solange der „jüdische Staat“ diese Werte alle mit Füßen tritt und nicht gewillt ist diese Politik gegenüber den besetzten Palästinensern zu ändern und sich jüdische Funktionäre und Bürger sich nicht von diesem Unrecht distanzieren, werden jüdische Bürger immer Außenseiter bleiben!

Diese Politik der Doppelstandards gegenüber dem Judentum und der Politik Israels wird zu einem enormen Problem für uns alle.

Die Antisemitismuskeule ist zu einem Totschlagsargument geworden, die alle Kritiker der israelischen Politik zum Schweigen bringen soll und Muslime im besonderen Masse.Stehen wir auf gegen Diskriminierungen und Ungerechtigkeiten, gegen Besatzung und Vertreibung, gegen Kriegsverbrechen, wo sie auch begangen werden und von wem, ohne Unterschied.

Übrigens Philosemitismus ist genauso verwerflich wie Antisemitismus und sollte keinen Platz in Deutschland haben!

Evelyn Hecht-Galinski

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