Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Philosemitische Überzeugungstäter!

 

Im Augenblick, da der „Jüdische Staat“ medial immer weniger Aufmerksamkeit in Deutschland findet, weil sich die Aufmerksamkeit auf die Türkei, Russland und die USA, und nicht zu vergessen „Judenhass‘, konzentriert, kann sich das Netanjahu-Regime vollkommen frei fühlen, Annexionen und die ethnische Säuberung, sowie neue diskriminierende Gesetze und Rüstungsverkäufe voranzutreiben.

Fast täglich gibt es einen neuen Artikel oder Interviews zum Thema „Antisemitismus in Deutschland“. Phänomenal, wie es die Israel-Lobby immer wieder schafft, mit ihren Klagen über den angeblich erstarkenden Judenhass hierzulande alle Israel betreffenden „Unannehmlichkeiten“ in den Hintergrund treten zu lassen.

Wir haben es mit einem Propagandakrieg der übelsten Sorte zu tun, der die Meinungsfreiheit einschränken will, speziell wenn es um den „Jüdischen Besatzer-Staat“ geht. Alles wird toleriert, wenn es der Sicherheit Israels dient, so die offizielle Version. Schamlos wird Machtanspruch und Unterdrückung mit dem Begriff „Sicherheit“ umfunktioniert. Alles das ist nur möglich durch das eifrige Mittun der „philosemitischen Überzeugungstäter“, die sich immer mehr vermehren. Alles auf Kosten der Meinungsfreiheit, und wie ich bereits geschrieben habe: „wenn nur noch die Gedanken frei sind“. Wollen wir ein mutloses und lethargisches Volk von Duckmäusern? Ich habe den Eindruck, dass sich jetzt genau der Brecht-Spruch bewahrheitet: „Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da doch nicht einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes“?

Da wird hemmungslos versucht, alles in einen Topf zu werfen, was nicht zusammengehört, wie der Hass auf „linke-Israel-Kritiker“ und auf die AfD. Was allerdings dabei vergessen wird, ist, dass die AfD sich ganz bewusst auf die Seite der Juden und des „Jüdischen Staats“ stellt“; sogar der „Stahlhelmjude“ Wolffsohn hat sich positiv über Frauke Petry und ihre „aufrichtigen pro-israelischen“ Kommentare geäußert. Mit diesem Phänomen, dass sich Rechtspopulisten und Zionisten so gut verstehen und sich im Islam-Hass, getarnt als „Anti-Terror“ Kampf, verbunden fühlen, wird hier ganz unverblümt Rassismus betrieben. Diese Verbindung von Rechtsextremen Parteien und dem „Jüdischen Staat“ ist allerdings nicht neu. Schließlich gab es schon früher solche Verbindung von Faschisten und Zionisten, die sich bis zum heutigen Tag fortsetzt, allerdings mit wechselnden Personen, aber den selben Ideologien. (1)

Was wir zur Zeit in Deutschland erleben, dass sich gewisse Politiker darauf stürzen, sich populistisch rechts zu überholen, um  der AfD immer ähnlicher zu werden, sehen wir auch im „Jüdischen Staat“ momentan verstärkt durch Netanjahu, einem Getriebenen, der versucht, der drohenden Anklage mehrerer  Korruptionsverfahren zu begegnen, indem er empfiehlt, den Einfluss „auswärtiger“ Akteure auf innere Angelegenheiten untersuchen zu lassen, und das verschärfte NGO-Gesetz endlich durchbringen will und versucht, die Siedlerpartei noch rechts zu überholen, oder wenn alle Stricke reißen, Neuwahlen ausrufen lassen will. Er schlägt wild um sich, greift die Gerichte, Polizeiführung und Presse an, die sich mit den Korruptionsvorwürfen gegen ihn und seine Ehefrau befassen, die seiner Meinung nach „politisch motiviert“ seien. Alles läuft ganz nach dem Vorbild von US-Präsident Trump, der mit ähnlichen Methoden arbeitet. Netanjahu schreckt vor nichts zurück, es gibt sogar Absprachen mit einem Zeitungsverleger, der sich Vorteile erhoffte und dafür eine positive Berichterstattung versprach. Merkel belohnte Netanjahu mit dem Steuerzahler-Geschenk, dem Verkauf deutscher U-Boote, trotz der Affäre um mutmaßliche Schmiergeldzahlungen. Als Netanjahu noch versuchte, ein Gesetz zu formulieren, dass dem amtierenden Ministerpräsidenten, also ihm, Immunität vor Strafverfolgung zusichert, machte der Generalstaatsanwalt Mandelblit nicht mehr mit und verweigerte dieses Ansinnen. Da konnte natürlich die Siedlerpartei und Bildungsminister Bennett nicht untätig sein, der ein Gesetz durchbringen wollte, das gestatten würde, Gesetze, die der Oberste Gerichtshof für verfassungswidrig erklärt hat, trotzdem in Kraft treten zu lassen, einfach durch nochmalige Knesset-Abstimmung. Gerade wurde ein neues Gesetz zur weiteren Annexion des besetzten Jerusalem auf Eis gelegt, fragt sich nur für wie lange, denn schließlich arbeitet das Netanjahu-Regime auf die Endlösung Palästinas inklusive der „ewig“ ungeteilten“ jüdischen  Hauptstadt Jerusalem hin.  Während Kriegsminister Lieberman vorschlug, Häuser von palästinensischen „Terroristen“ generell dem Erdboden gleich zu machen, plant er die Begnadigung des Mördersoldaten Azaria, obwohl dieser nur eine lächerliche geringe Strafe für seinen Mord bekam. Wie Haaretz ebenfalls berichtete, sind  Likud-Kollege Staatspräsident Rivlin und er Intimfeinde, obwohl politisch auf einer Linie, wie  die  Ablehnung der „Zweistaatenlösung“, trotzdem unternahm Netanjahu den Versuch, das Amt des Staatspräsidenten abzuschaffen.

Angesichts dieser Zustände und der ständigen Missachtung europäischer Interessen und Eigentums, des ungezügelten Siedlungsbaus und der Repressalien, sowie der Inhaftierung von etwa 7000 Palästinensern, den Folterungen, auch von Kindern, und der Inhaftierung und tödliche Abschiebung von Flüchtlingen in deren Herkunftsländer, sollten sich Deutschland und die EU endlich einmal fragen, wie lange das „besondere“ Verhältnis mit dem „Jüdischen Staat“ noch gepflegt werden soll. Es ist an der Zeit, dieses Verhältnis zu beenden!

Ebenso verwerflich ist es, wenn der Austritt der USA und Israel aus der Unesco in den deutschen Medien als „berechtigt“ und „verständlich“ kommentiert wird, weil sich angeblich „Judenhass“ und „anti-israelische“ Ressentiments in der Unesco ausbreiten. Dabei wird allerdings übersehen, dass eine Haltung gegen den „Jüdischen Besatzerstaat“ demokratische Pflicht ist und der Unesco zur Ehre gereicht. Die Leugnung der völkerrechtswidrigen Besatzungsverbrechen wird zum goldenen Standard erklärt. So finden wir das Wort Besatzung im Zusammenhang mit dem „Jüdischen Staat“ immer seltener, auch ein Erfolg der Israel-Lobby Arbeit. Allerdings werden wir jetzt sicher erleben, dass sich die neue jüdische Unesco-Vorsitzende ganz im Sinne der Israel-Lobby für einen neuen „pro-israelischen“ Wind einsetzen wird. Es gab nur wenige objektive Stimmen zu diesem Austritt (2)

Die israelische Apartheid ist weit extremer als sie jemals in Südafrika war, die jüdischen Rasse-Gesetze sind ein  Instrument der uneingeschränkten Herrschaft über die illegal besetzten Palästinenser. Das geht von dem Entzug der bürgerlichen Rechte, willkürliche Häuserzerstörungen und hemmungslosen Landraub und Siedlungstätigkeit. Jüdische Menschen wird die Staatsbürgerschaft verliehen, sogar unabhängig von der Einwanderung, während Palästinensern das Rückkehrrecht oder Wohnrecht verweigert wird. Dieser jüdische Siedler-Kolonialstaat ist ein Relikt aus alten Zeiten, dass unbedingt aufgelöst werden sollte, zu einem demokratischen Staat für alles seine Bürger, egal welcher Religionszugehörigkeit oder Ethnie. Erst dann wird es wieder eine Demokratie in Palästina geben, für dieses Ziel lohnt es sich zu kämpfen.

Nun ist Rassismus ein weltweites Problem, wie der US-Rassismus gegen seine schwarzen und indigenen Bürger, oder gegen andere indigene Völker in Australien, Kanada oder Neuseeland. In diesen Zeiten, die den Islam-Hass hoffähig machte, und Muslime zu Freiwild werden ließ, wird es immer schwieriger, gegen diese Problematik anzuschreiben.

Die „westliche Werteallianz“ unter Führung der USA hat es besonders seit 9/11 verstanden, mit ihren als „humanitäre Intervention“ getarnten furchtbaren Kriege und „Regime changes“ wehrlose und schwache Länder in „failed States“ zu verwandeln.

In diesen Zeiten wurde der „Krieg gegen den Terror“ erfunden und unter dem Deckmantel von „false flag“-Operationen verbreitete der Westen ungebremst Terror. Alles war erlaubt, ja sogar erwünscht, schließlich waren es „die Guten“, gegen „das Böse“.  Der Begriff „Schurkenstaat“, der sich bis heute als eines der Unwörter entwickelt hat, ist ein wichtiger Kampfbegriff, der willkürlich eingesetzt jeden treffen kann, der den USA oder Israel im Wege steht. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass der 11. September 2001 das willkommene Datum war, um endlich das Wort Globalität zu neuer Bedeutung aufzuwerten, als einen globalen Krieg gegen den Terror. Allerdings war das der Beginn, Demokratien als Staatsterroristen zu legalisieren.

Seit 9/11 wurde noch hemmungsloser wegen wirtschaftlicher Eigeninteressen, wie z.B. zum Zwecke der Rohstoffsicherung, die Souveränität und Integrität schwächerer Staaten missachtet. In diesem Punkt sind gerade die USA und der „Jüdische Staat“ besonders geübt. Wie Israel seine Angriffs-Kriege darstellte, war und ist schon eine Meisterleistung. Immer stellte sich der kleine hilflose Judenstaat dar als von Feinden und Terror umzingeltes Opfer. Dieses hat sich inzwischen national wie international so verinnerlicht, obwohl dieser israelische Staat Atomwaffen besitzt, und zu den 10 mächtigsten Waffenlieferanten weltweit gehört, Regime wie in Myanmar, Afrika, Indien aufrüstet und mit Kriegen, ethnischen Säuberungen große „Lieferanten“ von Flüchtlinge sind.  All das, was die USA schon seit Jahrhunderten trieben und treiben, kopiert der „Jüdische Staat“.
Erinnern wir uns nur an die „Rasse spezifische Waffen“, die Israel zusammen mit dem früheren Apartheidstaat Südafrika entwickelt haben soll. (3) (4)

Nach Rassegesetzen also „Rassebomben“, wie passend. Nach dem Zusammenbruch vom vorletzten Apartheidstaat Südafrika, blieb nur noch der „jüdische Apartheidstaat“ als rassistisches Relikt übrig. Dieser koloniale Siedlerstaat muss ebenso wie Südafrika als wichtiges Instrument, mit  Hilfe von Boykott Desinvestment und Sanktionen (BDS) zu Fall gebracht werden. Diese Bewegung wird global immer erfolgreicher und aus diesem Grund auch immer massiver vom „Jüdischen-Staat“ und seinen Lobbyisten bekämpft.

Seit dem ersten deutschen Kriegseinsatz, durch den damaligen grünen Außenminister Fischer hemmungslos mit dem Begriff „niemals wieder Auschwitz“ instrumentalisiert und legalisiert, waren alle Schleusen geöffnet und der Weg frei für die Beteiligung an Kriegseinsätzen. Als dann noch der Lügenbaron von und zu Guttenberg die Bundeswehr zu einer Berufsarmee umfunktionierte, war alles möglich. Die Merkel-GRO/KO hat sich immer weiter verstrickt in Rüstungsverkäufe, Interventionen, Kriegseinsätzen, und einer daraus resultierenden Flüchtlingspolitik, und sich immer mehr als Nato-Vasall angedient. Diese mehr als fragwürdige Politik hat es inzwischen auf allen Gebieten der Politik zu ungeahnten Höhen gebracht und alles unter Missachtung der Bürger. Das traurige Ergebnis liegt jetzt vor mit dem Einzug der Rechtspopulisten und Rassisten der AfD in den Deutschen Bundestag, einer aufgeblähten und teuren „Quasselbude“ mit 709(!) Abgeordneten.

Wenn es jetzt irgendwann zu der sogenannten Jamaika-Koalition kommen wird, dann sehe ich mit großer Besorgnis, dass vielleicht demnächst ein grüner Außenminister Özdemir deutsche Politik vertreten wird, ein Mann, der sich in gefährlicher Art und Weise als Spaltpilz betätigt. An Scheinheiligkeit ist die deutsche Politik kaum zu überbieten, schließlich wird keine wirkliche Aufarbeitung der Missstände betrieben, sondern ein „weiter so“, nur mit anderen Köpfen, Farben und Personen. Alle getrieben von Machtgier und Selbstdarstellung.

Tatsächlich hat sich inzwischen eine kontrollierte und gesteuerte Medienlandschaft entwickelt, die konsequent versucht zu vertuschen und sich aktiv beteiligt an dem Versuch, missliebige Gegner entweder zu delegitimieren oder zu verschweigen. Was können wir also noch glauben? Wenig, weder „eurozentriert“, am Beispiel Katalonien, wo ganz offen Partei für eine Seite, nämlich die EU oder die spanische Zentralregierung ergriffen wird, noch im Falle Türkei oder Russland-Ukraine, allerdings sehr speziell, wenn es um den „Jüdischen Staat“ geht.

Es gibt immer weniger mutige und wahrheitsliebende Journalisten, denn der Markt ist überschwemmt mit „philosemitischen Überzeugungstätern“. Verleumdung ist zur Normalität geworden und wird immer mehr akzeptiert. Das Feindbild der „linken Antisemiten“ wurde erneut aufgegriffen und wird jetzt immer wieder gegen Israel-kritische Juden angewendet. Während man sich am  „Jüdische Staat“, seinen Errungenschaften militärischer Stärke im Sicherheitsbereich und gegen den Terror berauscht, werden Israel-Kritiker kriminalisiert und kaltgestellt. Transatlantische Hardcore-Faschisten werden bewundert und der Israel-Kritiker ist erlaubtes Hass-Objekt, während der gefährliche Islamhass, der offene anti-muslimische Rassismus sich wie eine Epidemie ausbreitet, verstärkt auch durch Hilfe der Israel-Lobby. Diese versteht es, die Medien mit Berichten über Antisemitismus, Judenhass und dann zusammen gemischt als „antisemitische Israel-Kritik“, als Vermischung von Antisemitismus und Antizionismus, darzustellen. Ein gefährliches Vorgehen, das immer mehr zur ideologischen Kriegsführung des „Jüdischen Staates“ und seiner weltweiten Helfer, den Sayanim, benutzt wird.

Dieser mediale und politische „III. Weltkrieg“ ist längst im Gange und zeigt die Perversität dieser Kriegsherren. Dieser Art der Kriegsführung müssen wir alle gezielt entgegenwirken, indem wir kritisch hinterfragen und diese Propaganda nicht kritiklos hinnehmen. Schluss mit dem Konsum der Fake-News der philosemitischen Überzeugungstäter.

1 Kommentar zu Philosemitische Überzeugungstäter!

  1. Liebe Frau Hecht-Galinski. Ihr Artikel ist grossartig und im positiven Sinne kämpferisch. Mit „Friede, Freude, Eierkuchen“ erreicht man bei den zionistischen Betonköpfen nichts. Vielleicht passt mein hier anschliessender Kommentar zu Ihren Ausführungen.
    Merkel, USA und Israel

    Frau Merkel erhielt ihren Ritterschlag als treue Vasallin des US-Imperiums im Zusammenhang mit dem Irakkrieg von George W.Bush. Da waren ihr Kotau in Washington und ihre Kriegsbrandrede im deutschen Bundestag. Sollte es eine Reinwaschung ihrer Linientreue zum vergangenen SED-Staat gewesen sein? Und gleichzeitig ein Druckmittel des Imperiums sein, ihm wegen ihrer politischen Vergangenheit besonders gefügig zu sein?
    Vor diesem Hintergrund sollte man Merkels Rolle bezüglich des Nahostproblems mehr unter die Lupe nehmen.
    Da wäre zuerst das PNAC (Projekt for the New American Century), das die langfristigen Welt-Herrschaftsziele des Imperiums festschreibt. Dann die Nato, deren Hauptquartier im Pentagon angesiedelt ist und vom militärisch-industriellen Komplex beherrscht wird. Und es darf nicht fehlen die Denkfabrik Stratfor, auch als „Schatten-CIA“ bezeichnet, mit seinem Leiter Friedman, deren Aufgabe u.a. ist, eine politische und wirtschaftliche Annäherung von Europa und Russland zu verhindern.
    Nicht unterschätzt werden darf der Einfluss der Israel-Lobby, über die der britische Diplomat Jack Straw sagte, dass „die Gruppen wie AIPAC, die eine Politik zugunsten Israels gestalten, über unbegrenzte Gelder verfügen, um die Politik der USA zu kanalisieren“. Und der Senator William Fullbright kritisierte schon 1973: „Die Israelis kontrollieren die Politik des Kongresses und des Senats“. Ariel Sharon meinte 2001 zu Shimon Peres: „Beunruhigen Sie sich nicht über den amerikanischen Druck auf Israel. Wir, das jüdische Volk, kontrollieren Amerika und die Amerikaner wissen es.“ Wer Genaueres erfahren möchte, der nehme das Buch „Die Israellobby“ von Mearsheimer und Walt in die Hand.
    US-Präsident Carter versicherte 2015: “Israel ist der Grundstein der US-Strategie im Nahen Osten und ein Grundsatz der USA ist unsere Freundschaft und unser Bündnis mit Israel.“ Mit Trump ist die „Personalunion“ zwischen dem Imperium und Israel noch intensiver geworden. Dass Israels Ministerpräsident Netanjahu keinen Staat Palästina wünscht, hat er schon mehrmals betont. Auch Staatspräsident Reuven Rivlin forderte erst 2015: „Wir dürfen nicht zulassen, dass irgendjemand glaubt, es gebe irgendeinen Zweifel über unser Recht auf unser Land“.
    Die Politik Deutschlands steht inzwischen unter einem ähnlich starken Einfluss der Israellobby wie das Imperium. Frau Merkel als seine Statthalterin hat also gar keine andere Wahl, als mit ihrer „Staatsraison“ seinen politischen Leitlinien zu folgen. Und diese haben, trotz gegenteiliger Beteuerungen, keinen Platz für einen palästinensischen Staat vorgesehen, wohl aber im Sinne des Zionismus ein Gross-Israel zwischen Jordan und Mittelmeer. Dem entspricht auch Merkels Ablehnung einer baldigen Anerkennung Palästinas, da ihr weiteres Hinauszögern das Fortschreiten des Siedlungsbaus ermöglicht und damit einen Staat Palästina zur Illusion macht. Entsprechend wirkt sie als Bremserin auch in der EU wenn es um die staatliche Anerkennung Palästinas bzw. Sanktionen gegen Israels menschenverachtende Besatzungspolitik geht. Da verhindert sie auch schon mal Sendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, wenn darin nur ein Hauch von Israelkritik anklingt und ist gerade bereit, auf Kosten des Steuerzahlers 540 Millionen Euro beizusteuern für die Beschaffung von drei U-Booten für Israel „aus der historischen Verantwortung und zum Schutz seiner Existenz“.
    Merkels verbales Eintreten für die Zweistaatenlösung ist nichts als Maskerade um ein Minimum von Glaubwürdigkeit vor Kritikern der deutschen Haltung aufrecht zu halten. Leider kann Merkel und ihre „Staatsraison“ auf die Unterstützung einer grossen Schar von opportunistischen, gewissenlosen und ignoranten Vollstreckern in ihrem politischen Umfeld zählen. Repräsentanten Deutschlands und Israels beteuern heuchlerisch immer wieder schamlos in aller Öffentlichkeit ihre „gemeinsamen Werte“. Es mag in deren Köpfen noch der in Jahrhunderten gewachsene westliche Orientalismus eine Rolle spielen, der sein Recht auf imperialistische Interventionen gegen angeblich zur Modernisierung nicht fähige Barbaren mit seiner zivilisatorischen Überlegenheit der „westlichen Wertegemeinschaft“ zu rechtfertigen sucht.

    W,Behr 01.11.2017

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