Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Rezension für  Kanaan: Ein Gemeinsames Land

Menschenrechte und der israelisch-palästinensische Kampf

von Mazin B. Qumsiyeh

Die Veröffentlichung der deutschen Ausgabe des Buches Sharing the Land of Canaan: Human Rights and the Israeli-Palestinian Struggle (Pluto Press, 2004) ist für Deutschland und Österreich eine sehr wichtige geschichtliche Lehrstudie. Mazin Qumsiyeh zeigt uns in seinem Buch wie mit den Menschenrechten auf höchster Ebene umgegangen wird, wie Interessensgruppen ihre eigene Agenda vorantreiben und gesellschaftlich schwächere Menschengruppen schonungslos vernichten.

kanaanEr zeigt uns auch, wie wir mit unserem Schweigen oder falschem Wissen an diesem Völkermord teilhaben. Das Buch ist ein Plädoyer für friedliches Zusammenleben, in einem Land wo trotz der großen Anstrengungen von einigen mutigen Menschen, täglich unschuldiges Blut fließt.

Mazin Qumsiyeh sagt uns auch, dass die Menschen, die diesem nicht enden wollenden Blutbad ausgesetzt sind, ihre Würde und Gerechtigkeit wieder finden könnten, wenn wir uns die Tatsachen der Geschichte zu Herzen nehmen, uns von den Vorurteilen und der Propaganda der „eingebetteten Medien“ lösen, die uns in einem engstirnigen Geist von „Gut und Böse, schwarz und weiß“ gefangen halten. Wir alle, Juden und Nichtjuden, die die israelische Apartheidpolitik unterstützen oder dazu schweigen werden wieder Zeugen/Täter eines neuen Holocaust.

Mazin Qumsiyeh sagt mit Recht, dass es einfach ist diesen langanhaltenden Konflikt zu lösen, wenn wir das Recht auf Würde jedem einzelnen Menschen zugestehen, auch dem so verteufelten palästinensischen Volk, das seit drei Generationen um seine Grundrechte kämpft. Niemand will in einer barbarischen Welt leben, daher müssen wir aufhören uns den Kriegsspielen der Regierungen und mächtigen Interessensgruppen auszuliefern. Wir müssen ihre Propaganda durchschauen um nie wieder Opfer ihrer gemeinen Gewinnspiele zu werden. Schon blitzt es wieder am Horizont, an der östlichen Grenze der Europäischen Union. Sind wir denn unfähig, nach so viel Leid von zwei Weltkriegen, zu erkennen wie man uns manipuliert? Wir dürfen die Lügen nicht vergessen, mit denen die amerikanische Verwaltung den Angriffskrieg gegen den Irak gerechtfertigt hat.

Es gibt nur wenige mutige Stimmen in Europa, die sich mühselig einen Weg gegen den Strom der Gleichgeschalteten, für Wahrheit und Gerechtigkeit, gegen Zerstörung und Hass bahnen. Dazu gehört in Deutschland Frau Evelyn Hecht-Galinski, die niemals zum Unrecht des palästinensischen Volkes schweigen wird, denn als Deutsche und Jüdin hat sie die schwere Aufgabe übernommen, die zionistische Propaganda aufzuzeigen, zu sagen was in Kanaan wirklich stattfindet und sich geschworen, niemals den sich periodisch wiederholenden zionistischen Massakern zuzustimmen oder sie zu beschönigen. Sie ist eine der Wenigen, die die Gefahr eines blinden Gehorsams erkennt, der immer zu Hass und Zerstörung führt. Sie weiß auch wie dünn die Linie zwischen der sogenannten zivilisierten Welt und der Barbarei ist. Aus diesem Grund fühlte sich Frau Hecht-Galinski verpflichtet, ein Vorwort für die deutsche Ausgabe zu schreiben.

Mazin Qumsiyeh hat als Palästinenser und Genetiker die Ursachen des Konfliktes genau so erforscht wie er an die Krankheiten der Menschheit herangeht. Er hat alle Einzelheiten, die zu diesem „unlösbaren“ Konflikt geführt haben, sorgfältig untersucht und in diesem Buch festgehalten. Es liegt nun an uns die Schlussfolgerungen zu ziehen. Als wissenschaftlicher Forscher ist ihm die wahre Sachlage wichtig die zur Heilung führen soll. Sein hoffnungsvoller Blick in die Zukunft wird vom Wunsch der Gleichberechtigung aller Menschen, egal welchen Glaubens und welcher Hautfarbe, genährt.

Als mir die englische Ausgabe in die Hände fiel, wusste ich sofort,

dass diese Studie auch in Deutschland und Österreich gelesen werden muss. Ich habe mich sofort an die Arbeit einer Übersetzung

gemacht. Den Mut dazu hatte ich auf Grund meiner Mitwirkung an internationalen Übersetzungs-Komitees im Internet. Diese Komitees haben sich zur Aufgabe gemacht zu den sehr einseitigen Berichten der Massenmedien eine unabhängige Berichterstattung entgegen zu stellen. Es war meine erste Buchübersetzung. Jede Übersetzung braucht ein Korrekturlesen. Für mich war das sehr wichtig, denn es war mir durchaus klar, dass meine Sprache von einem 30jährigen Leben in Frankreich beeinflusst war. Ohne mir ein Korrekturlesen zu bieten hat der deutsche Verlag die Überarbeitung meiner Übersetzung an andere Leute übergeben und mich sozusagen ausgeschaltet.

Trotzdem freue mich sehr über die Erscheinung dieses Buches und hoffe, dass es uns Menschen in Deutschland und Österreich aufrüttelt und uns eine klare Stellungnahme zur gefährlichen rassistischen Politik der zionistischen Regierung in Israel einnehmen lässt.

Frigga Karl

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