Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Unheilvolle mörderische Allianzen Von Evelyn Hecht-Galinski

Kommentar vom Hochblauen

Unheilvolle mörderische Allianzen

 

Von Evelyn Hecht-Galinski

 

Der Fall Kashoggi ist nur das i-Tüpfelchen dieses Steinzeitlandes mit diktatorischen Herrschern, das sich tarnt mit modernster Technologie und unvorstellbarem Protz und Glanz, um so von der wenig glanzvollen Wirklichkeit abzulenken. Dieser Staat, der unliebsame Kritiker öffentlich enthauptet, ständig Henker dafür sucht, Blogger, Systemkritiker und unliebsame Gegner einsperrt, zum Schweigen bringt oder ganz verschwinden lässt, ist für den Westen zum wichtigen strategischen Partner geworden. Trump macht es möglich. Die Menschenrechte sind inzwischen zu einer Phrase der heuchlerischen Staatengemeinschaft geworden, viel bemüht, aber zur Nebensache erklärt worden. Dank der neuen Weißen Haus Strategie sind alle Schleusen geöffnet worden, die auch letzte Skrupel vernichteten.

 

Unterstützt von US-Freunden Hungersnot herbeigebombt

 

Die diktatorischen saudischen Herrscher betreiben gerade einen unglaublichen Völkermord im Jemen und haben eine Hungersnot herbeigebombt, tatkräftig unterstützt wird von seinen US-Freunden, deren Ausmaß so katastrophal ist, dass die Vereinten Nationen aktuell warnen, dass diese Lage weltweit die schlimmste ist, in diesem seit 2014 andauernden Bürgerkrieg.

 

Bis zu 14 Millionen Menschen sind im Jemen vom Hunger bedroht und stehen vor einem „Vor-Hunger-Stadium“. Drei Viertel der Bevölkerung, etwa 22 Millionen Menschen, brauchen Schutz und Hilfe; 8,4 Millionen Jemeniten benötigen sofortige Lebensmittelhilfe. Schon mehr als 10.000 Menschen wurden brutal getötet. Gerade erlebten wir, dass mindestens 29 Menschen, aber die Zahlen schwanken bis zu 51, hauptsächlich Kinder bei einem Angriff der saudischen Militärkoalition auf einem Markt in Dahjan in der Provinz Saada brutal ermordet wurden. Zwar übernahm die Militärkoalition die Verantwortung für den Angriff, rechtfertigten dies aber als „legitimen“ Militäreinsatz gegen einen Bus mit „Huthi-Kämpfern“. Eine Untersuchung wurde angekündigt, allerdings, warnte der UN-Sicherheitsrat, jegliche Untersuchung müsse „glaubhaft“ sein.

 

Wie diese Art der eigenen Untersuchungen aussieht, wissen wir von Untersuchungen nach ähnlichen Vorfällen der neuen strategischen Freunde des „Jüdischen Staates“. Alles was untersucht wird, verläuft entweder im Sande oder ist „legitim“ und „rechtens“ gewesen.

 

Besonders verwunderlich dabei ist, dass der bestialisch mit Knochensäge ausgeführte Kashoggi-Mord, begangen im saudischen Generalkonsulat und in türkischem Boden verscharrt, mehr Aufmerksamkeit auf sich zieht als der Jemen- Genozid. Tatsächlich ist die skrupellose Brutalität des eigens dafür eingeflogenen „Verhör-Killer-Kommandos“, inklusive eines Pathologen, der den Leichnam fachmännisch zerstückelte und irgendwo „entsorgte“, nach neuen Erkenntnissen im Garten des Konsulats, beispiellos.

 

Möglich ist alles in diesem monarchischen „Intrigantenstadl“

 

Da wartete die Verlobte vor der Tür des Konsulats auf ihren Verlobten Jamal Kashoggi, der in den USA lebte und für die Washington Post schrieb. Wäre es nicht die Pflicht der USA gewesen, sofort eine Untersuchungskommission in die Türkei zu entsenden, um gemeinsam mit den türkischen Ermittlern zu recherchieren? Stellen wir uns einmal vor, dieser brutale Mord wäre in einem türkischen oder russischen Konsulat passiert? Erinnern wir uns an den Aufstand der „Anständigen“ nach der Skripal-Affäre. Sofort wurden mehr als umstrittene „Beweise“ aus dem Hut gezaubert, und gleich den russischen Präsidenten höchstpersönlich in die Tat hineingezogen. Wir können feststellen: Wenn es um Russland geht, dann sind sofort alle Schleusen geöffnet und keine Provokation und keine Sanktion wird ausgelassen, Nato-Manöver an Russlands Grenzen wie im Kalten Krieg, die Ankündigung Trumps, den INF-Vertrag mit Russland über nukleare Kurz- und Mittelstreckenraketen zu kündigen, und willkürliche politische Deals. Kann man mit so einem unzuverlässigen US-Präsidenten Verträge abschließen? Wohl kaum! Ebenso ergeht es der Türkei. und Erdogan. Dieses Land, das einen Putsch erlebte und auch gegen Journalisten vorging, hat jedenfalls noch keinen Journalisten oder politischen Gegner brutal zerstückelt. Präsident Erdogan ist tatkräftig dabei, Licht ins Dunkel zu bringen und sprach während seiner Pressekonferenz ganz klar von einem geplanten Mord und verlangte die Auslieferung der Beteiligten. Momentan wird ja alles auf den neuen Herrscher Prinz Mohammed bin Salman (MBS) geschoben, einem skrupellosen Autokraten, der sich gut einfügt in dieses saudische Gebilde und sprichwörtlich über Leichen geht, als Auftraggeber. Aber es gibt noch andere gut unterrichtete Kreise, die ganz klar sagen, dass der König selbst als Auftraggeber dahinter steckt. Möglich ist alles in diesem monarchischen „Intrigantenstadl“. Aber schon wieder wird in deutschen Medien Erdogan als Buhmann gefunden.

 

Wie lange will die Staatengemeinschaft noch der Destabilisierung des Nahen Ostens durch Saudi-Arabien und Israel zusehen? Wohin das geführt hat, sehen wir in Syrien und Jemen. Während das islamistische und wahabitische Saudi-Arabien weltweit den Terrorismus und Terroristen befördert und den Jemen zerstört, soll ohne diese Henker angeblich ein Frieden in Syrien nicht denkbar sein.

 

„Jüdischer Staat“: strategischer Partner in Sachen Völkermord

 

Das führt uns zu seinem strategischen Partner, den „Jüdischen Staat“, der ebenso syrische Terroristen unterstützt und nichts unversucht lässt, den Nahen Osten für ewig zu destabilisieren, um so die illegale Besatzung und seinen Landraub für alle Ewigkeit zu zementieren. In Gaza hat er wie ein „kleines Jemen“ einen Völkermord angerichtet und nichts unversucht gelassen, eine Einigung der Palästinenser zu verhindern; und damit schließt sich der Kreis der Interessen. Die israelischen Besatzer versuchen als „Auserwählte“ mit judaistischen Zielen die ewige Judaisierung Palästinas aufrecht zu erhalten. Mit wachsendem Erfolg, dank der Trump‘schen USA, Saudi-Arabien und Ägypten. Nichts soll dieses zarte Pflänzchen der neuen „Freundschafts-„Allianz zerstören. Sage mir mit wem du dich umgibst und ich sage dir wer du bist! Schließlich verbindet sie die gemeinsame Feindschaft mit dem Erzfeind Iran, der übrigens noch nie ein Land militärisch angegriffen hat. Tatsächlich ist diese verhängnisvolle Freundschaft inzwischen so weit gediehen, dass man sich regelmäßig austauscht, weil Israel die Saudis unter Kronprinz Salmans Herrschaft, die Israel auf jeden Fall erhalten möchte, als „einzige“ Macht sieht, die in der Lage ist, Länder zu verbinden und für Israel wichtige nützliche Allianzen zu schmieden.

 

Da müssen die Palästinenser draußen bleiben und können sehen wo sie bleiben. Im Gegenteil, Israel spekuliert darauf, dass die Saudis Druck auf die Palästinenser ausüben, um so Zugeständnisse zu erzwingen, die auch vor dem letzten Tabu nicht zurückschrecken, nämlich auf Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines palästinensischen Staates zu verzichten. Liest man diverse Kommentare des ermordeten Kashoggi in der Washington Post, beschäftigte er sich schon seit geraumer Zeit mit diesem Thema! Was gibt es besseres für Netanjahu, als dieses indirekte Gutheißen der illegalen Besatzung. Trump macht es möglich!

 

Wird sich wirklich etwas ändern an der Politik der strategischen Partnerschaft, in die sich die westliche „Wertegemeinschaft“ begeben hat? Wohl kaum, zwar gab es Absagen zum saudischen „Wüsten-Davos“, weil es sich momentan nicht schickt, mit Saudi-Arabien in Verbindung gebracht zu werden oder auf Fotos gemeinsam mit dem Kronprinzen Salman öffentlich aufzutreten.

 

Westliche „Werteallianz“: erst das Fressen, dann die Moral

 

Die westliche „Werteallianz“ hat sich in eine selbst verschuldete und gewollte Lage gebracht, die das Fressen vor die Moral setzt und dieses Vorgehen versucht, als Terrorbekämpfung und Kampf für die Menschenrechte darzustellen. Besonders eifrig versteht auch die deutsche Kanzlerin und „Gro/Ko-Führerin“, diese Rolle auszufüllen. Sie, die ehemalige „Öko-Queen“ und heutige Automobil-Industrie-Lobbyistin, die mit den Autobossen auf Du und Du steht und von ihnen mit „Liebe Angela“ in Briefen angesprochen wird, ob bald auch mit den Rüstungsbossen? Baut sie schon auf ihre Zukunft als „Ex-Kanzlerin“ vor? Sie, die ein so besonderes Verhältnis“ zu Israel pflegt und sich niemals in „interne“ Angelegenheiten des „Jüdischen Staates“ einmischt, wenn dieser sich mit außergerichtlichen Hinrichtungen, Morden zur Aufrechterhaltung der Besatzung oder Angriffen gegen Gaza und Zerstörung von Dörfern beschäftigt, schließlich geschieht alles ja nur aus reiner „Selbstverteidigung“. Trotzdem macht sie und ihre Regierungs-Clique die Augen ganz fest zu und exportiert weiter Rüstungsgüter in dieses Land, obwohl doch Exporte verboten sind in Staaten, die sie zur Unterdrückung ihrer Bevölkerung oder zu „fortdauernden und systematischen Menschenrechtsverletzungen“ gebrauchen würden. Nichts anderes betreibt das Netanjahu Besatzer-Regime!

 

Diese Gro/Ko setzte sich in beispielloser Weise über ihren Beschluss hinweg, keine Waffen in Krisengebiete zu liefern, sowie keine Rüstungsexporte an Länder zu genehmigen, die unmittelbar am Jemen-Krieg beteiligt sind. Hörte sich gut an, aber trat nicht in Kraft und wurde ausgehöhlt. Deutschland setzte fröhlich seine Rüstungsexporte nach Riad fort und avancierte zu einem wichtigen Rüstungslieferanten weltweit, natürlich alles, genau wie mit der Automobilindustrie, in Sorge um die vielen Arbeitsplätze und für den Erhalt des Wirtschaftswachstums. Merkel nannte den Kashoggi-Mord eine „Ungeheuerlichkeit“ und solange er nicht aufgeklärt werde, gebe es auch keine Rüstungsexporte. Das spricht die Kanzlerin und vertritt ihre „heuchlerischen christlichen Werte“. Schaudernd fragt man sich allerdings nach dieser Aussage, und was kommt danach?

 

Mutti Merkel vergisst die Arbeitnehmer nicht und ist geradezu rührend bemüht, ihre verlogene Politik immer wieder als pragmatisch zu verkaufen. Was stören das Kriege und Völkermorde, kriminelle Machenschaften der Autofirmen, schließlich muss der Steuerzahler und Bürger bezahlen und bluten für die Arbeitsplätze. In der Tat sieht man es bei Wahlen inzwischen, dass die so genannten Volksparteien nicht mehr vom Volk gewählt werden. Wie lange will sich die SPD noch an diesem kläglichen Schauspiel beteiligen? Bis sie unter die 5%-Grenze fällt? Aber was soll man auch von einer Parteivorsitzenden und Fraktionschefin Nahles erwarten, die lieber für „Deutschland reitet“ und sich federführend an einem „Parlamentskreis Pferd“ beteiligen will, am 20. November soll das Gründungstreffen sein, zu dem sich schon ein CDU- und ein FDP-Kollege eingeschrieben haben. Auch einen „Ehrengast“ hat das Treffen schon: den Welt-Herausgeber und Broder-Spezi aus den St.Pauli-Nachrichten-Zeiten und ehemaligen Spiegel-Kollegen, Stefan Aust. So setzt sich der Niedergang der SPD unaufhaltsam fort, wenn eine SPD-Vorsitzende in dieser Krise keine anderen Sorgen hat. Armes Deutschland!

 

Wenn am kommenden Sonntag, dem 28.Oktober, in Hessen gewählt wird, dann sollten die Wähler den letzten Kanzler-Coup nicht vergessen, sondern an der Wahlurne quittieren, nämlich einen Vorschlag von Merkel, das Immissionsschutzgesetz per Gesetz zu verändern, um so Fahrverbote bei „geringer“ Überschreitung als „unverhältnismäßig“ einzustufen. Ganz nach dem Motto, bei Wahlkämpfen ist alles erlaubt, was die Luft verpestet und die Industrie schont. Wird sie das ebenso mit den Rüstungsfirmen handhaben, um so noch mehr Waffenlieferungen und Rüstungsexporte zu erreichen? Für zu erwartenden Flüchtlinge wird sie sich schon etwas ausdenken und die vielen Toten fallen schon mal weg aus der Statistik, die können nicht mehr kommen.

 

Das Ende der Demokratie ist nicht mehr weit

 

Wenn sich diese mörderischen strategischen Allianzen weiter so fortsetzen, dann ist das Ende der Demokratie nicht weit. Es braucht eine grundsätzliche Neuordnung der westlichen „Wertegemeinschaft“, die an wirklichen Werten orientiert ist, von denen wir aber weiter entfernt sind denn je!

 

 

 

Es folgt ein Interview zwischen meinem Freund As`ad Au Khalil und Sharmini Peries von Real News Network, Baltimore, das ich Ihnen nicht vorenthalten möchte, liebe Leser, wirft es doch alles über den Haufen, was wir von den Leitmedien vorgesetzt bekommen. Es ist besonders gut, wenn Sie sich das Interview im Original in Englisch anhören. Es lohnt sich!

 

Gespräch zwischen Professor As`ad AbuKhalil und Sharmini Peries – Was die Mainstream-Medien Ihnen nicht über Jamal Khashoggi erzählen

 

(Quelle: https://www.truthdig.com/articles/what-the-mainstream-media-isnt-telling-you-about-jamal-khashoggi/ – übersetzt mit deeply.com)

 

SHARMINI PERIES: Es ist das Real News Network. Ich bin Sharmini Peries, der aus Baltimore zu dir kommt.

 

Wir erfahren gerade, dass Saudi-Arabien zugeben wird, dass es etwas mit der Ermordung des Journalisten Jamal Khashoggi zu tun hat und dass er bei einem verpfuschten Verhör getötet wurde. Anscheinend war der Plan, ihn zu verhören und dann aus der Türkei zu entführen. CNN berichtet, dass die Saudis behaupten, dass die Operation ohne Genehmigung und Transparenz stattgefunden hat und dass die Beteiligten zur Verantwortung gezogen werden. Nun, wer ist dafür verantwortlich? Dies war eine recht schnelle Untersuchung seitens des saudischen Ermittlungsteams, das erst am Wochenende in Istanbul ankam. Wie sind sie so schnell zu einem solchen Schluss gekommen? Es scheint, dass die Saudis eine rasche Lösung wünschen, vielleicht ein Teil ihres Schadenskontrollplans.

 

Dies ist nun eine Gelegenheit für uns hier bei The Real News, einen weiteren Blick auf Jamal Khashoggi zu werfen. Wer ist er, wen vertritt er, warum wurde er ermordet? Unser nächster Gast schreibt: „Es war seltsam, über Khashoggi in westlichen Medien zu lesen. David Hirst in The Guardian behauptete, dass Khashoggi sich nur um Absolutwerte wie „Wahrheit, Demokratie und Freiheit“ kümmerte. Der Direktor von Human Rights Watch beschrieb ihn als Vertreter des „offenen und kritischen Journalismus“. “ Bei mir ist As’ad AbuKhalil. Er ist Professor für Politikwissenschaft an der California State University. Er ist der Autor von Bin Laden, Islam & America’s New „War on Terrorism“ und The Battle for Saudi Arabia. Er betreibt auch einen beliebten Blog mit dem Titel The Angry Arab News Service. Wie’ad, schön, dass du bei uns bist.

 

AS’AD ABUKHALIL: Danke, dass Sie mich eingeladen haben.

 

SHARMINI PERIES: In Ordnung, As’ad. Lassen Sie uns damit beginnen, dass Sie uns von Jamal Khashoggi erzählen, und wofür er in Bezug auf Journalismus und Ethik des Journalismus stand.

 

AS’AD ABUKHALIL: Nun, ich meine, er ist fast so alt wie ich, also ist mir sein Name seit meinen frühen Jugendtagen im Libanon bekannt. Und in unseren fortschrittlichen linken marxistischen Kreisen war er immer ein Symbol für reaktionäre Fürsprache im Namen des saudischen Regimes und des militanten Salafi-Islam. Dafür stand er ein. Das Bild, das in den westlichen Mainstream-Medien gemalt wird, ist für jeden, der sich bemüht, Arabisch zu lesen, völlig unkenntlich. Leider sind alle Leute, die sich zu diesem Thema äußern und sozusagen sogar zu seiner Aufzeichnung des Journalismus Stellung nehmen, Leute, die noch nie etwas außer in der Washington Post gelesen haben.

 

Man kann die gesamte jahrzehntelange Karriere dieses Mannes im Journalismus nicht beurteilen, wenn man die englischsprachigen, bearbeiteten Artikel liest, die er erst im letzten Jahr veröffentlicht hat. Für einen Großteil seines Lebens, für sein ganzes Leben lang war dieser Mann im vergangenen Jahr ein leidenschaftlicher, enthusiastischer, unerschrockener Verfechter der saudischen Despotie. Er begann seine Karriere, indem er zu Bin Laden kam und ein Kamerad von Bin Laden war. Es gibt Bilder von ihm mit Waffen. Er kämpfte an der Seite der fanatischen Mudschahedin, die von den Vereinigten Staaten unter anderem in Saudi-Arabien und Pakistan unterstützt wurden, gegen die kommunistische, progressive Seite in diesem Krieg. Und er war unerbittlich in seinem Einsatz für sie und für sein Lob für Bin Laden.

 

Er stand Bin Laden ziemlich nahe. Das wird auch nicht in den Medien erwähnt. Erst Mitte der 90er Jahre brach er mit Bin Laden, was für ein Zufall. Es war etwa zur gleichen Zeit, als die saudische Regierung mit Bin Laden brach. Das sagt Ihnen, dass er sehr konsequent ein Anwalt und treuer Diener des saudischen Propagandaapparates war. Denn wenn die Leute sagen, dass er sich schon immer für Journalismus interessiert hat, welcher Journalismus? Unter dem saudischen Regime gibt es keinen Journalismus. Es gibt nur Propaganda, grobe und vulgäre Propaganda. Und er brillierte in der Kunst der saudischen Propaganda. Er wechselte von einem Job zum anderen, und er war schon früh sehr ehrgeizig. Und er hängte sich an verschiedene Fürsten, denn so funktioniert es in Saudi-Arabien.

 

Er stand Prinz Turki al-Faisal nahe, der Chef des Auslandsgeheimdienstes und Gönner von Bin Laden und den fanatischen Islamisten auf der ganzen Welt war. Und er war auch loyal zu seinem Bruder, Prinz Khalid al-Faisal, der die Zeitung Al Watan besaß, wo er seinen ersten Redaktionsauftrag in dieser Zeitung hatte. In einem kürzlich geführten Interview mit einem türkischen Fernsehsender, das er erst letztes Jahr geführt hat, sprach er natürlich auf Arabisch darüber, dass seine Rolle nicht nur als Redakteur, sondern auch als Zensor bestand. Er war der Durchsetzer der starren Dogmen der saudischen Regierung in der Zeitung. Und als die Leute schrieben, bekam er Probleme bei seiner Arbeit, es war nicht für alles, was er schrieb. Er schrieb nie ein Wort, sprach nie ein Wort gegen den Willen der saudischen Regierung. Er bekam Ärger, weil einige Leute, die ich kenne.Er war der Durchsetzer der starren Dogmen der saudischen Regierung in der Zeitung. Und als die Leute schrieben, bekam er Probleme bei seiner Arbeit, es war nicht für alles, was er schrieb. Er schrieb nie ein Wort, sprach nie ein Wort gegen den Willen der saudischen Regierung. Er geriet in Schwierigkeiten, weil einige Leute in der Zeitung mutig waren, im Gegensatz zu ihm, und wagte es, die Orthodoxie der Regierung in Frage zu stellen. Das war die Karriere von Jamal Khashoggi.

 

Ich sollte auch sagen, dass er viele Jahre lang weitergemacht hat, und er wurde ein Sprecher von Prinz Turki, als er Botschafter in Washington, DC wurde. Und er kam den westlichen Journalisten nahe, weil er der Mann war, zu dem man gehen sollte. Als sie nach Saudi-Arabien reisen wollten, wollten sie diesen Prinzen, diesen König, den Kronprinzen, interviewen, er war in dieser Hinsicht der Fixer für sie, und so lernten sie ihn kennen. Und dann band er sich an einen anderen Prinzen, Prinz Al-Waleed bin Talal, der mit dem neuen Kronprinzen in Schwierigkeiten geriet. Dort begannen seine Probleme. Er hat nicht auf die Demokratie in Saudi-Arabien gesetzt, sondern auf die falschen Prinzen.

 

Dort fielen Prinz Turki sowie Prinz Al-Waleed, der später in Ritz in Riad im vergangenen Jahr landete, in Ungnade. Und aus diesem Grund hatte er keinen Prinzen. Nach seinen eigenen Aussagen versuchte er in einem Artikel, der von David Ignatius geschrieben wurde, der ihm nahe stand, ein Berater von Kronprinz Mohammed bin Salman zu sein, aber er wollte ihn nicht als Berater nehmen, weil er immer misstrauisch gegenüber seiner islamistischen Vergangenheit war, der Tatsache, dass er Mitglied und später der Muslimbruderschaft war. So wurde er – sprach die Sprache der Demokratie beim Verlassen des Landes.

 

Der Grund, warum sie ihm nachlaufen wollten, hatte nichts mit seinem Mut oder dergleichen zu tun. Weil er so zentral in den herrschenden Medien und im politischen Establishment war, wurde sein Weggang aus dem Königreich nicht als Dissens angesehen. Er war kein Dissident, er war kein Dissident. Er sah sich selbst nie als einen oder gar eine Oppositionelle. Er sprach von sich selbst als jemand, der glaubte, dass der Kronprinz das Richtige tat, aber es falsch angeht. Ich glaube im Grunde genommen, dass er von der Regierung als Überläufer angesehen wurde, dass einer von ihnen das Land verlassen und sich dem Rang des Feindes angeschlossen hat. Und er hatte auch ein Publikum mit westlichem Publikum aus Washington DC, von einer der großen Mainstream-Zeitungen. Das war für die herrschende Familie sehr peinlich.

 

Auf Arabisch sollte ich erwähnen, dass er noch im letzten Jahr auf Twitter einen ganz anderen Ton gesprochen hat als in der Washington Post. Auf Arabisch sprach er leidenschaftlich über Palästina. Beachten Sie, dass er nie auf Englisch über Palästina gesprochen hat, nie darüber. Auf Arabisch sagte er: „Wir alle sind Trump“, als Trump die Bombardierung Syriens anordnete. So hat er in der Washington Post nie gesprochen. So war er ein sympathisches Alibi für die Washington Post, die nie die westlichen Medien und ihre Berichterstattung über den Nahen Osten in Frage stellte. Und dafür war er ihnen sehr sympathisch. Er sprach nie über die Palästinenser. Ich wette, wenn er sich für die Palästinenser oder für die islamistische Linie einsetzen würde, die er auf Arabisch gefordert hat, hätte er bei seinem Auftritt in der Washington Post nicht überlebt.

 

SHARMINI PERIES: In Ordnung, As’ad. Erzähl uns ein wenig mehr darüber, was du gerade gesagt hast, nämlich, dass er den falschen Prinzen unterstützt hat. Warum befand er sich auf der falschen Seite dieses Prinzen und ein paar Details darüber, was die Kluft ist?

 

AS’AD ABUKHALIL: Das ist eine sehr gute Frage. Und die Sache ist, dass sich die Regierung Saudi-Arabiens in den letzten zwei Jahren stark verändert hat. Für einen Großteil der Geschichte, seit 1953 und dem Tod des Gründers, wird Saudi-Arabien, obwohl es eine despotische Monarchie ist, von einer kollektiven Führung wie dem Politbüro der ehemaligen Sowjetunion regiert. Du hast die königliche Familie und dann die Oberfürsten. Das sind diejenigen, mit denen der König sich in jeder Angelegenheit beraten würde. Aus diesem Grund war die Politik in all diesen Jahrzehnten so finster und reaktionär wie die saudische Politik, aber sie war das Ergebnis eines Konsenses innerhalb der königlichen Familie. Dazu zeigte es immer Anzeichen von Vorsicht, Zurückhaltung und Täuschung, denn sie taten etwas im Geheimen, und in der Öffentlichkeit sagten sie etwas ganz anderes.

 

Unter dem Kronprinzen Mohammad bin Salman hat die Regierung gewechselt. Es gibt keine kollektive Führung. Zum ersten Mal in der Geschichte der Monarchie haben wir einen einzigen, unbestrittenen Despoten, der nicht nur Dissens, sondern auch Berater zulässt. Jeder muss ein Ja-Sager sein, und natürlich sind sie alle Männer, die um ihn herum sind. Er unterordnete alle Prinzen, er beendete alle Fraktionen, die verschiedene Prinzen vertraten. So konnte Jamal Khashoggi früher, egal wer König war, zwischen den Fürsten wechseln, um an einem Tag einen Gönner und an einem anderen Tag einen anderen Gönner zu haben. Das funktionierte immer, weil sie Teil des Aufbaus der älteren Fürsten waren.

 

Nun, es gibt keine solche Einrichtung. Alle anderen Prinzen, auch sein eigener Halbbruder, stehen unter Hausarrest. Dieser Kerl will niemandem erlauben, die Regierung zu teilen, er trifft alle Entscheidungen. Und in der Tat können wir sagen, dass das seine Todesurteil war. Vielleicht ist das der Grund, warum dies den Lauf seiner Geschichte verändern wird. Ich meine, er wird höchstwahrscheinlich an der Macht bleiben, aber ich würde argumentieren, dass seine besten Tage hinter ihm liegen. Er wird nie wieder so mächtig sein wie in den letzten zwei Jahren, denn jetzt weiß er, dass er seinen eigenen Instinkten nicht vertrauen kann. Als er ganz auf seinen Instinkten basierte, traf er vermutlich die Entscheidung, diesen Kerl loszuwerden. Er dachte nicht, dass die Auswirkungen groß genug sein würden.

 

Und ich behaupte immer noch, dass er damit durchkommen wird, und es wird keinen Preis geben, den westliche Länder, die Türkei oder die Vereinigten Staaten zahlen müssen. Ich glaube, sie arbeiten gerade an einer Vertuschungsgeschichte. Aber weil er keine Berater hatte, traf er diese Entscheidungen. Und er ist nicht jemand, der die Welt kennt. Er weiß nicht so viel über die Außenpolitik, und er hat falsch kalkuliert. Und er befindet sich jetzt in sehr unangenehmen, peinlichen Positionen, und dafür wird er schwächer denn je sein. Und höchstwahrscheinlich wird er gezwungen sein, andere Fürsten einzubinden, nicht um die Macht zu teilen, sondern zumindest um ihn herum zu sein, wenn er darüber nachdenkt, Entscheidungen zu treffen.

 

SHARMINI PERIES: In Ordnung, As’ad. Warum tünchen die westlichen Medien Ihrer Meinung nach Jamal Khashoggi auf diese Weise? Sind sie sich einfach nicht bewusst, weil sie kein Arabisch lesen, oder gibt es hier noch etwas anderes?

 

AS’AD ABUKHALIL: So sind westliche Medien. Wann immer sie einen Helden unter den Einheimischen wählen, wollen sie die Einheimischen dazu bringen, nach ihrem eigenen Bild zu sein. Ich meine, das beste Beispiel wäre der Führer, der in der gesamten Geschichte des Nahen Ostens im 20. Jahrhundert von den westlichen Medien und der westlichen Regierung am meisten geliebt wird. Ich spreche von Anwar Sadat, dem Despoten Ägyptens von 1970 bis zu seiner Ermordung 1981. Dieser Typ war ein berüchtigter Antisemit und ein Nazi. Er hatte einen nationalsozialistischen Hintergrund. Und doch wurde all das vergeben, weil er das Richtige tat, wenn es um Israel ging.

 

Diesmal hatten sie einen von ihren eigenen, der in der Washington Post schrieb, und sie nahmen das als Vergehen. Und ich möchte auch hinzufügen, dass das saudische Regime sagt, dass dieses Thema auch von Medien und Demokraten genutzt wird, die Trump nicht mögen, um ihn zu blamieren. Und ich denke, sie sind auf dieser Linie nicht weit hergeholt. Ich meine, es ist nicht so, dass die Medien plötzlich entdeckt haben, dass es eine Regierung gibt, die Journalisten tötet. Ich meine, in den letzten Monaten haben die Israelis Journalisten getötet, die buchstäblich Zeichen dafür tragen, dass sie Presse sind, sie arbeiten für die Presse, und wir haben keinen Aufschrei gesehen.

 

Aber Jamal Khashoggi wurde als ein minderwertiger von ihnen angesehen, als einer der Einheimischen, der angenehm war. Er stellte nie ihre Berichterstattung über den Nahen Osten in Frage, das gefiel ihnen. Sie mochten auch, dass er in der Zeitung nie über Palästina sprach, nie Annahmen über die amerikanische Außenpolitik in Frage stellte und es nicht zu einem großen Thema machen wollte. In ihrem Konflikt mit der Verwaltung, war bequem. Also, es gibt Hintergedanken zu dem, was sie tun, und sicherlich kaufe ich nicht, dass die Washington Post oder die New York Times oder sogar der US-Kongress plötzlich die Schrecken des saudischen Regimes entdeckt haben. Es ging nicht darum.

 

SHARMINI PERIES: As’ad, wie war Jamal Khashoggis Position zu Palästina? Wie Sie sagten, hat er es nur auf Arabisch formuliert, niemals in der englischen Presse. Und wir wissen, dass es in Saudi-Arabien in diesem Moment einen Konflikt darüber gibt, wie der König auf die palästinensische Frage antworten könnte und wie die derzeitige MbS darauf reagiert. Und auch, wenn Sie dabei auch hervorheben könnten, was das für die saudisch-israelisch-amerikanische Allianz bedeutet, die zur Bewältigung der Situation im Nahen Osten gebildet wurde?

 

AS’AD ABUKHALIL: Nun, ich beginne mit dem letzten Teil der Frage und sage ohne Zweifel, dass der AIPAC sehr eng mit der saudischen Botschaft zusammenarbeitet, um zu versuchen, das Vermögen von Amtsinhabern in Not zu retten. Und ich bin sicher, dass AIPAC unten im Kongreß festhalten wird, um zu überprüfen, ob es nicht Gesetzgebung geben wird, die in jeder Hinsicht zur saudischen königlichen Familie peinlich sein würde. Ich möchte auch sagen, dass es keinen Zweifel daran gibt, dass Jamal Khashoggi in seinem letzten Jahr eher unecht war, dass er sehr unterschiedliche Sprachen auf Arabisch und Englisch sprach. Er sagte eine Sache in der Washington Post, die Sie jetzt nicht lesen können, verfügbar auf ihrer Website. Aber auf Arabisch war es eine andere Melodie.

Auf Arabisch sollte ich erwähnen, dass er noch im letzten Jahr auf Twitter einen ganz anderen Ton gesprochen hat als in der Washington Post. Auf Arabisch sprach er leidenschaftlich über Palästina. Beachten Sie, dass er nie auf Englisch über Palästina gesprochen hat, nie darüber. Auf Arabisch sagte er: „Wir alle sind Trump“, als Trump die Bombardierung Syriens anordnete. So hat er in der Washington Post nie gesprochen. So war er ein sympathisches Alibi für die Washington Post, die nie die westlichen Medien und ihre Berichterstattung über den Nahen Osten in Frage stellte. Und dafür war er ihnen sehr sympathisch. Er sprach nie über die Palästinenser. Ich wette, wenn er sich für die Palästinenser oder für die islamistische Linie einsetzen würde, die er auf Arabisch gefordert hat, hätte er bei seinem Auftritt in der Washington Post nicht überlebt.

 

SHARMINI PERIES: In Ordnung, As’ad. Erzähl uns ein wenig mehr darüber, was du gerade gesagt hast, nämlich, dass er den falschen Prinzen unterstützt hat. Warum befand er sich auf der falschen Seite dieses Prinzen und ein paar Details darüber, was die Kluft ist?

 

AS’AD ABUKHALIL: Das ist eine sehr gute Frage. Und die Sache ist, dass sich die Regierung Saudi-Arabiens in den letzten zwei Jahren stark verändert hat. Für einen Großteil der Geschichte, seit 1953 und dem Tod des Gründers, wird Saudi-Arabien, obwohl es eine despotische Monarchie ist, von einer kollektiven Führung wie dem Politbüro der ehemaligen Sowjetunion regiert. Du hast die königliche Familie und dann die Oberfürsten. Das sind diejenigen, mit denen der König sich in jeder Angelegenheit beraten würde. Aus diesem Grund war die Politik in all diesen Jahrzehnten so finster und reaktionär wie die saudische Politik, aber sie war das Ergebnis eines Konsenses innerhalb der königlichen Familie. Dazu zeigte es immer Anzeichen von Vorsicht, Zurückhaltung und Täuschung, denn sie taten etwas im Geheimen, und in der Öffentlichkeit sagten sie etwas ganz anderes.

 

Unter dem Kronprinzen Mohammad bin Salman hat die Regierung gewechselt. Es gibt keine kollektive Führung. Zum ersten Mal in der Geschichte der Monarchie haben wir einen einzigen, unbestrittenen Despoten, der nicht nur Dissens, sondern auch Berater zulässt. Jeder muss ein Ja-Sager sein, und natürlich sind sie alle Männer, die um ihn herum sind. Er unterordnete alle Prinzen, er beendete alle Fraktionen, die verschiedene Prinzen vertraten. So konnte Jamal Khashoggi früher, egal wer König war, zwischen den Fürsten wechseln, um an einem Tag einen Gönner und an einem anderen Tag einen anderen Gönner zu haben. Das funktionierte immer, weil sie Teil des Aufbaus der älteren Fürsten waren.

 

Nun, es gibt keine solche Einrichtung. Alle anderen Prinzen, auch sein eigener Halbbruder, stehen unter Hausarrest. Dieser Kerl will niemandem erlauben, die Regierung zu teilen, er trifft alle Entscheidungen. Und in der Tat können wir sagen, dass das seine Todesurteil war. Vielleicht ist das der Grund, warum dies den Lauf seiner Geschichte verändern wird. Ich meine, er wird höchstwahrscheinlich an der Macht bleiben, aber ich würde argumentieren, dass seine besten Tage hinter ihm liegen. Er wird nie wieder so mächtig sein wie in den letzten zwei Jahren, denn jetzt weiß er, dass er seinen eigenen Instinkten nicht vertrauen kann. Als er ganz auf seinen Instinkten basierte, traf er vermutlich die Entscheidung, diesen Kerl loszuwerden. Er dachte nicht, dass die Auswirkungen groß genug sein würden.

 

Und ich behaupte immer noch, dass er damit durchkommen wird, und es wird keinen Preis geben, den westliche Länder, die Türkei oder die Vereinigten Staaten zahlen müssen. Ich glaube, sie arbeiten gerade an einer Vertuschungsgeschichte. Aber weil er keine Berater hatte, traf er diese Entscheidungen. Und er ist nicht jemand, der die Welt kennt. Er weiß nicht so viel über die Außenpolitik, und er hat falsch kalkuliert. Und er befindet sich jetzt in sehr unangenehmen, peinlichen Positionen, und dafür wird er schwächer denn je sein. Und höchstwahrscheinlich wird er gezwungen sein, andere Fürsten einzubinden, nicht um die Macht zu teilen, sondern zumindest um ihn herum zu sein, wenn er darüber nachdenkt, Entscheidungen zu treffen.

 

SHARMINI PERIES: In Ordnung, As’ad. Warum tünchen die westlichen Medien Ihrer Meinung nach Jamal Khashoggi auf diese Weise? Sind sie sich einfach nicht bewusst, weil sie kein Arabisch lesen, oder gibt es hier noch etwas anderes?

 

AS’AD ABUKHALIL: So sind westliche Medien. Wann immer sie einen Helden unter den Einheimischen wählen, wollen sie die Einheimischen dazu bringen, nach ihrem eigenen Bild zu sein. Ich meine, das beste Beispiel wäre der Führer, der in der gesamten Geschichte des Nahen Ostens im 20. Jahrhundert von den westlichen Medien und der westlichen Regierung am meisten geliebt wird. Ich spreche von Anwar Sadat, dem Despoten Ägyptens von 1970 bis zu seiner Ermordung 1981. Dieser Typ war ein berüchtigter Antisemit und ein Nazi. Er hatte einen nationalsozialistischen Hintergrund. Und doch wurde all das vergeben, weil er das Richtige tat, wenn es um Israel ging.

 

Diesmal hatten sie einen von ihren eigenen, der in der Washington Post schrieb, und sie nahmen das als Vergehen. Und ich möchte auch hinzufügen, dass das saudische Regime sagt, dass dieses Thema auch von Medien und Demokraten genutzt wird, die Trump nicht mögen, um ihn zu blamieren. Und ich denke, sie sind auf dieser Linie nicht weit hergeholt. Ich meine, es ist nicht so, dass die Medien das plötzlich entdeckt haben, siehe da,

AS’AD ABUKHALIL: So sind westliche Medien. Wann immer sie einen Helden unter den Einheimischen wählen, wollen sie die Einheimischen dazu bringen, nach ihrem eigenen Bild zu sein. Ich meine, das beste Beispiel wäre der Führer, der in der gesamten Geschichte des Nahen Ostens im 20. Jahrhundert von den westlichen Medien und der westlichen Regierung am meisten geliebt wird. Ich spreche von Anwar Sadat, dem Despoten Ägyptens von 1970 bis zu seiner Ermordung 1981. Dieser Typ war ein berüchtigter Antisemit und ein Nazi. Er hatte einen nationalsozialistischen Hintergrund. Und doch wurde all das vergeben, weil er das Richtige tat, wenn es um Israel ging.

 

Diesmal hatten sie einen von ihren eigenen, der in der Washington Post schrieb, und sie nahmen das als Vergehen. Und ich möchte auch hinzufügen, dass das saudische Regime sagt, dass dieses Thema auch von Medien und Demokraten genutzt wird, die Trump nicht mögen, um ihn zu blamieren. Und ich denke, sie sind auf dieser Linie nicht weit hergeholt. Ich meine, es ist nicht so, dass die Medien plötzlich entdeckt haben, dass es eine Regierung gibt, die Journalisten tötet. Ich meine, in den letzten Monaten haben die Israelis Journalisten getötet, die buchstäblich Zeichen dafür tragen, dass sie Presse sind, sie arbeiten für die Presse, und wir haben keinen Aufschrei gesehen.

 

Aber Jamal Khashoggi wurde als ein minderwertiger von ihnen angesehen, als einer der Einheimischen, der angenehm war. Er stellte nie ihre Berichterstattung über den Nahen Osten in Frage, das gefiel ihnen. Sie mochten auch, dass er in der Zeitung nie über Palästina sprach, nie Annahmen über die amerikanische Außenpolitik in Frage stellte und es nicht zu einem großen Thema machen wollte. In ihrem Konflikt mit der Verwaltung, war bequem. Also, es gibt Hintergedanken zu dem, was sie tun, und sicherlich kaufe ich nicht, dass die Washington Post oder die New York Times oder sogar der US-Kongress plötzlich die Schrecken des saudischen Regimes entdeckt haben. Es ging nicht darum.

 

SHARMINI PERIES: As’ad, wie war Jamal Khashoggis Position zu Palästina? Wie Sie sagten, hat er es nur auf Arabisch formuliert, niemals in der englischen Presse. Und wir wissen, dass es in Saudi-Arabien in diesem Moment einen Konflikt darüber gibt, wie der König auf die palästinensische Frage antworten könnte und wie die derzeitige MbS darauf reagiert. Und auch, wenn Sie dabei auch hervorheben könnten, was das für die saudisch-israelisch-amerikanische Allianz bedeutet, die zur Bewältigung der Situation im Nahen Osten gebildet wurde?

 

AS’AD ABUKHALIL: Nun, ich beginne mit dem letzten Teil der Frage und sage ohne Zweifel, dass der AIPAC sehr eng mit der saudischen Botschaft zusammenarbeitet, um zu versuchen, das Vermögen von Amtsinhabern in Not zu retten. Und ich bin sicher, dass AIPAC unten im Kongreß festhalten wird, um zu überprüfen, ob es nicht Gesetzgebung geben wird, die in jeder Hinsicht zur saudischen königlichen Familie peinlich sein würde. Ich möchte auch sagen, dass es keinen Zweifel daran gibt, dass Jamal Khashoggi in seinem letzten Jahr eher unecht war, dass er sehr unterschiedliche Sprachen auf Arabisch und Englisch sprach. Er sagte eine Sache in der Washington Post, die Sie jetzt nicht lesen können, verfügbar auf ihrer Website. Aber auf Arabisch war es eine andere Melodie.

 

Auf Arabisch sprach er ziemlich respektvoll über die königliche Familie. Er sprach darüber, dass er wollte, dass die saudische Königsfamilie den arabischen Aufstand sponsert und leitet, oder wie er den arabischen Frühling nannte. Er wollte, dass Saudi-Arabien die Führung übernimmt. Ich meine, stellen Sie sich nur die Auswirkungen dessen vor, was genau das ist, was passiert ist, nämlich dass Saudi-Arabien die Konterrevolution anführte, nicht die Revolution der arabischen Welt. Ich möchte auch sagen, dass er in Bezug auf Palästina sehr eindeutig, sehr kategorisch war. Er sprach davon, dass es in der Palästina-Frage keinen Kompromiss geben sollte. Er sprach sich gegen den Jahrhundertvertrag aus, der von dieser Regierung vorbereitet wird.

 

Er sagte sogar in einem Interview, das ich neulich gehört habe, und das ist aus diesem Jahr selbst, 2018, dass er glaubt, dass Jerusalem und seine Bedeutung für Muslime und Araber in keiner Weise weniger zählt als die beiden heiligen Stätten Saudi-Arabiens. Er war gegen die Normalisierung mit dem Staat Israel. Aber jetzt stellen wir fest, dass er in diesen Fragen in seinem Leben nicht konsequent war. Denn anscheinend wusste und hatte er eine anhaltende Freundschaft mit einem israelischen Reporter, mit dem er sprechen würde. Und zu ihr sagte er, er wolle, dass das iranische Regime zusammenbricht, und das würde dem Staat Israel zugute kommen. Also war er ein Mann von vielen Seiten.

 

Und die Medien und Human Rights Watch und all diese westlichen Verkaufsstellen versuchen, ein Bild von einem Mann zu zeichnen, der kompromisslos auf der Suche nach Wahrheit, Gerechtigkeit und fast dem American Way war, wie Superman der alten Fernsehserien. Und auf Arabisch hatte Jamal Khashoggi immer einen Appell unter der Muslimbruderschaft, das war sein Publikum. Seine politische Linie war sehr ähnlich wie die der Türkei. Dazu hatte er eine sehr enge Beziehung zur türkischen Regierung. Und wie wir lesen, als er ins Konsulat ging, gab er seiner Verlobten die Telefonnummer des wichtigsten Präsidentenberaters von Erdogan, um ihn anzurufen, falls er vermisst wird. Und nicht jeder arabische Journalist kann jederzeit einen engen Berater von Erdogan anrufen.

 

SHARMINI PERIES: In Ordnung, As’ad. Ich danke Ihnen vielmals, dass Sie sich uns angeschlossen haben und uns die Gegenerzählung zu dem, was wir in der Mainstream-Presse hören, präsentieren und zur Verfügung stellen. Ich habe mit As’ad AbuKhalil gesprochen. Er ist Professor für Politikwissenschaft an der California State University und Autor von The Battle for Saudi Arabia. Ich danke dir vielmals, dass du dich uns angeschlossen hast.

 

AS’AD ABUKHALIL: Vielen Dank und einen schönen Tag noch.

 

SHARMINI PERIES: Und danke, dass Sie sich uns hier im The Real News Network angeschlossen haben.

 

 

 

In der Neuen Rheinischen Zeitung (NRhZ) veröffentlicht in Ausgabe 679 vom 24.10.2018 unter http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=25333

 

 

Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des ehemaligen Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, ist Publizistin und Autorin. Ihre Kommentare für die NRhZ schreibt sie regelmäßig vom „Hochblauen“, dem 1165 m hohen „Hausberg“ im Badischen, wo sie mit ihrem Ehemann Benjamin Hecht lebt. (http://sicht-vom-hochblauen.de/) 2012 kam ihr Buch „Das elfte Gebot: Israel darf alles“ heraus. Erschienen im tz-Verlag, ISBN 978-3940456-51-9 (print), Preis 17,89 Euro. Am 28. September 2014 wurde sie von der NRhZ mit dem vierten „Kölner Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik“ ausgezeichnet.

 

3 Kommentare zu Unheilvolle mörderische Allianzen Von Evelyn Hecht-Galinski

  1. Liebe Frau Hecht-Galinski, ich konnte wegen der fortgeschrittenen Stunde erst ca. 1/3 des Textes lesen, hole das aber nach.
    Wie immer sehr informativ und leider und notwendiger Weise gruselig. Darf ich ausnahmsweise der Effizienz und Müdigkeit halber einfach den Text hier einfügen, den ich gerade auf FB zu der Verlinkung Ihres Artikels gepostet habe? Hier ist er:
    Wer schnell und nachhaltig eine Vorstellung davon erlangen will, was für eine einzige Schweinerei Machtpolitik ist, der lese diesen Text. Er ist etwas länger, aber ohne Fakten geht es nicht, wenn sich das Bild runden soll.
    Frau Hecht-Galinski ist die Tochter des ehem. Vorsitzenden des Zentralrates der Juden in DE. Sie ist nicht mehr jung, dafür aber weise und mit Überblick und Prinzipien ausgestattet.
    Nicht erstaunlich ist, daß die Dreckspur durch die gesamte „westliche Wertegemeinschaft“ reicht und von da aus über sämtliche Kontinente. Nur die Pinguine scheinen einigermaßen ehrlich und moralisch hochstehend zu sein 🙂 Ein Pinguin würde auch nicht so dämliche Entscheidungen treffen, wie sie zahlreiche deutsche Politiker immer wieder abliefern.

  2. im nahen Osten stimmt schon lange nichts mehr. Auch das Gerede von der westlichen Wertegemeinschaft ist doch nur Luft in Tüten. Man sehe sich doch nur mal die Zustände in der IDF an, Über 800 Abtreibungen p.a.. Grausam. Wer vor ungeborenem Leben keinen Respekt hat von dem darf man auch keinen Respekt vor geborenenm Leben erwarten. Im Gazastreifen ist dies tagtäglich zu beobachten. Der ganze Religions und Glaubenskäse wird durch derartige Verhaltensweisen völlig ad absurdum geführt. Mn tötet und schlägt alles kurz und klein und beansprucht danach Respekt. Völlig schizo. So eetwas zu unterstützen gehört zu unserer staatsräson. Ob da wohl unsere geistliche Elite damit klarkommt???? Wenn es um blutrünstiges Kriegshandwerk ging waren doch unsere Seelenklempner immer ganz vorne mit dabei. Hinterher haben sie natürlich nie von etwas gewusst. Amen und ein paar Kreuzchen in die Luft gemalt, kostet ja nichts.

  3. Hallo,

    Toller Beitrag. Allerdings finde ich es zu einfach Trump dafür zu beschuldigen. SA wird schon immer hofiert, und das lange vor Trump. Man siehe alleine die Carlisle Group und wer alles dorthin rannte.

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