Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

USA schicken Jagd-Bomber

Ein Gastartikel von Ulrich Gellermann

RationalGalerie: Poroshenko will noch Jahre Krieg

Einmal mehr überhäufen die US-FREUNDE Europa mit Geschenken: Kampfflugzeuge vom Typ F-22 Raptor sollen „sehr bald“ nach Europa verlegt werden. Das verkündete jüngst die US-Luftwaffen-Staatssekretärin Deborah Lee James. Und die kriegserprobten deutschen Medien wissen auch warum: Es sei „eine Reaktion auf russische Militärhandlungen in der Ukraine“ skandieren sie chorisch.

F-22 photo
Photo by The National Guard

 

Von welchen russischen Militärhandlungen die Rede ist, wollen sei uns nicht sagen. Auch, dass der Raptor, der Raubvogel, schon einmal im Einsatz war, mochten sie ihren Kunden nicht verraten. – Im September letzten Jahres warfen die 200 Millionen Dollar teuren Maschinen diverse Bomben zum Stückpreis von 30.000 US-Dollar über Syrien ab. Wie viele Tote und wie viele Flüchtlinge die US-Forces dabei erzeugten, teilte uns das Verteidigungs-Ministerium nicht mit. Sicher ist nur, dass die FREUNDE die Linderung des Flüchtlingselends den Europäern aufbürden.

Ein anderer Freund von Frau Merkel war gerade in Berlin: Petro Poroschenko. Der notorische Präsident der Ukraine redete mit der deutschen Kanzlerin und dem französischen Präsidenten über den ukrainischen Bürgerkrieg. Russland war gar nicht erst eingeladen.

Eingeladen waren auch nicht die Separatisten, die nach dem Minsker Abkommen eigentlich an den Tisch gehört hätten. Muss ja nicht sein, wird die suspekte Dreier-Runde gedacht haben. Wenn doch die FREUNDE Jagd-Bomber schicken. Schließlich ist die US-Devise seit den Tagen der fröhlichen Jagd auf die Indianer: Erst schießen, dann reden. Ein Wahlspruch, den auch die Farbigen in den USA gut kennen. Warum sollte man diese bewährten Grundsätze im Ukraine-Krieg plötzlich über Bord werfen.

Doch über all dem Bomben-Abwurf-Lärm weht ein milder Friedensvorhang. Denn, so wird erzählt, das Kiewer Parlament will in den nächsten Tagen über eine Art Autonomiestatus der Gebiete Donezk und Luhansk entscheiden. Aber was auch immer die Werchowna Rada beschliessen wird: Solange die ukrainische Regierung nicht mit den Vertretern der Ost-Ukraine redet, sind deren Beschlüsse nicht das Papier wert, auf das sie gedruckt würden.

Denn seit dem 12. Februar 2015 liegt das zweite Minsker Abkommen auf dem Tisch. Das auch von den Garantiemächten Deutschland und Frankreich unterzeichnete Dokument legte im Punkt 4. fest, dass die ukrainische Regierung binnen 30 Tagen nach der Unterzeichnung mit den Separatisten den Dialog über den Friedensprozess hätte beginnen müssen. Doch die Poroshenko-Jazenjuk-Gruppe redete bisher nur mit den USA.

Die sind aber gar nicht Vertragspartner. Und beim jüngsten Treffen von Poroshenko mit Merkel und Hollande scheint man über das Wetter geredet zu haben, keineswegs aber über die Einhaltung von Minsk II.

Schon einmal, vor fast einem Jahr, tat die wirre Truppe in Kiew so, als würde sie der Donbass-Region einen Sonderstatus einräumen. Stellvertretend für die deutschen Regierungsmedien ist die schwer zu ertragende Cathrin Kahlweit von der SÜDDEUTSCHEN ZEITUNG dazu zu zitieren: „Kiews Kotau vor Moskau“ nannte sie den Versuch dem Ende des Bürgerkrieges näher zu kommen. Und sie schäumte: „Der Kampf um die territoriale Integrität wurde aufgegeben. – Viele Demonstranten vom Maidan müssen sich jetzt verraten fühlen“. Man scheint in Kiew den deutschen Medien brav zu folgen: Von den bereits damals im Kiewer Parlament beschlossenen Sonderrechten für die Donbass-Region hat man nie, nie wieder irgendetwas gehört oder gesehen. Zu hören war der Lärm der Geschütze, zu sehen sind bis heute die Toten und die zerbombten Häuser.

Kurz bevor der Oligarch aus der Ukraine zum Rapport in Berlin antanzte, hatte er in Kiew eine Parade abgenommen und dort feierlich prophezeit, dass der Krieg sicher noch ein weiteres Jahr dauern werde.

Nun, wer außer ihm (und den USA) sollte es besser wissen: Wer den Krieg treibt, der kann seine Dauer gut voraussagen. Der Dame Merkel fiel dazu nur ein an Russland zu appellieren, es möge doch den Minsker Friedens-Prozess einhalten. Offenkundig ist die Kiewer Wirrniss ansteckend. Denn der Prozess wird von den Kiewer US-Statthaltern aufgehalten. Frau Merkel bellt das falsche Haus an.

Doch wer sich auf seine FREUNDE verlassen kann, der braucht keine Feinde mehr. Die Raptor Kampfflugzeuge, die demnächst den Himmel über Europa zieren werden, sind mit Bomben auszurüsten, deren thermobarische Wirkung im Zielbereich eine „increased lethality“ (erhöhte Todesquote) versprechen.

Die qualvoll grausame Todesart mit Verbrennungen, zerplatzenden Lungen und Trommelfellen und Herausquellen der Augen aus den Augenhöhlen der Opfer wird sicher die Menschen in der Ost-Ukraine genauso abschrecken, wie die gleichen Bomben das schon in Syrien und Afghanistan geleistet haben. Dort sollten die Kriege ja auch nach dem bekannten US-Rezept durch den Krieg beendet werden. Die Erfolge sind bekannt.

1 Kommentar zu USA schicken Jagd-Bomber

  1. Der eigentliche Skandal: heute melden die Medien, internationale Gläubiger hätten einem Schuldenschnitt des Poroschenko-Regimes zugestimmt, womit Milliarden des IWF für Kiew freigegeben werden. Gleichzeitig meldet Jarzeniuk, die Gelder seien u.a. für das
    Militär bestimmt.
    Moral der Geschichte: der IWF und „internationale Gläubiger“ (wer sind diese?) finanzieren den Krieg Poroschenkos gegen das eigene Volk.

    Hoppla, Herr Steinmeier, ist Ihnen das aufgefallen?

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