Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Was wäre aus dem kleinen Aylan in Deutschland geworden?

Aylan

Von Milena Rampoldi und Aygun Uzunlar, ProMosaik e.V.

Mit dieser Karikatur übertrifft Charlie Hebdo sich selbst. Ein Jahr nach dem brutalen Attentat gegen die Redaktion übernimmt Charlie Hebdo die makabre Aufgabe und Mission des islamfeindlichen Glaskugelexperten. Merlin der Zauberer macht sich auf in die Redaktion und spekuliert über das Leben des armen toten Aylan, des Flüchtlingskindes, das an die türkische Küste gespült worden war. Wir hatten damals auch ein Gedicht über Aylan veröffentlicht und ihn zum Symbol der Flüchtlingstragödie in der türkischen Ägäis erhoben. Für uns von ProMosaik e.V. ist Aylan das Opfer der westlichen Kriegstreiberin und der westlichen Wachturm- und Mauerpolitik, wenn es um die Aufnahme von Flüchtlingen geht.

Aber Charlie Hebdo sieht die Sache natürlich anders und identifiziert Aylan mit dem islamfeindlichen Männerbild des arabischen Macho und Grapschers. Somit steht für den Hebdomerlin Eines fest: Es kann gar nicht anders laufen… Hätte Aylan überlebt, wäre Aylan nicht vor der türkische Küste ertrunken, dann wäre er von der griechischen Insel Kos nach Europa gekommen. Wohin nach Europa? Das ist für den Experten der Islamfeindlichkeit aus dem Land des Sonnenkönigs auch sonnenklar: am besten hätte sich Aylan in der Flüchtlingswillkommenskultur der deutschen Kanzlerin abgefunden und dort einen Willkommenteddy in die Arme genommen.

Und nach 15-16 Jahren, so Hebdomerlin, wäre er dann zu Silvester mit seinen muslimischen Frauengrapscherfreunden aus der gesamten arabischen Welt nach Köln zum Hauptbahnhof gegangen und hätte seine Mission vollendet. Denn ein besseres Leben bedeutet für arabische Männer in Europa nur das Eine: Freiwild angrapschen. Aber Grapschen hat keine Religion. Und sexuelle Gewalt hat keine Religion. Also macht Merlin eine islamfeindliche Gleichung daraus, ohne die das Ganze gar keinen Sinn machen würde: Er identifiziert den Koran und den Islam mit einer Religion der Verherrlichung sexueller Gewalt. Dass das gar nicht stimmt, interessiert ja keinen. Denn je öfter man eine Lüge rezitiert oder in Karikaturen neu erfindet, desto wahrer wird sie in einer Welt der Kriegstreiberei und der Abgründe der Ignoranz.

4 Kommentare zu Was wäre aus dem kleinen Aylan in Deutschland geworden?

  1. Überraschend „aufklärerisch“, die Übereinstimmung der Botschaft des Zeichners und „Humoristen“ von Charlie Hebdo mit… ja, mit Madame Le Pen und all ihren europäischen Apologethen, von Dänemark, über die Niederlande, Hamburg und München, nicht zu vergessen: des Zentralrat der Juden in Deutschland (siehe die von dessem Vorsitzenden ausgesprochene Warnung vor „einer fremden Kultur“ des Islam in Deutschland). Das aber hätte man auch schon früher vermuten können. Jetzt ist es Presse-Akten-kundig! Dank Charlie Hebdo…

    Non, je ne suis pas Charlie, jetzt noch weniger als zuvor!

  2. Was Charlie-Hebdo macht, ist wirklich der Gipfel der Geschmacklosigkeit, Pietätlosigkeit und Boshaftigkeit! Zudem hatte Aylans Familie gar nicht vor, nach Deutschland auszuwandern, sondern sie wollten nach Kanada zur Schwester von Aylans Vater, doch das wird einfach ausgeblendet. In Wirklichkeit geht es hier ja gar nicht um Aylan und dessen Familie selbst, sondern es ist einfach pauschalisiert „der Orientale“ gemeint, ganz in der Art, wie zur Nazi-Zeit im Hetzblatt Der Stürmer „der Jude“ karikiert wurde. Man kann also Charlie-Hebdo heute durchaus mit dem „Stürmer“ von damals gleichsetzen.
    Es ist eines, Terroranschläge, wie denjenigen auf die Redaktion von Charlie-Hebdo – gleich ob er von den offiziell Verdächtigten begangen wurde oder eine False-Flag-Aktion war – zu verurteilen und dagegen zu demonstrieren, und eine andere, mit Charlie-Hebdo zu sympathisieren und sich mit diesen Leuten und ihrem äußerst geschmacklosen Schmutzblatt zu identifizieren. Wer damals bewußt oder unreflektiert ein Schild mit der Aufschrift „Je suis Charlie“ hochhielt, sollte das besser überdenken und bereuen – insbesondere, wenn es sich um Muslime handelt, denn sonst könnte es ihnen am Tage der Auferstehung geschehen, dass sie zusammen mit den Redakteuren von Charlie-Hebdo anstatt mit den Muslimen versammelt und mit ersteren in die Hölle gezerrt werden. Ich sagte damals in einem Kommentar: „Lieber Charlie Chaplin als Charlie-Hebdo – wenn es schon Charlie sein muss“.
    Man sollte bei derartigen großen Terroranschlägen immer die Frage danach stellen, wem sie nützen, wem sie letztendlich von Vorteil sind. Vor dem Anschlag war Charlie-Hebdo weitgehend in Vergessenheit geraten, hatte viele Leser verloren, und geriet durch dieses Ereignis plötzlich wieder in die Schlagzeilen, und auch heute, ein Jahr danach, gab es eine Gedenkveranstaltung. Wer hat ein solch brennendes Interesse daran, Muslime gegen Nichtmuslime aufzuhetzen und die Gesellschaft zu spalten? Es kann die terroristische Organisation, der vorgeblich „Islamische Staat“ sein, aber auch jemand anderer, der ein großes Interesse daran hat, die Aufmerksamkeit der Menschen von noch viel größeren Machenschaften und Verbrechen abzulenken: Der Raubtierkapitalismus mit seiner schrittweisen Versklavung der Menschheit. Wenn die Bevölkerungen der verschiedenen Länder sich dieser Entwicklung einmal bewusst werden, wird es zu spät sein, denn sie haben in ihrer Angst vor Terroranschlägen dem weiteren Abbau ihrer Bürgerrechte und noch größerer und tiefgehenderer Überwachung bereits zugestimmt, so dass dann jedes Aufbegehren gegen die Herrschaft der Raubtierkapitalisten im Keim unter dem Vorwand des „Krieges gegen den Terror“ erstickt werden kann.

  3. War es Zufall, dass einige Mitglieder der Redaktion von Charlie-Hebdo den Anschlag überlebt haben, damit sie die widerwärtige Arbeit dieser Zeitschrift fortführen können?
    Wenn es kein Zufall gewesen sein sollte, dann muss es sich um einen False-Flag-Anschlag gehandelt haben: Geheimdienst- und Sicherheitskreise hatten herausgefunden, dass die verdächtigten „Islamisten“ einen Anschlag auf die Redaktion von Charlie-Hebdo oder auf irgendein anderes Ziel planten. Bevor sie ihn jedoch ausführen konnten, geschah dies durch Spezialkräfte (Aussage einer Zeugin, mindestens einer von ihnen hätte blaue Augen gehabt) im Auftrag der genannten Geheimdienst- oder Sicherheitskreise, die vorsätzlich bestimmte Mitglieder der Redaktion nicht töteten, sondern überleben ließen. Anschließend wurden (auf Grund eines angeblich in einem PKW vergessenen Personalausweises) die vermutlichen Täter ausgemacht, gejagt und in einem Feuergefecht mit der Polizei getötet. Da bei diesem keine Journalisten als Zeugen zugegen waren (sein durften), können Außenstehende nicht sagen, ob es der Polizei möglich gewesen wäre, wenigstens einen der Verdächtigen lebend zu ergreifen (und Innenstehende dürfen es nicht sagen). Im Falle, dass die beiden nicht die wirklichen Täter waren, durften sie nicht lebend gefasst werden, um nicht aussagen zu können. Mit ihrem Tod ist für die Behörden der Fall abgeschlossen, und es wird von offizieller Seite nicht weiter nachgeforscht. Merkwürdig ist dabei auch der Selbstmord eines höheren Polizeibeamten. Sollte er von den Machenschaften seiner Kollegen gewusst haben und deshalb – als Selbstmord getarnt – ermordet worden sein, oder beging er tatsächlich Selbstmord, aber nicht wegen familiärer oder sonstiger Problem, sondern weil er seine Mitwisserschaft nicht ertragen konnte und wusste, dass niemand ihm die Geschichte glauben würde?

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