Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Wer zu Unrecht schweigt, macht sich schuldig!

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Während die Judaisierung Palästinas ungestört voran schreitet, die illegale Besatzung Palästinas aufrecht erhalten wird, die Situation auf dem Haram al-Sharif und die al-Aqsa Moschee durch das Netanjahu-Regime immer rechtloser wird und rechtsextremistische Politiker, von Lieberman bis Bennett schon über „Transfer“ von palästinensischen Bürgern, israelischen Staatsbürgern in das illegal besetzte Westjordanland fabulieren, schweigt die Bundesregierung zu all den jüdischen Schandtaten.

Nachdem Kanzlerin Merkel nach Wagnerschen Operngenuss in Bayreuth, wo diesjährig ein jüdischer Regisseur in einer mehr als fragwürdigen Inszenierung Wagner explizit als Antisemit geschmacklos bloßstellen konnte, ist die gesamte Bundesregierung abgetaucht in die urlaubliche Versenkung und schweigt.

Es fällt auf, dass Merkel nie von „barbarischen Taten“ durch jüdische Besatzer spricht, wenn palästinensische Opfer zu beklagen sind, sondern sie schweigt zu diesen Verbrechen und schlimmer noch, sie versichert dem Besatzer-Regime noch ihre Solidarität mit seiner vermeintlichen“ Selbstverteidigung“! Die Nachfolger der „christlichen Faschisten“ wurden zu „christlichen Zionisten“ und schweigen zu zionistischem Staatsterror. Dazu passt das wunderbare Gedicht von Erich Fried, „Die Nachfolger“ am Ende dieses Kommentars.

Es ist schier unglaublich, dass sich deutsche Politiker immer wieder mit den jüdischen Besatzern solidarisieren, während der legitime Freiheitskampf der Palästinenser kalt ignoriert wird. Gibt es ein anderes Volk als das palästinensische, zu dem wir uns als Deutsche mehr hingezogen fühlen sollten? Wohl kaum, denn nach dem Holocaust haben wir dieses Volk, das so viel unsägliches Leid erlitten hat, im Stich gelassen. Immer wieder fühlt sich Deutschland im Schicksal verbunden mit dem „Jüdischen Staat“, allerdings sollte diese Verbundenheit angesichts der Menschen- und Völkerrechtsverbrechen enden. Diese begannen seit Staatsgründung 1948 und schon davor. Wie oft muss man es noch wiederholen, damit es Gehör findet? Scheinbar nicht oft und laut genug, da sich nichts ändert, außer zum Schaden Palästinas und seiner illegal besetzten Bevölkerung.

Während die Politik schweigt und sich mit dem „Jüdischen Staat“ und seinem „Sicherheitsbedürfnis“ verbündet, wird die Verantwortung für das palästinensische Volk mit Zahlungen an eine mit Israel kollaborierende Palästinenserbehörde abgeschoben. Das ist ein unglaubliches Versagen. Denn alle Zahlungen, die Deutschland leistet, müssten vom „Jüdischen Staat“ als Besatzungsmacht geleistet werden.

Während das Netanjahu-Regime das illegal besetzte Westjordanland mit Hilfe der Abbas-Behörde unterdrückt, ihnen die Freiheit, die Würde und den Wasserhahn und den Strom abdreht, zahlt Deutschland und Europa weiter für die illegale Besatzung. Unterwürfig wird hingenommen, dass palästinensisches Eigentum, bezahlt vom europäischen Steuerzahler, mutwillig von den Besatzern zerstört wird, in der Gewissheit, dass es wieder und wieder so, weiter geht, wie ein Perpetuum mobile!

Ausgerechnet Deutschland, das am 20.Juli den Widerstand einiger mehr als fragwürdiger adliger Offiziere feierte, betont immer wieder, wie wichtig Zivilcourage und Widerstand gegen Terror und Besatzerregime ist.

Während die jüdischen Besatzer jeden palästinensischen – legitimen – Widerstand sofort bekämpfen, mit Reizgas, Stinkwasser, Gummigeschossen und Scharfschützen, wie aktuell geschehen auf dem Haram al-Sharif. Zwar wurden die geplanten Detektoren und Kameras wieder abgebaut, dafür ließ Netanjahu aber Massen von Besatzungspolizisten und Soldaten aufmarschieren, die Religionsfreiheit für Muslime wurde wieder einmal mit Füßen getreten und nur palästinensische Männer über 50 Jahre und Frauen durften auf dem Areal beten, ganz wie es den Besatzern passt, da war das Maß voll. Als dann noch von der Abbas-Behörde und der Fatah-Partei der „Tag des Zorns“ ausgerufen wurde, da war das so verlogen wie die ganze Behörde. Schließlich fürchten sie doch ebenso wie die jüdischen Besatzer-Freunde den Ausbruch einer neuen Intifada. Auch wenn diese sicherlich viele Opfer auf palästinensischer Seite fordern würde, gegen die ungleiche Macht der jüdischen Machthaber, lässt sich die mehr als verständliche Wut gegen dieses hoffnungslose Leben kaum mehr zügeln. Was haben diese jungen Palästinenser noch zu fürchten in diesem trostlosen Leben unter israelischen und auch unter palästinensischen Repressalien? Wenigstens mit dem Einsatz ihres Lebens wollen sie etwas tun gegen die nun schon seit Jahrzehnten währende Unfreiheit der Besatzung und für die Befreiung Palästinas.

Gerade der Haram al-Sharif als wichtiges Heiligtum nach Mekka und Medina wird immer wieder von den jüdischen Besatzern unter falschen Darstellungen als jüdisches Symbol instrumentalisiert. Dass es auf dem „Tempelberg“ (Haram-al-Sharif) einen zweiten jüdischen Tempel gab, scheint unstrittig, aber völlig unwahrscheinlich ist es, dass es je einen ersten gab. Wenn jetzt also rechtsextremistische Politiker von Bennett bis Glick planen, einen dritten Tempel zu errichten, dann ist das an Provokation und bewusster Irreführung der Weltöffentlichkeit nicht mehr zu überbieten.

Auch die „jüdische Klagemauer“ im illegal besetzten Jerusalem ist lediglich eine ehemalige Abgrenzungsmauer, die erst im 19.Jahrhundert zu einem jüdischen Symbol instrumentalisiert wurde. Bereits zwischen 1928 und 1929 wurde ein erbitterter Kampf um die Deutungshoheit geführt, die in schweren Kämpfen mit mehr als 250 Opfern endete. Immer war es die Angst der palästinensischen, muslimischen Urbevölkerung vor einer Judaisierung ihrer heiligen Stätten – und wie recht sie hatten! Damals gab es allerdings noch die britische Mandatsregierung, die ganz klar den Staus quo so definierte, wie er sein sollte, nämlich, dass das ganze Areal inklusive der „Klagemauer“ den Muslimen gehört und zugesprochen wurde. Auch der Beschluss der UNESCO von 2016 definierte den Haram al-Sharif als muslimisch und erkannte damit nur die Realität der Geschichte an, und 2017 definiert die UNESCO in ihrer Jerusalem-Resolution endlich diese Stadt als das, was sie ist: eine besetzte Stadt. Tatsächlich gibt es nur ein Problem in Palästina und speziell auch auf dem Haram al-Sharif, nämlich die illegale jüdische Besatzung, über die so gut wie gar nicht mehr gesprochen wird, um dieses Hauptproblem in Vergessenheit geraten zu lassen.

Die Wahrheit lässt sich aber durch Unwahrheiten extremistischer Rabbiner und „israelische Arabisten“ wie Mordechai Kedar nicht ewig verbergen, die immer wieder behaupten, dass der muslimische Anspruch auf den Haram-al-Sharif eine „Geschichtsfälschung“ wäre. Wer hier die Geschichtsfälscher sind ist doch ganz offensichtlich. Ich empfehle in diesem Zusammenhang das Buch von Israel Finkelstein und Neil A. Silberman: „Keine Posaunen vor Jericho“! (1)

Dieses Buch räumt sachlich und kenntnisreich auf mit jüdischen Mythen, ebenso wie das mehr als lesenswerte Buch von Nell A. Silberman: „David und Salomo“! (2)

Es muss Schluss sein mit der Instrumentalisierung des Judentums wie sie immer massiver von den jüdischen Besatzern und ihren Sayanim im Ausland betrieben wird, um sich den ewigen Anspruch auf ganz Palästina zu sichern. Erst Vertreibung und ethnische Säuberung, dann kam die Besatzung. Was bleibt noch, um die Endlösung der Judaisierung zu vollenden, nur die endgültige Vertreibung und der „Transfer“?

Wenn Netanjahu die Todesstrafe für palästinensische Widerständler fordert, während die jüdische „Verteidigungs“-Armee ungestört außergerichtliche Todesurteile vollstreckt, wenn für jüdische Mördersoldaten und Terroristen unglaublich nichtige Urteile gefällt werden, wie gegen den Mördersoldaten Azaria, der einen wehrlos am Boden liegenden Palästinenser erschoss, und für den von Netanjahu und Kollegen „Gnade“ gefordert wird, während unschuldige Palästinenser in illegaler jüdischer Administrativhaft ohne Anklage oft bis an ihr Lebensende zu sitzen haben, dann ist etwas oberfaul im „Jüdischen Staat“, der sogenannten „einzigen“ Demokratie im Nahen Osten, die keine ist, weil sie nicht einmal mehr versucht, ihre Verbrechen zu vertuschen. Warum sollten sie auch, wo sie doch voll gepumpt mit Waffen, finanziellen Milliardenhilfen und wohlwollenden Solidaritätsadressen für ihre Verbrechen belohnt werden.

Wenn die neuen israelischen Helden, wie es Gideon Levy formulierte, Mörder sind, die nur eines kennen und wollen, nämlich „Araber töten“, und wenn mehr als 85% der Bürger im „Jüdischen Staat“ diese verbrecherische und mörderische Expansionspolitik unterstützen, dann hat die jahrzehntelange jüdisch-zionistische Gehirnwäsche ihr Ziel erreicht. (3)

Der „Jüdische Staat“ ist eine in sich eingeschlossene hochmütige Gesellschaft und nicht mehr dem Recht und demokratischen Gesetzen verbunden. Das ist ein besonders schlimmer Tatbestand, der nur mit Hilfe der heuchlerischen Staatengemeinschaft aufgrund eines ewigen Opferstatus nach dem Holocaust ermöglicht wurde. Das ist auch das heutige Problem, wenn Antisemiten zu Philosemiten wurden und wenn Israel-Kritik oder BDS-Unterstützer zu Judenhassern/Antisemiten gemacht werden, dann ist das auch ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, weil wieder jüdische Bürger ausgegrenzt und delegitimiert werden, dass wir uns heute nicht mehr gefallen lassen müssen. Denn nicht unsere Verleumder sind im Recht, sondern diejenigen, die sich aktiv für Gesetz, Recht und Freiheit in Palästina einsetzen.

Wenn die westliche Unterstützer-Allianz immer wieder vereint gegen den Terror kämpft, den sie zum großen Teil selbst angerichtet und verschuldet hat, aber gegenüber dem jüdischen Besatzer-Staatsterror blind ist, und gegen den eigenen sowieso, dann läuft etwas ganz falsch.

Gerade diese Allianz und der „Jüdische Staat“ sind immer schnell dabei, andere missliebige Staaten zu boykottieren und zu verunglimpfen, wie aktuell den Iran. Aber sobald es um den so wichtigen Boykott gegen den „Jüdischen Staat“ geht, als ewigen Boykotteur gegen das palästinensische Volk, dem man die Freiheit verweigert und seines Landes beraubt, wird die Antisemitismuskarte gezogen. Ist nicht gerade das jüdische Besatzer-Regime das einzige und letzte, dass unter den wohlwollenden Augen der Weltgemeinschaft ein Volk so aller Rechte beraubt, und an Aggressionen kaum zu überbieten.

Zu Recht fürchtet sich das Netanjahu Besatzer-Regime vor der BDS-Kampagne und führt einen Krieg gegen die internationalen Unterstützer. BDS-Unterstützern wie der „Jewish Voice for Peace“, „American Muslims for Palestine“ und diversen christlichen und jüdischen Gruppen, Unterstützern und Aktivisten wird die Einreise in den „Jüdischen Staat“ verweigert. Am Beispiel von Südafrika können wir sehen, wie wichtig der Druck der Zivilgesellschaft da ist, wo die Politik so völlig versagt.

Der Schrei Palästinas nach Freiheit und Recht darf nicht mehr ungehört bleiben, wer zu Unrecht schweigt, macht sich schuldig!

Die Nachfolger

Weil christliche Faschisten
zu Hitlers Zeit in Europa
Juden getötet haben
bewaffnen im Libanon heute
Zionisten die Falangisten
die so christlich sind
und so faschistisch
wie damals die Judenmörder

Weil faschistische Mörder
Juden vertrieben haben
sollen jetzt faschistische Mörder
die Palästinenser
die unschuldig waren
am Tod der Juden Europas
so ermorden wie damals
die Juden ermordet wurden

Weil es Juden und Linke gibt
die das Wahnsinn nennen
und den Mördern nicht helfen wollen
bezeichnen die Zionisten
diese Linken als Nazis
und die antifaschistischen Juden
als „jüdische Antisemiten“
und „Verräter am eigenen Blut“

Erich Fried

4 Kommentare zu Wer zu Unrecht schweigt, macht sich schuldig!

  1. Nach dem Vorfall in der israelischen Botschaft in Amman geht es nun darum zu verhindern, daß deren Personal jemals wieder zurückkehrt, gleich ob der Wachmann in Israel vor Gericht gestellt werden sollte oder nicht. Die Mehrheit der Jordanier möchte keine israelische Botschaft in ihrem Land haben.

  2. Liebe Evelyn,
    an das Schweigen hiesiger Medien und PolitikerInnen haben wir uns leider gewöhnen müssen, es ist zudem eine Charaktersache der Medien*****, von durch den Parteiapparat geschleuste „Individuen“, die das eigenständig Denken ablegen und es ist m.E. gerade in Sachen Medien*****, die beim Betreten der Medienanstalten, Redaktionen etc. das eigene Hirn ausschalten, ein Kampf gegen Windmühlen…
    Besonders auffällig ist, das die palästinensische Botschaft in Berlin offenbar den Gaza völlig aus den Augen verliert, bzw. verloren hat. Ich fürchte, da ist im Hintergrund etwas keinesfalls positives im Gange, von dem wir bislang keine Kenntnis besitzen, aber u.U. erahnen können!

  3. wenn staatlich gedungen Mörder (Mossad) oder IDF Soldaten grausame Verbrechen begehen (z.B. kampfunfähige, am Boden liegende Menschen) per Kopfschuß hinrichten erdreistet sich der israelische Premier von Begnadigung zu sprechen. Wenn einfache Soldaten der ehemaligen deutschen Wehrmacht ihre Befehle ausführten müssen sie mit 94 Jahren in’s Gefängnis. Bin gespannt was passiert wenn IDF Soldaten sich wehren verbrecherische Befehle auszuführen. Irgendwie verliert man die Orientierung wenn man dies alles miterlebt. Recht und Gesetz scheint immer nur für Sieger oder Besatzer zu gelten. Je nach Belieben.

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