Notizen vom Ende der unipolaren Welt -14 Von Mathias Bröckers

Notizen vom Ende der unipolaren Welt -14

Es war das Zündnadelgewehr, das den “Deutschen Krieg” zwischen Preußen und Östereich entschied. Kurz zuvor hatten die beiden Mächte noch gemeinsam Dänemark besiegt, doch sich beim Streit um Schleswig und Holstein dann derart überworfen, dass es 1866 zur Schlacht in Königgrätz in Böhmen kam.

Cartoon: Matt Wuerkers-Politico

 

 

Notizen vom Ende der unipolaren Welt -14

Es war das Zündnadelgewehr, das den “Deutschen Krieg” zwischen Preußen und Östereich entschied. Kurz zuvor hatten die beiden  Mächte noch gemeinsam Dänemark besiegt, doch sich beim Streit um Schleswig und Holstein dann derart überworfen, dass es 1866 zur Schlacht in Königgrätz in Böhmen kam. Dass bei den etwa gleichstarken Truppen (jeweils etwa 200.000 Mann) die Östereicher  schnell unterlagen und ein Vielfaches an Verlusten und Verletzten erleiden mussten, verdankten die Preußen der technischen Innovation dieses Gewehrs, mit dessen Entwicklung  für die preußische Armee der Büchsenmacher Nikolaus von Dreyse 1840 begonnen hatte. Nachdem er sich  bei der Arbeit an einem Vorderlader mit seinen neuartigen Patronen die Hand verletzt hatte,  hatte er einen Hinterlader entwickelt. Er ermöglichte nicht nur eine 3-mal schnellere Schussfolge als traditionelle Vorderlader, sondern konnte vor allem auch im Liegen nachgeladen werden, sodass die Schützen länger in Deckung bleiben konnten.  Nachdem Preußen dank dieser militär-technischen Innovation seine Macht in Deutschland zementiert hatte, setzte vor allem in Frankreich ein Rennen um die Herstellung solcher “Schnellfeuerwaffen” ein, die dann auch bald, mit dem  “Chassepotgewehr” im folgenden deutsch-französischen Krieg, zum Einsatz kamen.

Mir fiel diese historische Etappe der Rüstungsspirale jetzt im Zusammenhang mit den hypersonischen Raketen wieder ein, die einen ähnlichen Vorsprung durch Technik markieren wie einst das erste “Schnellfeuergewehr” – und das US-Imperium samt NATOStan so verwundbar machen, dass das kleine Russland , eine “Regionalmacht  mit Tankstelle”(Barack Obama),  es wagen kann, ihnen die Stirn zu bieten. Gegen einen Einschlag von Kinzhal, Zircon & Co. kann sich derzeit niemand verteidigen und es wird Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis Abwehrmöglichkeiten gegen die wortwörtlichen Blitzeinschläge dieser Präzisionsraketen entwickelt worden sind. Russland hatte die “unbesiegbare” Waffe in den vergangenen Wochen zwei Mal eingesetzt, um große Munitionsdepots der Ukraine zu zerstören, und diese Demonstration führte dann zu einer gewissen Hektik in Washington. Wo sogleich  die “bisher geheimgehaltene” Arbeit an einer hypersonic missile gelüftet und von einem ersten Test berichtet wurde, der allerdings so ausfiel, dass die USA – so Bloomberg News – “weiter hinter Russland und China zurückfallen”. Es wird also noch etwas dauern, das “Gleichgewicht des Schreckens” wieder herzustellen, weshalb ich schon 2018, als der militärtechnische game changer erstmals vorgestellt wurde, die außen,-und verteidigungspolitische Parole  “Don’t mess around with Ivan!” ausgegeben und 2019 ein Bekenntnis abgelegt hatte, wie ich lernte, die Bombe zu lieben:

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