Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Der Auschwitz Minister von Evelyn Hecht-Galinski

Kommentar vom Hochblauen

Der Auschwitz-Minister

Von Evelyn Hecht-Galinski 

Voller Abscheu denke ich an diesen – wie die FAZ schrieb – „totalen“ Neuanfang, an diesen Auschwitz-Minister Maas. Selten hat mich die politische Einseitigkeit eines in meinen Augen offensichtlich traumatisierten Außenministers so angeekelt, dass ich mich geradezu gezwungen sehe, erneut über diesen Minister des Grauens, so grau wie seine Anzüge, zu schreiben. Dieser „Auschwitz-Minister“ war der erste Minister, und zwar als Justizminister, der „Chanukkah“ im Ministerium feierte – mit wem wohl – und der nach seiner Rückkehr aus seinem „gelobten Land“ wahrscheinlich auch noch Pessach feiern wird, das diesmal zeitgleich mit Ostern stattfindet. Ich frage mich nur, wann wird dieser philosemitische Minister konvertieren, die Beschneidung vollziehen und seine Bar Mizwa im Ministerium feiern, mit Charlotte Knobloch als Ehrengast? 

Schon vor Antritt seines Fluges in den „Jüdischen Staat“ betonte er seine Verbundenheit mit Israel. Und wie nicht anders zu erwarten war von einem Minister, der „wegen Auschwitz“ in die Politik gegangen ist, hatte er nichts Eiligeres zu tun, als nach seiner Ankunft im „Jüdischen Staat“ erneut die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, zusammen mit der mitreisenden Ex-Präsidentin des Zentralrats der Juden Charlotte Knobloch, zu besuchen. 

Deir Yasin: 1948 dem Erdboden gleichgemacht 

Weiß dieser Minister nicht, dass in Sichtweite von Yad Vashem Deir Yasin liegt? Dieses 1948 von seiner Bevölkerung von Zionisten gesäuberte und dem Erdboden gleichgemachte Dorf ist bekannt als Ort eines von vielen gut dokumentierten Massakern an der palästinensischen Zivilbevölkerung, ein bis heute ungesühntes Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Auslöser der „Nakba“ – der Katastrophe. Wie für unsere Bundesregierung ist das auch für den Auschwitz- und „Mitläufer-Minister“ sicher kein Thema. (1)(2)(3) 

Zu seiner illustren Entourage gehörten neben Knobloch noch zwei „besondere“ Journalisten, einer von der „Springernden“ Bild-Zeitung und einer von der Jüdischen Allgemeinen, dem „stürmenden“ Zentralorgan des Zentralrats der Juden, soviel zur Pressevielfalt. 

Diese Auswahl sagt doch eigentlich schon alles über diesen „Neuanfang“. Heiko Maas ist ein Außenminister, der einen anbiedernden Ton gegenüber dem jüdischen Besatzer-Regime anschlägt, und das hat er zu seinem persönlichen Anliegen gemacht. 

Wie persönlich, frage ich mich, darf eigentlich eine offizielle Außenpolitik sein? Ist der SPD-Politiker wirklich der richtige Mann auf diesem Posten, wenn er rund 30 Holocaustüberlebenden in Israel seine Auschwitz-Äußerungen erklärt, und sich mit seiner eigenen Familiengeschichte in der Nazizeit befasste, in der er nach Widerstandskämpfern gesucht hatte, aber nur Mitläufer fand. Deshalb begann er sich darüber Gedanken zu machen, welchen Beitrag er dazu leisten konnte, dass es so etwas nie wieder gibt.  

Wenn doch die Shoah für Maas Mahnung und Auftrag ist, für Menschenrechte und Toleranz einzutreten und jeder Form von Antisemitismus und Rassismus entgegenzutreten, dann wird er diesem Auftrag keineswegs gerecht und ist mehr als verlogen. 

„Mitläufer“ des zionistischen Staatsterror-Regimes 

Denn er selbst ist ein „Mitläufer“, nämlich der völkerrechtswidrigen Politik des zionistischen Staatsterror-Regimes, das er in unerträglicher Weise hofiert, anstatt sich in Solidarität mit dem palästinensischen Volk gegen die illegale Besatzung Palästinas einzusetzen. Er wird als der deutsche Außenminister in die Geschichte eingehen, der es schaffte das Wort Siedlungspolitik  während seines Antritt- Besuchs  im „Jüdischen Staat“  nicht einmal erwähnt zu haben! Tatsächlich ist seine Anbiederung an Netanjahu unerträglich, wenn er dessen gefährliche  Polemik zum  Atomabkommen mit Iran nur mit „unterschiedlichen Auffassungen“ kommentiert. auch das lässt die schlimmsten Befürchtungen erahnen, die unter diesem neuen „Chefdiplomaten“ im AA noch auf uns zukommen werden.

Maas erhebt nicht seine Stimme für die Freilassung von Ahed Tamimi, die wie viele andere Kinder und Jugendliche in zionistischer Willkürhaft sitzt. Auch nicht für die Journalisten und andere unschuldige Palästinenser, die sich nichts sehnlicher wünschen, als die Freiheit Palästinas und dafür legitimen Widerstand leisten. 

Was für ein schändlicher „Neuanfang“! 

Seine Verlogenheit zeigt sich auch aktuell, wenn Maas wieder einmal mit zweierlei „Maas“ misst, wenn er die Daumenschrauben gegenüber Russland anzieht und wegen einer – in keiner Weise bewiesenen! – Beteiligung an dem Giftanschlag auf einen Doppelagenten seine Politik verschärfen will, aber gegenüber dem „Jüdischen Staat“ – der bewiesenermaßen seit Jahrzehnten! das Völkerrecht bricht – ohne Rückgrat besänftigend auftritt. Was für ein schändlicher „Neuanfang“! Er sollte in seiner Familie doch auch nachforschen, wie die es während des Krieges mit Russland gehalten haben und wie viele Russen, von den 27 Millionen russischer Kriegsopfer, die Maas-Mitläufer auf dem Gewissen hatten! 

Wurde nicht im Koalitionsvertrag manifestiert, dass die aktuelle Siedlungspolitik Israels geltendem Völkerrecht widerspricht und keine Unterstützung findet, weil sie eine Zwei-Staatenlösung erschwert? Allerdings ist immer wieder die Frage zu stellen, wie sich das mit der deutschen Staatsräson für die „Sicherheit des Jüdischen Staates“ und den daraus möglicher Weise resultierenden Konsequenzen zu vereinbaren ist.  

„Erschwert“ ist  daher ein völlig unpassendes Wort für diesen Völkerrechtsbruch, der alles unmöglich macht, was einen Staat Palästina den Weg ebnen würde: Die seit dem Sechstagkrieg 1967 anhaltende Besatzung, der ständige Landraub durch die Siedlungen, die Annexion Ost-Jerusalems und die Anerkennung Jerusalems als „ungeteilte Hauptstadt“ durch den US-Präsidenten Trump und der für den 15. Mai angekündigte Umzug der US-Botschaft unterstreicht den jüdischen Anspruch auf ganz Jerusalem. 

Ungeheuerliche Provokation 

Was wird Minister Maas gegen diese ungeheuerliche Provokation tun? Wenig, wie mir scheint, da er sich ja schon so auf die Feierlichkeiten zum 70.Geburtstag des „Jüdischen Staates“ freut und plant, diese gebührend mitzufeiern. Anstatt sich einmal Gedanken zu machen über das Gedenken zum Nakba-Tag, der Katastrophe  mit der Staatsgründung Israels  ebenso 70. mal jährt und weltweit begangen wird. Das wäre ein überfälliger deutscher Neuanfang gewesen, dieser Vertreibung zu gedenken. Schließlich sollte Maas Worte, die er in das  Gästebuch von Yad Vashem schrieb: „Die Erinnerung darf niemals enden“, ebenso für die Nakba, die Katastrophe des palästinensischen  Volkes  1948, gelten, die so eng mit dem Holocaust verbunden ist  und ohne ihn undenkbar ist..    

Ein solcher Außenminister, der für die Palästinenser nur einen Kurz-Besuch in Ramallah bei Abbas, an dessen  seien 83. Geburtstag  eingeplant hatte. Statt  etwas Empathie, hatte er einen Präsentkorb  aus dem KaDeWe mit Spreegurken und allerlei „deutschen“ Köstlichkeiten dabei. Tatsächlich hatte Maas  nichts anderes zu tun hatte, als bei einer eiligen und mehr als lieblosen Pressekonferenz mit dem palästinensischen Kollegen Riad Malki die Palästinenser aufzufordern, in dieser „schwierigen“ Lage keine Brücken (zu der Besatzung) abzubrechen und die Bereitschaft der Palästinenser einzufordern, mit den Vereinigten Staaten (dem einseitigen Vermittler!) zu sprechen. Bei dieser Abbas-„Vichy“-Regierung treffen seine unmöglichen Forderungen sicher auf offene Ohren, die zwar (momentan!) Amerika als „alleinigen“ Vermittler ablehnen, nachdem diese Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkannt hatten, aber sich verpflichtet fühlen, direkte Verhandlungen mit Israel und den Krieg gegen den Terrorismus weiter zu führen und einen „multinationalen Mechanismus“ der politischen Begleitung anstreben, eine schwammige Formulierung von Malki. Es klingt wie das Fake-Wort „Autonomiegebiete“, mit dem die deutschen Medien das völkerrechtswidrig besetzte Palästina verschleiern.  

Maas wird nichts sehen von dem Elend der illegal besetzten Gebiete, vom Konzentrationslager Gaza, der eine Pseudo-Opposition treffen wird, aber keine NGO`s, wie Breaking the Silence oder B`Tselem, die die Militärbesatzung und Menschenrechtsverletzungen in den illegal besetzten Palästinensergebieten kritisieren. So wird er nicht wie sein Vorgänger Gabriel den Unmut von Ministerpräsident Netanjahu auf sich zu ziehen, den er am Montagnachmittag traf, nachdem dieser erneut zusammen mit seiner Frau Sara zu Korruptionsvorwürfen befragt wurde. 

Kontinuität der Verlogenheit 

Auch Maas hält trotz des „festgefahrenen“ Friedensprozesses an dem Mantra von der so genannten Zwei-Staatenlösung fest, obwohl es bekannt ist, dass Netanjahu diese schon immer abgelehnt hat. Mit einem Satz: „Die Kontinuität unserer Nahost-Politik gilt“, sagt er, für mich heißt das: die Kontinuität der Verlogenheit! 

Hat er sich nicht gefragt, wieso angesichts der aggressiven illegalen Siedlungspolitik, die gerade im Jahr 2017 im Trump-Rausch zu einem Rekordhoch anwuchs, ausgerechnet am Montag eine neue illegale Siedlung, nämlich Amichai, eingeweiht wurde? Was für eine Chuzpe! 

Um seine „Verbundenheit“ zu zeigen, pflanzte Maas am Sonntag einen Baum im Aminadav-Wald des Jüdischen Nationalfonds. Wenn das kein Zeichen ist, denn diese Organisation, die Spenden für Kolonialismus und Apartheid in der berüchtigten blauen Keren Kayemeth Leisrael-Dose sammelt, ist das Symbol der Grünwaschung von Vertreibung und Enteignung in Palästina durch den Jüdischen Nationalfond. Ich erinnere mich noch zu gut an die Baumpflanzung des heutigen Bundespräsidenten Steinmeier als damaliger Außenminister. Was für eine schlimme Tradition! (4) 

Freude über den leicht zu „manipulierenden“ Gast 

Moshe Zimmerman stellte in einem SWR-Interview fest, dass Maas für eine kritiklose Politik steht, die Netanjahu entzücken wird und erinnerte daran, dass Maas mit Ayled Sahaked, der rechtsextremen israelischen Justizministerin, befreundet ist. Dazu das Video vor dem Gespräch zwischen Maas und Netanjahu, wo sich beide ihrer uneingeschränkten Freundschaft versicherten. Netanjahu unterstrich die Freundschaft zu Maas, „die unser Herz erreicht hat“ und seine Stellungnahme zum Holocaust, Yad Vashem, für Sicherheit(!) und betonte, dass der „Jüdische Staat“ die „einzige“ freie Demokratie im Nahen Osten ist. Da spürte man förmlich, wie er sich freute über diesen seinen leicht zu „manipulierenden“ Gast. Maas kündigte an, viel auf der Tagesordnung zu haben, im Austausch der Zivilgesellschaft, sowie zu den Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag der Staatsgründung und immer an der Seite Israels zu stehen, trotz unterschiedlicher Ansichten zum Iran-Vertrag und zur Zwei-Staatenlösung. Da war die Männerfreundschaft mit dem „Auschwitz-Minister besiegelt und lief ohne Kameras weiter. (5) 

Tatsächlich ist auch der Umgang mit den schwarzen Flüchtlingen im „Jüdischen Staat“ ein Verbrechen, das mehr als 20.000 Israelis zu Demonstrationen gegen diesen Umgang auf die Beine brachte, und das den Obersten Gerichtshof veranlasste, gegen diese Abschiebungspraxis einzuschreiten. (6) 

Schon 2013 habe ich einen Kommentar zu Pessach veröffentlicht: „Flüchtlinge waren wir in Ägypten“, an dessen trauriger Aktualität sich nichts verändert hat. (7) 

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern und Freunden ein frohes Osterfest bzw. ein gutes Pessach- Fest, das für unsere palästinensischen Freunde unter Besatzung wieder zu einer schlimmen Abrieglung führen wird. Auch im Hinblick  auf den  diesjährigen 30.März, an dem drei wichtige Daten auf einen gemeinsamen Tag fallen, was für eine Symbolik. Der Karfreitag, dem ersten Seder Abend des Pessach Festes, sowie dem Tag des Bodens, im Gedenken an massive, zionistische Landenteignungen in Galiläa 1976, mit vielen Toten und verletzten Palästinensern  Daran sollten wir denken, wenn wir in Freiheit und Frieden die Festtage feiern und Gedenktage begehen.  

Deir Yassin / von Erich Fried 

 

Ich habe gelesen

vom Palästinenserdorf Deir Yassin

Zweihundertvierundfünfzig

fast nur Frauen und Kinder und Alte

die ermordet wurden

von den Einheiten Léchi und Etzil

unter Joschua Zetler

und Mordechai Ra´anán

 

Aber es fällt mir schwer

mir ein Bild zu machen

Und ich will mir ein Bild machen

um es nicht zu vergessen

um es im Kopf zu haben

dort wo es hingehört

 

Wohin gehört Deir Yassin

in meinem Kopf?

Es gehört zu Guernica

und zum Warschauer Ghetto

Es gehört zu Lidice

und zu Oradour

Es gehört zu My Lai

und zu Bin-Du-Ong in Vietnam

 

Wenn ich das Bild

des jüdischen Jungen sehe

der vergeblich die Hände hochhob

Am Ende des Warschauer Ghettos

dann brennen mich meine Augen

Ich habe die Bilder der Kinder

von Deir Yassin nicht gesehen

ich weiß nicht einmal

ob Israels Krieger

das Fotografieren erlaubten

 

Waren das andere Kinder?

Ich glaube nicht

Ich glaube die Bilder aus Warschau

und die brennenden Hütten in Vietnam

stellen mein Bild zusammen

von Deir Yassin

 

Wir Juden sind groß

so groß wie die größten Völker

Wir haben Marx und Heine

und Freud und Einstein

Wir haben Meir-Har-Zion

den großen Arabertöter

und Mordechai Ra´anán

und Joschua Zetler

die Sieger von Deir Yassin

die jeden Vergleich bestehen

 

Fussnoten:

 

1 http://zochrot.org/en/booklet/50834

2 http://www.themen.palaestina-heute.de/Deir_Yassin/deir_yassin.html

3 http://mondoweiss.net/2012/04/the-symbol-of-nakba-deir-yassin-remembered/

4 http://www.taz.de/!5069433/

5 https://www.youtube.com/watch?v=Q8YsOU4SEh8

6 http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-03/israel-tel-aviv-demonstration-abschiebung-afrikaner-migranten

7 http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=19316

Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des ehemaligen Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, ist Publizistin und Autorin. Ihre Kommentare für die NRhZ schreibt sie regelmäßig vom „Hochblauen“, dem 1165 m hohen „Hausberg“ im Badischen, wo sie mit ihrem Ehemann Benjamin Hecht lebt. (http://sicht-vom-hochblauen.de/) 2012 kam ihr Buch „Das elfte Gebot: Israel darf alles“ heraus. Erschienen im tz-Verlag, ISBN 978-3940456-51-9 (print), Preis 17,89 Euro. Am 28. September 2014 wurde sie von der NRhZ mit dem vierten „Kölner Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik“ ausgezeichnet.

 

 

7 Kommentare zu Der Auschwitz Minister von Evelyn Hecht-Galinski

  1. Ein nützliches Werkzeug in zionistischen Händen, für einen Ministerposten in einem Rechtsstaat völlig ungeeignet, für die BRD-Regierung jedoch mehr als passend.

  2. warum verbitten sich die eifrigen Antisemitismus-Verfolger solch eine Äußerung nicht? Ist dieser Mißbrauch von Ausschwitz zur Befriedigung der persönlichen Eitelkeit nicht antisemitisch ? – Warum ist Fischer nicht des Antisemitismus angeklagt nach seiner bekannten „Kriegsrechtfertigung“ ?
    Fragen über Fragen !

  3. Liebe Frau Hecht-Galinski. Grossartig und zugleich satirisch Ihr Beitrag.
    Hier schliesst sich mein Offener Brief an den Masslosen an:

    Offener Brief 28.März 2018 als Email an 310-001@diplo.de Aussenministerium der BRD
    Sehr geehrter Herr Aussenminister Maas.
    Ihre Äusserungen vor Ihrer Reise nach Israel und Ihr Auftreten dort haben bei mir Zweifel aufkommen lassen, ob Sie noch in der Realität leben.

    Wie kann man ignorieren, dass Israel eine bestens dokumentierte barbarische Politik gegen die palästinensische Bevölkerung der besetzten bzw. blockierten Gebiete betreibt und eine stetige Bedrohung für seine Nachbarstaaten, einschliesslich des Irans bedeutet. Wie kann man übersehen, dass Israel das humanitäre Völkerrecht nicht anerkennt und mit Füssen tritt.
    Und da behaupten Sie, dass Deutschland und Israel die gleichen Werte verbinden!
    Sie wärmen den anachronistischen Begriff der „Staatsraison“ wieder auf, einen Begriff der in die Zeit Macchiavellis im 18.Jahrhundert gehört und nicht in eine Demokratie des 21.Jahrhunderts. Ausserdem ist es gefährlich, sich mit deutscher Nibelungentreue an einen Staat zu binden, der nicht gerade durch Friedensliebe auffällt.
    Ich finde es zynisch, die palästinensische Autonomiebehörde zu direkten „Friedensgesprächen“ mit der israelischen Regierung zu drängen, wenn die letzten 5 Jahrzehnte gezeigt haben, dass sie nur einer Hinhaltetaktik dienten, um das zionistische Ziel eines Gross-Israels zu beschleunigen, wenn möglich ohne die einheimische palästinensische Bevölkerung. Ausserdem müssten Sie wissen, wie „Friedensgespräche“ zwischen Siegern und Besiegten, Besatzern und Besetzten ausgehen.
    Es erstaunt mich, dass Sie als Jurist aussagen, dass Israel ein „jüdischer und demokratischer Staat“ sei. Er ist weder das eine noch das andere, weil sich beides auf Grund unwiderlegbarer Fakten gegenseitig ausschliesst.
    Mit freundlichen Grüssen – W.Behr 88634 Herdwangen-Schönach

  4. Es geht dem Westen nicht im Entferntesten um Liebe zu Juden oder zu Israel. Juden sind den Politikern und den Mächtigen und deren Repräsentanten ebenso gleichgültig wie Nichtjuden. Adolf Hitler wird von diesen, unseren menschenverachtenden Eliten nicht verachtet wegen seinen Verbrechen oder dem Holocaust. Das lässt sie kalt und ist ihnen gleichgültig. In ihrem Denken wird Hitler nur verachtet, weil er versagt hatte, weil er den Krieg verloren hatte. Für sie, in ihrem Denken, ist Versagen ein Vergehen. So Arno Gruen.

    Dass von unseren Hochschulen solche gefühllose Monster herangebildet werden, weiss man schon längst und dies ist auch schon längst allgemein bekannt. Ebenso bekannt ist, wie unberechenbar und gefährlich es ist, wenn, wie es heute der Fall ist, solche dem Leben entfremdete, macht- und gesellschaftskonforme Monster denen jegliche menschliche Orientierung und jegliches Mass abgeht an der Macht sind. Unter anderen beschreibt dies Arno Gruen wissenschaftlich in seinen Werken «Dem Leben entfremdet» und «Der Fremde in uns». Und Tajjib Salich beschreibt einen solchen Menschen sehr eindrücklich in seinem, in 20 Sprachen übersetzten, Werk «Zeit der Nordwanderung».

    Die geostrategischen Absichten des Westens sind schon längst erkennbar und die lebens- und menschenverachtenden Monster wie Heiko Maas, Netanjahu, John Bolton und ihre gleichgesinnten westlichen Spiessgesellen wollen in ihren Wahnvorstellungen nun nachholen was Hitler versagt blieb.

    Es geht um geostrategische Macht-, Finanz-, Rohstoff-Interessen und um Märkte. Der kolonisierte Teil Palästinas, der sich Israel nennt, ist geostrategisch ein wichtiger Standort für die westlichen Regierungen um ihre Raubzüge weiter durchführen zu können. Mit Feindbildern wollen sie für ihre Verbrechen offensichtlich die Zustimmung eines grösseren Teils ihrer eigenen Bevölkerung. Der Faschismus mit seiner Menschen- und Lebensverachtung ist in den Regierungen des Westens wieder voll und ganz vorhanden, wie es scheint aber noch zu wenig in der Bevölkerung.

    Um dies zu erreichen werden sie wohl die Schwächen der Gesellschaft nutzen wie:
    Obrigkeitsgläubigkeit, Unfähigkeit zu Gehorsamsverweigerung, Schwarz-Weiss-Denken (Wer nicht so denkt wie wir gehört nicht zu uns), Unfähigkeit zwischen Freund und Feind zu unter-scheiden (H. Arendt), fehlendes selbstkritisches Hinterfragen, in Frage stellen, Dialogunfähigkeit usw.
    Argumente interessieren sie nicht. Dies sollte man inzwischen gemerkt haben.

  5. Liebe Evelyn
    nicht nur ein erneut hervorragender Beitrag Deinerseits, sondern auch wieder einmal ein Beleg dafür, das insbesondere die Partei „Die Linke“ in der traurigen Realität des Schweigens angekommen ist. Wenn sich irgendjemand unglaubwürdig macht, dann diese Partei und Ihre Lakaien der herrschenden politischen „Springer“ Klasse!! Offenbar wurden „Journalisten“ des Springers von Frau Knobloch (ZdJ) und Herrn Maas bevorzugt behandelt. Wann bitte schön regt sich Widerstand gegen diesen Außenminister, insbesondere in der SPD???

  6. für diesen Minister kann man sich nur schämen. Offensichtlich war er einer der letzten von der ministrablen Resterampe der SPD dem man ein Pöstchen zuschanzen konnte. Qualifikation unerheblich. Offensichtlich weiß der gute Mann gar nicht was Auschwitz bedeutete, sonst müßte er sich vehement gegen die seit Jahren andauernden Zustände, zu verantworten durch seine „Freunde“, im Gazastreifen wehren. Statt dessen sieht er zu wie die Leute dort im Dreck und Elend dahinvegetieren. Menschenrechte und Völkerrecht, wie auch Besatzungsrecht hat dieser Jurist wohl nicht verstanden. Wie kann man nur die Augen vor solchem, von den Zionisten verursachten Elend, verschließen. Seine Unterwürfigkeit hindert ihn daran, berechtigte Kritik zu üben. Er muß das mit seinem Gewissen vereinbaren. Wenn er schon wegen Auschwitz in die Politik gegangen ist, wird es immer unverständlich bleiben dass er die ghettoähnlichen Zustände im Gazastreifen nicht kritisiert. Dies zeigt seine ganze Unglaubwürdigkeit. Da kann er sich noch so anbiedern. Seine juristischen Fähigkeiten waren aber schon als Justizminsiter eher überschaubar. Seine von ihm initiierten Gesetze zeigen dies auch deutlich.

  7. Vorsicht vor gängigen Formulierungen, wie sie auch hier verwendet werden: die Annektion Ost-Jerusalems. Die GA-Resolution 181 bestimmte für GANZ Jerusalem eine internationale Verwaltung, um eben die Spannung aus den Vertreibungen durch die Terrorbanden des Zionismus und die Arabische Legion der Jordanier zu nehmen. Daher die Festlegung für die GESAMTE Stadt.

    Was den ehemaligen Justizminister angeht, nun ja, ich dachte bisher, daß das Völkerrecht in jedem Jurastudium eine gewisse Rolle spielt. Offensichtlich aber nicht. Oder nur unter Ideologievorbehalt: dem des 11. Gebots.

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