Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Deutscher Takt für russischen Taktstock!

deutscher taktKennen Sie den Unterschied zwischen russischen Dirigenten und z.B. US- oder israelischen Dirigenten? Es gibt einen entscheidenden! Russische werden inzwischen in Deutschland einer Gesinnungsprüfung unterzogen, wenn sie eine künstlerische Tätigkeit, also wie in diesem Fall eine Orchesterleitung in München übernehmen. Ich berichtete schon einmal über die FAZ-Feuilletonistin und Kritikerin Eleonore Büning, die einen russischen Dirigenten unter dem Titel: „Valery Gergiev schließt Pakt mit der Macht“ angriff.

Der Grund: Gergiev hatte sich in einem offenen Brief an Putin unter vielen anderen berühmten russischen Künstlern solidarisch mit ihm und seiner Krim-Politik gezeigt. Münchener Grüne hatten gar ein Berufsverbot für Gergiev gefordert. Jetzt legten FAZ und SZ nochmal nach, nachdem Gergiev in einem Brief an alle Münchener Abonnenten seine Standpunkte dargelegt hatte – eine mehr als honorige Geste, die von der FAZ aber in ihrer „besonderen“ Art kommentiert wurde. Unter der Überschrift „Putins Dirigent, Gergiev nimmt nichts zurück“, wurden nur verzerrende Auszüge aus seinem Brief zitiert. In der SZ brachte man zwar mehr Auszüge aus diesem Brief an die Leser, aber auch hier war man nicht zufrieden mit der politischen Haltung des Dirigenten und schloss den Artikel damit, dass sein Standpunkt zu vage sei. Hier als Link zu diesem wunderbaren Brief.

Warum schreibe ich erneut über diesen unglaublichen Vorgang? Weil ich es empörend finde, dass sich inzwischen untadelige russische Künstler von inquisitorischen Journalisten und Politikern wegen ihrer politischen Gesinnung rechtfertigen müssen. Allerdings nur, wenn sie als Putin-Freund nicht in die transatlantische Medienlandschaft passen. Gab es so einen unglaublichen Vorgang im Zusammenhang mit dem Vorgänger von Gergiev auf dem Chefposten der Münchner Philharmoniker, dem US-Amerikaner Lorin Mazel? Oder bei Kent Nagano, dem kalifornischen Stardirgenten, der bis 2013 Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München war? Wurden diese nach ihrem Verhältnis zu den Drohnen-Morden von US-Friedensnobelpreisträger Obama befragt oder zu den US-Kriegen oder zur Todesstrafe in den USA? Wohl kaum!

Oder können Sie sich vorstellen, dass israelische Dirigenten, wie Dan Ettlinger oder Lahav Shani über ihr Verhältnis zum israelischen Besatzer Regime, das unschuldige Palästinenser erschießt, gezielte Morde begeht, schwarzen Flüchtlingen Asyl verweigert, sie in Gefängnisse steckt oder nach Afrika zurückschickt, oder über die Tausende von Palästinenser in Willkürhaft befragt? Oder über ihr Verhältnis zur rechtsradikalen Netanjahu/Bennett/Lieberman-Regierung befragt wurden, bevor man sie engagiert? Bestimmt nicht!

Ich will damit nur aufzeigen, wie weit inzwischen der gleichgeschaltete transatlantische Medien-Virus in alle Bereiche übergegangen ist. Die Kommentatoren – von Joffe und Ullrich (Zeit) bis zu Kornelius (SZ), von Kohler und Frankenberger bis zu Veser (alle F.AZ.) – überbieten sich in ihrem Russland- und Putin-bashing und in der Publikumsbeschimpfung gegen uns. Aber sie sollten niemals vergessen, dass wir – die Kunden, Abonnenten, Leser – es satt haben, solche Propagandisten mit zu finanzieren, weil das alles ganz dem guten Verhältnis zu den amerikanischen Freunden und den vielen Netzwerken, denen sie angehören, gezollt ist.

Auch der DLF, Deutschlandfunk und Deutschlandradio wurden immer dreister im Endspurt vor den Ukraine-Wahlen. Als Beispiel aus allerletzter Zeit, eine Reportage von Sabine Adler aus Kiew, wo sie u.a. den US- Historiker und Yale-Professor Timothy Snyder und den deutschen Historiker Karl Schlögel zu Wort kommen lässt. Da gibt es dann so „niveauvolle“ Aussagen über Russen, wie: „Schlimme Kerle“. Leider konnte ich diese Kiew-Adler-Reportage der ganz „speziellen“ Art im Netz nicht finden, aber dafür ein paar Links über Snyder und Schlögel. Da findet man dann Zeitungsartikel und Interviews und bezeichnende Titel wie: „Rechte schließen sich zusammen, Putin führt sie an“. (2) Oder: „Putins Ideologie hat faschistische Wurzeln“.

Nicht umsonst ist Snyder der Liebling der konservativen deutschen Presse, von der Welt bis FAZ. Er scheint mir in seiner angeblich wissenschaftlich untermauerten Ablenkung von den Faschisten in der Ukraine und dem Umlenken als Ablenkungsmanöver gegen die Russen als wahre Faschisten schier unübertroffen. Deshalb darf hier sein Artikel über die „Ukraine Schlacht“ auf der ukrainischen Propagandaseite der übelsten Art, Euromaidan PR, National Resistance in Kyev nicht fehlen!
Karl Schlögel, der deutsche Historiker, wirft Putin im DLF schon mal, ein “ imperiales und völkisches Konzept“ vor. Für die Ukraine-Präsidentschaftswahlen mit 21 Kandidaten wurden allein 1000 Wahlbeobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE) bestellt, darunter etwa 100 Deutsche. Ob die wohl in Bundeswehruniform, oder in zivil „beobachtet“ haben?

Auch Putins Gegner, der Ex-Häftling und Oligarch Michail Chodorkowski, sponserte bis zu 800 Golos (Wahlbeobachter) um einen „Beitrag zu freien und fairen“ Präsidentschaftswahlen in der Ukraine zu leisten. Chodor-kowski, der machtbewusste Oligarch hat ja leider genügend Mittel auf seinen Schweizer Konten, die ihm solche Machtspiele erlauben.

Zu Golos (Wahlbeobachter) möchte ich aber gern eine Aufklärung geben. Golos, russisch „die Stimme“, ist eine im Jahr 2000 gegründete russische Nichtregierungsorganisation, die nach eigenen Angaben das Wahlrecht der russischen Bevölkerung und eine freiheitliche Gesellschaft ermöglichen wollte. Peinlich nur, dass über Golos nach den russischen Parlamentswahlen 2011, bei denen sie als „Wahlbeobachter“ auftraten und westliche Medien sofort einseitig ihre Berichte über die Wahl übernahmen, bekannt wurde, dass sie von der US-Regierung finanziell und technisch unterstützt wurden. Es kam noch schlimmer, als nach den russischen Präsidentschaftswahlen 2012 von Golos bereits vor der Wahl Berichte über Wahlfälschungen verbreitet wurden. Die wurden von den westlichen und deutschen Medien direkt voll übernommen. Was dann herauskam entlarvte Golos vollends. Bekannt wurde nämlich, wer eine der tragenden Organisationen für die Finanzierung von Golos war, nämlich der halbstaatliche Arm der US-Außenpolitik, die National Endowment for Democracy (NED). Und trotzdem tauchte Golos weiter als einzige Quelle von Berichten über Wahlkampfmanipulationen in deutschsprachigen Medien auf.
Nachdem das russische Parlament, die Duma, 2012 ein neues NGO Gesetz verabschiedete, das Fonds und Organisationen zur Offenlegung ihrer Finanzierung verpflichtete, weigerte sich Golos (natürlich!). Daraufhin wurde eine Geldstrafe gegen sie verhängt! Dieser westliche Propaganda-Hoffnungsträger ist seitdem entzaubert und kaum koscherer und glaubwürdiger durch seinen neuen Gönner geworden!
Oligarchen finanzieren das Trauerspiel in der von Faschisten durchsetzten Ukraine. So auch Julija Timoschenko, die oligarchische orangene Gasprinzessin mit der BDM-Frisur. Sie verstand es so meisterhaft, ihre Bandscheibe einzusetzen, dass Merkel Charité-Professoren auf sie ansetzte, damit sie ihre High Heel- und Vergeltungs-Tour frisch zur Ukraine-Wahl wieder einsetzen konnte. Da ihre einst große Anziehungskraft wohl nicht mehr so zieht und ihre Mordpläne gegen Putin auch nicht, unternahm sie einen letzten Versuch: Laut ynetnews hat sie den ehemaligen Ehud Barak-Wahlkampf-Kampagnenleiter aus Israel, Tal Silberstein angeheuert,  angesichts des Image von Barak, dem ehemaligen Verteidigungsminister unter dem gerade wegen Untreue zu 6 Jahren Haft verurteilten ehemaligen israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert – ein durchaus passendes Vorgehen von Timoschenko! In dem Duo Timoschenko/Silberstein passt alles zusammen! Nicht umsonst verhält sich das israelische Regime so auffallend neutral in dem Russland/Ukraine-Konflikt. Glücklicherweise bekam Julija Timoschneko trotzdem nur 13% der Stimmen bei der Wahl! Die US-Unterwanderung hat System und wird in vielen Ländern ausgeübt. Aber gerade die Einmischung in der Ukraine mit  5 Milliarden, seit 1991 für diesen „Maidan-Staatsstreich“, so VictoriaNuland
Tatsächlich richtete die ukrainische Putsch-Regierung im Kiewer Hotel Ukraina, hauptsächlich bezahlt vom Hedgefond Spekulanten George Soros und seiner International Renaissance Foundation ein Medien- Propaganda Center ein, um so ihre „Sicht der Dinge“ vor „ausgesuchten“ Politologen, Wissenschaftlern und Politikern über die Ukraine und Ost-Ukraine zu verkaufen! Nicht umsonst gaben sich CIA Chef Brennan, oder US-Rechtsaußen Mc Cain die Klinke in die Hand in Kiew und auf dem Maidan. Gab es doch gerade eine erneute Panne und Enttarnung eines Top-CIA Spions während des Kurz-Trips vom „Drohnenkönig“ US-Präsident Obama in Afghanistan.
Was für eine Ironie der Geschichte, waren doch die Ukraine und der „heldenhafte Maidan“ angetreten, das Oligarchen-System wegzufegen, so sind diese nun die großen „Kriegsgewinnler“. Alle sind sie auferstanden aus den Ruinen und dank US- und westlicher Hilfe und Milliarden-Spritzen zu neuer Kraft und Macht gekommen.

Korruption und Dieb- stahl von Volksvermögen, so what? Alles gerät in den Hintergrund angesichts des gemeinsamen Feindbildes Russland und Putin. Hauptsache die Wahlen finden statt, wie auch immer, um jeden Preis. Da kommt ein Oligarch, der keiner sein will, ein Rüstungsfabrikant, Schiffbauer und Schokoladenkönig gerade recht, versüßt er doch den Schmutz der Anrüchigkeit. (9) Nach dem Berlin-Besuch von Petro Poroschenko, dem Mann für alle Gelegenheiten und Optionen bei Kanzlerin Merkel, dem Chamäleon, das auch schon Marieluise Beck, die grüne Maidan-Kämpferin so verzaubert hatte, wussten alle, dass hier der neue Schokoladenzar und zukünftige Präsident seine Aufwartung gemacht hatte. Ob Marieluise Beck bei ihren Maidan Aufenthalten schon mit dem Grünen-Liebling Poroschenko ausgemacht hatte, dass er demnächst „ökologisch wertvolle und nachhaltige“ Rüstungsgüter an Deutschland liefern kann. Oder ob Grünen-Kollegin im Europa Parlament, Rebecca Harms, Allianzen für oder gegen Schulz im Europa Parlament von „Öko Deals“ abhängig macht?

Poroschenko versprach auch, nachdem er mit schlimmen Kriegstönen für eine harte Hand in der Ost-Ukraine plädiert hatte, angeblich nach der Wahl seine Firmen, außer natürlich seinem Propaganda-Sender TV5, zu verkaufen und den Maidan von „seinem Geld“ neu pflastern zu lassen! Nach der gewonnenen Präsidentenwahl mit 54% der Stimmen, lässt Poroschenko nun seine Muskeln spielen. Erste Tat: Ein „anti-Terroreinsatz“ gegen die Separatisten im Osten mit einem Großangriff auf den Flughafen von Donezk. Allerdings will er diesen „kürzer“ und „effizienter“ machen. Außerdem schloss er Gespräche mit „Terroristen“ aus, will also auf keinen Fall mit den pro-russischen Kämpfern in der Ost-Ukraine verhandeln. Er werde es nicht zulassen dass die Ost-Ukraine „zu einem Somalia“ wird. (10) Zackig und sich bekreuzigend(!) ließ Poroschenko sich an der Wahlurne filmen, nicht ohne zu vergessen den Maidan-Schlachtruf anzustimmen: „Ruhm der Ukraine“, mit Antwort aus dem Wahlchor; „Ruhm den Helden“.
Sein Günstling und mit 56% Stimmen gewählter neuer Bürgermeister von Kiew, Vitali Klitschko, trat als „geklonter“ Poroschenko auf, um sich in Dnipropetrowsk als Stellvertreter von Poroschenko darzustellen, gegen die „Aggression von Russland“ aufzutreten und den Vormarsch der Separatisten im Osten zu stoppen. Das war der Boxeraufstand eines eigentlichen Verlierers, der aber durch die richtige Taktik zum Sieger wurde: In einer Kiewer Kaserne bei einem Auftritt vor jungen Soldaten der Nationalgarde forderte Klitschko sie ganz im Sinne seines „Chefs“ Poroschenko auf, im schlimmsten Fall ihr Leben für die „Einheit“ des Landes einzusetzen. Dazu kam aber das „großzügige“ Kriegsangebot des Konrad Adenauer Stiftung-Zöglings und Schokoladenzar-Günstlings, weil es nicht genügend kugelsichere Westen für die „Einheit“ gäbe, würden er und sein Bruder diese „Einheits-Kriegswesten“ an die Jung-Krieger spenden.
Und Rinat Achmetow, der andere schreckliche Oligarch mit einer noch schrecklicheren Vergangenheit, schickte seine Arbeiter von Asowstal in den „Krieg“ in der Ostukraine gegen die sogenannten Separatisten. War diese Rückkehr der Oligarchie die Intention des Westens unter Führung der USA? Es ist eine Schande, dass wir durch diese transatlantische Führungspolitik nun für eine pleite gegangene Ukraine bezahlen müssen, in der demnächst die Oligarchen ihre Geschäfte machen und zu neuer Blüte aufsteigen werden. Aber was bedeutet diese Präsidentschaftswahl tatsächlich? Sie ist die Camouflage, eine Tarnung für die Faschisten. Wann wird es die nächsten Wahlen für ein neues Parlament und eine demokratische Verfassung geben und wer wird danach das Sagen haben? Fragen über Fragen…
Etwa 36 Millionen Wähler waren in der Ukraine zur Wahl aufgerufen worden, während die ukrainische Armee in Slawjansk und anderen Orten der Ost-Ukraine weiter gegen sogenannte Separatisten „kämpfte“. Inzwischen telefonierten Merkel, Hollande und Putin über diese Wahl und waren sich einig, das Ergebnis zu respektieren. Was für eine Größe vom Kreml Chef, nach all dieser Schmach!Für den polnischen Außenminister und Sanktionen-Befürworter für Putin und Russland, Radoslaw Sikorski, ein Mann der in Oxford studierte, sind diese Englisch-Kenntnisse und „West-Bindung“ schon einmal die besten Aussichten, um in deutschen und westlichen Medien geliebt zu werden – ähnlich übrigens wie bei Poroschenko. Allerdings ein Unterschied zwischen beiden: Poroschnko ist verheiratet mit einer ehemaligen Präsidententochter, während Sikorski mit der amerikanisch-polnisch-jüdischen Historikern und Publizistin Anne Applebaum („Der Gulag“, „Der eiserne Vorhang“) verheiratet ist. Anne Applebaum gehörte laut US-Forbes während ihrer Berlin-Zeit 2008 und ihrer Mitgliedschaft als Fellow in der American Academy zu den hundert einflussreichsten Intellektuellen in den USA! In der Tat ist Sikorski ein strikter Verfechter des US-Kurses für Polen, würde die Nato-Mitgliedschaft von Polen noch mehr vertiefen, wirft der Nato gar vor, die Ost-Ukraine „vernachlässigt“ zu haben. Das Amt des Nato Generalsekretärs wäre für ihn die Krönung seiner politischen Laufbahn. Sikorski befürwortete auch das Recht der Ukraine auf Waffen auf ihrem Territorium zu verwenden!
Nur die Grünen mit der „Braunfärbung“ wissen die Antwort. Sie drehen wie schon so oft alles herum und werfen inzwischen der Gesellschaft und der Politik in der Bundesrepublik einen „historischen Schuldkomplex“ und „Wegduckerei“ in der Weltpolitik vor. Solche schlimmen und verdrehten Statements findet man in einem Europa-Atlas ihrer Heinrich Böll Stiftung, der demnächst – mitfinanziert von öffentlichen Geldern – in deutschen Schulen ausliegen soll. Sieht das nicht ganz besonders auch nach Ralph Fücks Handschrift aus, der sich ja schon sehr früh, ebenso wie seine Ehefrau Marieluise Beck auf dem Maidan positionierte?
Es muss ein Ende haben mit der Camouflage für Faschisten und Faschismus in der Ukraine. Es ist an der Zeit, mit Putin und Russland im fairen Umgang zu Anstand und Wahrheit zurück zu finden. Russland ist ein wichtiger und wertvoller Partner für uns in der Weltgemeinschaft.
Die Wirklichkeit ist noch eine ganz andere: Wer führte uns in den ersten Balkan-Krieg? Rot-grün! Wer beschwor im Namen von „Nie wieder Auschwitz“ die Kriegsteilnahme? Der grüne Ex-Außenminister und heutige US-Albright-Vertragsredner Joschka Fischer. Eine verlogenere Kriegspartei als die Grünen ist kaum vorstellbar!
Schluss mit der Propaganda und Hetze in Medien und Politik! Genug ist genug! Russia Today ist heute, USA Today war gestern.

1 Kommentar zu Deutscher Takt für russischen Taktstock!

  1. Man kann Frau Hecht-Galinski in ihren Ausführungen aus vollem Herzen zustimmen: das unsägliche Thema Valery Gergiev, das seit Monaten vollkommen einseitig die Schlagzeilen in München und darüber hinaus beherrscht, ist ein weiteres, trauriges Beispiel dafür, wie es in Deutschland um die sog. Meinungsfreiheit bestellt ist, wenn es um bestimmte Themen geht. Es ist unerträglich, wie in München mit zweierlei Maß gemessen wird und wie versucht wird, das vormals objektive Konzert-Publikum gezielt zu manipulieren. Die Denunzierungen und Verleumdungen Valery Gergiev betreffend, haben inzwischen ein Ausmaß angenommen, das an die Hexenjagd der McCarthy-Ära in den USA erinnert. Der Dirigent wird sich die Augen reiben ob der Gesinnungsschnüffelei, die in Deutschland – im sog. freien Westen – anscheinend wieder üblich geworden ist, wenn es um Menschen geht, die sich nicht dem weltweiten Meinungsdiktat der US-amerikanischen Regierung unterwerfen. In Deutschland haben wir keine Zensur, aber sie funktioniert prächtig!

    An vorderster Front kämpft hier die Süddeutsche Zeitung – allen voran Reinhard Brembeck, und es ist erschütternd, immer wieder lesen zu müssen, wie er mit stoischer, ja geradezu dümmlicher Penetranz immer wieder versucht, den russischen Dirigenten zu denunzieren. Es ist „ein Gelächter und eine schmerzliche Scham“ (Nietzsche), miterleben zu müssen, wie die SZ, deren Feuilleton einmal weltweit berühmt war für höchste fachliche Qualität, einen derartigen Niedergang auf allen Ebenen erlebt.

    Valery Gergiev sollte es sich vielleicht doch überlegen, ob er in einem Land, in dem die Meinungsfreiheit praktisch nicht mehr vollständig ausgeübt werden darf, überhaupt noch arbeiten will bzw. kann.

    Johannes Klier

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