Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Die Speerspitze der „unappetitlichen Gesellen“

Vergangenen Donnerstag fand im deutschen Bundestag auf Antrag der Linken, eine Sitzung  „Einstieg in den Ausstieg – Sanktionen gegen Russland aufheben!“ statt. (1)

RednerInnen aller Parteien tauschten sich ergiebig aus, natürlich – außer den Antragstellern – Russland kritisch. Aber was Marieluise Beck, die Sprecherin der Grünen für Osteuropa von sich gab, war unfassbar. Von ihr ist man ja schon das Schlimmste gewöhnt an unkritischer Ukraine-Verehrung, aber was sie hier an persönlichen Diffamierungen gegen Ken Jebsen vorbrachte, war unerträglich.

Ich zitiere:

„Es sind Personen, wie Ken Jebsen und Eva Herrmann, die inzwischen Sachen sagen wie:

Die Ukraine gehört zu Russland, der Westen wolle nur die Kornkammer, Gas und geostrategische Basen. Die unappetitliche Zeitschrift Compact liegt an jeder Supermarktkasse. (In „meinem“ Edeka Markt übrigens nicht!) An wessen Seite stehen sie eigentlich? Sie stehen neben Ukip, Jobic, Le Pen und all den anderen, die als getarnte Wahlbeobachter auf der Krim und bei diesen Scheinwahlen in der Ostukraine waren und die auch hier in Deutschland ihr Unwesen treiben, übrigens getarnt als Montagsdemos. Ich finde, eine aufrechte Linke gehört nicht an die Seite dieser unappetitlichen politischen Gesellen“.

Zitat Ende.

Dafür bekam Frau Beck Beifall von den Grünen, der CDU/CSU und der SPD! Dazu noch einmal eine interessante Gegenüberstellung: Das Video von der Beck-Rede und ein Interview zwischen Ken Jebsen und Daniele Ganser, um den geopolitischen „Hetz-Schwachsinn“ den diese Grüne von sich gibt, gegen die fundierten Aussagen von Daniele Ganser, einem Kenner der Materie aufzuwiegen. (2) 

Frau Beck hat mit ihrer „unappetitlichen Rede“ die rote Linie überschritten, alles in einen Topf zu werfen: Rechtsradikale Parteien, Personen und Zeitschriften, Oligarchen und einen engagierten Journalisten, alle zusammen, dazu noch die Montagsdemos. Fertig ist der ungenießbare Eintopf. Ukrainische Faschisten, natürlich kein Thema für Frau Beck, ukrainische Oligarchen, kein Thema für Frau Beck, aber Ken Jebsen und die Montagsdemos.

Im Gegensatz zu Frau Beck war ich auf zwei sogenannten Montagsmahnwachen, dort gab es weder rechtes Gedankengut, noch Antisemitismus, höchstens etwas „Friedensnaivität“. Was Marieluise Beck verbreitet ist eine theatralische Ansammlung von Halb- und Unwahrheiten, die nur in erschreckender Weise den moralischen Verfall, besonders der Grünen, aber natürlich auch der gesamten deutschen Politiklandschaft zeigen. Kein Wort von Frau Beck über die ukrainischen Waffenkäufe der letzten Wochen für über 65 Millionen Euro! Kein Wort über die wahren Zustände in der Ukraine, die uns in Deutschland besonders alert machen sollten.

Sorge bereiten muss auch die Nato-Speerspitze. Diese Eingreiftruppe soll demnächst von Bundeswehrsoldaten  angeführt werden! Was für eine „unappetitliche“ Truppe! (3)

Besonders „unappetitliche Gesellen“ waren auch der Grüne Volker Beck, die Linke Petra Pau und der Vorsitzende der Deutsch-Israelischen Gesellschaft (DIG) und SPD`ler und ehemalige Wehrbeauftragte Reinhold Robbe, die gemeinsam in einem offenen Brief an die Volksbühne Berlin, dazu aufriefen, den beiden jüdischen Journalisten, David Sheen und Max Blumenthal keinen Raum für eine Veranstaltung zur Verfügung zu stellen. Diese „drei unappetitlichen Gesellen“ schrieben doch tatsächlich, Sheen und Blumenthal würden „antisemitische Ressentiments“ bedienen und dazu noch am 9. November, dem Datum der Reichspogromnacht!  Sind nicht die wahren Antisemiten diese drei „unappetitlichen Gesellen“, die Juden am 9. November Sprechverbot erteilen wollten?

Auch mein Freund Ilan Pappe, der jüdische Professor aus Israel, der auch einen deutschen Pass besitzt, musste das vor Jahren in München erleben – als ihm auf Druck der Israel-Lobby vom damaligen OB Ude die Räume gekündigt wurden, in denen er über die „Ethnische Säuberung in Palästina“ und sein Buch einen Vortrag halten wollte! (4)

Wie stellte Max Blumenthal sehr richtig  in einem TAZ-Interview fest?

„Es empört mich, wenn der Holocaust benutzt wird, um Kritik an Israel zu unterbinden, und dass sich die Kinder und Enkelkinder der Täter anmaßen, Juden wie mich oder David Sheen als Antisemiten zu bezeichnen“.

Ja, lieber David, das ist besonders in Deutschland „normal“, dass mir „Nicht-Juden“ erklären wollen, was Antisemitismus ist, oder noch schlimmer mich oder andere Israel-Kritiker als Antisemiten verunglimpfen, oder ihnen den Mund verbieten und ihnen gemietete  Räume verweigern!

Wenn der deutsche Außenminister auf der OSZE Konferenz eine glühende Rede gegen Antisemitismus hält – schön und gut –  aber wenn er unerwähnt lässt, dass es sich eigentlich überhaupt nicht um Antisemitismus und Judenhass handelt in Deutschland, sondern vor allen Dingen um eine kritische Haltung gegenüber Kriegs- und Menschenrechtsverbrechen des „Jüdischen Staates“, dann ist das gar nicht gut. Ganz bewusst wird eben auch der Vorwurf „Judenhass“ ebenso wie der Holocaust als Druckmittel benutzt, um Kritik am „Jüdischen Staat“ zu unterbinden!

Warum leben denn inzwischen mindestens 30.000 Israelis in Berlin? Weil es in Deutschland den Antisemitismus bis in die Mitte der Gesellschaft gibt? Wohl kaum! Kommen viele dieser Israelis nicht gerade deshalb nach Deutschland, weil es hier eben wenig Antisemitismus gibt?
Emigrieren  diese jüdischen Auswanderer  nicht eher vor dem  rechtsradikalen Rassismus in der Mitte der Gesellschaft des“Jüdischen Staates“? Warum wurden diese Tatsachen auf der internationalen OSZE Konferenz mit vielen prominenten ausländischen Gästen verschwiegen? (5)

Am Sonntag berichtete  die israelische Zeitung Haaretz über ein EU-Geheimpapier, das Maßnahmen gegen Israel vorschlägt, wenn es die sogenannte Zwei-Staatenlösung immer unwahrscheinlicher werden lässt! (6)

Aber Außenminister Steinmeier, zur selben Zeit  auf Reisen in Israel und Palästina, vertrat wacker die deutsche Phrasen-Politik, der „Friedensverhandlungen“ für die Zwei-Staaten Lösung und vergaß auch nicht die Verantwortung beider Seiten zu betonen, was erneut eine Missachtung der besetzten Palästinenser bedeutet, Besatzer und Besetzte auf eine Stufe zu stellen!

Noch schlimmer: er mahnte, dass die „Ungeduld“ der Palästinenser wegen der sich seit Jahren hinziehenden Verhandlungen über einen eigenen Staat nicht zu Gewalt führen dürfe! Was für ein Witz, denn die Regierung des „Jüdische Staat“ hat soeben beschlossen, auch Häuserzerstörungen wieder als Strafmaßnahmen einzuführen. Und auch Steinmeiers Kollege, der israelische Außenminister Lieberman, stellte unmissverständlich klar, dass Bauen das gute Recht von Israel sei und dass es in der Siedlungsfrage und in der Bautätigkeit in Ost-Jerusalem keinerlei Kompromisse gäbe! (7) (8)

Lieberman lobte in diesem Zusammenhang auch die „ausgewogene und verantwortungsvolle“ Einstellung Deutschlands in dem Konflikt! Deutschland sei einer der engsten Freunde, so „Freund“ Lieberman. Ich frage mich, was war die Antwort von Außenminister Steinmeier gegenüber seinem Kollegen?

Auf dem Tempelberg, dem Haram-al-Scharif, einem der wichtigsten muslimischen Heiligtümer mit der al-Aqsa-Moschee, gestattet die jüdische Besatzungsmacht zwar nach den vorangegangenen Altersrestriktionen „großzügig“ wieder allen Palästinensern jeder Altersgruppe zu beten, aber was heißt das schon? Es bedeutet nur, dass der „Jüdische Staat“ den Status Quo der Unterdrückung und Besatzung im „ungeteilten jüdischen“ Jerusalem für immer zementieren will. Außenminister Steinmeier und Kanzlerin Merkel – wo bleibt darauf ihre Antwort? Staatsräson für Israels Sicherheit? Schöne Reden über die Freundschaft zum „Jüdischen Staat“? Deutschland im Jahr 2014 eine moralisch philosemitische Wüste, von rechts bis links und in der Mitte!

Warum, Außenminister Steinmeier, oder Kanzlerin Merkel, oder Bundespräsident Gauck haben Sie sich bis heute noch nicht bei dem einzigen in Deutschland lebenden Sohn der  palästinensischen Familie Kilani, mit deutscher Staatsbürgerschaft gemeldet oder ihr Mitgefühl darüber ausgesprochen, dass die ganze Familie bei einem tödlichen Angriff der „Jüdischen Verteidigungsarmee“ während des letzten Gaza-Krieges ermordet wurde?
Sind das etwa nur Deutsche „zweiter Klasse“? Genau wie die Palästinenser „Staatsbürger“ zweiter Klasse in der „Jüdischen Ethnokratie“ sind? Diese Bundesregierung ist blind auf dem „palästinensischen Auge“ aber sieht doppelt, wenn es um „jüdische“ Belange geht. Das ist eine Schande für jeden deutschen Demokraten!

Wo bleibt da die Linke? Wo bleibt die Kritik an der Verweigerung einer Einreise einer Gaza-Untersuchungskommission in den „Jüdischen Staat“ durch die israelische Regierung? Was geschieht stattdessen? Die UN hat vorgesorgt und ein zweites UN- Gremium benannt, weil Israel dem kanadischen Vorsitzenden der Kommission, dem Völkerrechtler Prof. William Schabas, „Antisemitismus und Israel-Feindlichkeit“ vorgeworfen hat. Grund: Schabas hat 2010 Netanjahu als „Bedrohung für das Überleben Israels“ bezeichnet und ihn außerdem als „Favoriten für ein Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof“ genannt! Recht hatte Schaban! Israel und seine Kriegsverbrecher sind schon seit langem Kandidaten für die internationale Strafgerichtsbarkeit! Stellen wir uns einmal vor, ein anderer, sich selbst als Demokratie bezeichnender Staat würde so handeln, wie der „Jüdische“?

Auch aus diesem Grund ist es so wichtig, dass es noch Augenzeugenberichte von jüdischen Journalisten gibt,  die diese Rolle übernehmen und über die Kriegsverbrechen des „Jüdischen Staates“ berichten. Nur allzu verständlich, dass diese dann schnell kaltgestellt werden sollen mit Diffamierungen und Antisemitismusvorwürfen, ebenso wie Untersuchungskommissionen!
Da werden dann  einfach mal Vorwürfe in die Welt gesetzt, dass diese beiden jüdischen Journalisten, Sheen und Blumenthal, Vergleiche zwischen Israel und Nazideutschland ziehen. Das ist aber falsch. Vielmehr schrieb Blumenthal in seinem letzten Buch „Goliath, Life and Loathing in Greater Israel“ über den Rassismus in Israel. (9)

In diesem Buch zitiert Blumenthal übrigens einen der berühmtesten jüdischen, orthodoxen Philosophen, Jeschajahu Leibowitz, der 1994 in Jerusalem verstarb und der den Begriff der „Judeo Nazis“ prägte! (10) (11)

Sicherlich wäre es hilfreich gewesen, wenn Gysi, anstatt sich aufs Klo zu verziehen, den Mut gehabt hätte, mit den beiden darüber zu sprechen, warum er ihnen den Sitzungssaal der Fraktion der Linken verweigert hatte und warum er ihnen angeblich Antisemitismus unterstellte. So aber hat sich Gysi als Antisemit gezeigt, indem er den beiden jüdischen Journalisten auswich und die Vorwürfe nicht klarstellte. Auch den der Nazi-Vergleiche, zumal Gysi nicht einmal das oben erwähnte Blumenthal-Buch gelesen hat!

Die drei linken Abgeordneten  Annette Groth, Inge Höger und  Heike Hänsel hatten es sicher anfangs gut gemeint mit der Einladung an die beiden Journalisten, aber gut gemeint heißt nicht, auch gut gemanaged. Sie machten es noch schlimmer, indem sie sich bei Gysi auch noch entschuldigten, eine unterwürfige falsche Geste, die ihnen auf Dauer sowieso nichts nützen wird bei den linken Genossen. Jetzt wird ihnen sogar noch Täuschung vorgeworfen! Auch Sarah Wagenknecht, Gysis Stellvertreterin und Lafontaine-Vertraute, nennt die Klo-Affäre eine „ziemlich üble Geschichte und völlig inakzeptabel“!  (12) (13) (14)

Sie ließen die Gäste quasi im Regen stehen, und es gab auch keine versprochene Presserklärung, was Sheen und Blumenthal sehr verärgert hat. Inzwischen gaben andere Linke, die „Antikapitalistische Linke“, eine Erklärung für Groth, Höger und Hänsel heraus, Titel: „In unserem Namen soll Unrecht beim Namen genannt werden“. (15) Immerhin, aber das Kind ist in den Brunnen gefallen!

Die Linke hat sich erneut als inkompetent zum Thema Palästina gezeigt und eine schlimme Erklärung mit Sätzen, wie  Zitat:

„Wiederholt müssen wir konstatieren, dass sich allen wiederholten Bekenntnissen zu einer differenzierten Sicht auf den Nahostkonflikt zum Trotz Mitglieder unserer Partei in verantwortlichen Positionen durch die Schürung obsessiven Hasses auf und der Dämonisierung von Israel antisemitische Argumentationsmuster und eine Relativierung des Holocausts und der deutschen Verantwortung für die millionenfache Vernichtung der europäischen Jüdinnen und Juden befördern.“

Zitat Ende.

Auf einmal brachte auch der sächsische Linke-Bundestagsabgeordnete Michael Leutert, dem die Entschuldigung von Groth, Höger und Hänsel noch nicht weit genug ging, die „jüdische Abstammung“ von Gysi ins Gespräch, mit e34 dieser selbst „immer kokettiert“, wenn es ihm nützlich erscheint. Leutert meinte doch tatsächlich, dass Gysi, rund um den Jahrestag der Reichspogromnacht „von einem antisemitischen Mob aufgelauert und bedrängt“ wurde! Geht es eigentlich noch grotesker? Dem „Juden“ Gysi – seine Großmutter väterlicherseits war Jüdin – wurde also von den beiden Juden Sheen und Blumenthal aufgelauert und er wurde von ihnen bedrängt! (16)

Der „Jude“ Gysi. Das ist Deutschland und seine Antisemitismusdebatte im Jahre 2014!
Soviel linken Antisemitismus-Schwachsinn kann ich nur sehr schwer ertragen! Dazu führte Blumenthal auch ein bemerkenswertes englisches Interview in der Electronic Intifada mit Emran Feroz „Germany made Palestinians indirect Holocaust Victims“ und ein zweites deutsches in der Online Zeitung Hintergrund „Der tödliche Status Quo wird von der Bundesregierung verteidigt und gefördert“. (17) (18) (19)

Die Linke unterstützt mit diesem Verhalten die „Springernden-Israel-Versteher“, angeführt von „umstrittenen Schreiberlingen“ wie dem „Broder-Freund“ Benjamin Weinthal, der diese unsägliche Kampagne anzettelte – wahrscheinlich ganz im Sinne seines jüdischen „Zocker- Mogul-Sponsoren“, Sheldon Adelson! (20)

In gut unterrichteten Kreisen in Berlin werden übrigens die Blumenthal-Aussagen über die „Adelson-Connection“ (siehe auch Link 5) bestätigt, nämlich, dass der jüdische „Zocker-Mogul“ Adelson, der auch die Republikanische Partei in den USA unterstützt, Netanjahu und andere rechtsnationale und rechtsradikale Politiker im „Jüdischen Staat“ massiv fördert, auch mit seinem „kostenlosen“ Hetzblatt „Israel Hayom“ (Israel heute). Sogar die Washington Post berichtete darüber, wie dieser Adelson die israelischen Medien und damit die Politiker kauft! (21) (22)

Derselbe Adelson, der sein „Antipalästinensisches Netzwerk“ inzwischen laut Blumenthal bis nach Deutschland ausgedehnt hat. In diesem Zusammenhang werden auch zu dieser Kampagne passende Politiker genannt, wie Volker Beck von den Grünen, SPD- und CDU-Kollegen und interessanterweise auch Philipp Mißfelder, seit 2009 außenpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion. Wie gesagt, diese Vorwürfe werden in Berlin hinter vorgehaltener Hand bestätigt, aber natürlich nicht offiziell, dazu ist die Angst, als Antisemit verunglimpft zu werden zu groß. Berlin, das überlässt man dann doch lieber dem „Juden“ Blumenthal! Tatsächlich ist in der ganzen Klo-Debatte die Israel-Kritik weg gespült worden, das hätte die „Jüdische Lobby“ nicht besser schaffen können!

Durch die Weltkrisen in der Ukraine, in Syrien oder in Irak wurden Gaza und Palästina und die dort verübten Kriegs- und Menschenrechtsverbrechen schon weitgehend aus den Medien verdrängt, ganz im Sinne der Israel-Lobby! Deshalb sind  die authentischen Schilderungen der beiden Journalisten, über die schrecklichen Angriffe der „Jüdischen Verteidigungsarmee“ während des Gaza-Krieges und die aktuellen Zustände im zertrümmerten Gaza-Streifen oder die rassistischen Übergriffe im „Jüdischen Staat“ so wichtig, um überall verbreitet zu werden.
Diese Schilderungen sind unwiderlegbar, allein auf Fakten beruhend. Klar dass man sich vor solchen Journalisten fürchtet. (23)

Was für eine furchtbar schleimende Erklärung der Partei Die Linke, die nur zeigt, wie sich diese in die Reihe der Mainstream-Parteien und -Medien einreiht, um sich schön zu machen für weitere Koalitionsregierungsbeteiligungen. Genau das Gegenteil wird hoffentlich passieren. Die Wähler, denen der Palästina-Konflikt  am Herzen liegt und denen die Antisemitismus-Ablenkungsdebatte in Deutschland schon seit langem gegen den Strich geht, werden sich angewidert abwenden von dieser Linken Partei! Das gilt leider auch für die drei Damen, die Sheen und Blumenthal eingeladen hatten, danach aber nichts mehr mit ihnen zu tun haben wollten und sich stattdessen eilfertig  bei ihrer Fraktion entschuldigten. Beliebter werden sie aber dort trotzdem nicht!

Ich berichtete  schon in meinem letzten Kommentar und auf meiner Facebook-Seite ausgiebig darüber. Aber dieses Thema lässt mich auch aus persönlichen Gründen nicht los! Zuerst einmal, ja ich bin froh, dass es noch so mutige und engagierte Journalisten, wie David Sheen, Max Blumenthal, Philipp Weiss oder auch Ken Jebsen in Deutschland gibt. Sie haben gemeinsam, dass sie ohne Rücksicht auf ihre eigene Person versuchen, anständig und nach bestem Wissen und Gewissen zu berichten. Was eigentlich eine Selbstverständlichkeit für jeden Journalisten sein sollte aber eben nicht mehr ist. Nicht umsonst gibt es den massiven Leserschwund auch bei Abonnenten.

Aber in der heutigen Zeit, wo sich die Grenzen zwischen Politik und Presse vermischen und wo die Politiker die Medien als ihre Sprachrohre nutzen, wo der eingebettete Journalismus um sich greift, wo die „Journalisten-Trolle“ um ihr Überleben kämpfen und entweder auftragsgemäß schreiben oder auftragsgemäß weglassen, sollte man diese wenigen letzten Aufrechten unterstützen und nicht der Meute der Angepassten folgen.

Am Sonntag, dem Volkstrauertag zur Zentralen Gedenkveranstaltung des Volksbundes zur Deutschen Kriegsgräberfürsorge, durfte auf Einladung von Markus Meckel, dem vorletzten DDR-Außenminister und späteren SPD-Bundestagsabgeordneten, der ehemalige israelische Botschafter in Deutschland Avi Primor die Gedenkrede halten.  Warum Meckel gerade Primor eingeladen hatte? Der betonte, dass er mit diesem Deutschland gerne trauere, äußerte dabei aber keine Trauer über die von der „jüdischen Verteidigungsarmee“ ermordeten Palästinenser! (24)

Positiv zu erwähnen ist, dass  Meckel in seiner Begrüßungsrede Gaza bei der Aufzählung der Krisengebiete erwähnte, was Primor tunlichst vermied! Bundespräsident Gauck durfte als Pastor fungieren und das Totengedenken sprechen – auch ein Gedenken ohne Muslime! (25)

Ich jedenfalls gedachte an diesem Sonntag der 2.100 Palästinenser, die auf dem jüngsten Gaza-Schlachtfeld ermordet wurden. Sie sollen an diesem Volkstrauertag nicht vergessen werden.


 

Bildquelle: Photo by Grüne Bundestagsfraktion

Links:

(1) http://marieluisebeck.de/artikel/14-11-2014/plenarrede-zu-sanktionen-gegen-russland
(2) https://www.youtube.com/watch?v=YjWuon2oGNc&feature=youtu.be
(3) http://www.spiegel.de/politik/ausland/nato-bundeswehr-soll-elitetruppe-speerspitze-anfuehren-a-1003101.html
(4) http://www.merkur-online.de/lokales/muenchen/stadt-muenchen/eklat-israel-kritischen-vortrag-501966.html
(5) http://www.auswaertiges-amt.de/DE/Aussenpolitik/Friedenspolitik/OSZE/141013_OSZE_Antisemitismus_Konferenz.html
(6) http://www.haaretz.com/news/diplomacy-defense/.premium-1.626608
(7) http://www.sueddeutsche.de/politik/bundesaussenminister-steinmeier-in-nahost-lieberman-beharrt-auf-siedlungsbau-1.2222575
(8) http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-4592392,00.html
(9) http://www.nationinstitute.org/blog/nationbooks/3591/goliath_book_tour/
(10) https://www.youtube.com/watch?v=zM2fXTkjU2E
(11) http://rhizom.blogsport.eu/2014/11/12/sie-luegen-wie-gedruckt/
(12) http://www.tagesspiegel.de/politik/gregor-gysi-von-israel-kritikern-verfolgt-wagenknecht-eine-ziemlich-ueble-geschichte/10968838.html
(13) http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gregor-gysi-linken-abgeordnete-entschuldigen-sich-bei-gysi-a-1002457.html
(14) http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gysis-klo-affaere-inge-hoeger-taeuschte-fraktionsfuehrung-der-linken-a-1003182.html
(15) http://www.antikapitalistische-linke.de/?p=679#more-679
(16) http://www.tagesspiegel.de/berlin/nachrufe/irene-olga-lydia-gysi-geb-1912/964636.html
(17) http://electronicintifada.net/content/germany-made-palestinians-indirect-victims-holocaust-says-author-max-blumenthal/14030
(18) http://www.hintergrund.de/201411123311/politik/welt/der-toedliche-status-quo-wird-von-der-bundesregierung-verteidigt-und-gefoerdert.html
(19) http://mondoweiss.net/2014/11/confronted-gregor-gysi
(20) http://electronicintifada.net/blogs/ali-abunimah/video-german-politician-hides-toilet-truth-about-israel
(21) http://www.washingtonpost.com/blogs/worldviews/wp/2014/05/01/how-u-s-billionaire-sheldon-adelson-is-buying-up-israels-media/
(22) http://www.haaretz.com/news/national/.premium-1.626053
(23) http://mondoweiss.net/2014/09/what-blumenthal-gaza
(24) http://www.rbb-online.de/politik/beitrag/2014/11/volkstrauertag-2014-in-berlin-gauck-leyen-primor.html
(25) http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/2283244/Feierstunde-zum-Volkstrauertag-2014?bc=svp;sv0#/beitrag/video/2283244/Feierstunde-zum-Volkstrauertag-2014

 

 

 

 

 

 

 

4 Kommentare zu Die Speerspitze der „unappetitlichen Gesellen“

  1. Chapeau, Frau Hecht-Galinski,
    Sie haben das Kabinett des Horrors der GRÜNEN gut lokalisiert. Heinrich Böll rotiert immer noch im Grab, seit er festgestellt hat, dass der Oberzocker George Soros in einer Stiftung, die seinen Namen trägt, als „Philantrop“ vorgestellt wurde
    http://www.youtube.com/watch?v=7grXvQBPoqU. Frau Marieluise Beck, die dem Verbrecher Chodorkowski http://www.stern.de/politik/ausland/yukos-prozess-europaeischer-gerichtshof-gibt-russland-recht-1729970.html um den Hals gefallen ist: http://marieluisebeck.de/sites/default/files/styles/thumb250/public/images/131221_beck_mit_chodorkowski.jpg?itok=8TREnyD5 kann man nicht mehr ernst nehmen. Diese „Affäre“ zeigt, wie einsam die sind, die einfach das Morden und Töten in unserer Welt satt haben. Biermann, als Regierungssänger, die Grünen als Interventionspartei und die linken Aufrechten werden vom Establishment abgebügelt.
    Bleibt uns nur noch ein guter Rotwein?

  2. Es wird immer ärgerlicher, wie auch die sog. kritischen Abgeordneten von der Linken reagieren. Es ist ganz richtig, wie die beiden jüdischen Journalisten das genannt haben, nämlich dass diese Abgeordneten furchtbare Feiglinge sind. So sehe ich das auch!!

  3. Filz nach Schweizer Art
    Oder
    Die sich selbst überwachende Gesellschaft (Michel Foucault)

    Die, seit Jahrzehnten bestehenden, (traditionellen) schweizerischen Friedens- und Menschenrechtsorganisationen sind heute, unter der Kontrolle von Politikern, Israel- und USA-Lobbyisten, weitgehend zu Instrumenten im Interesse von Politikern und politischen Parteien resp. der Macht pervertiert. Da diese Politiker und Lobbyisten die, auf Provokation und Konfrontation ausgerichtete Politik des Westens, mittragen, macht es auch verständlich, dass von Seiten dieser Organisationen keine wirksamen und glaubwürdigen Friedensbemühungen auszumachen sind. Bei ihnen spielt, neben geostrategischen Interessen und Bodenschätzen, immer auch Israel eine grosse Rolle. Grossdemonstrationen, wie jene vor dem 3. Irakkrieg, wurden und werden seither erfolgreich verhindert (Iran, Irak, Palästina, Libyen, Syrien, Afghanistan, Mali, ..…….).

    Zum Beispiel „Palästinaorganisationen“:
    • Auf deren Webseiten ist weder ein Hinweis auf die Webseite von Frau Hecht-Galinski noch auf jene von Ken Jebsen zu finden (Siehe Link 1 + 2).
    • Es fehlt auch jeglicher Hinweis auf das Interview mit Ramsis Kilani.
    • Nirgends erwähnt werden die Montagsmahnwachen.
    • Bei beiden Webseiten ist keine Kommentareingabe möglich. Was wohl so viel heisst wie: Dialog unerwünscht. Die Meinung anderer interessiert nicht.
    • Tunlichst nicht informiert wird über die Verhinderung der Veranstaltung über GAZA durch LINKE, Grüne und SPD und ähnliche Vorkommnisse.
    • Ebensowenig wird über das Unwesen der Grünen Heinrich-Böll-Stiftung informiert.
    • Nicht thematisiert wird die Art der Berichterstattung der Medien (In der Schweiz gleichgeschaltet wie die Politik).
    • Wenn es um Themen geht wie „Iran“, „Europa und Palästina/Israel“, „Israel-Lobbying in der Schweiz“ usw. so ist, wie bei anderen Friedens- und Menschenrechtsorganisationen, auch bei der „Gesellschaft Schweiz-Palästina“ das Ignorieren (auf Zuschriften gar nicht erst antworten) Methode. Eine Methode wie das Totschweigen (nicht erwähnen).
    Dieser Liste wäre noch manches hinzuzufügen.

    In der „Gesellschaft Schweiz-Palästina“, zum Beispiel, besteht die Leitung des Vorstandes aus 2 Nationalräten (entspricht Bundestagsabgeordneten) der Grünen Partei. Die sich daraus ergebenden Konsequenzen kann man sich leicht ausdenken.

    Das Engagement von Frau Evelyn Hecht-Galinski, Ken Jebsen und manchen weiteren unabhängigen, freien Persönlichkeiten in Deutschland kann, nach meiner Meinung, nicht hoch genug gewürdigt werden.

    (1) http://www.palaestina.ch
    (2) http://www.nahostfrieden.ch

  4. Sehr geehrte Frau Hecht Galinski,
    ich bin der Meinung, dass die Linkspartei der Nato ein Dorn im Auge war und deshalb auf
    zivilisierte Weise in die Bedeutungslosigkeit geschickt werden musste.
    Mir scheint, dass BAK Shalom die treibende Kraft ist.
    Naive Künstler wie Frau Pau wurden instrumentalisiert. BAK Shalom hat Gysis nach der
    Free Gaza – Kampagne, an der drei Vertreter der Linkspartei teilnahmen, gezeigt, dass der Weg
    zum demokratischen Sozialismus hier zu Ende ist. Die „stop the bomb“ Kampagne war ein Katalysator.
    Die Linke wird die fünfte Kolonne der Nato jetzt nicht mehr los.

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*


%d Bloggern gefällt das: