Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Die unendlich lange und schmutzige Geschichte des Zionismus Von Evelyn Hecht-Galinski

 

Kommentar vom Hochblauen

 

Die unendlich lange und schmutzige Geschichte des Zionismus

 

Von Evelyn Hecht-Galinski

 

Die Geschichte des Zionismus beginnt mit Kontakten zu den gewalttätigsten Ideologien, den rassistischsten Regimes und Diktaturen und zieht sich bis heute als roter Faden durch die Geschichte. Selten wird darauf hingewiesen, dass der Zionismus die offizielle Siedler-Kolonial-Ideologie des „Jüdischen Staates“ ist, die von ihrer Definition aus, eine durch und durch antisemitische Ideologie ist. Allein die Begriffe Israel als „Jüdischer Staat“ des „jüdischen Volkes“ oder die Dreistigkeit, aus dieser Definition heraus für alle Juden weltweit zu sprechen. Ganz zu schweigen vom zionistischen Anspruch, die illegale Siedlungspolitik und Kolonialisierung des Staates als „jüdischen Wert“ zu bezeichnen. Immer waren diese „Werte“ basierend auf der Zusammenarbeit und Unterstützung faschistischer und rechtsextremer und antisemitischer, rassistischer Regime und Personen. So ist die Ähnlichkeit von beiden Ideologien unübersehbar, stimmen doch Antisemiten und Zionisten überein, dass Juden eigentlich fremd in Europa sind, nicht dazu gehören und deshalb gedrängt werden, als Siedler in den „Jüdischen Staat“ zu gehen, um so der Kolonisierung Auftrieb zu geben und damit die Endlösung der ethnischen Säuberung Palästinas zu beflügeln.

 

Theodor Herzl: Antisemiten werden unsere zuverlässigsten Freunde

 

Schon in den Tagebüchern Theodor Herzls, dem zionistischen Basisdenker, der in seinem Kolonialprojekt mehr oder weniger fast alles voraussagte, was wir heute verfeinert erleben, kann man die entlarvenden Sätze lesen, dass „die Regierungen der vom Antisemitismus gepeinigten Länder sehr daran interessiert sein werden, uns zu helfen, um die Souveränität zu erlangen die wir wollen.“ Weiter notiert er in seinen Tagebüchern, dass „die Antisemiten unsere zuverlässigsten Freunde werden und die antisemitischen Länder unsere Verbündeten“. Ähnliche Aussagen hörte ich von Nahum Goldmann, einem ehemaligen Präsidenten des „Jüdischen Weltkongresses. Auf diesen erfolgreichen Methoden agiert Israel und seine Lobby bis heute. So bietet Israel heute einen Antisemitismus „Waschdienst“ für historisch faschistische und nationalistische politische Gruppen in ganz Europa an. Alles was betreffende Gruppen tun müssen, ist ihre „Israel-Liebe“ zu bekunden, um so den Koscherstempel des Netanjahu-Regimes zu bekommen. Diese langfristige und leider durchaus erfolgreiche Strategie verfolgt das zionistische Regime immer perfider, bis heute. So haben sich diese Aussagen bewahrheitet. Erleben wir doch mit Netanjahu und seiner skrupellosen Politik, die sich besonders gut mit rechtsextremen Populisten wie dem ungarischen Präsidenten Orban oder dem berüchtigten brasilianischen Präsidenten Bolsonario, sowie den Golfstaaten-Herrschern und Diktatoren weltweit versteht, die allesamt den „Jüdischen Staat“ unterstützen. Passen deren Ideologien, gerade auch im gemeinsamen Kampf gegen Muslime, doch genau zum zionistischen Weltbild dieses Regimes.

 

Rücksichtslos versucht Netanjahu, das israelische Rechtssystem auf sich zurecht zu biegen, um auf diese Art Korruptionsanklagen zu entgehen. Allerdings ist sein Kabinett genau darauf zugeschnitten und verblüfft immer wieder durch Aussagen, die in anderen Ländern, wie auch in Deutschland, den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllen würden. Als Beispiel unter vielen ist, wie der ehemalige Mossad-Chef und Minister, der im März verstorbene Eichmann-Jäger Raif Eitan, 2018 die Erfolge der AfD und deren Kampf gegen muslimische Einwanderung in Europa lobte. Das Video seines Auftritts entspricht genau der Politik im Jüdischen Staat“. (1)(2)

 

Und entspricht dem Ethnokratie-Projekt des „Jüdischen Staates“, das genau auf die Bedürfnisse und Interessen der jüdischen Bevölkerung zugeschnitten ist, jedoch vollkommen auf Kosten der Minderheiten in Israel geht. Diese nicht-jüdischen Minderheiten machen etwa ein Viertel der Bevölkerung aus, die Mehrheit davon Palästinenser, die diskriminiert, drangsaliert und kriminalisiert werden.

 

Israels Nationalstaatengesetz legt den rassistischen Charakter offen

 

Dieses ethnische Projekt wurde 2018 mit dem Nationalstaatengesetz vollendet, als Israel sich selbstherrlich zur „historischen Heimat des jüdischen Volkes“ erklärte und damit völlig undemokratisch und einseitig „das Recht auf nationale Selbstbestimmung für das jüdische Volk im Staat Israel“ erklärte. Dieses Gesetz war die Krönung im Prozess der ethnischen Säuberung Palästinas und fügt sich ein in den Kontext der blutigen zionistischen Geschichte der Vertreibung der etwa 750.000 Palästinenser 1948 während der Nakba und fortfahrend seit 1967 mit der systematischen gewaltsamen Vertreibung, Landraub und illegalen Besiedlung. Aus diesem Blickwinkel erscheint dieses willkürliche Apartheid-Gesetz noch ungesetzlicher, da es Kolonisierung und Besetzung in eine verfassungsmäßige Ordnung bringen will, aber tatsächlich den rassistischen Charakter offen legt.

 

Tatsächlich kann man nicht oft genug darauf hinweisen, dass in dieser jüdischen Ethnokratie und dem besetzten Palästina die Apartheid lebt, blüht und gedeiht. Warum wird diese Tatsache gerade in Deutschland trotz erdrückender Fakten philosemitisch geleugnet und der „Jüdische Staat“ in geradezu unappetitlicher Art und Weise verklärt?

 

Die Entmenschlichung der Palästinenser unterliegt so vielen Absurditäten und ist aufgebaut auf zionistischen Lügen, wie z.B., dass Palästinenser ihre Kinder opfern für den Kampf gegen Juden, während jüdische Eltern ihre Kinder beschützen. Ebenso wenn sie das völkerrechtlich verbriefte Rückkehrrecht für Palästinenser als „ Zerstörung“ des „Jüdischen Staats“ auslegen. Damit entmenschlicht und leugnet man dieses berechtigte Anliegen. Ebenso die leidige Dämonisierung der Hamas, um so die Schuld an den entsetzlichen Lebensbedingungen in Gaza von sich zu schieben, frei nach dem Motto der eigenen Schuld am Unglück. Während die Palästinenser als Monster dargestellt werden, die ihren Kindern beibringen Juden, d.h. die israelischen Besatzer, zu töten, werden israelische Brutalitäten nie als Grausamkeiten, sondern als notwendige Verteidigung angesehen, selbst wenn Scharfschützen kaltblütig wehrlose Palästinenser, auch von hinten, erschießen. Auch darum ist jede Geschichte eines unterdrückten Palästinensers so wichtig und sollte medialen Widerhall finden, denn nur so kann man Empathie erzeugen, die leider in deutschen Medien fehlt.

 

Apartheid Südafrikas erlebt ihre „Wiedergeburt“ im „Jüdischen Staat“

 

Jeder, der sich an die rassistische Apartheidpolitik Südafrikas erinnert, erlebt die „Wiedergeburt“ in noch perfiderer Art im „Jüdischen Staat“. Es gibt massive Repressalien, Checkpoints, die Pass-Gesetze, die Zerstörung von Häusern und damit viele obdachlose Familien, und nicht nur die Zwangsumsiedlungen von Palästinensern für die ausschließlich jüdischen Siedler erinnern an die Apartheid in Südafrika. Gerade Deutschland sollte sich an die noch gar nicht so lange zurückliegende Vergangenheit erinnern, mit der Umsiedlung der Ostgebiete und Besetzung anderer Staaten und Vertreibung von Menschen aus ihrer Heimat. „Nie wieder“ ist auch in diesem Zusammenhang eine scheinheilige Lüge.

 

Die Brutalität der zionistischen Besatzungs-Sicherheitskräfte ist kaum zu überbieten; ihre Folterungen, nächtlichen Angriffe und Gräueltaten, die auch vor Frauen und Kindern keinen Halt machen, sind legendär. Diese Skrupellosigkeit wird noch verstärkt durch die Geheimdienste. So hat die „moralischste aller Verteidigungsarmeen“ sich immer tiefer in Gewalt verstrickt, ohne dass diese geahndet wird. Es ist schon erschreckend, wie es diese Armee und dieser Staat es geschafft hat, sich als „einzige Demokratie“ im Nahen Osten feiern zu lassen. Wie also kann dieser jüdische Apartheidstaat ohne definierte Grenzen darauf pochen, sein „Existenzrecht“ anzuerkennen und damit Völkerrechtsverbrechen und illegale Besatzung zu legalisieren. Solange Palästina kein freier Staat ist, solange kann es weder eine Staatsräson, noch ein legales Existenzrecht geben.

 

Israels Politiker halten das verrohte „auserwählte“ Volk in Kampflaune

 

Die rassistische Rhetorik, die wir hier verstärkt gegen Muslime erleben, existiert im „Jüdischen Staat“ schon lange. Dieser jüdische Rassismus, der sich inzwischen in der öffentlichen politischen Debatte zeigt, wie gerade auch im letzten Wahlkampf, zeigt die endgültige Verrohung der Bevölkerung, die sich immer im Recht fühlt und in der verlogenen Opferrolle gefällt. So haben die Politiker ein leichtes Spiel, ihr „auserwähltes“ Volk in Kampflaune zu halten.

 

Warum werden Sanktionen so großzügig verhängt, außer wenn es den „Jüdischen Staat“ betrifft? Warum verschließen Deutschland und Europa die Augen vor den Besatzungsverbrechen? Warum verkauft und verschenkt man Waffen an Israel, die die Kriegsbereitschaft noch weiter anheizt? Wieso fördert man einen kulturellen, wissenschaftlichen und Jugendaustausch mit einem Staat, der als einziger Besatzungsstaat der Welt existiert und ein eigenes Konzentrationslager, nämlich Gaza, hält, sowie viele Ghettos in den besetzten Gebieten?

 

Überraschend offener Spiegel-Artikel über die Israel-Lobby

 

Weil es die Israel-Lobby, mithilfe von Millionen von staatlichen Geldern und unzähligen Spendern geschafft hat, ein Netzwerk aufzubauen, das bis in den Deutschen Bundestag reicht. Ich war überrascht, im letzten „Spiegel“ Nr. 29 einen so offenen Artikel zu lesen mit dem Titel „Gezielte Kampagne. Ein deutsch-jüdischer und pro-israelischer Verein haben im Bundestag ein Netzwerk gespannt – mit fragwürdigen Methoden“. Diesen Lobbyisten geht es darum, die deutsche Nahostpolitik zu beeinflussen. Wir sollten schnell den drei kompetenten und mutigen Journalisten dafür danken, dass sie ohne Angst vor Konsequenzen und dem leidigen Antisemitismusvorwurf einen sauberen den Tatsachen entsprechenden Artikel verfasst haben. Wen wundert es da, dass bereits das „Krebsgeschwür“ der deutschen Medienlandschaft, die „Springernde Bild“, ebenso das andere mediale „Kampforgan“ der Springer Presse in Berlin, die „BZ“, zur hetzerischen Treibjagd bläst, dem aber der „Spiegel“ gelassen entgegensehen und es vielmehr als Erfolg verbuchen kann. Denn es zeigt, dass dieser Tatsachenbericht so richtig ins Schwarze getroffen hat, dass die üblichen Verdächtigen schon in den zionistischen Startlöchern sitzen.

 

Wer es bis jetzt noch nicht wusste, wie die Lobby die deutsche Nahostpolitik steuert, der findet endlich die Fakten – dank des „Spiegel“. Da sieht Zentralratspräsident Schuster mit seinen Phrasen von antisemitischen Klischees ziemlich dürftig aus. Ebenso die ganzen Politiker und Publizisten, die sich berufen fühlen, ihren Müll über den Spiegel-Artikel auszuschütten. Sogar Ali Erdan Toprak, der Vorsitzende der Kurdischen Gemeinde Deutschland, ist empört über den „an den Haaren herbeigezogenen Bericht“. Woher er sein „Fachwissen“ über die Israel-Lobby bezieht, ist mir allerdings schleierhaft! (3)(4)(5)(6)(7)(8)(9)

 

Das also sind die Hintergründe über das Zustandekommen des empörenden Anti-BDS-Beschlusses. Diese fraktionsübergreifende Resolution, die zum Teil auf Initiative der FDP und von Gesundheitsminister Spahn (einem bekennenden Freund von US-Botschafter und Israel-Unterstützer Grenell) zustande kam und nichts außer fragwürdigen und durch nichts zu belegende Thesen vertritt, dass die BDS-Bewegung antisemitisch sei, und der in erschreckender Weise darüber aufklärt, wie mächtig inzwischen eigentlich unwichtige und mehr als umstrittene Vereine wie die so genannte „Werteinitiative“, die vor drei Jahren von Elio Adler gegründet wurde. Hauptsache sie sind jüdisch und vertreten den „Jüdischen Staat“. Es stockt einem den Atem darüber, was inzwischen in Deutschland möglich ist und wie die Machtverhältnisse verteilt sind. Wird hier doch in erschreckender Präzision der zunehmende Einfluss des langen Arms des israelischen Ministerpräsidenten Netanjahu und seiner Lobbyisten (Sayanim) beschrieben. Ihr Einfluss auf die deutsche Nahostpolitik zeigt sich immer deutlicher, seit der „Auschwitzminister“ Maas und Gesundheitsminister Spahn ins Gro-Ko-Kabinett der „christlich- zionistischen“ Kanzlerin kamen. Zum ersten Mal stimmte Deutschland (sehr zur Freude der Israel-Lobby) gegen die alljährliche Resolution der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zur (desolaten) Gesundheitslage in den von Israel besetzten palästinensischen Gebieten, einschließlich Ost-Jerusalem, und im von Israel besetzten syrischen Golan. Was sagt das über das humanitäre Völkerrechtsverständnis eines Ministers aus, der „wegen Auschwitz“ in die Politik gegangen ist?

 

Ganz im Geist der zionistischen Propaganda

 

Im gleichen Kontext muss man die gezielte und wohl orchestrierte Kampagne vom Zentralrat der Juden und seines Präsidenten Schuster, sowie „Israel-Freunden“ aus Politik und der Lobby Jüdischer Weltkongress und sein Präsident Lauder (WJC), Springer-Presse, Lea Rosh, gegen das Jüdische Museum in Berlin und seines hoch angesehenen Direktors und Gelehrten Peter Schäfer sehen, der mit dem „freiwilligen“ Rücktritt Schäfers endete, und damit seinem Rauswurf zuvor kam. Man wollte Schäfer um jeden Preis zu Fall bringen. Gezielt geht man mit Diffamierung gegen liberale Einrichtungen und mit Delegitimierung dieser Kräfte vor, die sich für eine progressive Zivilgesellschaft in Israel und für einen Dialog mit der palästinensischen Gesellschaft einsetzen. Jetzt soll das Jüdische Museum wieder zu einem Eigentum des Zentralrats werden – ganz im Geist der zionistischen Propaganda und im Einklang mit der Politik des „Jüdischen Staates“. Vergessen wir nicht, dieses offizielle Museum, finanziert vom deutschen Staat, also von uns Steuerzahlern, gehört nicht dem Staat Israel oder dem Zentralrat. Das sollten auch Politiker wie der linke Kultursenator Lederer, auf dessen Konto die versuchte Verhinderung der Verleihung des NRhZ-Karls-Preises 2017 in Berlin geht, ebenso wie Staatsministerin Grütters nicht vergessen, wenn sie demnächst im Gremium über die endgültige Nachfolge des Museumsdirektors entscheiden. Dieses Museum muss eine objektive Darstellung des Judentums, verbunden mit politischen Diskussionen und Kontroversen aushalten und uneingeschränkt verbreiten. Die Zukunft dafür sieht allerdings düster aus. (10)(11)(12)

 

Solange die Amerikaner und Europäer nicht den Mut aufbringen, laut und deutlich die israelische völkerrechtswidrige illegale Besatzungspolitik zu kritisieren und diese notwendige Kritik von der Lobby nicht als Antisemitismus verunglimpfen zu lassen und in die Antisemitismus Falle tappen, solange wird dieser Begriff entwertet und nur noch unglaubwürdig. Desgleichen ist die Schwemme der Antisemitismusbeauftragten ganz offensichtlich nur dazu berufen, die mediale und propagandistische Arbeit der Israel-Lobby zu vertiefen, weil sie sonst aus Mangel an Substanz wenig „Kippa Arbeit“ haben. Viel schwerer wiegt jedoch, und das sollte uns tief besorgt machen, die Angst und Vorurteile gegen den Islam, die von Eliten und gewisse Medien geschürt, und von Rechtsextremen befeuert werden, und die auf fruchtbaren Boden in der Masse stoßen, völlig substanzlos sind, denn wer von diesen Islamophoben kennt schon einen Muslim oder hat sich jemals ernsthaft mit dem Koran befasst? Aber die gleichen „anständigen“ Bürger, die einmal die gleichen Vorbehalte und Ablehnung gegen Juden hatten, preisen heute die „christlich-jüdische Wertegemeinschaft“. „Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem dies kroch!“ (Bertolt Brecht). Also kann ich es nicht oft genug wiederholen, in Zeiten der AfD, der Rechtspopulisten, der NSU-Morde und des ungebremsten Philosemitismus brauchen wir Rassismusbeauftragte anstelle von Antisemitismusbeauftragten!

 

So soll die lange und schmutzige Geschichte des Zionismus nicht in Vergessenheit geraten, sondern sollte endlich aufgearbeitet werden, ohne Skrupel und Angst vor Diffamierungen, denn nur so lässt sich die gezielte Hasbara bekämpfen.

 

Das „Nie wieder“ ernst nehmen

 

Die Kritik an der diskriminierenden und repressiven Politik Israels hingegen ist zwingend erforderlich. Auch wenn man uns als antisemitisch beschimpft, darf uns nichts davon abhalten, weiter den Mund aufzumachen und zu sagen, was ist. Nur so können wir der Apartheid im besetzten Palästina Paroli bieten. Woher nehmen sich die Hardcore-Salon-Zionisten und Israel-Versteher der „besonderen“ Art eigentlich das moralische Recht, sich über „uns“ zu stellen und das Völkerrecht und Menschenrechte auszuklammern, wenn es um Israel geht, zumal sie verständlicher Weise nicht bereit sind, sich „uns“ in Diskussionen zu stellen, weil sie den Tatsachen nichts entgegenzusetzen haben. Wer eigentlich gibt den neuen Antisemiten das Recht, Juden in Deutschland als Antisemiten zu diskriminieren, Konten zu sperren, öffentliche Räume zu verweigern und die Meinungsfreiheit für jüdische Israel-Kritiker zu verbieten? Ich erwarte einen Bundestagsbeschluss gegen die neue Verfolgung von Juden in Deutschland, der das „Nie wieder“ ernst nimmt und – nur 74 Jahre nach Befreiung von Auschwitz – nicht alte Schuld mit neuer vergelten will.

 

 

Fußnoten:

 

(1) https://www.welt.de/politik/ausland/article193887621/Israel-Wie-Netanjahu-die-Demokratie-aushebelt.html

(2) https://www.sueddeutsche.de/politik/raif-eitan-adolf-eichmann-mossad-operation-finale-1.4381368-2

(3) https://magazin.spiegel.de/SP/2019/29/164875318/

(4) https://www.spiegel.de/plus/lobbyismus-im-bundestag-wie-zwei-vereine-die-deutsche-nahostpolitik-beeinflussen-wollen-a-00000000-0002-0001-0000-000164871539

(5) https://www.spiegel.de/plus/anmerkungen-zu-unserer-recherche-fuer-den-artikel-gezielte-kampagne-a-0960bc5e-2bc4-485d-8dde-5ff0cdded5db

(6) https://www.welt.de/debatte/kommentare/article196829743/Der-Spiegel-und-das-gefaehrliche-Spiel-mit-den-Israel-Freunden.html

(7) https://www.bz-berlin.de/deutschland/steuert-wirklich-eine-lobby-die-deutsche-nahostpolitik

(8) https://www.bild.de/politik/inland/politik-inland/antisemitismus-heftige-kritik-an-spiegel-artikel-63272992.bild.html

(9) https://afdkompakt.de/2018/02/02/israelische-geheimdienstlegende-rafi-eitan-unterstuetzt-afd/

(10) https://www.israelnetz.com/politik-wirtschaft/politik/2019/05/23/deutschland-lehnt-palaestina-resolution-der-who-ab/

(11) https://www.sueddeutsche.de/kultur/juedisches-museum-schaefer-museumsdirektoren-1.4497220

(12) https://www.deutschlandfunk.de/kontroverse-um-juedisches-museum-berlin-museum-hat-sich.694.de.html?dram:article_id=452666

 

 

In der Neuen Rheinischen Zeitung (NRhZ) veröffentlicht in Ausgabe 713 vom 17.07.2019 unter http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=26058

 

 

Evelyn Hecht-Galinski, Tochter des ehemaligen Zentralratsvorsitzenden der Juden in Deutschland, Heinz Galinski, ist Publizistin und Autorin. Ihre Kommentare für die NRhZ schreibt sie regelmäßig vom „Hochblauen“, dem 1165 m hohen „Hausberg“ im Badischen, wo sie mit ihrem Ehemann Benjamin Hecht lebt. (http://sicht-vom-hochblauen.de/) 2012 kam ihr Buch „Das elfte Gebot: Israel darf alles“ heraus. Erschienen im tz-Verlag, ISBN 978-3940456-51-9 (print), Preis 17,89 Euro. Am 28. September 2014 wurde sie von der NRhZ mit dem vierten „Kölner Karls-Preis für engagierte Literatur und Publizistik“ ausgezeichnet.

 

4 Kommentare zu Die unendlich lange und schmutzige Geschichte des Zionismus Von Evelyn Hecht-Galinski

  1. «ES BELEIDIGT MICH ALS JUDE, DASS IRGENDWELCHE DEUTSCHE BESTIMMEN, WO ICH MICH IRGENDWIE ANTISEMITISCH ANGEGRIFFEN ZU FÜHLEN HABE*.
    Wenn ein Antisemitismusbeauftragter in Deutschland, ein Deutscher, bestimmt was Antisemitismus ist, dann bestimmt er nolens volens auch, wer Jude ist. Und wer in Deutschland schon einmal bestimmt hat, wer Jude ist und wer kein Jude, wissen wir ja» (Moshe Zuckermann)

    «Wir wissen ja, dass historisch die Juden nicht unter dem Islam zu leiden hatten, sondern unter dem abendländischen Christentum. Der sogenannte islamistische Antisemitismus, Hass auf Juden oder Ressentiments Juden gegenüber, hat eben mit der Tatsache zu tun, dass der Zionismus im 20. Jahrhundert in die Welt gekommen ist und somit ein Problem zwischen Juden und Arabern beziehungsweise zwischen Juden und Palästinensern entstanden ist» (Moshe Zuckermann)

    Wir wissen es und Evelyn Hecht-Galinski macht immer wieder darauf aufmerksam: Wie damals die Juden haben heute Muslime unter dem abendländischen Christentum zu leiden. Besonders ausgeprägt in Deutschland, dem politisch engsten «Freund» und Verbündeten des rassistischen Besatzer- und Kolonialregimes Israel.

    Spricht oder schreibt das deutsche privilegierte Intellektuellen-Milieu resp. Bildungsbürgertum von Bedrohung durch den Islam, so handelt es sich um die Projektion ihres eigenen Machtanspruchs und ihres Denkens welche sie den anderen Europäern und darüber hinaus aufzwingen wollen. Um davon abzulenken werden diese Grossmachtbestrebungen und -Wünsche pauschal den Muslimen in die Schuhe geschoben. Auffallend ist, dass dieses offensichtliche Grossmachtverhalten der deutschen Politik weder bei der «Friedensbewegung» noch den sogenannten «Freien Medien» und in deren Kommentarforen erwähnt resp. thematisiert wird.

    Nochmals Moshe Zuckermann, Gideon Levy und Amira Hass zum BDS-Beschluss des Deutschen Bundestages:

    «Moshe Zuckermann: Ist BDS Antisemitisch?»
    https://www.youtube.com/watch?v=1HpZEmPENWE&feature=em-uploademail
    Gideon Levy:
    «Deutschland Schande über euch und eure Anti-BDS-Lösung»
    http://sicht-vom-hochblauen.de/deutschland-schande-ueber-euch-und-eure-anti-bds-loesung-von-gideon-levy-haaretz/
    Amira Hass:
    «Israel verkündet Sieg nach Deutschland BDS-Beschluss auf Kosten der Minimierung des Holocaust»
    http://sicht-vom-hochblauen.de/israel-verkuendet-sieg-nach-deutschlands-bds-beschluss-auf-kosten-der-minimierung-des-holocaust-von-amira-hass-haaretz/

    *
    Der Eingriff des Staates, besonders Deutschlands, in die Privatsphäre seiner Einwohner beschränkt sich nicht auf «Antisemitismus». Dies ist ein Merkmal, wie weit der Staatsterror, wieder fortgeschritten ist und wie menschlich sich selbst entfremdet seine Bildungsschicht ist, welche dies scheinbar nicht einmal wahrzunehmen scheint. Das privilegierte Bildungsbürgertum ist ganz offensichtlich wieder offen für das nächste Terrorregime.

  2. „Gerade Deutschland sollte sich an die noch gar nicht so lange zurückliegende Vergangenheit erinnern, mit der Umsiedlung der Ostgebiete und Besetzung anderer Staaten und Vertreibung von Menschen aus ihrer Heimat. „Nie wieder“ ist auch in diesem Zusammenhang eine scheinheilige Lüge.“

    Das ist nicht nur eine Lüge der Deutschen, sondern eine mehr als infame Lüge der Mächtigen des von Zionismus und Faschismus getränkten Westens. Insbesondere die anglo-amerikanischen Mächte – ich sage nicht die Völker, sondern die Oberschichten – haben hinterrücks die zwei Weltkriege befeuert und die kontinentalen Kräfte aufeinander losgehetzt, um Kontinentaleuropa, insbesondere das aufblühende und boomende Deutschland niederzumachen. Leider haben die Europäer dies zu genannten Zeiten nicht mitbekommen, weil sie permanent von den Autoritäten und Verantwortlichen angelogen wurden. Heute gibt es immerhin ein Internet und unterdessen neu geöffnete Archive, mit denen die gefälschte Geschichte zurecht gerückt werden kann. Weitere Archive werden noch zu öffnen sein, die uns vor Schrecken weiter die Augen über die Wahrheit dieser Vorgänge öffnen werden.

    • Sie haben völlig recht. Was uns heute als geschichtliche Wahrheit aufgetischt wird, hat so keinen Bestand. In dem Buch „Das Komitee der 300“ wird dies sehr sachlich beschrieben. Ursache der Waffengänge war das ökonomische Erstarken Deutschlands und damit verbunden der Niedergang des British Empire. Die FED wird von der Bank of England kontrolliert. Wer viel Geld zur Verfügung hat kann auch Kriege finanzieren. Das war immer schon so und ist heute nicht anders. Alles was man uns heute so schlüssig zu erklären versucht stellt sich bei genauerem Hinsehen doch etwas anders dar. Dazu gehört auch die Entstehung des Staates Israel.

  3. die Unterwürfigkeit unserer Politikerdarsteller gegenüber den Zionisten (nicht gegenüber Juden) ist nicht nachvollziehbar. Auf Augenhöhe und gegenüber Juden geht anders. Herr Gideon Levy hat dies sehr schön zum Ausdruck gebracht. Ich finde, berechtigte Kritik am Fehlverhalten und Völkerrechtsbrüchen der Zionisten gegenüber den Palästinensern als Antisemitismus abzutun geht fehl. Damit soll nur ein übler Siedlerkolonialismus gerechtfertigt werden. Warum dies großen Teilen unserer politischen Kaste noch nicht aufgefallen ist kann man nur sehr schwer nachvollziehen. Bei unserem jetzigen Außenminister muß man vielleicht ein bisschen Verständnis haben. Vielleicht ist er mit diesem Amt auch überfordert. Unsere Bundetagsvizepräsidentin Roth äußerte sich mal zu den brutalen Prügelorgien der linksfaschistischen Schlägertrupps dass Gewalt auch ein Hilferuf sein kann. Toll, dann müssten die Gewaltorgien im Zionistenland Hilferufe der Palästinenser sein. Es hört sie nur niemand – und das seit über 70 Jahren. (Besetzte dürfen sich gegen Besatzer wehren). Vielleicht braucht Frl. Roth auch ein Hörgerät. Als wohlversorgte und gut alimentierte Politikerdarstellerin wird sie sich dies wohl leisten können.

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