Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Ein gelungener Einspruch und Leserbrief von Claudia Karas

Dank an Claudia Karas für diesen gelungenen Leserbrief an Phoenix zum  Internationalen Presseclub vom 11.Februar!

Guten Tag,

das Thema des gestrigen internationalen Frühschoppens „Die verfolgte Religion – Antisemitismus in Europa“ kann ich nur als völlig verfehlt und als Etikettenschwindel bezeichnen, denn „international“ war er nicht, sonst hätte man das Podium nicht so einseitig besetzt und wenigstens einen palästinensischen oder arabischen Journalisten eingeladen. Wenn eine Religion derzeit „verfolgt“ ist, dann auf jeden Fall und erkennbar die islamische, auch hinsichtlich der Äußerungen Ihrer Gäste.

Vor allem eingedenk der Tatsache, dass in den letzten Monaten kritische Veranstaltungen mit Bezug auf die völkerrechtswidrige israelische Besatzung Palästinas von Israel-Lobbyisten und ihrer Apologeten in der deutschen Politik massiver Druck auf Vermieter von Räumlichkeiten ausgeübt worden ist und deshalb abgesagt werden mussten, und das unsinnige Konzept eines sog. „Israel-bezogenen“ Antisemitismus eingeführt haben, um Kritik an Israel zu kriminalisieren, war es mehr als auffällig, wie lang und breit – und wie bestellt! – die Israel-Lobbyistin Esther Shapira ihre unerträgliche Hasbara (Propaganda) öffentlich-rechtlich ausbreiten durfte. Dass das böse B-Wort – BESATZUNG – kein einziges Mal gefallen ist, machte diese Sendung vollends unseriös und zu einem unerträglichen propagandistischen Frühschoppen, die, wie viele andere deutsche Medien auch, das Unrecht verschweigt und die Täter zu Opfern stilisieren und umgekehrt.

Und ist es nicht ein wundersamer „Zufall“, dass ausgerechnet am Tag vor Ihrer seltsamen Runde in Berlin eine Konferenz mit dem Thema »Zur Zeit der Verleumder – Eine ideologiekritische Intervention gegen die Instrumentalisierung von Juden, Judentum und der jüdischen Katastrophe« stattgefunden hat mit hochkarätigen – auch jüdischen – ReferentInnen?! Wenn Sie schon nicht den Mut haben, diese einmal in eine Runde einzuladen, so lesen Sie neben den Einflüsterungen der Israel-Lobbyisten wenigstens ihre Schriften.

Können Sie sich wirklich nicht vorstellen, dass die mittlerweile jahrzehntelange völkerrechtswidrige BESATZUNG, die einhergeht mit stetem Landraub, Enteignung und Demütigung der einheimischen palästinensischen Bevölkerung große Wut bei unseren arabischen Mitbürgerinnen und Mitbürgern erregt? Dazu das völlige Schweigen der jüdischen Funktionäre, die im Gegenteil noch die israelische Unrechtspolitik verteidigen, ganz zu schweigen von den feigen deutschen Politikern, die dieses schreiende Unrecht noch belohnen mit der Lieferung von Waffen und U-Booten auf Kosten der deutschen Steuerzahler.

Freiheit für Palästina

Claudia Karas

2 Kommentare zu Ein gelungener Einspruch und Leserbrief von Claudia Karas

  1. Ich musste bei dieser Sendung nach wenigen Minuten den Fernseher verlassen, weil mich Brechreiz überkam! Eine derart offene Propagandasendung fand ich selbst für das deutsche Fernsehen ungewöhnlich.
    Beste Grüße

  2. Der Brief von Claudia Karas zu diesem unmöglichen Presseclub trifft den Nagel auf den Kopf. Noch nicht einmal den Anschein von Objektivität wurde gewahrt, dass kein Betroffener aus Palästina eingeladen war.

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