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Eine jüdische Mutation Von Amira Hass Haaretz

A Jewish mutation | Opinion

Our eyes gleam: Money. One million and a million more. We salivate a little. Let’s take some more from them. This time, let’s say 149 million shekels ($43 million). It doesn’t matter how it’s calculated. The main thing is that we can.

Amira Hass und Gideon Levy die Lichter im Dunkel des Journalismus, die uns hier fehlen!
Eine jüdische Mutation

Von Amira Hass

31. Dezember 2019

Unsere Augen glänzen: Das Geld. Eine Million und eine Million mehr. Wir geifern ein wenig. Nehmen wir noch etwas mehr von ihnen. Dieses Mal sagen wir 149 Millionen Schekel ($43 Millionen). Es ist egal, wie man es berechnet. Die Hauptsache ist, dass wir es können. Genauso wie wir ihre Wirtschaft schrumpfen können und es auch tun, damit sie von Almosen und unseren Launen abhängig bleiben.

Ein zeitgenössischer antisemitischer Komplott wird vor unseren Augen geschrieben: Ein Jude, blauäugig und aufrecht stehend, mit einer schmutzig-blonden Stirnlocke und einer aufgedrehten Nase, zählt reale Scheine mit virtuellen Fingern und schickt sie in den Abfluss, aka in die israelische Staatskasse. Blättere um: Ein palästinensisches Mädchen aus Hebron bekommt keine lebenswichtige Behandlung, weil die Juden, wie sie im Regierungskrankenhaus erklären, das Geld, das die Medikamente bezahlt, gestohlen haben.

Noch eine Seite: Der Wiederaufbau einer Hauptstraße in der Stadt Yatta wurde aus dem gleichen Grund verschoben. Die nächste Seite: Die Eltern erzählen ihren Kindern, dass sie die Studiengebühren für das nächste Semester nicht bezahlen können; ihr Lohn wurde noch einmal halbiert, nachdem Israel seinen langen Arm wieder einmal tief in die Taschen der Palästinensischen Autonomiebehörde gesteckt hat.

Wer sind Sie, die europäischen Länder, sagt der junge Mann mit der hübschen Stirnlocke in der modernen Handlung, um uns zu sagen, dass sie gegen internationale Abkommen und das Pariser Protokoll über Wirtschaftsbeziehungen verstößt? Wenn Sie das behaupten, werden wir antworten, dass Sie antisemitisch sind. Wenn Sie auch nur den schwächsten aller Proteste erheben (wie z.B. die Rückberufung von Botschaftern zu Konsultationen), werden wir sagen, dass Ihr Volk direkte Nachkommen der Nazis sind. Dann werden eure Parlamente vor Angst zittern, wie es sich gehört, und sich beeilen, die Verurteilung der Palästinenser zu verabschieden.

Ist es ein Naturgesetz, dass die Nachkommen einer unterdrückten, verfolgten Minderheit zu den Verfolgern und Unterdrückern, zu hinterhältigen Desinfizierern, Vertreibern und Mega-Räubern werden, wie die jüdische Mutation, die in Palästina/im Land Israel aufgewachsen ist? Ich weiß es nicht. Aber ich weiß, dass es ein Naturgesetz ist, dass sich jede verfolgte Gruppe gegen ihre Verfolger auflehnt. In Wellen, mit Flauten, mit Höhen und Tiefen, allein und gemeinsam. Aus Hoffnung oder aus Verzweiflung.

Es ist zulässig und notwendig und wesentlich, die Weisheit, die Durchführbarkeit, die Wirksamkeit oder die Moral und die Kongruenz zu den Befreiungsphilosophien bestimmter Widerstands- und Trotzaktionen der Verfolgten zu diskutieren. Man kann eine bestimmte Taktik in Frage stellen oder den Einsatz einer anderen ablehnen, aber der eigentliche Kampf, der eigentliche Widerstand, steht nicht zur Diskussion. Sie sind eine Selbstverständlichkeit, ein Naturgesetz.

Und außerdem haben die aktiven Partner der Enterbung und der Unterdrückung kein Recht, sich von der Art und Weise des Widerstandes schockieren zu lassen und tsk-tsk zu missbilligen. Dasselbe gilt für diejenigen, die durch ihr Schweigen, ihre Gleichgültigkeit und Missachtung mit der andauernden Gewalt des Unterdrückers kollaborieren. Die Unmoral und die Verachtung für die Gerechtigkeit, die zur Grundlage unserer Existenz geworden sind, schreien aus jeder Siedlung und jedem Kontrollpunkt im Westjordanland, aus jedem Soldaten, der das Konzentrationslager, das der Gazastreifen ist, überwacht, aus jeder Tournee des Taglit-Birthrechts in Israel und aus jedem sogenannten Familienbauernhof im Negev.

Die jüdische Mutation arbeitet mit voller Kraft daran, ein Programm voranzutreiben, das nicht öffentlich verkündet wird: eine weitere, möglichst massive Vertreibung von Palästinensern aus dem Westjordanland. Der Kodex des Programms offenbart sich in der De-facto-Politik, die sich täglich in Beschlagnahme- und Abrissverfügungen, in den vom Zaren – Verzeihung, dem Verteidigungsminister – verhängten Erlassen und in den in den Schulen und kooptierten Medien verbreiteten Lügen zeigt.

Die israelischen Hasbara-(Propaganda-)Maschinen, das Ministerium für strategische Angelegenheiten und, im Geiste der Privatisierung, die schnüffelnden und verleumdenden gemeinnützigen Organisationen und die Kampagnen in den sozialen Medien arbeiten daran, Israel als Verfolgte und die Palästinenser als Verfolger darzustellen. Israel, mit all seinen Verschwörungen und Verschwörungen, tut was immer es will, nicht nur in dem vergeblichen Versuch, jeden natürlichen Wunsch nach Widerstand zu unterdrücken, sondern auch den Widerstand gegen seine Unterdrückung als ein Verbrechen und jeden Aktivisten als einen Verbrecher darzustellen: wenn er etwas auf Facebook geschrieben hat, wenn sie in einer Demonstration marschiert ist, wenn sie zu Sanktionen aufgerufen oder den Kauf von Kälbern von Israelis gestoppt haben.

Und dann, so sehr sich die techno-militärische Macht, das elendig verfolgte Opfer, auch wünscht, bestraft sie nicht nur die „Kriminellen“, sondern rächt sich kollektiv an ihrer gesamten Umgebung. Das, weil der Mutation alles erlaubt ist. Übersetzt mit Deepl.com

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