Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Frei sind wir nur, wenn wir uns für die Freiheit einsetzen!

 

Tatsächlich hatte ich mir vorgenommen, mich nicht schon wieder über die sogenannte WDR-Antisemitismus-Doku „Auserwählt und ausgegrenzt“ zu schreiben. Aber wie es im Leben so ist, es kommt immer anders als man denkt. Wenn also am Mittwoch, dem 21. Juni, die ARD dieses verfälschende Machwerk der Filmemacher Joachim Schroeder und Sophie Hafner nun doch ausstrahlt, muss man natürlich die Frage stellen, wie groß letztendlich der Druck auf den WDR und Tom Buhrow gewesen ist, so dass dieser jetzt einknickte und um fiel. Im Gegensatz zum standhaften Arte-Programmdirektor Alain Le Diberderder, der sogar dann noch standhaft blieb, als sich die ganze Armada der palästinafeindlichen Israel-Lobby in Bewegung setzte und einen bisher zuvor nie da gewesenen Medien-Tsunami in Gang setzte, der von Süd bis Nord und von West bis Ost durch den Blätterwald zog. Da mochte kein Blatt beiseite stehen, und es schien mir wie ein Wettlauf um den eifrigsten Unterstützer einer doch mehr als fragwürdigen „Meinungsfreiheit“ im ganzen Land. Da wollte keiner ausscheren, wo es doch um den vermeintlichen „Hass auf Juden in Europa“ ging.

Es wundert einen nicht, dass der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, der immer an vorderster Front steht, wenn es darum geht, „einseitige“ und angeblich Israel delegitimierende Artikel, Konferenzen und Referenten zu verhindern versucht, die Ausstrahlung dieser von Arte und WDR wegen „Einseitigkeit“ und mangelnder im WDR geltenden handwerklichen Standards abgelehnte Doku forderte! Und Charlotte Knobloch, Ex-Präsidentin und Münchener Gemeindevorsitzende, schaffte es nicht, Arte „von einem gefährlichen Irrweg“ abzubringen und auf den rechten „zionistischen “ Kurs zu führen, sowie die SPD-Bundestagsabgeordnete Michaela Engelmeier, der Philosemit Volker Beck und Zentralratspreisträger des Leo Baeck Preises, der immer zur Stelle ist, wenn es darum geht, die „Davidsternflagge“ zu hissen, Michael Wolffsohn, Götz Aly, und nicht zu vergessen „IM-Victoria“, Annetta Kahane, waren zur Stelle, um die Ausstrahlung dieses Films zu erzwingen. Dieses Machwerk hat, wie ein Journalist doch tatsächlich schrieb, „eine deutlich künstlerische Handschrift“, eigentlich ein mehr als treffender Hinweis darauf, dass dieser Film ein verzerrendes, perverses „Phantasiegebilde“ der Filmemacher ist, und nicht das, was man von einer objektiven Dokumentation zu erwarten hat.

Der filmische Vergleich „In Gaza leben 5.000 Menschen auf einem Quadratkilometer, in Paris 21.000“ kommt mir so vor, als ob er aus dem Propagandafilm der Nazis über Theresienstadt stammt! (1)

Nichtregierungsorganisationen, die sich im abgeriegelten und jetzt auch noch verdunkelten Gazastreifen in Schulen, Kindergärten, Krankenhäuser und Suppenküchen einsetzen und versuchen, den eingesperrten Menschen in diesem dunklen Elend etwas „Normalität“ zu geben, werden als Antisemiten und Hamas-Helfer verunglimpft. Gerade in Gaza erleben wir doch seit Jahren ein solches unbeschreibliches Elend gemeinsamer Repressalien von der „Vichy-Abbas-Behörde“, gesteuert zum eigenen Machterhalt und unterstützt durch das Netanjahu-Regime. Das Kraftwerk ist ausgefallen, weil die gewählte Hamas Regierung den Treibstoff nicht mehr bezahlen kann, da momentan die Qatar Hilfsgelder ausbleiben und Präsident Abbas, der Präsident ohne Mandat, hält die Gelder zurück und auf seine Bitte hin reduziert Israel die Stromversorgung in den Elendsstreifen. Er, der Besatzer-Kollaborateur will die Hamas in die Knie zwingen, ganz im Sinne der Saudis, die als neue Alleinherrscher agieren wollen und so ihren immer stärker werdenden Machteinfluss, der von Indonesien bis nach Jemen reicht und im Konzentrationslager Gazastreifen den Hass auf die Hamas hochtreiben soll. Aber da haben sich diese „Führer“ mehr als verrechnet. Die Bevölkerung Gazas und mittlerweile auch große Teile der Besetzten im Westjordanland haben die Nase voll von solchen „gemäßigten“ Palästinensern, der angepassten und gekauften Führung. Gäbe es heute endlich freie Wahlen, dann würde die Hamas haushoch gewinnen.

Aber solche „Feinheiten“, d.h. Elend, Besatzung, Abriegelung, Demütigung zeigt dieser „künstlerisch wertvolle“ Film natürlich nicht! Ganz nach dem Motto: „Die Palästinenser sind schuld an ihrem Unglück“, während die „Auserwählten und Ausgegrenzten“ von Judenhass gepeinigt werden!

In diesem Film versucht man pauschalisierend, gerade auch kirchliche Gruppen abzuwerten, die sich im Gazastreifen unter elenden Bedingungen für die notleidende Bevölkerung einsetzen und Krankenhäuser, Kindergärten, Suppenküchen, aufrecht zu erhalten versuchen, im Dunkel dieses Notstands. Es ist dies ein unglaublicher Zustand, der von der heuchlerischen „Wertegemeinschaft“ nicht zur Kenntnis genommen wird.

Während Kritiker des „Jüdischen Besatzerstaats“ mit reinen Fakten argumentieren, fürchten Zionisten diese Fakten und weigern sich, Israel-Kritiker in ihren Veranstaltungen zuzulassen, beanspruchen aber immer wieder Meinungsfreiheit für sich, die sie ihren „Gegnern“ allerdings verweigern. Traurige Beispiele dieser Art haben sich in den letzten Jahren massiv verstärkt. Es ist eben nicht der Antisemitismus, der uns besorgt machen sollte, sondern es ist der Philosemitismus und der damit einhergehende Hass auf Muslime, die Islamfeindschaft. Es ist die Ausgrenzung der Muslime und der westliche Terror, die Arroganz der „Christlich-Jüdischen Wertegemeinschaft“, die mir Sorgen macht und ein friedliches Zusammenleben immer schwieriger werden lässt.

Dafür lohnt es sich einzutreten, allerdings nicht von erzwungenen Demonstrationen, die Muslime, die sich verständlicher Weise dagegen wehren, als „nicht anständig“ tituliert zu werden, weil „anständige“ Muslime zu demonstrieren haben, um zu beweisen, dass sie sich von „islamistischen Terror“ distanzieren. Es ist diese gefährliche Gleichsetzung von Terror und Islam, die falsch ist und daher abzulehnen ist. Und haben wir nicht andererseits „judaistischen Besatzungsterror“ im „Jüdischen Staat“? Und wo bleiben da die „anständigen“ Juden, die sich dagegen wenden und zu tausenden dagegen demonstrieren? Weit gefehlt, denn die „deutsche Leitkultur“ feiert lieber „50 Jahre Besatzung“! Und deutsche Politiker aller Parteien ignorieren das Völkerrecht, wenn es um den „Jüdischen Staat“ geht, aber andererseits werden Palästinenser, die sich im legalen Widerstand gegen die jahrzehntelange Besatzung erheben, als Terroristen verunglimpft! Verkehrte Welt.

Wurde nicht gerade am 17. Juni der Widerstand gegen den „Unrechtsstaat“ DDR zu Recht gewürdigt? Während der Widerstand gegen den „Unrechtsstaat“ Israel illegal und terroristisch sein soll? Was für eine ungeheuerliche Verdrehung der Geschichte. Der Holocaust rechtfertigt auf keinen Fall die illegale jüdische Besatzung Palästinas, darauf kann man gar nicht oft genug hinweisen, gerade auch hier in Deutschland, wo der Philosemitismus diese falschen Thesen verbreitet. Deutschland muss sich endlich auch der Schuld an den Palästinensern verpflichtet fühlen!

„Ausgegrenzt“ durch Philosemitismus werden in diesem schrecklichen Film all die anständigen Personen und Gruppen, die mit Palästina solidarisch sind, die für die Freiheit kämpfen und dafür „öffentlich-rechtlich“ mit unseren Gebührengeldern propagandistisch verunglimpft werden. Nicht mit uns! (2) (3) (4)

Wie konnte dieser Film von der „Grimme-Preisträgerin“ und „Arte-Beauftragten des WDR“, Sabine Rollberg, überhaupt abgenommen werden? Hatte die ihr nachgesagte Kompetenz ausgesetzt, weil es um das Thema „Antisemitismus“ ging oder war sie begeistert von der „künstlerischen Handschrift“, die mich allerdings mehr an Grimms Märchen erinnert, als an eine „Dokumentation“ im Sinne des Wortes! Was hat sich geändert an den Voraussetzungen? Ist es vielleicht die „Angst eines Intendanten vor der Lobby“, die ihn doch gezwungenermaßen überzeugt hat, den Film auszustrahlen, während Arte weiter dafür sorgt, dass die „journalistischen Standards“ eingehalten werden. Es bleiben viele Fragen offen, die hoffentlich noch in den nächsten Wochen beantwortet werden oder an das Licht der Öffentlichkeit kommen. Eine Maischberger-Talk-Show ist dafür sicher nicht geeignet, ebenso wie eine Diskussion im Grimme Institut, mit z.T. dubiosen Teilnehmer/innen, wie der ultra-feministischen „Schriftstellerin“ und „Journalistin“ Mirna Funk. Sie debütierte mit dem sexistischen Roman „Winternähe“ über vermeintliche Antisemiten in Deutschland und stammt wie IM Viktoria Kahane aus Ost-Berlin. Sie durfte israelische Staatsbürgerin werden, obwohl sie nur eine Vaterjüdin ist und pendelt zwischen Tel Aviv und dem Prenzlauer Berg. Sie konnte ihren Verlobten nach jüdischem Recht nicht heiraten, diese Ausgrenzung hinderte sie aber nicht daran, sich als Zionistin zu beschreiben. (5) (6) (7) Die fast schon pathologische Antisemitismusjägerin wird seit mehreren Jahren auf allen Plattformen in den höchsten Tönen gelobt. (8) (9) (10)

Diese Filmemacher arbeiteten mit antisemitischen Verschwörungstheorien, um ihr Ziel der Ausstrahlung zu erreichen, die nun scheinbar zum Erfolg führten. Ich bin allerdings überzeugt, dass danach diese Filmemacher keinen „öffentlich-rechtlichen“ Auftrag mehr erhalten werden, aber vielleicht baut ja demnächst der Zentralrat der Juden einen Privatsender auf, zur Unterstützung des „medialen Zentralorgans“ der „Stürmenden“ jüdischen Allgemeinen, die sich mit Propaganda auskennt, dafür würden sicher „künstlerisch wertvolle“ Doku-Macher gesucht!

Schließlich werden ja momentan vermeintlich antisemitische Vorfälle medial hochgeputscht und vor „Antisemitismus“ gewarnt, der in der „Mitte der Gesellschaft“ angekommen ist, und während die Islamfeindlichkeit in der Mitte Europas angekommen ist, wo sich mehr als 50% der Europäer/innen offen dazu bekennen, Vorurteile gegen Muslime zu haben und keinen Hehl aus ihrem Rassismus machen, wo auf Kopftuchträgerinnen herabgesehen wird, Moscheen angezündet werden und Flüchtlingsheime angegriffen und ungenügend bewacht werden, da spricht der Zentralrat der Juden und Verfechter der Dringlichkeit eines „Antisemitismusbeauftragten“ im Kanzleramt und setzt muslimische Flüchtlinge schon mal unter einen Antisemitismus-Generalverdacht! Wie sich die Methoden doch ähneln, die zur Dämonisierung und Ausgrenzung der jüdischen Religionsgemeinschaft führten. Der Islam-Hass, der anti-muslimische Rassismus, hat den Antisemitismus abgelöst. Dagegen müssen wir alle gemeinsam kämpfen, denn: Frei sind wir nur, wenn wir uns für die Freiheit einsetzen!

Und derweil war Merkel beim Papst, und „fühlt sich durch ihn ermutigt“. Für die „mächtigste“ Frau der Welt hatte er mit einem ungeschriebenen Gesetz, wonach der Papst keine „Spitzenpolitiker“ im, Wahlkampf, empfängt gebrochen und diese „eiserne Kanzlerin“ empfangen. Wahrscheinlich war er von dem Charme der „Perle aus der Uckermark“ so gefangen, dass er nicht widerstehen konnte und sie zum vierten Mal(!) in Privataudienz empfing! Alles im Hinblick auf „ihren Gipfel“, abgesperrt und volksfern, aber für eine Welt kämpfend, für „eine Welt, in der wir keine Mauern aufbauen wollen, sondern Mauern einreißen wollen“ und alle „gewinnen sollen an Reichtum, Ehre und Würde des Menschen“. Ob sie dabei auch nur einmal an die „jüdische Apartheidmauer“ dachte oder als „christliche Zionistin“ diese „Selbstverteidigungsmauer“ nicht abreißen möchte? Ja so ist „Mutter Angela“, ob der Papst sie demnächst als erste Protestantin selig und danach, heilig sprechen wird? Man darf gespannt sein!

2 Kommentare zu Frei sind wir nur, wenn wir uns für die Freiheit einsetzen!

  1. Die Besatzung und deren Folgen werden völlig ausgeblendet und dann wird fröhlich drauf los schwadroniert. Begleitet und verstärkt wird dieses Gegacker von Scharfmachern wie Wolffsohn und Mansour. Vernünftige Worte wie die von Herrn Prof. Verleger fanden kaum Gehör. Die Ursachen für den jahrelangen Konflikt sollen tunlichst nicht genannt werden. Die fortwährende Diskriminierung durch „Straßen nur für Juden“, die menschenverachtenden Rituale bei den Grenzkontrollen und weitere Erschwernisse des täglichen Lebens für die Palästinenser werden sorgfältig ausgeklammert. Auch der Bau und Verlauf der Apartheidmauer tief auf plästinensischen Gebiet wie auch der neuerliche Siedlungsbau auf palästinensischem Territorium wird schamvoll verschwiegen. Mehr Heuchelei geht nicht. Mit den zionistischen Verbrechen sich gemein zu machen gehört offensichtlich zum guten Ton. Die im Tierreich angesiedelten Bezeichnungen hochrangiger israelischer Politiker und Glaubensführer betreffend die Palästinenser sind dokumentiert, werden aber unterdrückt, denn die Guten und permanent Verfolgten sind immer nur die Zionisten. Sie wehren sich ja nur und zwar so lange bis das haben was sie immer schon wollten – ganz Palästina. Dazu dienen diese ganzen Pseudodiskussionen. Reine Ablenkungsmanöver um weiterhin den Landraub zu vollziehen. Völkerrecht gilt für Zionisten nur, wenn es Vorteile für sie bringt, ansonsten kann es ignoriert werden. Dies kann und wird kein gutes Ende nehmen. Auch das Atomwaffenarsenal in Händen der Zionisten ist ein brandgefährlicher, den Weltfrieden gefährdender Zustand.

  2. Sehr geehrte Frau Hecht-Galinski,
    ich habe mir die Sendung der Frau Maischberger angesehen.
    Herr Mansour macht die Schwierigkeit im Umgang mit der Geschichte des III. Reiches deutlich wenn er:
    1. Den Begriff Verschwörungstheorien im Zusammenhang mit dem Holocaust verwendet.
    2. Die Reise nach Auschwitz zur Pflichtveranstaltung machen möchte.

    Zu 1
    Mit Begriffen wie Verschwörungstheoretiker (Holocaustleugner) kann er jede wissenschaftliche Ursachenforschung bereits im Ansatz verhindern.

    Zu 2
    Dagegen ist nichts einzuwenden.
    Die Reisegesellschaft könnte ein paar km weiter nach Tschechowitz I und II (Vacuum) Czechowice-Dziedzice fahren. Dort bastelte die Vacuum Oil Company (aus dem Hause Rockefeller) Ingredienzien, ohne die sich die Propeller deutscher Kampfflugzeuge nicht drehten.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Au%C3%9Fenlager_des_KZ_Auschwitz_I_(Stammlager)
    http://tiergartenstrasse4.org/Tschechowitz_-_Bombensuchenkommando.html
    Auch hier griff man gerne auf Häftlinge zurück.
    http://www.flurgespraeche.de/wp-content/uploads/2015/11/Kurzbiografie_Wolff_Otto.pdf

    Käme er nun auf die Idee, dass Antisemitismus in der damaligen Zeit eine Form von Rassismus war, hätte sich die Reise gelohnt. Ist der Rassist doch bestrebt, Gesellschaften zu spalten, Herrschaft der 1% mit geringstem Aufwand zu sichern.

    Falls er diese Erkenntnis nicht bekommt, sollte er sich an Ort und Stelle kompetent über die sogenannte „Polenaktion“ (Aberkennung der polnischen Staatsbürgerschaft) von 1938 aufklären lassen. Die Angaben der Wikipedia taugen hier nichts.
    Ich empfehle:
    Auswärtige Nationalitätenpolitik.
    Der konsularische Dienst Polens und die nationalen Minderheiten (1918-1939)
    Von Wojciech Skóra
    https://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=4&cad=rja&uact=8&ved=0ahUKEwieqJX55dPUAhVIaVAKHbZ3D9MQFgg4MAM&url=https%3A%2F%2Fwww.zfo-online.de%2Findex.php%2Fzfo%2Farticle%2Fdownload%2F3594%2F3594&usg=AFQjCNGBt6a-bqxspEQz74IUThoK0eyJHw

    „1933 stieg er [Drymmer] zum Direktor der Konsularabteilung auf.

    der Prozess zur Aberkennung der polnischen Staatsbürgerschaft […]rief in Deutschland ein besonders starkes Echo hervor, da es die Nationalsozialisten – wohl zu Recht – als Versuch verstanden, in Deutschland lebende Juden polnischer Staatsangehörigkeit zu Staatenlosen zu machen und sich somit dieser Personengruppe in rechtlicher Hinsicht zu entledigen.[…]
    Aus amtlichen Daten vom April 1939 geht hervor, dass die Konsulate in ca. 75 000 Fällen dem polnischen Innenministerium Anträge auf Aberkennung der Staatsbürgerschaft vorlegten, bei denen es sich zu über 88 Prozent um Juden handelte.

    In der Presse erschienen des Öfteren Meldungen, die suggerierten, dass Angehörige der nationalen Minderheiten besonders häufig von ausländischen Geheimdiensten angeworben würden. Als „besonders verdächtige“ Gruppe wurden die Juden betrachtet.

    In einer Anweisung für die Propagandatätigkeit der polnischen Konsulate aus dem Jahr 1933 ist zu lesen, es sei das Ziel des Außenministeriums, „die in Deutschland herrschenden Verhältnisse im Kontrast zu denen in Polen darzustellen“. Die traditionell deutschfreundliche Haltung von Juden in aller Welt sollte zugunsten propolnischer Einstellungen zurückgedrängt werden, um so einen Verbündeten auf internationaler Ebene zu gewinnen.“

    Usw.

    „doch spricht die Vermutung dafür, daß Polen [Pilsudski] den Gedanken eines Präventivkrieges unter dem Eindruck der inneren Umwälzung in Deutschland verfolgte und entsprechende Vorschläge in Paris machte.“
    Hans Roos, „Die Präventivkriegspläne“ Pilsudskis von 1933, Vierteljahreshefte für Zeitgeschichte, Jahrgang 3 (1955), Heft 4.

    In dieser Situation erhöhen einige 10 000 Staatenlose den Druck im Kessel.
    Eine Instrumentalisierung der Juden?

    Und heute? NATO Truppen stehen an der Grenze Russlands und wieder wird eine Diskussion über den Antisemitismus in Deutschland gestartet. Gibt es da einen Zusammenhang?

    Die von allen Teilnehmern der Runde geforderte Erziehung zu Aufklärung und Toleranz würde befördert, wenn man die „Sicht vom Hochblauen“ und den Vortrag:
    Was ist eine Nation?
    Vortrag in der Sorbonne am 11. März 1882 von ERNEST RENAN
    Zur Pflichtlektüre an allen Schulen machte.

    Er sagte vor über 100 Jahren unter anderem:
    „Die Wahrheit ist, dass es keine reine Rasse gibt und dass man die Politik auf eine Chimäre bezieht, wenn man sie auf die ethnographische Analyse gründet.

    Auch die Religion kann uns keine hinreichende Grundlage geben, um darauf eine moderne Nation zu errichten.“

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