Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Für Ken Jebsen gibt es überall Raum!

Tagesdosis 15.11.2017 – „Querfront-Preisverleihung abgesagt: Kein Raum für Ken Jebsen“

Ein Kommentar von Rüdiger Lenz.

Dem ehemaligen Radiomoderator, jetzt Verleger der Internet-Plattform KenFM, soll der Kölner Karlspreis verliehen werden. Der Kölner Karlspreis wird verliehen von der Neuen Rheinischen Zeitung an Ken Jebsen. KenFM sei „ein Organ der Demokratie“. Weiter schreibt die NRhZ zur Begründung der Verleihung des Preises an den Verleger Ken Jebsen, (Zitat Anfang): „Für seinen aufklärerischen, unabhängigen, facettenreichen, urdemokratischen (Art. 5 GG) Journalismus erhält der vom Radiomann zum Fernsehmacher mutierte mutige Macher und Medienunternehmer Ken Jebsen den fünften „Kölner Karlspreis für Engagierte Literatur und Publizistik“ der Neuen Rheinischen Zeitung, deren historisches, von 1848 bis 1849 von Karl Marx herausgegebenes Vorbild sich als ‚Organ der Demokratie‘ betitelte.“ (Zitat Ende)

Als Ort der Verleihung bestimmte man das Kulturkino Babylon in Berlin. Und dieser Ort, also das Kulturkino der Stadt Berlin, Babylon, wurde nun durch den Kultursenator Klaus Lederer verhindert. Lederer veröffentlichte dazu auf seiner Facebook-Seite folgenden Text, (Zitat Anfang):

„Wie ich heute erfahren habe, soll im Dezember im Kino Babylon die Verleihung eines Preises für ‚engagierte Literatur und Publizistik‘ an Ken Jebsen stattfinden. Der Preisträger und mehrere an dieser Veranstaltung Beteiligte sind in der Vergangenheit durch offenen, abgründigen Israelhass, die Verbreitung typisch antisemitischer Denkmuster und kruder Verschwörungstheorien in Erscheinung getreten. So die Band ‚Die Bandbreite‘, die mit ihren vor Rechtsesoterik triefenden Texten bis tief in rechtsradikale Milieus wirkt, dort auch aufgetreten ist und sich des Beifalls von NPD bis Jürgen Elsässer versichern konnte. Ich bin entsetzt, dass ein Kulturort in Berlin diesem Jahrmarkt der Verschwörungsgläubigen und Aluhüte eine Bühne bietet. Vom Geschäftsführer des Kinos Babylon würde ich mir angesichts dessen die Courage wünschen, zu sagen: Als Plattform für diesen Wahnsinn stehen wir nicht zur Verfügung.“ (Zitat Ende)

Es folgte daraufhin ein längerer Thread mit Gegnern und Befürwortern. Auch ich habe dort einen Beitrag gepostet, der, wie damals auf der Seite von Jutta Ditfurth,- sie prägte für die gesamte Friedensbewegung den Begriff der „Neurechten“- gelöscht wurde. Argumenten können solche wie Lederer oder Ditfurth nicht ertragen. Ich bot damals der Frau Ditfurth 10.000 Euro dafür an, dass sie ihren Argumenten auch Beweise liefern solle, die den Antisemitismus Ken Jebsens auch beweisen. Daraufhin wurde ich von ihr gelöscht.

Bis heute gibt es viel Trara bei den Linken um die Person Jebsen, aber keinerlei Beweis. Man findet wohl eher eine außerirdische Spezies im Weltall, als Beweise von Vorwürfen an den Verleger.

Die Vorgehensweise ist immer die gleiche. Es wird einfach etwas behauptet, was man übernommen hat. Geprüft wurde es nicht und wird es auch nie. Man beschmeisst Ken Jebsen mit Ächtungsvorwürfen, die interne Gruppe klatscht Beifall und der Hype um die eigene Person ist groß. Man steht im Mittelpunkt der Wähler oder der Käufer von Büchern und die Sache ist geritzt. Hinzukommen noch innere, eigene, tendenziöse Anzeichen von Rassismus gegen den Halbiraner Jebsen und Klassendenken der primitivsten Art: Ich bin oben und Dich trete ich weiterhin in den Boden. Ich sorge dafür, dass du kleiner Scheißer weiter unten bleibst.

Die Angst vor Überfliegern aus dem Lager der Nichtakademiker ist bei Akademikern tatsächlich riesengroß. Auch ich kann davon ein Liedchen singen.

Doch was Leute wie Lederer da tatsächlich anrichten, das zu begreifen, reicht ihre Gabe, rational zu denken, schlichtweg nicht aus. Ken Jebsen ist nur eine einzige Person einer Bewegung, die längst immer größere Schichten unserer Gesellschaft erreicht hat. Die Bewegung ist längst in der Breite der Bevölkerung angekommen. Sie ist da und nicht mehr kleinzukriegen. Um das zu erkennen, sollte man ein Ticket bei einem Vortrag von Daniele Ganser buchen. Da sieht man, wer diese Bewegung jetzt ist und wo sie angekommen ist.
Lederer trifft mit seinem Lügenkonstrukt nicht nur Ken Jebsen. Er schlägt damit auch eine ganze Bewegung mitten ins Gesicht und sorgt dafür, dass sich immer mehr Menschen gegen linke Politik und gegen die Kaste der Politiker ganz allgemein aussprechen. Mich jedenfalls hat die Info über das, was Klaus Lederer mit seiner Diffamierung gegen Ken Jebsen tat, tief getroffen. Denn ich bin ein Teil dieser Bewegung, wie sehr viele auch. Es ist ein undemokratischer Akt, der nur der Selbstbeweihräucherung dient. Mit Konsens, Diskussion oder einem Diskurs hat das alles gar nichts zu tun. Ich fragte mich gestern, als ich davon erfuhr: Haben die Demokraten Angst vor der Demokratie? Wenn dem so ist, dann sind das keine Demokraten mehr.
Warum aber fallen so viele dennoch darauf herein? Die Antwort darauf zu geben würde hier zu lange dauern. Daher nur ein paar Schnipsel. Klaus Lederer ist angekommen. Dazu fällt mir spontan das herrliche Stück „Ganz oben“ von Rainald Grebe ein. Sehenswert.

Lederer ist jetzt Berlins Kultursenator. In Berlin Kultursenator zu sein heißt auch, sich dem eigenen Klientel anzupassen, wenn man bleiben oder weiterkommen will. Das Klientel will Sicherheit, daher wird ein Mann wie Klaus Lederer überhaupt gewählt oder zum Senator ernannt. Sicherheit geht vor Eigenverantwortung, vor Selbstgestaltung und vor Eigenermächtigung ganz prinzipiell. Diesem Klientel, das Sicherheit der Zuwendungen verlangt, die ein Klaus Lederer jetzt endlich zuweisen kann, verspricht ein Machtgefühl zu generieren, das sich wie ein Karrieremotor anlässt, mit dem die eigene Sicherheit wiederum gefestigt wird. Macht wird festgezurrt, um der eigenen Karriere willen. Das ist, grob gesagt, schon alles. Und wie wird hier Macht und Karriere festgezurrt? Indem man ein Feindbild nutzt, auf das eine möglichst große Gruppe sofort reagiert und das Wichtigste einem Politiker verspricht: Gefolgschaft.

Bei den Linken ist Ken Jebsen ein rotes Tuch. Große Gruppen dort können ihn schlichtweg nicht leiden. Mit rationalen Gründen allerdings hat das nichts zu tun. Eher mit magisch mythischen Einstellungen. Wäre der Kult um den bösen Herrn Jebsen rational zu erklären, so müsste man rationale Argumente hören können. Doch die hört man nie und sucht sie vergebens: Ken Jebsen hat nie antisemitische Argumente gebraucht. Das ist rational nachweisbar. Doch wer in seinem Bewusstsein auf magisch mythische Logik, auf Kult, Dämonisierung und Fremdführung in seinem Bewusstsein beharrt, dem sind rationale Argumente scheiß egal. Er kann sie nicht erfassen, glaubt aber, er sei rational, klug und immer im Bilde mit allem. Das ist ein Grund dafür, warum in linken Kreisen ein Übermaß an Argumenten und Wissen um das Feindesgebiet und den Feind vorherrscht. Lösungen allerdings findet man dort nur spärlich. Auch das führt hier zu weit, das zu begründen. Da sei auf einen anderen Ken verwiesen. Auf Ken Wilber. Ein Mastermind der integralen Denkweisen. Ken Jebsen hat mehrere hundert Male über das Vergessen gesendet. Er hat Holocaustopfer interviewt und war derart tief von ihnen beeindruckt, dass er in jeder Sendung am Ende über den Holocaust sprach und daran erinnerte, dass dieser nie vergessen werden dürfe und wir wachsam bleiben müssen. Ob Klaus Lederer das weiß. Wohl kaum. Ich habe mit Ken Jebsen ein über dreistündiges Interview ins Netz gestellt, in dem man einen anderen Ken Jebsen erlebt. Aber genau so machen Leute wie Lederer das immer. Sie setzen ein kopiertes Wissen in den Raum, bringen ihre eigene Empörung dazu zum Ausdruck und das reicht, um das Heulen der naiven Gruppen zu dirigieren. Alles aus Eigeninteresse. Hätte Herr Lederer recherchiert, dann hätte er unmöglich solchen Unsinn schreiben können.

Ich selbst habe ähnliches ja auch mehrfach am eigenen Leib erfahren. Mein Nichtkampf-Prinzip, so ein Kulturpolitiker in meiner Stadt, sei eine Querfrontschrift. Ich sei mit Ken Jebsen im Bunde und das reiche aus. Meine Erfahrung mit solchen Leuten ist, dass man nicht mit ihnen reden kann. Sie recherchieren nicht, weil man mit Querfrontlern niemals rede, noch sich für deren Argumente zu interessieren hat. Alles Teufelszeug, Basta! Das ist linke Logik und sie rechtfertigt sich mit den Erfahrungen, die man mit Hitlerdeutschland gemacht habe. Unglaublich aber wahr: Man bedient sich im Sozialen derselben Logik wie der, des Präemptivkrieges. Weil man vorbeugen müsse, muss man jetzt denjenigen sozial vernichten. Man muss ihn mundtot machen, seiner Arbeitseinstellung berauben, ja ihn vollkommen sozial zerstören. Damit habe man einen guten Dienst vollzogen und könne beruhigt wieder einschlafen.

Menschen wie Lederer sind sich dessen, was sie anrichten nicht wirklich bewusst. Sie handeln wie die von ihrer Unschuld überzeugten Bürokratie-Nazis zu Hitlers Zeiten. Sie sind die Banalität des Bösen der heutigen Zeit, folgt man Hannah Arendts Schlussfolgerungen über den Eichmann-Prozess in Jerusalem.

Ja, das schmeckt einem ganz und gar nicht, nicht wahr, Herr Lederer?! Dieser Vergleich ist völliger Unsinn. Ja, Herr Lederer, in ihrem Bewusstsein ist das Unsinn. In einem Bewusstsein einer Hannah Arendt hingegen hinreichend logisch und zutreffend.

Ken Jebsen redet wie ein Rennpferd, er denkt noch schneller und sein konklusierender Verstand kennt keine Pausen. Er ist ein Mastermind der Bewegung geworden. Und da man einen Ken Jebsen nicht einfach mit hirnrissigen Argumenten in Angst und Schrecken versetzen kann, so wie man das ja bei der Masse der Bewohner dieser Gesellschaft gewohnt ist, muss man härtere Bandagen anführen. Ächtungsargumente loslassen und sich hinter dem Schutzschild der Narren mit Gang-Speak verschanzen. Wer aber klar ist in seinem Geist, der wird von ihm und seinesgleichen angezogen. Das ist ein vollkommen gesunder Vorgang.

Der Sinn von Politik, so sagte es Hannah Arendt treffend, ist Freiheit, Herr Lederer. Und ich erlaube mir, Hannah hier noch zu ergänzen, und nicht Gehorsam noch hinzuzufügen. Und das ist ihr Werkzeug, Herr Lederer, gehorsame Gefolgschaft auf Kosten anderer Menschen. Und da ist es völlig egal, ob sie einer Partei angehören, die sich ihre Moral und Weltethik auf die Fahne und ins Hirn gefräst hat. Es sind bloße Legitimiationsstrategien, um an die Macht zu kommen und zu bleiben. So schreibt es Arno Gruen in seinen Büchern. Und er wird ganz sicher jetzt im Reich der Toten angekommen mit Hannah Arendt sprechen und ihr zuhören, wenn sie sagt: „Man kann sagen, dass der Faschismus der alten Kunst zu lügen gewissermaßen eine neue Variante hinzugefügt hat – die teuflischste Variante, die man sich denken kann – nämlich: das Wahrlügen

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