Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Jetzt ist die Zeit darüber zu reden DLF Interview mit CDU-Vize Jens Spahn

Reden wir einmal über Jens Spahn und  radikal christliche CDU Mitglieder !

Was für ein interview, dass heute Morgen im DLF lief. Ich war entsetzt und traute meinen Ohren nicht, was dieses CDU Präsidiumsmitglied, Jens Spahn an radikal christlichen Leitkulturthesen von sich gab. Sollte er jemals als Leitfigur der CDU in Funktion treten, dann wird es Zeit die deutsche Leitkultur zu verlassen. Jens Spahn fühle ich mich weniger verbunden, als jedem muslimischen, französischen, italienischen, portugiesischen oder europäischen Freund. Seiner,  kleinbürgerlichen Miefigkeit  fühle ich mich dermaßen fremd, dass ich mich fürchte, vor dieser Art der radikal christlichen Leitkultur, einer Strömung, die uns allen Angst machen sollte. Wie kann man 72 Jahre nach der Befreiung von Auschwitz und dem Ende der Nazi-Herrschaft, wollen, wie es die Kinder, Enkel und Ur-Enkel versuchen, erneut eine deutsche Leitkultur  zu verbreiten, nach dem Motto: „Am deutschen Wesen soll die Welt genesen“! Sie wollen erneut die Oberhoheit über „deutsche Tugenden“ in Umlauf bringen. Hatten wir das nicht schon einmal, im Berliner Sportpalast und im Berliner Olympiastadion?  Nach der Machtergreifung, was jetzt in Teilen der Berliner Republik abläuft? Was nimmt sich dieser radikal-christliche CDU Vertreter Spahn eigentlich heraus? Sind  Frankreich und Italien keine „Kulturnationen°? „Unsere“ Dichter, Denker, Philosophen,  Kulturgeschichte Festakte und Musik, alles besser, überlegen wie einzig, die deutsche Leitkultur? Ist Jens Spahn eigentlich wirklich der kompetente Ansprechpartner, wenn es um Kindererziehung geht? Seine deutsche „Leitkultur“ beruht auf „deutschen Tugenden, wie  gesellschaftlicher Zusammenhalt, Alltagsritualen und Feiertagen? In welcher Welt lebt dieser deutsche Leitkulturer eigentlich? Verwechselt er da nicht seine Traumwelt,  mit der Realität, die nichts mit seiner deutschen Märchenwelt zu tun hat? Nicht sein Parteikollege RuprechtPolenz hat De Maiziere missverstanden, sondern er hat diese gefährliche Debatte und Strömung sehr richtig verstanden und kritisiert. Würde es nicht CDU Kollegen, wie Polenz geben, dann wäre die CDU noch unwählbarer. Ganz bedenklich wird es allerdings, wenn Spahn für sich und die CDU beansprucht, diese Leitkultur Debatte schon seit mehr als 20 Jahren angestoßen zu haben, als es die AfD noch gar nicht gab! Spahn und Kollegen fühlen sich erst in er CDU wohl, die wollen die CDU in eine AfD Richtung bringen will, in der die Luft immer brauner und stickiger wird. Hoffen wir nur, dass Jens Spahn und Leitkultur-Mitstreiter nicht an die Macht kommen. Zeigen wir Gesicht, mit und ohne Handschlag in höflichen Respekt vor der einzigen Kultur, die uns leiten sollte, die der aufgeklärten Multi-Kulti- Kultur. Auf ein buntes und offenes Deutschland, ohne braune Leitkultur- Spähne!

Leitkultur-Debatte – „Jetzt ist die Zeit, darüber zu reden“

Identität könne man nicht per Gesetz verordnen, sagte CDU-Präsidiumsmitglied Jens Spahn im DLF. Aber sie sei etwas, was Zusammenhalt und Zusammengehörigkeit einer Gesellschaft ausmache. Er spüre ein Bedürfnis, „dass wir noch mal darüber reden, was ist das, was uns ausmacht, und was wir von uns, aber auch von Menschen, die zu uns kommen, erwarten“.



	

1 Kommentar zu Jetzt ist die Zeit darüber zu reden DLF Interview mit CDU-Vize Jens Spahn

  1. Liebe Frau hecht-Galinski,
    ich möchte mitjammern- dies tue ich insgeheim schon lange, manchmal auch vernehmbar. Immer aber nutzlos, da alles doch garnicht so schlimm, meint man. – Die braune Soße steigt leider ungehindert und man fragt sich, was tun, um nicht darin zu ersaufen ?
    Viele Grüße
    Ursula Schleier

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