Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Palästina: Recht auf Gerechtigkeit!

„Palästina First“ sollte die neue Nah-Ost Losung sein. Seit  1948, der Gründung des „Jüdischen Staates“ zugleich der Nakba, der Vertreibungskatastrophe für das palästinensische Volk, schreit das illegal besetzte Palästina nach Gerechtigkeit. Gerade in diesem Jahr 2017, in dem das Unrecht an den der nach 1967 annektierten und illegal besetzten Gebieten sich zum fünfzigsten Mal jährt.

Kontinuierlich haben zionistische Regime seitdem versucht, die Judaisierung voranzutreiben. Jüdische Siedler wurden mit allen erdenklichen Anreizen in illegale Siedlungen gelockt, wo sie sich wie die Maden im „koscheren Speck“ einnisteten, in einem unglaublichen Luxusleben, mit Swimmingpools und allen erdenklichen Vergünstigungen, mit separaten Straßen „nur für Juden“ und einem Sicherheitsapparat, der sie von der palästinensischen Umwelt abschirmt.

Wie abgebrüht muss man sein, um so auf geraubtem, palästinensischen Land zu leben, ohne Empathie, für die verarmten, unter dem Besatzungsdruck und mit einem Minimum an Strom und Wasser hausenden Menschen dort. Wie autistisch muss man sein, um das von der Besatzung verursachte Elend Palästinas nicht zu sehen, sondern nur an eigene, den „Auserwählten“, von Gott gegebene Verheißungen zu glauben? Könnnte Gott so etwas gewollt haben, sollte es ihn denn geben? Nein, dieses Judentum hat jeden Humanismus verloren und ist im moralischen Sumpf des Judaismus von „Judäa und Samaria“ eingesunken.

Diese inzwischen über 600.000 illegalen jüdischen Siedler in ihren illegalen jüdischen Siedlungen, die wie Krakenarme das geraubte palästinensische Land umschlingen, sind die elfte Plage, um sprachlich im Alten Testament zu bleiben. Diese jüdischen Siedler bestimmen inzwischen maßgeblich die ethnische Säuberungspolitik Palästinas. Sie graben den Palästinensern buchstäblich das Wasser ab, sie ermorden fast ungestraft unschuldige Palästinenser, sie verbreiten von der „Jüdischen Verteidigungs Armee“ bewachten Terror. Besonders brutal zeigt sich der jüdische Besatzungsterror in Hebron, wo ein paar hundert der Hardcore Siedler Hunderttausende Palästinenser in Angst und Schrecken versetzen.

Laut der israelischen Menschenrechts-Organisation „Breaking the Silence“ haben inzwischen sogar „zivile Sicherheitschefs“ der jüdischen Siedler-Extremisten Befehlsgewalt in der „Jüdischen Verteidigungsarmee“ und werden als legale (!) Sicherheitskräfte angesehen. Durch diese unrühmliche Zusammenarbeit zwischen Militärgewalt und jüdischen extremistischen Siedlern haben diese ihre eigene „Sicherheitsverantwortung“ in den illegal besetzten Gebieten übernehmen dürfen. Dieses unglaubliche Vorgehen „erleichtert“ der Armee ihre Besatzungsarbeit und gewährleistet gleichzeitig den unvorstellbaren Siedlerterror gegen die hilflosen Palästinenser. Diese barbarische Kooperation zwischen Militär und extremistischen jüdischen Zivilisten ist einmalig in der Welt und inzwischen zu einer Normalität geworden, die an Unrecht und Brutalität kaum zu überbieten ist.

Die Ethnokratie „Jüdischer Staat“ ist eben kein Rechtsstaat! Oder kann man einen Staat, der außergerichtliche Hinrichtungen durchführt, Sippen und Administrativhaft betreibt, fortwährend Land enteignet, Häuser gegen alles Recht zerstört, Häuser, Infrastruktur, Ernten und Olivenbäume gegen alles Recht zerstört, ethnische Säuberungen betreibt und sich damit außerhalb jeder Rechtsnormen gestellt hat, so bezeichnen?

Fünfzig Jahre illegale Besatzung Palästinas haben  mörderische Spuren hinterlassen, die nie wieder auszulöschen sind. So hoch wie sich die über neun Meter  und mehr als 750 Kilometer lange jüdische  Apartheidmauer durch das gestohlene und besetzte Palästina zieht und damit palästinensisches Land und Familien  zerschneidet, so hat sich auch die Unterdrückungspraxis der jüdischen Bürger im „Jüdischen Staat“ ausgebreitet.  Durch US-und europäische Sicherheitstechnik geschützten  Checkpoints mit entwürdigenden Praktiken gegenüber den zermürbten Palästinensern,  haben es die jüdischen Besatzer zu einer zwar weltweit kritisierten, aber schließlich hingenommenen Selbstverständlichkeit gebracht,  die alle demokratischen Werte mit Füßen tritt.

Ein Netz von bezahlten jüdischen Sayanim, den willigen Helfern, des „Jüdischen Staates“ im Ausland, eben die Diaspora- Brigaden, zieht sich wie ein Spinnennetz über die Welt und das illegal besetzte Palästina. Dieses ausgeklügelte Netzwerk sät Zwietracht und verbreitet israelische Hasbara- Propaganda. Das bekommen gerade auch in Deutschland, Großbritannien und den USA viele Professoren, Studenten und Mitarbeiter von Universitäten schmerzlich zu spüren.  Diese bezahlten Netzwerker haben es mit Hilfe weit verzweigter jüdischer Lobbyorganisationen verstanden den Antisemitismus-Vorwurf, die Verunglimpfung unliebsamer, Israel-kritischer Gegner im Zusammenspiel mit der Politik und Medien zu einer wichtigen Waffe im Kampf gegen die unwiderlegbaren Fakten werden zu lassen.

Die Meinungsfreiheit und die Freiheit der Lehre, die ein hohes Gut sind, dürfen durch diese gefährlichen „pro-faktischen“ Lobbyisten nicht zerstört werden Wehret den Anfängen!

Wenn jetzt noch das, auch nach israelischem und natürlich internationalem Recht völkerrechtswidrige Gesetz in der Knesset, dem Parlament des „Jüdischen Staates“, verabschiedet wird, das Tausende von Wohnungen, die auf privatem palästinensischen Grundbesitz errichtet worden sind, rückwirkend legalisiert, dann segnet „die einzige Demokratie“ im Nahen Osten mit diesem Raubgesetz die ethnische Säuberung und Judaisierung Palästinas auf den Weg in ein „Groß-Israel“ auf ewig ab.

Tatsächlich hat das menschenverachtende Unrechtsgesetz der Wohnsitzwahl, das es den Palästinensern im besetzten Westjordanland oder im abgeriegelten Gazastreifen verwehrt, andere Gebiete, auch innerhalb des illegal besetzten Palästina, zu betreten, diese sie zu rechtlosen Verirrten werden lassen , ihre Familien auseinander gerissen  und ihnen ein normales Leben unmöglich gemacht. All das weiß die heuchlerische Weltgemeinschaft, toleriert es aber und schweigt.

Rechtlos, aber nicht ohne Gerechtigkeit, sind die Palästinenser im illegal besetzten Westjordanland. Obwohl die Abgeordneten der Knesset gar nicht befugt sind, über diese Besetzten abzustimmen. Dieser erneute und gravierende Verstoß gegen internationales Recht stellt nochmals eine Steigerung  der Gesetzlosigkeit dar.  Sollte es verabschiedet  werden, dann ist es endlich an der Zeit, dass alle Schuldigen vor den Internationalen Gerichtshof in Den Haag gestellt werden und alle beteiligten Politiker des „Jüdischen Staates“ dort verurteilt  werden: als Völkerrechtsverbrecher, Gaza-Völkermörder, Kriegsverbrecher und Landräuber der übelsten Sorte.

Der Internationale Strafgerichtshof, dem die deutsche Regierung mehr als 135 Millionen Euro zur Verfügung stellt, ist eine wichtige Institution, die auch endlich von Palästina genutzt werden sollte. Was aber machen Deutschland und einige EU-Staaten – allesamt Friedensnobelpreisträger? Sie wollen mit allen Mitteln verhindern, dass sich Palästina dem IStGH anschließt. Warum wohl? Aufgrund der „besonderen“ Verhältnisse zum „Jüdischen Staat“? Oder weil das zionistische Besatzer Regime immer wieder damit droht, nicht existierende Friedensverhandlungen abzubrechen? Ist es nicht so, dass durch dieses Nachgeben einer Erpressung sich der „Jüdische Staat“ geradezu ermuntert fühlt, rechtswidrige Besatzungs- Menschenrechts- und Kriegsverbrechen zu begehen?

Jetzt ist die heuchlerische Weltgemeinschaft gefragt. Wie lange will sie diesem Treiben noch ohne Gegenwehr zusehen, ja dieses noch finanziell absichern? Die Politik des Netanjahu-Regimes, arbeitet immer wieder mit Panikmache und Hetze gegen andere Staaten, wie Iran als „Vernichter“, um von eigenen Verbrechen, Skandalen und Angriffen abzulenken.

Der „Jüdische Staat“ betreibt eine üble Ressentiment-Politik, die im neuen US-Präsidenten einen willigen Freund und Helfer gefunden hat. Alle roten Linien hat das zionistische Besatzer- Regime längst überschritten, ohne dass Konsequenzen drohten. Wie lange kann das noch ungestraft weitergehen?

In der aktuellen Konstellation mit einem US-Präsidenten Trump, der sich anzuschicken scheint die Weltordnung nach seinen täglichen wechselnden Eingebungen neu zu regeln, die jedes politischen Verständnisses entbehren, sind die Aussichten auf zukünftigen Frieden und Völkerverständigung mehr als trüb. Mit diesem Präsidenten ist kein Staat zu machen.

Netanjahu und Trump arbeiten nach der gleichen Methode, Panikmache und Hetze, diese  fallen sowohl bei Populisten, als auch bei traumatisierten, abgehängten sowie unzufriedenen Bürgern auf fruchtbaren Boden. Es ist ein erschreckendes Phänomen, dass inzwischen  auf Grund von aufgebauschten Bedrohungen, einer brutalen  „Werteheuchler“, Regimechange- und Drohnen- Politik  die Rüstungskosten in ungeahnte Höhen schießen. Wenn US-Präsident Trump, ebenso wie Merkel, Gauck und von der Leyen und die EU diese aggressive Expansionspolitik unterstützen, dann ist Gefahr im Verzug.  Nicht der „böse Russe“, sondern der kalte und vielleicht demnächst auch ein realer Krieg stehen vor der Tür. Es ist eine Nato- Strategie des Grauens, die im Zusammenspiel der „christlich- jüdischen Wertegemeinschaft“ nur ein Ziel verfolgt: nämlich die Machterhaltung der sogenannten Anti-Terror-Allianz, die nichts anderes im Schilde führt, als selbst Terror zu verbreiten. Allerdings ist dieser „Terror“ immer nur für „das Gute,“ all das verfolgt das  Regime „Jüdischen Staat“ mit seiner Besatzungs-, Expansions- und Unterdrückungspolitik schon ungestraft seit Jahrzehnten. Warum soll sich also von den USA unter Trump und seiner mit jüdischen Beratern und Wallstreet- Milliardären begonnenen Politik etwas ändern?

Trump ist ein gefährlicher Narziss, der sich am Ziel seiner Wünsche wähnt und die USA als Spielzeug seiner Machtgelüste entdeckt hat. Alle seine Versprechungen substanzlos und „sein Volk“, die etwa 30% der US-Bürger, die auf ihn und seine billigen, frauenfeindlichen, rassistischen und islamophoben Wahlkampfsprüche hereinfielen und ihn wählten, werden noch ein böses Erwachen erleben. Von uns die wir ihn immer durchschauten und niemals gewählt hätten, ganz zu schweigen.

Das Recht auf Gerechtigkeit für Palästina scheint in immer weitere Ferne zu rücken, aber gerade in kriegslüsternen „Trumpismus“-Zeiten sollte dieser Kampf für ein freies Palästina immer dringlicher geführt werden.

 

 

 

 

 

3 Kommentare zu Palästina: Recht auf Gerechtigkeit!

  1. Die Sicht auf Trump sowohl als Präsidentschaftskandidat als auch als aktueller Präsident sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass letztlich eine kleine aber illustre Gemeinschaft im Hintergrund die Fäden zieht (s. Demos, Medien, Aufrufe etc.) und sich ein Herr Trump dieser Gruppe entweder unterordnet oder -wie Kennedy- beseitigt wird. Deshalb sind einige seiner Entscheidungen sicherlich die eines Getriebenen denn eines Souverän.
    Andererseits sollte nicht vergessen werden, dass das Schosshündchen HC von vorn herein ausschließlich die Interessen dieser o.g. Lobby-Gruppe erfüllt hätte, u.a. einschließlich eines durchaus möglichen Russlandfeldzuges. Letztlich ist die politische Kaste derart degeneriert, dass es b.a.w. nur noch die Wahl zwischen Pest und Cholera gibt.

  2. Moshe Shertok an Chaim Weizmann:

    „Vorerst leben wir in der besten beider Welten — wir haben uns gegenüber den Vereinten Nationen wie brave Jungs benommen und bewiesen, daß wir auf den Schlachtfeld gute Soldaten sind.“

    Das schrieb er nach der ethnischen Säuberung von Lydda und Ramleh. Hunderte starben, 60.000 wurden auf Todesmärsche geschickt.

    Quelle: John Quigley: „The International Diplomacy of Israel’s Founders. Deception in the United Nations in the Quest for Palestine“, p. 100.

  3. Bei vielen Gelegenheiten unterwegs habe ich das Gespräch mit Israelis aufgenommen. Manchmal war das unerwünscht, wurde sofort abgeblockt. Bleibender Eindruck: Israelis, denen es gut geht, sind sehr stolz darauf. Von den verlumpten, unter den Sanktionen verelendenden Palästinensern sprechen Sie mit einern Mischung aus Verachtung und der Überzeugung: selber schuld. Es ist schwierig, da geschichtliche Fakten anzusprechen zu versuchen. Es ist sehr viel psychischer „Selbstschutz“ aufgebaut worden. Diplomatie hat da, bekam ich den Eindruck, nur noch den Zweck, Zeit für die inzwischen viel viel stärkere Seite zu gewinnen. Wer noch etwas anderes glaubt, lässt sich an der Nase herumführen. Palästina geht unter.

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