Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Sonderrechte für israelische Bankiers? Von Arn Stromeyer

Von Weil am Rhein, bis Krefeld und Bremen zieht sich die Spur der Schapira Brüder

Käufer des Sparkassen-Areals: Wer sind die Schapira-Brüder?

Die Brüder Pinchas und Samuel Schapira haben das Sparkassen-Areal am Brill in Bremen gekauft. In Deutschland ist über die Familie bisher wenig bekannt. Sie scheut die Öffentlichkeit. Die Brüder Schapira engagieren sich finanziell seit 2003 in Deutschland. Das Familienunternehmen besitzt zahlreiche Immobilien, Einkaufszentren und Altenpflegeheime. Aber öffentlich treten die Brüder kaum in Erscheinung.

https://www.butenunbinnen.de/nachrichten/politik/schapira-brueder-neubau-am-brill-100.html?fbclid=IwAR1vFJbxpTaRSsUDXZ_W77W4ZEblNRg_QUqEX_dqRL0Ss_c66ifDtLXcJCA

Schapira will höher bauen

Bis zu 350 Mio. Euro wird der Um- und Neubau des ehemaligen Hauses der Statistik am Alexanderplatz zu einem Modellkiez mit Wohnungen, Büros, Kultur, Kindergarten und einem Rathaus der Zukunft kosten. Der städtebauliche Entwurf für das Vorhaben steht. Damit ist der Weg für das Bebauungsplanverfahren frei. mehr

Hinter dem geplanten Demenzheim steckt eine Briefkastenfirma

Der Landverkauf, über den Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) letzte Woche informierte, hat in Winterthur Skeptiker auf den Plan gerufen. Nicht nur die SP wundert sich über die „fragwürdige Immobilienfirma“, an welche die zwei Parzellen verkauft werden sollen, und kündigte Widerstand im Parlament an. Auch bei vielen Lesern des „Landboten“ hat der Deal Fragen provoziert.

Entwicklung des Telekom-Hochhauses stockt

Carsten Heil 28.04.2018 | Stand 27.04.2018, 20:52 Uhr Bielefeld. Still ruht der See. Beim Telekom-Hochhaus geht nichts voran. Vom Eigentümer ist bisher kein Bauantrag gestellt worden, so das Bauamt, das mit weiteren Informationen zurückhaltend ist. Auch ein Vertreter des Investors sagte gegenüber der NW: „Es gibt nichts Neues zu berichten.“

Weil am Rhein: 60 Geschäfte und 400 Arbeitsplätze – Verlagshaus Jaumann

60 Geschäfte sollen im Herbst 2020 auf einer Fläche von 25 000 Quadratmetern, davon 16 500 Quadratmeter Verkaufsfläche, eröffnen. Zudem sind mit dem Projekt 400 neue Arbeitsplätze sowie ein Parkhaus mit 550 Stellplätzen verbunden. „Der westliche Stadteingang wird ein neues Gesicht bekommen“, sagte Thielemeier im Beisein zahlreicher Gäste, darunter auch die Brüder Pinchas und Samuel Schapira von der Investorenfamilie.

Sonderrechte für israelische Bankiers? Empörung in Bremen über „geheime“ Baupläne

Von Arn Strohmeyer 3.03.2019

In Bremen herrscht Empörung über die Pläne zweier israelischer Bankiers, ihr Imperium auf das kleine Bundesland auszudehnen. Und zwar aus folgendem Grund: In der Stadt gibt es Richtlinien für die Erhaltung des Stadtbildes. Kein Gebäude darf höher als 98 Meter sein, denn das ist die Höhe des Doms am Marktplatz. Jede Bebauung darüber hinaus wird – nicht aus religiösen, sondern aus rein säkularen Gründen – als Verschandelung des Stadtbildes angesehen. Eine Skyline wie in Frankfurt ist in Bremen also ganz unmöglich.

Nun geschah aber Folgendes: Die Bremer Stadtsparkasse gibt ihr (Denkmal geschütztes!) im historisierenden Stil des 19. Jahrhunderts gehaltenes Hauptgebäude am Brill in der Innenstadt auf und zieht in ein neues Domizil in der Peripherie. Sie hat diese bisherige Niederlassung samt Gelände drumherum an die israelischen Bankiers Pinchas und Samuel Shapira verkauft. Über die beiden Brüder weiß man in Bremen wenig. Sie besitzen zahlreiche Immobilien, Einkaufszentren und Altenpflegeheime. In einer Mitteilung des Bremer Fernsehmagazins Buten und Binnen heißt es: „Die ‚shapira family office‘ ist ein unüberschaubares Geflecht aus zahlreichen Gesellschaften und Holdings, die ihren Sitz unter anderem in Luxemburg und Zypern haben. Diese Holdings wiederum wurden zum Teil von Gesellschaften mit Sitz auf Virgins Islands gegründet.“

Die Brüder legten nun auch gleich gewichtige Pläne für die Bebauung des Sparkassengeländes vor. Der Neubau der Bank soll aus vier riesigen Türmen bestehen, die die vorgeschriebene Höhe des Domes beträchtlich übersteigen und dem Stadtbild einen ganz anderen Charakter aufprägen würden. Die Türme sollen außer der Bank auch Geschäfte und Wohnungen enthalten. Um eine Ablehnung durch die Stadtväter gleich von vornherein schwer zu machen, heuerten die Brüder Shapira den weltbekannten jüdischen Architekten Daniel Libeskind an, der auch die Bauten des Jüdischen Museums in Berlin und des Hauptgebäudes der Lüneburger Universität entworfen hat.

Stararchitekt und Bankiers trafen sich kürzlich im Bremer Rathaus mit den Verantwortlichen der Stadt, an der Spitze Bürgermeister Carsten Sieling (SPD). Die Damen und Herren waren sehr angetan von den Entwürfen und versprachen Unterstützung, obwohl – wohl aus gutem Grund – die ganze Angelegenheit eigentlich geheim sein sollte. Nur auf Schleich- und Umwegen kamen Journalisten in den Besitz einiger Informationen über das Projekt.

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. In den Leserbriefen der örtlichen Monopolzeitung Weser-Kurier machte sich die Empörung Luft. Die ist einmal architektonisch begründet. So schrieb ein Professor für Architekturgeschichte, der vor allem die Geheimniskrämerei um das Projekt anprangerte: „Die Geheimniskrämerei ist hier sicher nötig: Dürfen ein Architekt und sein Investor sich einfach über alle Richtlinien zur Höhe und Größe von Bauprojekten hinwegsetzen, die sich an historischen Gegebenheiten orientieren? Passt diese Architektur zu Bremen und seiner Altstadt, wie der – zugegeben eloquente – Architekt behauptet? Oder wird hier ein bekannter Name benutzt, um ohne jede Rücksicht auf örtliche Gegebenheiten den Gewinn zu maximieren?“

In diesem und anderen Leserbriefen wird inzwischen klar ausgesprochen, dass es den beiden Bankiers mit ihren Türmen sicher nicht um eine Bereicherung des Bremer Stadtbildes geht, sondern schlicht um „Kohle“. Bisher ist die ganze Angelegenheit noch sehr sachlich debattiert worden. Aber es besteht kein Zweifel daran, dass die Stadt dabei ist, den Investoren Sonderrechte einzuräumen. Dann kann die Sache politisch hochbrisant werden, und die Verantwortlichen im Rathaus müssen aufpassen, dass ihnen die Sache nicht aus den Händen gleitet und antisemitische Zungenschläge in die Diskussion kommen. Der Bremer Senat wandert hier auf einem schmalen Grat.

 

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