Sicht vom Hochblauen

Evelyn Hecht-Galinski

Was Völkermord ist bestimmen wir

Völkermord sind wir

Es ist schon erstaunlich, warum gerade jetzt die Geschehnisse der Tragödie im Osmanischen Reich vor 100 Jahren gegen das armenische Volk so in den Zenith des allgemeinen politischen und medialen Interesses gerückt wurden.

Selten gab es soviel einhellige Zustimmung unter den Parteien und Politikern zu diesem Begriff des Völkermords für die Aghet, die Katastrophe des armenischen Volkes.

Besonders erstaunlich dabei, dass sich gerade der „Pfarrer Präsident“ Gauck so einmischte und aus dem Bellevue in das Bundeskanzleramt „hineinregierte“. Was soll also die Fokussierung auf die Aghet? Um die Türkei in ihre „Schranken“ zu weisen? Denn auch die Türkei hat sich ja für das Massaker an den Armeniern entschuldigt! (1)

Auch hat die Türkei, was gerne verschwiegen wird, schon lange zu diesem Völkermord alle Archive für eine unabhängige Historikerkommission uneingeschränkt zur Verfügung gestellt. So macht es schon stutzig, dass ausgerechnet Papst Franziskus die Katastrophe für die Armenier und die Geschehnisse im Osmanischen Reich als „ersten Völkermord“ im 20. Jahrhundert bezeichnet und danach ein ökumenischer Gottesdienst am 23. April in Berlin mit einer Rede von „Pfarrer Gauck“ stattfand!

Also muss man schon die Frage stellen: Warum wird der Leiden der Christen gedacht, während die Leiden der Muslime außen vor bleiben?

Was würde übrigens passieren, wenn die Türkei die mehr als 1,5 Millionen syrischer Flüchtlinge, die sie bereits aufgenommen hat, ausweisen würde und an ihre Bündnispartner abschieben würde?

Oder wenn sie es wie der „Jüdische Staat“ machte – Gefängnisse für Asylsuchende schwarze Flüchtlinge bauen, diese zu internieren, um sie dann in ihre Heimatländer abzuschieben und Folter und Tod auszusetzen? (2) (3) (4)

Und wann kommt das ausgiebige Gedenken für die nicht-christlichen Opfer, also z.B. die muslimischen weltweit? Was ist mit dem Irak, wo inzwischen mehr als 665.000 Menschen getötet wurden?

Denn ist es nicht gerade „Pfarrer Präsident“ Gauck, der weder seine eigene private Geschichte, noch seine Russlandphobie aufgearbeitet hat und auch nicht verbergen kann und möchte? Wahrscheinlich auch ein Grund dafür, dass Gauck sich so „ins Zeug legt“, wenn es um die Armenier und den Völkermord geht.

Schließlich hat Deutschland 27 Millionen russische Kriegsopfer auf dem Gewissen. Vergessen wir auch nicht den Völkermord an den Herero und Nama in Deutsch-Südwestafrika, zwischen 1904 und 1908, bei dem bis zu 65.000 Herero und etwa 10.000 Nama ermordet wurden.

Ermordet durch den „Vernichtungsbefehl“ des Kommandeurs der kaiserlich deutschen Schutztruppe in Deutsch-Südwestafrika, Lothar von Trotha.

Auch dieser Völkermord durch die deutsche Kolonialmacht ist durch die Völkermordkonvention der Vereinten Nationen als Tat anerkannt, auch wenn die Bundesregierung behauptet hat, man könne die Tat „nicht nach den heute geltenden Regeln des humanitären Völkerrechts bewerten und daher auch nicht als Völkermord einstufen“.

Tatsächlich haben wir es noch mit weiteren Völkermord zu tun, wie in Burundi 1965-1972, wo bis zu 250.000 Tutsi von Hutu ermordet wurden, oder dem Völkermord in Ruanda, wo von April bis Juli 1994 500.000 bis 1.000.000 Menschen ermordet wurden, oder dem Völkermord an Bosniaken im Juli 1995 in Srebrenica.

Was ist mit den in Vietnam Ermordeten der Roten Kmer und den Opfern des „Agent Orange“ der USA?

Was ist mit den Hiroshima Toten, was ist mit den Toten durch die „christlich“ motivierten Kolonisations Kriege und die tausende von Drohnenopfern?

Warum also gerade Armenien, oder damals Srebrenica, wo der ehemalige grüne Außenminister, Joschka Fischer mit seinem unseligen Auschwitz-Vergleich „Nie wieder Auschwitz“ theatralisch Deutschland mit an die Front führte ohne UN-Mandat.Opfer sollten nicht nach Religionen, oder Ethnien klassifiziert werden.

Sie verdienen unsere ungeteilte Anteilnahme, alle Opfer der Gewalt. Das führt dann tatsächlich zu einer besonderen Verantwortung Deutschlands gegenüber den Palästinensern, denn wurden diese nicht tatsächlich auch Opfer durch den von Deutschland verursachten Völkermord an den europäischen Juden? Denken wir also an die Nakba, die Katastrophe, der systematischen Vertreibung des palästinensischen Volkes, der ethnischen Säuberung Palästinas durch den „Jüdischen Staat“.

Ilan Pappe, der israelische Historiker, dessen Verdienst es im Besonderen ist, dass diese Ereignisse im Jahr 2007 so exakt beschrieben wurden, hat im Zusammenhang der systematischen Auslöschung der Erinnerung den Begriff des „Memorizid“ geprägt. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an den wunderbaren Artikel von Anneliese Fickentscher und Andreas Neumann in der NRhZ vom Januar 2008. (5)

War das kein Völkermord nach den Kriterien der Völkerrechtskonvention? (6)

Trafen sich nicht am 10. März 1948, unter der Führung von David Ben-Gurion, elf führende Vertreter der jüdischen Einwanderer und zionistischen Eroberer, um die ethnische Säuberung Palästinas zu beschließen? Noch während des britischen Mandats begannen die Angriffe, unter der militärischen Führung von Moshe Dayan, später Verteidigungsminister und Außenminister, Menachem Begin, dem Irgun-Terroristen und späteren Ministerpräsidenten, sowie Friedensnobelpreisträger?.

Außerdem dabei war, Yitzhak Rabin, der später auch Ministerpräsident und Friedensnobelpreisträger war, und 1995 selbst von einem jüdischen Extremisten ermordet wurde.

Elf Stadtviertel und 531 palästinensische Dörfer wurden „zwangsgeräumt“, viele dem Erdboden gleichgemacht. 800.000 Palästinenser flohen. Es kam zu Vergewaltigungen, Plünderungen und Massakern, auch an Frauen und Kindern. Heute bedecken Wälder, Parks und Freizeiteinrichtungen die einstigen palästinensischen Dörfer!

Das ist der bis heute geltende Mythos der „Fruchtbarmachung“ des „Jüdischen Staates“ durch die jüdischen Einwanderer.Besonders eklatant verzerrt wird dieser Landraub, durch die Spenden für Kolonialismus und Apartheid, durch die „Grünwaschung von Vertreibung und Enteignung in Palästina durch den Jüdischen Nationalfonds (JNF/KKL).

Ja, selbstverständlich, wir als Deutsche und speziell die deutsche Regierung, sowie das deutsche Parlament haben dafür endlich die Verantwortung zu übernehmen! (7)

Deutschland macht sich schon seit Jahrzehnten erneut schuldig, indem es den „Jüdischen Staat“ in seiner Besatzung, Besiedlung und seinen Kriegsverbrechen finanziell und mental unterstützt, ja sogar die Sicherheit des „Jüdischen Staates“ durch Bundeskanzlerin Merkel zur deutschen Staatsräson erhoben wurde.

Auch „Pfarrer Gauck“ vermied es, während seines Antrittsbesuches im Mai 2012, im „Jüdischen Staat“ Kritik an diesem Apartheidstaat zu üben und sich, als Mann, der doch ständig den Begriff der Freiheit für sich beansprucht, für die Freiheit des palästinensischen Volkes einzufordern! Ich schrieb in diesem Zusammenhang einen offenen Brief an Gauck! (8)

Hat der „Jüdische Staat“sich jemals für die Gräueltaten der Nakba entschuldigt, geschweige denn diese anerkannt oder aufgearbeitet? Natürlich nicht! Im Gegenteil, es ist sogar verboten der Nakba im „Jüdischen Staat“ zu gedenken! (9)

Warum schweigen der „Pfarrer Präsident“, die deutsche Regierung und das deutsche Parlament dazu?Die klaren Worte die „Pfarrer Gauck“ für die Armenier fand, sind längst auch überfällig für die Palästinenser! (10)

Warum dankt „Pfarrer Gauck“ nicht auch den russischen Befreiern von Auschwitz, so wie er sich bei den britischen Befreiern von Bergen-Belsen am Sonntag den 26.04. bedankte? (11)

Warum fand die 13. Europa Konferenz der Palästinenser in Berlin, ohne die Beteiligung deutscher Politiker statt? Ich selbst sprach übrigens auf dem 8. Kongress dieser Art, 2010 in Berlin! (9a)

Warum hat sich kein deutscher Politiker dazu bereit gefunden auf dieser so wichtigen Konferenz der Palästinenser in Europa in Berlin zu sprechen und das Leid und die Vertreibung der Palästinenser anzuerkennen, zumal Deutschland eine Mitschuld an diesem Zustand trägt, die es endlich anzuerkennen gilt.

Was passierte stattdessen? Ein sogenanntes obskures „Anti Hamas-Bündnis“, mit Unterstützern wie der Antonio Amadeo-Stiftung von der ehemaligen IM Victoria, Annetta Kahane, (12) bis zu US-jüdischen Lobbyorganisationen und Volker Beck von den Grünen, dem Landesvorsitzenden der SPD in Berlin, Jan Stöß, seinem Parteifreund Tom Schreiber, Hakan Tas, Klaus Lederer von der Linkspartei, sowie dem Ex Piraten Oliver Höfingerhof, Bak Schalom, Antideutschen und was sonst noch an „illustren Philosemiten“ aufzubieten ist. Mit dabei auch und mehr als passend „Bärgida“, der Ableger von Pegida!

Eigentlich fehlte nur noch der niederländische Rechtspopulist und Zionist Geert Wilders, ebenso Leon de Winter, der niederländische Schriftsteller und Broder-Freund, der einmal vorschlug, das Trinkwasser von Gaza mit Verhütungsmitteln „anzureichern“, um die Bevölkerung von Gazazu zu sterilisieren. (13)

Pikanterweise wurde der „Pornoverfasser“, H.M Broder auch gesichtet. Für wen der wohl dabei war, für den „Mossad“, oder war er von seinem „Gnadenbrot“-Arbeitgeber Springer geschickt worden? (14)

Allerdings war dieses furchtbare Bündnis, unterstützt vom Kampfblatt des Zentralrats der Juden in Deutschland, der vom deutschen Steuerzahler mitfinanzierten, Jüdischen Allgemeinen Wochenzeitung, nur ein kleines Häufchen von nicht einmal 200 Sympathisanten!

Von den etwa 30.000 in Berlin lebenden Emigranten des „Jüdischen Staates“ und den 12.000 Mitgliedern der jüdischen Gemeinde in Berlin war nichts zu sehen (15)

Dazu schrieb die Vereinigung der Arabischen und Palästinensischen Vereine einen offenen Brief an die jüdische Allgemeine, der die Kampagne der Israel-Lobby entlarvte und an Klarheit und Fakten nicht zu widerlegen ist! (16)

Kommt es nicht einer zweiten Vertreibung gleich, wenn die Nachfahren und Überlebenden der Nakba aus Berlin vertrieben werden sollen? Warum beteiligen sich die Medien immer wieder an den unlauteren Kampagnen der Israel-Lobby? (17) (18)

Sollten nicht die Medien endlich dazu übergehen, ihre Energie nicht mit der Propaganda der Israel-Lobby zu verschwenden, sondern wahrheitsgemäß, nicht ausgewogen, aber objektiv und wahrheitsgemäß über die Konflikte besonders in Palästina, Ukraine und Russland, oder sonst wo zu berichten?

Neue Abonnenten und Leser wären ihnen gewiss.Das gleiche gilt für die TV- und Radio- Medien, die immer mehr zu Regierungstreuen trollenden Hofschranzen verkommen. Sie alle sollten aufpassen, dass sie sich nicht auf dem Schleim ihrer Unterwürfigkeit ausrutschen!

Mehr als verständlich dass das Internet und dessen Berichterstattung immer wichtiger wird. Allerdings sollte man auch dort ein waches Auge haben! Allerdings konnte auch die TAZ nach der Konferenz am Sonntag in einem Artikel keine „antisemitischen Ausfälle“, „islamistische Propaganda“, oder „Judenhetze“ entdecken.

Nur Volker Beck, sah weiter nur Camouflage und Hamas! (19) (20)

Festzustellen bleibt, die Konferenz war weder umstritten, außer bei dem mehr als umstrittenen „Anti Hamas-Bündnis“. Die Palästinenser kämpfen zu Recht um ihr unbestrittenes Recht auf Rückkehr in ihre Heimat Palästina!Auch ist die Hamas keine Terrororganisation, sondern eine Widerstandsorganisation, die demokratisch gewählt im vom „Jüdischen Staat“ und den „Ägyptischen al-Sisi Putsch-Pharaonen“ abgeriegelten „Konzentrationslager Gaza“ regiert!Die Hamas wurde vom Obersten Gerichtshof von der Terrorliste gestrichen!

Auch wenn der „Friedensnobelpreisträger“ EU gegen dieses Urteil in Berufung gehen will, sollte sie sich nicht über dieses überfällige Urteil hinwegsetzen und es akzeptieren! (21) (22)

Allerdings ist es der „Jüdische Besatzerstaat“ der „Staatsterrorismus“ begeht, der sich über das Völkerrecht hinwegsetzt, die Menschenrechte verletzt, Kriegsverbrechen und Genozid begeht und dafür noch mit Waffen, U-Booten und sonstiger Hilfe belohnt wird.

Der Holocaust rechtfertigt keine neuen Verbrechen der ehemaligen Opfer und ihrer Nachfahren. Warum lässt man die Israel-Lobby, Christlichen Zionisten und Philosemiten gewähren, die nur ein Ziel haben, die Verbrechen des „Jüdischen Staates“ als westliches Bollwerk zu verteidigen?

Während die Millionen von Palästinenser in Palästina und in der Diaspora als Terroristen oder Terroristenunterstützer gebrandmarkt werden?Warum regt man sich darüber auf, wenn ein Logo gezeigt wird, wo die Länderumrisse von Israel und Palästina komplett mit den palästinensischen Farben ausgefüllt sind?

Es ist das Symbol für das historische Palästina, das ein Symbol für heute und für ein freies Palästina darstellen soll, für alle seine Bewohner und Ethnien und Religionen.Warum regen sich die Kritiker nicht darüber auf, dass die Landkarte inzwischen immer mehr Siedlungen und geraubtes Land in jüdischen Besitz nimmt, gegen das internationale Völkerrecht? Warum werden nicht endlich die jüdischen Siedler-Extremisten und jüdischer Staatsterrorismus zum Thema gemacht?

Diese Konferenz ist und bleibt das Symbol für das Rückkehrrecht der Palästinenser, das im Völkerrecht verankert ist und legal ist! So sollen die Sätze, die für die armenische Katastrophe gesprochen wurden, endlich auch für die Katastrophe des palästinensischen Volkes gelten!

Hier also „umgeschrieben“ für die Vertreibung der Palästinenser: Der deutsche Bundestag am 24.04.2015″Das Schicksal der Palästinenser stehe beispielhaft für die Geschichte der Massenvernichtungen, der ethnischen Säuberungen, der Vertreibungen, ja der Völkermorde, von denen das 20.Jahrhundert auf so schreckliche Weise gezeichnet ist.

Der Parteichef der Grünen Cem Ozdemir, lobte Gauck noch:„Diese gewisse Portion Unbeirrtheit, für die wir ihn schätzen und lieben(!).“

Der CDU Abgeordnete Christoph Bergener:

„Die Berechtigung der Zurückhaltung endet dort, wo semantische Zurückhaltung zu faktischer Verharmlosung und Relativierung führt“.

CDU Parteifreund und Außenpolitiker Norbert Röttgen:

Abwägung sei ein Wesensmerkmal der Demokratie, aber bei Völkermord hört die Abwägung auf“.

Der SPD Abgeordnete Dietmar Nietan zitierte sogar den jüdischen Holocaustüberlebenden Eli Wiesel:

„Wer sich dazu herablässt, die Erinnerung an die Opfer zu verdunkeln, der tötet sie ein zweites Mal.“ 

Ach was waren das schöne Sätze. Wann wird es so eine Bundestagssitzung für die Palästinenser geben?

In Gedenken auch an den Völkermord in Gaza 2008/2009 und 2014, den Ilan Pappe so treffend beschrieb! (23) (24)

 


 

 

Weitere Informationen:http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=17194

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=21418

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=17619

 

 

4 Kommentare zu Was Völkermord ist bestimmen wir

  1. Unbequeme Wahrheiten. Erst gestern wieder tönte es auf „Heplev“ aus der Tastatur israelischer „Völkerrechtsexperten“, dass die Briten doch in San Remo den Juden ganz allein das gesamte Mandatsgebiet versprochen hätten. Wie kann die böse Welt nur so antisemitisch sein, sich dieser verqueren und sachlich nicht haltbaren Behauptung, weil einfach erlogen und erstunken, nicht sklawisch zu unterwerfen?
    Warum denn behaupten die Israelis unentwegt, ihre Vorfahren seien erst mit der zionistischen Einwanderungsbewegung im späten 19. Jahrhundert in ein völlig menschenleeres Land gekommen? Weil es ein Selbstbestimmungsrecht der Völker gibt, und demnach hätte man die Wünsche ALLER Bewohner dieses ehemaligen Teiles des Osmanischen Teils berücksichtigen müssen, auch die der damals immer noch oder wieder dort lebenden Juden. Diese aber störten den Mythos von der vollständigen Vertreibung und ergo erst jetzt unter der Fahne des Zionismus wiederkehrenden Juden, die einzig und allein ein Recht darauf hätten, dieses Land in Beschlag zu nehmen und nach ihrem Gusto zu gestalten, ohne Araber, Armenier, Drusen, Kopten und Ultraorthodoxe. Diese frommen Leutchen aber wollten nie ein zionistisches Israel. Mit den Arabern fährt Israel Schlitten, mit den gleichfalls verhassten Ultra-Kopfwacklern, die keinen Schlag Arbeit tun und ihre Frauen auf Arbeit schicken, sofern sie nicht gerade hochschwanger sind, würde man es auch gerne tun- das mag nur niemand zugeben.

  2. Zur Ergänzung dieses großartigen Artikels wäre auch noch auf weitere monströse Völkermorde hinzuweisen: bis 1908 war der Kongo über 20 Jahre lang des belgischen König Leopolds „Privatkolonie“, was dem Kongo acht bis zehn Millionen Tote einbrachte (https://wipokuli.wordpress.com/2013/02/22/crimes-on-congo-part-1-from-destruction-to-destroyed-independence/ ). Im Anschluss an den Völkermord in Ruanda, der weit mehr ein Völkermord an den Hutu als an den Tutsi war, und dessen Falschdarstellung eines der größten „Bubenstückchen“ der imperialen Propaganda ist, um den US-Agenten Kagame und seine RPF-Mörderbande als „Retter Ruandas“ zu präsentieren, fielen in den letzten 18 Jahren auf der Jagd nach Coltan in der DR Kongo erneut acht bis zehn Millionen Menschen der imperialen Gier zum Opfer: http://wipokuli.wordpress.com/2014/04/08/ruanda-eine-halbe-wahrheit-ist-eine-ganze-luge-zwanzig-jahre-tolldreiste-desinformation/
    Andreas Schlüter
    Soziologe
    Berlin

  3. PRIVATE AND CONFIDENTIAL

    Liebe Evelyn Hecht-Galinski,

    ich schreibe aus Grossbritannien, wo ich derzeit lebe und arbeite. Ihr Engagement gegen den Meinungsmainstream in Sachen Israel nehme ich schon seit einigen Jahren zur Kenntnis und schaetze es sehr. Meiner Website koennen Sie entnehmen, dass ich zu religioesen Fundamentalismen arbeite, auch zu Juedischen.
    Heute aber schreibe ich aus einem anderen Grund: Eine Kindheitserinnerung sagt mir, dass wir verwandt sind und das waere bei unseren, durch die Schoah ausgedoerrten, Familien doch besonders interessant. Meine Grossmutter muetterlicherseits ist eine geborene Block aus Marienburg/Westpr. und hat Tuer an Tuer, als Kaufmannstochter, mit Ihrer Familie gelebt. Sie war Jahrgang 1895. „Mieze“, wie ihr Rufname war, hat mit ihren beiden Kindern und ihrem Bruder in sog. geschuetzen Ehe mit einem sog. Arier, der zudem der Kreistierarzt war, ueberlebt. Dr. Hans Danisch war sein Name.
    Meine Grossmutter hat mir manchmal von ihrer Kindheit in Marienburg erzaehlt und als Ihr Vater einmal eine Ansprache im Fernsehen hielt, sagte sie “ … und das ist uebrigens mein Cousin.“. Warum meine Grossmutter und Ihr Vater nicht in Kontakt kamen, weiss ich nicht.
    Warum ich Ihnen jetzt schreibe?
    Im vergangenen Jahr sind meine beiden Eltern verstorben und so sitze ich hier mit dem, was bleibt und versuche Ordnung in das Chaos von zwei Weltkriegen zu bekommen. Das Chaos besteht aber vor allem aus Loechern, weil keine Dokumente mehr vorhanden sind.
    Ich lebe hier mit meiner kleinen Familie in Kent und wir fuehren ein liberal-progressives juedisches Leben – mit aller gebotenen Distanz zur israelischen Occupationspolitik und deutschen Philo- und Antisemitismen. http://www.lit-verlag.de/isbn/3-643-10973-6

    Mit allen guten Wuenschen fuer Ihre Arbeit

    Andrea Zielinski

  4. Der Artikel „Was Völkermord ist bestimmen wir“ von Evelyne Hecht-Galinski, die beiden Dokumentationen „Erich Feigl – Ein Mythos des Terrors. ….. „ (1) und „Der 31. März Tag eines Genozids an Aserbai-dschanern“ (2) von Dr. Ajdyn Sultanow und Prof. Dr. Wilfried Fuhrmann der Universität Potsdam sowie das Video „Sari Gelin – Dokumentation zur armenischen Frage“ (3) vermitteln ein anschauliches Bild, wie von Seiten unserer Politiker, Medienleute und Lobbyisten einseitig, undifferenziert mit dem Leid und dem Elend von Menschen umgegangen wird. Instrumentalisiert wird für politische Interessen, für Propaganda, um abzulenken und zu vertuschen.

    Erich Feigl zum Völkermord an den Armeniern:
    „Aber die zentrale, die grundlegende Aussage des Romans „Die vierzig Tage des Musa Dagh“ (von Franz Werfel), dass nämlich die Verantwortlichen des Osmanischen Reiches einen Ausrottungsbefehl gegeben hätten, ist falsch“

    (1) „Erich Feigl – Ein Mythos des Terrors. Armenischer Terrorismus, seine Ursachen und Hintergründe. Edition Zeitgeschichte, Freilassing 1986“
    http://de.scribd.com/doc/29479677/Erich-Feigl-Ein-Mythos-des-Terrors-Armenischer-Terrorismus-seine-Ursachen-und-Hintergrunde-Edition-Zeitgeschichte-Freilassing-1986#scribdonline%20lesbar.%20auf%20Englisch%20auch%20als%20pdf

    (2) „Der 31. März, Tag eines Genozids an Aserbaidschanern“
    http://www.uni-potsdam.de/u/makrooekonomie/docs/aserbaidschan/31_maerz_11_06.pdf

    (3) „Sari Gelin – Dokumentation zur armenischen Frage“

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